[Live Review] Jera On Air 2019

DATUM: 27.-29.06. 2019
ORT: YSSELSTEYN, NL
GENRE: PUNK, HARDCORE, METALCORE

LOCATION 
[1,3 von 2]:
Mitten im sonst eher ruhigen niederländischen Flachland wird es einmal im Jahr so richtig laut: Bei Ysselsteyn hinter Venlo steigt das Jera on Air Festival. Doch obwohl es mitten im Nirgendwo ist, scheint der Platz eher begrenzt zu sein. Das Gelände wirkte zu klein für die 10.000 Besucher, die sich zwischen den Ständen und von gigantischen Zelten Überdachten Stages drängten. Die Konzerte fanden auf dem Festival also beinahe Indoor statt. Geschmackssache - bei Regen bietet das gewiss Vorteile, bei der dort vorherrschenden Hitze aber staute sich die Luft in diesen Zelten. Über das Gelände im Allgemeinen und seine Ausstattung kann man sich aber nicht beklagen â sehr ebene Fläche auf dem Campground, kostenlose Spültoiletten und Duschen sowie Waschbecken und Trinkwasserspender. Das einzige, was sie nicht einrichten konnten, war ein nachhaltigeres Müll- oder Pfandsystem. Bei jedem zweiten Schritt trat man auf einen kaputten Plastikbecher. Das Gelände war durch den sandigen Boden auch sehr staubig und neben der braunen Suppe die in der Dusche herunter lief, hat man auch die hand vor Augen irgendwann nicht mehr gesehen.

LINE UP [1,5 von 2]:
Ursprünglich ein Hardcore Festival, lockt das Jera on Air dieses Jahr mit einem Mix aus Metalcore, Deathcore, (Ska-/Pop-) Punk und natürlich viel klassischem Hardcore. Wer kein Fan von letzterem ist, kam wohl häufig vor allem für die größeren Bands. Generell spielten auf den drei Hauptstages bemerkenswert viele Bands - oft leider zulasten der Playtime. Vor allem die kleineren auf der Buzzard Stage bekamen nur 30-50 Minuten. Überschneidungen gab es wenig, aber leider fehlte auch die Zeit, um zwischen den Stages zu wechseln, sodass man öfter mal den ersten Song der nächsten Band verpasste. Trösten konnte man sich später dafür bei der sogenannten Punk Rock Bar oder der Rave Stage.

PREISE [1,5 von 2]:
Allgemein waren sowohl der Ticketpreis als auch die Preise für Verpflegung und Merch durchaus angemessen. Wenn etwas mal ein wenig teurer war, ließ sich das ganz gut mit dem Bonsystem kaschieren. Dass man die Bons am Ende nicht wieder umtauschen konnte, ist ein kleiner Minuspunkt.

SOUND 
[0,5 von 2]:
In der Soundqualität gab es starke Schwankungen. Bei manchen Bands hörte man auch mitten in der Menge kaum was, dann wiederum war der Klang klar - und sehr laut. Zudem standen die Stages relativ nah beieinander, sodass einem auf dem Infield hin und wieder die Bässe aus allen Seiten entgegen wummerten.

BESUCHER UND MITARBEITER [1,5 von 2]:
Die Mitarbeiter waren durchgehend freundlich und hilfsbereit. Das Publikum, sehr international, machte auch wenig Probleme. Leider schafften die Festivalbetreiber es nicht, die Besucher beispielsweise durch Einführen eines Müllpfands dazu zu erziehen, am Ende der Veranstaltung keine Müllberge auf dem Camp oder dem Konzertgelände zu hinterlassen.

FAZIT 
[6,2 von 10]:
Selten waren wir über ein Festival so zwiegespalten. Manche Dinge wurden super gelöst, andere ließen noch zu wünschen übrig. Gerade die überdachten Konzerte nahmen ein wenig das Open-Air-Feeling - in der Hinsicht ist das Jera wohl alles andere als “on Air”, von dem staubigen Gelände gar nicht erst anzufangen. Für viele Besucher ist es aber anscheinend genau das Richtige, Asthmatiker sollte sich jedoch ein Festival mit festerem Boden suchen.


