Es gibt nichts Schöneres, als an einem Freitagabend im Stau zu stehen und mit Freunden Musik zu hören. Gut, vielleicht doch. Früh genug auf dem Konzert sein, zu dem man gerade fährt, um nicht die ersten zwei Bands zu verpassen. Aber wir mussten uns so leider mit der Musik aus der Soundanlage im Auto begnügen, während Landmvrks und Trash Boat in der Batschkapp schon einmal vorheizten.

Endlich angekommen ging es für uns dann direkt mit Stray From The Path los, welche mit „Goodnight Alt-Right“, „Outbreak“ und „The House Always Wins“ direkt am Anfang schon die Brechstange auspackten, um die Leute kräftig in Bewegung zu versetzen und einige Singalongs zu provozieren. Zwischen den ersten 5 Songs machte Drew, der Sänger von Stray From The Path, nochmals klar, für was die Band steht (für die Leute, die Titel wie „Goodnight Alt-Right“ nicht verstehen): ein ganz klares ´Nein´ zu Rassismus und die klassische Hardcore-Attitude. Danach ging es weiter mit weiteren groove-lastigen Songs, welche die einigermaßen große Batschkapp deutlich schrumpfen ließ und aufheizte. Leider war für uns das Set von Stray From The Path vorzeitig vorbei, da es zum Interview mit Trash Boat ging. Für mich, die Stray From The Path nun zum ersten Mal live sah, fühlte es sich an, als hätte man den Anfang von „Outbreak“ gehört und hätte den Song vor dem Breakdown ausgemacht. Trotzdem eine verdammt solide Show!

Bei dem Interview mit Trash Boat wurden mir einige Sachen klar: Trash Boat sind extrem sympathische Menschen und ich fühle mich ein wenig schlecht, dass wir ihr Set verpasst haben. Weiterhin ist es sehr anstrengend eine Kamera ruhig zu halten, wenn im Hintergrund immer noch einige Grooves von Stray From The Path zu hören sind und man wiederstehen muss, sich nicht zu sehr zu bewegen.

Zum Abschluss hieß es dann: Voller Fokus auf While She Sleeps. Im Gegensatz zu Stray From The Path war es für mich das 8. Mal, dass ich diese Band sehe. Schon nach den ersten 3 Songs wurde mir allerdings klar, dass das überhaupt keine Rolle spielt. Egal ob auf einer riesigen Festivalbühne oder in einer kleinen Kneipen-Location, diese Band liefert jedes Mal eine einwandfreie Show ab. Ein Energiebündel wie Loz Taylor, der Sänger von While She Sleeps trägt maßgeblich dazu bei. Wenn er nicht gerade von Balkonen in der Location Stagediving macht, steht er auf der Barrikade oder mitten in der Crowd. Aber auch der Rest der Band liefert eine unglaublich energiereiche Performance ab, gerade bei den ganz neuen Songs ihres bald erscheinenden Albums, denn hier übertreffen sich Mat und Sean, die beiden Gitarristen, mal wieder selbst. Gesanglich sowie an den Gitarren unglaublich gut. Aber auch die Crowd trug mit erstaunlicher Textsicherheit und Bewegungsfreude dazu bei, dass man einfach nicht ruhig da stehen konnte und zwangsläufig in diese intensive Live-Show integriert wurde.

Photo Credits + Header Photo: Michelle Klein / morethandisarray