[Live Review] Traffic Jam Open Air 2019

Datum: 19/20.7.2019
Ort: Fahrübungsplatz Dieburg, DE
Genre: Hardcore, Punk, Rock, Alternative

Location:
Auch dieses Jahr fand das Traffic Jam seinen Platz auf dem Verkehrsübungsplatz in Dieburg. Eine gute Anreisemöglichkeit boten Bus und Bahn, wer allerdings mit dem Auto angereist ist, hatte ein Problem mit der Parkplatzsuche. Das Gelände hat leider keine Parkplätze zur Verfügung gestellt und Besucher mussten sich einen Parkplatz, von welchem sie nicht abgeschleppt werden können, im Industriegebiet suchen. Das Gelände selbst bot allerdings genug Platz für Festival, Besucher und Campingplatz.
[1,25 von 2]

Sound:
Größere Zwischenfälle blieben aus, Soundchecks haben die Festivalstimmung nicht unterbrochen und die Besucher konnten auf dem gesamten Gelände die Musik genießen, ohne durch zu hohe Lautstärken gestört zu werden. Einen Minuspunkt bekommt der Sound dennoch, denn bei vereinzelten Bands war der Sound übersteuert, oder stark quietschend, was sehr penetrant, wenn es dann aufkam, in den Ohren störte.
[1,5 von 2]

Besucher und Mitarbeiter:
Bis auf ein paar kleinere Ausnahmen, waren sowohl Mitarbeiter als auch Besucher höflich und freundlich, das Orga-Team ist eines der angenehmsten, mit denen wir bisher zusammen gearbeitet haben. Schon beim Parken gab es allerdings kleinere Komplikationen, denn die Auskunft der Mitarbeiter, über die Parkerlaubnis im Industriegebiet, stimmte nicht mit der Auskunft der Securities auf den Parkplätzen überein. Bei der Kontrolle der Campingausrüstung wurde teilweise ungenau kontrolliert, sodass es Besuchern, trotz Verbot, gelang Glas mit auf das Gelände zu führen. Die Sicherheit der Besucher in der Menge war leider so unüberschaut, dass Besucher teilweise sehr stark blutend aus der Menge zurück kamen.
[1,3 von 2]

Preise:
Der Festivalpreis war, auch mit Camping, recht erschwinglich und mit dem Line-Up, sowie der Festivalqualität mehr als gerechtfertigt. Die Angebote für Essen und Trinken waren sowohl breit gefächert als auch preisgünstig, auch am Merchandise-Stand konnte man Schnäppchen ergattern. Die Zahlung erfolgte hier, wie auch in den letzten Jahren, durch ein Cashless System, diesmal mit sog. JAM MARKS, welche aus recycelten Fischernetzen bestehen.
[2 von 2]

Line – Up:
Das Line-Up des Festivals war gut aufgebaut, die Auswahl der Bands war durchgehend stimmig. Eine kleine Abwechslung bot die Mischung aus nationalen und internationalen Acts, wobei der Schwerpunkt auf der Seite der nationalen Bands lag und das Festival sich auch den Spruch “support your local scene” sehr zu Herzen genommen hat.
[2 von 2]

Fazit:
Sieht man von der Parksituation und den Ungenauigkeiten bei der Sicherheit ab, war das Traffic Jam ein gelungenes Festival und seinen Preis wert. Dazu ist es ein sehr familienfreundliches Festival, was Wert auf Nachhaltigkeit, aber auch ein unvergessliches Erlebnis legt.
[8,05 von 10]


[Fotos] Traffic Jam Open Air 2019

Bands von Oben nach Unten:

Set Your Sails, Ocean Of Plague, RIVERS, Une Misére, DEEZ NUTS, The Desaster Area, The Butcher Sisters, EMIL BULLS


[Record Review] SUM41 - Order In Decline

Endlich ist es wieder soweit: neues Material von Sum 41 ist da. Auch nach 24 Jahren denken die Pop-Punk-Größen noch lange nicht ans Aufhören. Ein Album mit 10 Tracks ist es diesmal geworden.

„Order in Decline“ schlägt erneut härtere Töne an. Neben einigen Lückenfüllern hat das Album ein paar starke Songs mit der für Sum 41 typischen Power. „13 Voices“ war musikalisch teilweise Richtung Pop abgedriftet – jetzt ist davon definitiv nichts mehr zu spüren. Die schon vorher als Singles erschienenen Tracks „Out for Blood“ und „A Death in the Family“ zeigten, wohin die Reise geht: Das hier wird Sum 41-Sound, wie man ihn kennt und liebt. Das setzt sich im Rest des Albums weitestgehend fort. Der Synthesizer wurde diesmal weniger angefasst, dafür gibt es mehr auschweifende Gitarren-Solos. Die Einflüsse aus dem Metal treten zwar nicht so stark zutage wie bei „Screaming Bloody Murder“, machen sich aber durchaus bemerkbar. Was mich gefreut hat: Derycks Stimme hat nach der langen Zeit wieder an Kraft dazugewonnen.