[Live Review] AstA Campus Festival Saarbrücken 2019

Datum: 15.06.2019

Genres: Punk, Hip-Hop, Techno

Ort: Saarbrücken, Uni Campus Nord

Location [1 von 2]:
Der Campus Nord ist gut erreichbar, auch die Anreise mit dem ÖPV wäre nicht schwer gewesen, jedoch nur für Leute, die sich in Saarbrücken und Umgebung auskennen. Die unklaren Aussagen zum Veranstaltungsort (der Campus ist in Stücken ist über ganz Saarbrücken verteilt) erschwerten die Anreise ebenso. Die Parksituation war gut und übersichtlich, da das große Parkhaus der Uni kostenlos genutzt werden konnte. Man versuchte durch Hüpfburg-Parcoure und Schaumkanonen, die mehr schlecht als recht funktionierten, und einem kleinen Babypool, das Gelände bis zum Rand auszunutzen.

Sound 
[0,5 von 2]:
Durch die vielen Bühnen auf so geringem Platz gibt es leider Einiges zu kritisieren. Die Rock Stage war ok abgemischt, das Schlagzeug war hier etwas zu prägnant. Störend war hier allerdings eindeutig, dass die Musik der UNO Stage und der Club Area im Hintergrund zu hören war. Die Electro Stage war soundtechnisch sehr gut, aber die UNO Stage (Main Stage) war katastrophal abgemischt. So lief beispielsweise während dem Intro eines Künstlers andere Musik über die selben Boxen, die Boxen übersteuerten mehrfach und, wie zuvor auch schon kritisiert, war auch hier die Musik der anderen Bühnen zu hören.

Besucher und Mitarbeiter
 [0,8 von 2]:
Es war äußerst schwer im Voraus Auskunft über Ticketpreise, Pressedetails und Ähnliches zu erhalten und jemanden zu erreichen. Die Crowd war ein bunt gemischter Haufen, der zwar etwas Anlaufzeit brauchte, aber letztlich doch motiviert mitfeierte. Die Mitarbeiter an den Ständen waren sehr freundlich, während die Security blind für Fehlverhalten und Dreistigkeiten war. Eine Bandverspätung von einer Stunde blieb unkommentiert und ist auch ein klarer Minuspunkt.

Line-Up
 [1,5 von 2]:
Es ist für Jeden etwas dabei und die Genres harmonieren untereinander teilweise gut miteinander. So passten zum Beispiel die gewählten Hip-Hop Acts sehr gut zu den Punk Bands. Alle drei Genres auf einem Gelände sind jedoch etwas zu viel. Dafür waren die Individuellen Acts sehr gut gewählt und für viele Fans von Genetikk oder Pascow das Festival ein Schnapper.

Preise
 [1 von 2]:
Der Eintrittspreis von 10€ an der Abendkasse ist vollkommen legitim, die Getränkepreise sind recht durchschnittlich, jedoch nicht unbedingt studentenfreundlich (über 3€ für ein kleines Wasser). Dadurch, dass das Essen von externen Streetfoodtrucks angeboten wurde, variierten die Preise stark. So kostete ein Crepes mit Zucker 3,50€, während ein Pulled Pork Burger nur 6€ kostete.

FAZIT [4,8 von 10]:
Man merkte, dass Mühe reingesteckt wurde, das Ergebnis war jedoch leider nicht überzeugend. Vielleicht hätte man nicht versuchen sollen, alles was geht rein zu packen, sondern sich auf das gelingen einzelner Komponenten fixieren sollen und wirklich den Spaß zu liefern, den das Konzept des Festivals bietet.

