Gerade mal 22 Jahre und schon gelernte Fotografin und Tattoo Artist in Paderborn. Mit viel um die Ohren zaubert euch Veronika schöne Bilder auf das Papier und unter die Haut... Wie genau sie das macht? Das lest ihr in unserem Blog.

Wie kamst du zum Tätowieren?

Auf ganz komischem Weg!
Ich muss dafür etwas weiter zurückgreifen.

2018 schloss ich meine Ausbildung zum Fotografen und Betriebsassistenten erfolgreich ab. Und eigentlich dachte ich auch immer, ich würde hauptberuflich in meinem erlernten Beruf bleiben. Aber da die Bezahlung so unterirdisch ausfiel und ich damit mir nicht einmal eine Miete für eine Wohnung leisten konnte, musste ich mich umorientieren.
Mein damaliger Freund sah aus Zufall, dass mein heutiger Chef Patrick von Pat Ink Tattoos in Paderborn Verstärkung sucht. Daraufhin meinte er ,absolut überzeugt, ich solle mich doch unbedingt dort als Tätowierer melden. Ich hielt diesen Jobwechsel als völlig absurd, weil ich nie was mit Tattoos am Hut gehabt hatte. Doch da ich immer viel und leidenschaftlich gezeichnet habe war es für meinem Ex mehr wie klar, dass das meine Zukunft sein soll.
Nah langem hin und her diskutieren hatte er mich doch dazu überredet, dass ich mich bei Patrick melde (ich danke dir bis heute dafür!).

Tja und lange Rede kurzer Sinn: Ich wurde zum „Vorstellungsgespräch“ eingeladen, Patrick bot mir eine Probewoche an und in der Probewoche stach ich meine ersten Motive. Auf dieser Weise bin ich von 0 auf 100 in die Szene gerutscht und bin mehr als froh, dass das Schicksal so mit mir spielte.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?

Meine aller höchste Priorität liegt darin, dass meine Kunden das bestmögliche Ergebnis von dem bekommen, was sie sich vorgestellt haben.
Ich hasse unpersönliches Arbeiten und mag deswegen den Kontakt zu meinen Kunden und unterhalte mich auch gerne mit Ihnen, um eine (Vertrauens-)Basis aufzubauen.

Ja und an meinen Tattoos allgemein sind mir vor allem die Details sehr wichtig – sei es die richtige Farbkomposition oder aber Strukturen und feine Linien, die sauber gearbeitet wurden.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?

Puh, das ist schwer zu beantworten. Ich habe mich selber noch nicht wirklich gefunden. Da ich erst seit gut einem dreiviertel Jahr als Tätowierer arbeite probiere ich mich momentan noch viel aus. Aber ich merke, dass ich mích sehr für extrem fein gestochene aber auch stark für neotraditionelle Motive interessiere. Ich glaube die Interesse an den Details z.B. bei den Single Needle Portraits, aber auch an den ausdrucksstarken Formen und Farben von neotraditionellen Motiven rührt von meinem erlernten Beruf als Fotograf, wo ich genauso auf jedes Detail achte, aber auch mit sehr viel Farben und Bewegungen arbeite. …Wer weiß wie ich mich in den nächsten Jahren weiter entwickeln werde.

Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?

Warum sollte man von mir ein Tattoo bekommen? Ich glaube die frage lässt sich nur sehr schlicht beantworten: Man sollte sich bei mir tätowieren lassen, wenn man meine Arbeit mag und schätzt. So hoffe ich es doch zumindest 😀 Ich glaube ich kann die Frage nur aus der Sicht meiner Kunden beantworten. Oft höre ich, und das macht mich wirklich extrem stolz und glücklich, dass sie sich bei mir wohl fühlen und mir vertrauen. Ich bin der Meinung: man kann noch so gute Arbeit liefern, wenn man sich nicht mit dem Kunden persönlich auseinander setzt war es kein erfolgreicher Termin. Meine Kunden sollen sich einfach bei mir gut aufgehoben fühlen und ich denke auch, dass das gut klappt. Zudem bin ich immer für viel Spaß zu haben 🙂

Lieblingstattoo (an dir)?

Das ist einfach! Ich habe nämlich gar keine Tattoos 😀
Irgendwie konnte ich mir Tattoos auf meinem Körper nie vorstellen, nur bei anderen fand ich es schon immer super schön. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich meine Einstellung dazu ja auch noch.

Lieblingsbands?

Da könnte ich jetzt eine Liste aufzählen, die nie aufhört. Musik ist extrem wichtig für mich und dabei versteife ich mich nicht nur auf eine Musikrichtung.
Aber um etwas zu nennen hier eine Liste:
das geht von Architects, the Ghost inside, breaking benjamin, defeater, stick to your guns, gideon, counterparts, bmth, polaris, wage war, nothing but thieves, hollow front… zu Marilyn Manson, Slipknot, Korn, Rammstein, Stone Sour… bis hin zu Trailerpark, Alligatoah, KIZ, Casper, SEEED, Feine Sahne Fischfilet, Anti Flag… und vorallem: Lana del Rey, Billie Eilish ud super gerne auch mal die 80s ^^

Lieblingsvideospiel?

Ganz klar die Reihen von Super Mario auf dem Gameboy, Advance und DS, aber der große Zocker bin ich nicht.

Lieblingsfestival?

Das Lineup ist sehr ausschlaggebend. Mir gefiel das Vainstream. Impericon Festival und Open Flair immer gut. Ich möchte aber unbedingt auch mal aufs With Full Force !

Lieblingsklamottenlabel (Fokus liegt hier auf Independent Labels)?

Um ehrlich zu sein sind mir Markennamen immer sehr egal. Mir ist es nur wichtig, dass ich mich darin wohl fühle, es zu meinem Look und meiner Einstellung passt und nicht das aller billigste von der Herstellung her ist. Sich über Marken und Brands zu definieren ist nicht so meins. Wenn ein Kleidungsstück mich anspricht werde ich es zu einem fairen Preis auch kaufen.

Lieblingssong/Album

Tatsächlich kommt bei meinem evergreen Lieblingssong mein Herz für die 80er durch. Eines meiner absoluten Lieblingslieder ist von Chris Isaac „wicked game“ ! Und das in so gut wie jeder Version, sei es das Original oder ein Cover. Und ansonsten kann ich mich nicht so wirklich festlegen, weil ich dafür einen zu breit gefächerten Geschmack an Musikern habedie ich alle auf Ihrer Art und Weise liebe. 🙂

Was möchtest du zum Schluss unseren Lesern sagen?

Ich kann euch Lesern das auf den Weg mitgeben, was mir das vergangene Jahr 2018 beigebracht hat:
Verschließe niemals die Augen vor neuen unbekannten Dingen und Situationen und habe keine Angst dich auf diese einzulassen. Selbst wenn sich eine Tür vermeintlich schließt, öffnet sich woanders eine geniale Neue. Und manchmal klemmte die erste Tür auch nur und das Leben hält dir beide Türen offen und die Wege frei. <3 Und vielleicht liegt ja auch, je nachdem, welche Türen sich bei Euch öffnen werden, ein Besuch bei mir im Studio auf Eurem Weg und ich verpasse euch euer nächstes Tattoo. Ich freue mich sehr darauf 🙂

Die Fotos sind vom Artist zur Verfügung gestellt worden.