[Record Review] Royal Republic - Club Majesty

You can't fight love, but we'll try anyway

Schon beim Opener „Fireman & Dancer“ wird klar, wohin es für die nächsten 30 Minuten geht: Weg vom ernsten Alltag hin zum musikalischen Spaß-haben. Ein schnelles, treibendes Riff, kein allzu tiefgründiger Text, grooviger Rhythmus. Obendrauf brennt einem Sänger Adam mit seiner gewohnt vollen Stimme den ersten von vielen Ohrwürmern auf diesem Album in den Kopf.

Der absolute Höhepunkt dieser „Catchiness“ ist der Song „Anna Leigh“, welcher schon beim ersten Durchlauf einfach nur Spaß macht und vielleicht den ein oder anderen Rocker dazu bringen könnte, allein im eigenen Zimmer oder unter der Dusche, eine kleine Gesangseinlage hinzulegen. Neben dem Gesang sticht auch der vor Synthi triefende Rhythmus hervor, der durch das nicht-elektrische Schlagzeug und den gewohnten Royal Republic-Sound nicht zum kitschigen Klischee verkommt.

Durch das Album hinweg dominiert ein sehr euphorisches Gefühl. Royal Republic schafft es, durch abwechslungsreiche Songs und durchgehende, spaßige Stimmung, die Tanzlaune und das Disco-Flair aufrecht zu erhalten, ohne nach ein paar Liedern monoton und unstimmig zu klingen.

Neben dem allgemeinen Disco-Flair gibt es über das Album verteilt auch immer wieder kleine musikalische Überraschungen, die entweder das (spaßige) Highlight des Songs darstellen („Flower Power Madness“) oder einfach für eine gelungene Abwechslung, meist durch den Einsatz ungewöhnlicher Sounds oder Instrumente, im Song sorgen. („Under Cover“, „Bulldog“) Allerdings hätten die musikalischen Überraschungen in den einzelnen Songs teilweise ein wenig länger ausfallen können, da diese oft nach einigen Sekunden schon wieder vorbei sind.

Alles in allem liefert Royal Republic mit „Club Majesty“ vor allem den gewohnten Royal Republic Sound (Hardcore-Fans der Band können also aufatmen), aber auch ein sehr frisches, neues Flair, dass sich rundum gut anfühlt. Das Album ist eine solide Basis für jede Gute-Laune Playlist und bietet Songs, die eine erfrischende Abwechslung zu musikalischer Gesellschaftskritik, traurigen Balladen oder härterer Musik sind. Allerdings ohne dabei zu komplett inhaltsleeren Party-Songs zu verkommen oder zu kitschig zu wirken.

https://www.youtube.com/watch?v=D_YCl7pp7XU

Header Photo Credits: Leo Akesson


[Record Review] Siamese - Super Human

I feel to little and think to much, caught in the middle, feeling out of touch...

Die Dänen von SIAMESE nehmen uns auf ihrem neuen Album "Super Human" mit auf eine emotionale Reise durch ihre musikalische Vielschichtigkeit und zeigt dabei keine Scheu untypische musikalische Elemente zu verwenden.
Neben den, im Metalcore klassischen, harten Riffs kommt in manchen Songs (z.B Ocean Bed) eine orchestral anmutende Stimmung auf, während kurze R&B und Techno Elemente, wie zum Beispiel in You`re Not Alone, unerwarten Schwung mit sich bringen. Ehrliche, emotionale, teilst anklagende Lyrics über seelische Probleme, das Betrogen und Verlassen werden oder Selbstfindung bilden eine perfekte Symbiose mit dem Abwechslungsreichtum der Melodien und könnten so fast den Soundtrack einer Biographie bilden.