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Gaming Review] Black Mirror 2017

Gamereihe: Black Mirror
Dauer Bis 100%: ca. 9h
Schwierigkeit:2 von 5
Rating: 4,5/10

 

Black Mirror – der Klassiker aus den 90ern in 2017 neuinterpretiert.
Das weckt natürlich Neugierde, gerade wenn man sich zurück erinnert an das Spiel mit etwas zwischen 50 und 90 Spielstunden voller Dialoge und Optionen einen voll mitgerissen hat. Da es kein Remake ist, sondern eine „Neuinterpretation“, kann man natürlich nicht dasselbe Spiel erwarten… die Story sollte jedoch ähnlich Spielbar sein.

Ob das so der Treffer war? Wenn man das Spiel beginnt erfreut man sich, dass die Story ähnlich ist, jedoch die Charaktere zum Teil andere Namen haben. Alles gut soweit, die grundsätzliche Story ist dieselbe. Grafiken waren in Ordnung, also noch nichts zu bemängeln.

Der erste Abzug viel jedoch auf, als man mit ein- zelnen Gegenständen interagieren musste, aber die Steuerung so verklemmt ist, dass man den Blick, als 3. Person, nur kurz, wenn sogar gar nicht auf die Stelle bekam und somit es nur sehr schwer war, an dieser Stelle weiter zu kommen. Allein dieses Manko frustriert jeden begeisterten Spieler, da man so die Story nicht genießen kann. Nach etwa 5 Stunden Spielzeit fragt man sich, wie man denn in dem Haupt-Story-Strang schon so fortge- schritten sein kann, ohne die ganzen spannenden Dialoge?

Auch zu einer Neuinterpretation gehört, wenn man Black Mirror heißen will, der ganze Input, die Details und wie alles in sich verstrickte. Ganz nett anzusehen waren die Szenen, in denen man die Vergangenheit der Verstorbenen Verwandtschaft „wiedererlebt“ hat, weshalb jeder dachte, auch der Protagonist würde durch drehen. Jedoch war

auch hier wieder ein Fehler, diesmal an Kommu- nikation zwischen Spiel und Spieler. Man wusste durch nichts als Herumprobieren, dass man durch diese Flashbacks sterben kann. Was genau dies dann auslöste, musste man wieder herausfinden (es war ein zu nahe kommen der Personen oder „Geister“), was einem manchmal echt die Nerven raubte, da man so aus diesen nicht weiter kam.

Dies ist auch der einzige Faktor, der trotz der „Rät- sel“, die leider wesentlich einfacher waren, als im Original, wenn aber auch akzeptabel, das Spiel etwas schwieriger machte.

Nach 9 Stunden und vielen verlorenen Nerven kam wie zu erwarten ein dramatisches, aber auch abruptes Ende des Spiels. Es lief leider nach der Auflösung und dem Drama eher ins Leere hinaus, wo die vorherigen Spiele dieser Reihe nochmal einen Ansatz gaben, dass es einen weiteren Teil geben könnte. Alles in allem haben wir für dieses Spiel etwa 9 Stunden gebraucht, trotz einigen Stellen des verdrehten Steuerns und mehrfachen Sterbens, wirklich schade! Da steckte sehr viel Potenzial hinter und man hätte das Gefühl, dass man lieber ein schnelles Remake auf den Markt bringen wollte, als die Leidenschaft reinzustecken, die man in den vorherigen Teilen auch spürte.
0 Punkte gibt es trotzdem nicht, da man das ein oder andere Rätsel wirklich erfreulich fand und man mit den Charakteren, wenn auch nur kurz, tatsächlich mitfühlen konnte und auch hin und wieder der Schauder auf einen hinüber Sprung.

Wenigstens etwas, was den Namen Black Mirror hier verdient!

 

Quelle der Bilder: https://blackmirror-game.com/de/medien/medien-gallerie/


[Live Review] Rocking for Ruanda Benefizfest 2019

Datum: 14.6.2019
Ort: Eichendorff Gymnasium Koblenz, DE
Genre: Pop/Rock

Location:
Mitten in einer Schule, in Koblenz, findet sich die Aula, in der das Benefiz-Festival stattgefunden hat. Groß, dunkel, sowie viel Platz zum Parken. Leider ist das Festival durch den 2. Stock der Schule ohne Aufzug nicht Barrierefrei. Ansonsten gibt es keine Probleme mit einem Festival in einer Schule – es gab sogar eine Tribüne. Welche Schule das kann, kann auch gerne ein Festival in mitten ihrer Wände veranstalten.
[1,8 von 2]

Sound:
Der Sound war recht solide – mit Ohropax gut, ansonsten an vielen Stellen leider zu laut. Hin und wieder gab es mal Unstimmigkeiten, aber weder Störungen, noch starke Ausfälle waren zu notieren. Da nimmt man gerne die Lautstärke, anstatt von ständigen Störungen, in Kauf.
[1,6 von 2]

Besucher und Mitarbeiter:
Das Kern-Orgateam war super lieb, mega kooperativ und auch bei einzelnen Kommunikationsfehlern zwischen ihrem und unserem Team (wir haben Aftermovie und Merchandise übernommen) haben wir immer konstruktiv die Dinge geklärt. Was nicht geht, ist das die Helfer des Festivals die kleine Schwester unserer Fotografin, die freiwillig beim Merch und Druck geholfen hat, anmotzen, dass sie lieber eine schlechte Druckqualität gehabt hätten, als eine Top Qualität und dafür 2h zu spät. Nach mehrfachen Bitten, dass sie bitte aufhören sollen, schlecht über uns zu reden (es wurde wirklich irgendwann persönlich und nicht mehr allein auf das Merchandise, obwohl wir denen nie etwas getan haben, oder sie angegriffen haben), sie sogar mit Rufmord anfingen und die Schwester schon total am Weinen war, wurde immer noch nicht aufgehört. Das Kern-Orgateam hat in diesem Fall sich direkt um diesen Fall gekümmert, jedoch geht das gar nicht, da wir dieses Festival von Sekunde eins an durch mediale, als auch finanzielle Wege unterstützt haben. An Besuchern waren leider nur etwas mehr als 30 da, dafür aber alle lieb und keiner hat Probleme gemacht. Durch diesen Vorfall müssen wir, so leid uns es gegenüber dem Orgateam, stark abziehen und hoffen, dass dies ein Einzelfall bleibt.
[0,5 von 2]

Preise:
Bei den Preisen gibt es keine Probleme, durch Spenden konnten die Verpflegungspreise niedrig Gehalten werden der Eintritt war mit 4€ und Benefizzweck ebenfalls sehr erschwinglich.
[2 von 2]

Line-Up:
Alle Bands waren lokale Bands aus dem Großraum Rheinland, gemischt aus Rap, Rock und Pop. Mit dem Headliner Indianergeflüster haben sie eine frühere Koblenzer Band wieder zurück geholt und ein gut gemischtes Line-Up gestellt. Kleine Abzug dafür, dass eine Band mehr Cover-Band als eigentliche Band war und damit zwischen Sonnyboyslim, Attic., uvm. Weniger rein passte, vor allem bei deren Liederauswahl.
[1,75 von 2]

Fazit: 

Abgesehen von dem Vorfall mit den Helfern ist es ein gelungenes Benefiz-Festival gewesen, mit guter Musik, lieben Leuten und leider viel zu wenig Besuchern. Daher checkt auf jeden Fall nächstes Jahr dieses Festival aus und lasst etwas Geld für einen guten Zweck dort in die Spendenbox fallen.
[7,65 von 10]

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


SOMMER AUSGABE 2019

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Mit Casey Lyrics-Wende-Poster!

BLACK MIRROR: Kann die Neuinterpretation dem Original gerecht werden?
IMPERICON FESTIVALS: Welches Festival der Tour kann am Meisten überzeugen?
TRASH BOAT: Vom Cartoon zur internationalen Größe
TO THE RATS AND WOLVES: und die goldene Tourregel, die jetzt gebrochen wurde
IM INTERVIEW: Casey, Northlane, Storm Before The Calm, Dude Tattoo, Trash Boat, Boston Manor, Massendefekt, Rock N Owl, City Kids Feel The Beat, Landmvrks, Storyteller, Vero Ikona, To The Rats And Wolves