Es wird kein Blatt vor dem Mund genommen und genau das macht das Album, gemeinsam mit seiner musikalischen Varietät, zu einem absoluten Meisterwerk, was ich allen, nicht nur den Fans des Metalcore, ans Herz lege.

https://www.youtube.com/watch?v=lYWJAcDFTDc

Header Photo Credits: Starkult Promotions Anfragen


[Live Review] Spring Breakdown Festival 2019

Datum: 11.05.2019
Genre: Hardcore/Metalcore
Ort: Dillenburg, Sporthalle der Grundschule

Location:
Auch dieses Jahr fand das Spring Breakdown Festival in der Turnhalle der Goldbachschule in Dillenburg, Deutschland statt. Die Location ist leicht über die B253 aus Dillenburg kommend mit dem Auto zu erreichen. Buden mit Essen sowie den Ausschank waren draußen vor der Halle, was bei dem doch eher bescheidenen Wetter eher ungemütlich werden konnte. Stände mit Merch der Bands sowie den Unterstützern des Festivals fanden sich hingegen drinnen zahlreich am Ende der großen Halle, sodass vor der Bühne genug Platz zum moshen blieb. Allerdings gab es gegen Abend technische Licht-Probleme abseits der Bühne, dazu war es am Tag leider, dazu nur Semi-gut abgedunkelt, wodurch man eher ein drückendes Gefühl hatte, bis es draußen Dunkel wurde. [1 von 2 Punkten]

Sound:
Der Sound war oftmals von Störern im Mikrofon begleitet, was leider sehr schade war und auch wirkliche Ohrenschmerzen verursacht hat. Darüber hinaus waren wie eigentlich überall kleine Mankos, über die man wegsehen kann. Mit Ohropax lässt sich das Ganze jedoch Sorgenfrei überstehen. [1 von 2 Punkten]

Mitarbeiter und Besucher:
Die Mitarbeiter an den Ständen, die Security und auch die Sanitäter waren da, wenn man sie brauchte und haben hinter den Kulissen wahnsinnig gute Arbeit geleistet. Danke euch dafür. Einzig die Hygiene auf den Toiletten war mangelhaft, eine Reinigungsfachkraft vor Ort wäre super gewesen. Die Besucher waren alle relativ entspannt und haben, wie es Hardcore-Fans eben, die Shows genossen und gefeiert. Ging es einem mal schlecht, haben sich sogar fremde Besucher mitgekümmert. So soll es sein! [1,5 von 2 Punkten]

Preise:
Sowohl der Merch, als auch Essen und Trinken waren preislich normal und angemessen. Außerdem gab es schöne Festivalbändchen gegen 2€ Spende. Die Tickets waren auch wieder mal zu unschlagbaren Preisen draußen. Preis-Leistung ist mehr als Gelungen! [2 von 2 Punkten]

Lineup:
Begonnen hat es um 17.15 mit Fighting Chance aus Dortmund, geendet um 23.40 mit DeezNuts und dazwischen ein wahres Feuerwerk an den geilsten Hardcore-Bands der Szene! Auch Locals wie DyingBreed aus Dillenburg haben zeigen können, was in ihnen steckt und der Crowd mächtig eingeheizt. Schnelle Vocals, heavy Breakdowns und 6 Stunden Adrenalin pur vor und auf der Bühne – das Lineup hat uns dieses Jahr außerordentlich begeistern können. [2 von 2 Punkten]

Fazit:
Wenn ihr Bock auf ein geiles Indoor-Festival mit gutem Bier, hammer Lineup aber auch wenig Geld in der Tache habt, solltet ihr euch das Spring Breakdown Festival auf jeden Fall für nächstes Jahr im Kalender eintragen. Sofern euch ein kurzzeitiges beklemmendes Licht nicht stört und ihr ein paar Ohropax griffbereit habt, ist das Festival ein Muss für jeden, der aus dem Kreis Hessen/RLP kommt. [7,5 von 10 Punkten]

 

Header Photo: Michelle Klein / morethandisarray


[Fotos] Spring Breakdown Festival 2019

Bands von Oben nach Unten:

 

Mind Like Hurricanes, Born As Lions, Dying Breed, Unprocessed, I Am Revenge, First Blood, DEEZ NUTS