Die Texte sind diesmal, wie von der Band angekündigt, häufig politisch. Ein herausragendes Beispiel dafür ist „45 (A Matter of Time)“, eine Kritik an Donald Trump. Andere Tracks handeln wiederum von ganz persönlichen Dingen, etwa „Never There“, die einzige Ballade auf dem Album.

„Order in Decline“ bietet wenige Überraschungen, weder im positiven, noch im negativen Sinne. Jedoch klingt es, als hätten Sum 41 sich mit diesem Album ein stückweit selbst wiedergefunden, nach zwei musikalisch sehr durchwachsenen Alben. Es ist schön zu sehen, dass Sum 41 nach wie vor nicht stillstehen und bereit sind, sich weiterzuentwickeln.

 

https://www.youtube.com/watch?v=3A27bHME73I


[Interview] Storm Before The Calm

Warte mal – war das nicht anders herum? Bei den Klamotten von Chris nicht! Der Hype über diese Teile, bis man wieder etwas ruhiger in der Welt ankommt, da ist Zalando ein Witz gegen. Du glaubst uns nicht? Schau doch einfach selbst hinein.

Wie ist dein Label entstanden? 

Als gelernter Mediengestalter war ich immer auf der Suche nach Materialen wo ich meine Designs/Motive drauf drucken konnte. Für mich war dann relativ schnell klar dass es T-Shirts werden. Anfangs waren es nur Motive und Sprüche für unseren Freundeskreis die mit Folien aufs Textil gepresst wurden. Ein eigenes Label wollte ich immer starten nur fehlte der passende Name. Ende 2012 bin ich beim Surfen im Netz mehrmals über den Spruch “Calm before the storm” gestolpert. Das ist irgendwie hängen geblieben an dem Tag. Ich dachte mir dann, was ist wenn man den Spruch Ruhe vor dem Sturm einfach rumdreht. So entstand Storm Before The Calm. Der Name bzw der Spruch bedeutet für mich das Leben in vollen Zügen auszukosten (Storm) bevor man sich zur Ruhe setzt bzw bevor es vorbei (Calm) ist. Das Thema Leben und Tod spiegelt sich auch in den meisten meiner Motive wieder.

Der Name stand also fest und so entstand auch schnell das erste Logo und die ersten Prototypen von T-shirt’s und Mützen. Diese habe ich Weihnachten 2012 meinen Eltern und Geschwistern geschenkt und mir somit deren Zuspruch eingeholt eine eigene Marke/Firma zu gründen. Am 2. Januar 2013 wurde es dann direkt angemeldet und der Shop ging im Frühjahr 2013 online.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?

Mir war von Anfang an wichtig dass ich soviel wie möglich selber produziere. Und so ist es seit nun knapp 6 Jahren immer noch. In meinem Logo ist der Slogan “Original Homemade Quality” integriert. Das gilt nach wie vor. 90% meiner Produkte produziere ich mittlerweile in einem Ladenlokal mit Werkstatt in Euskirchen selber. Und da dieser quasi mein zweites Wohnzimmer ist gilt der Spruch “Homemade” noch 😀 Als Sohn eines Schreinermeisters lag mir Handwerk schon immer am Herzen und somit wollte ich auch viel mit meinem Händen schaffen so habe ich mich für den klassischen Siebdruck entschieden in dem meine Shirts bedruckt werden. Das Verfahren habe ich mir in den letzten Jahren über Tutorials selber beigebracht. Zwar hat man das Thema damals in der Berufsschule angeschnitten aber für meine Shirts musste ich es mir durch “Trial and error” komplett neu aneignen. Von meiner Oma die Schneiderin war habe ich eine alte Nähmaschine geerbt, so ein richtiges 70er Jahre Teil in Knall orange. Damit habe ich dann angefangen Etiketten und Brusttaschen anzunähen. Die Maschine musste mittlerweile einem neueren model weichen aber sie steht aktuell noch als Deko und Erinnerungsstück bei mir im Laden.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?

Der Hauptstil meiner Motive ist im Traditionellen Tattoo Stil gehalten. Dafür reichen meine zeichnerischen Fähigkeiten so grad aus 😀 Aber auch, weil ich soweit ich denken kann von Traditionellen Tattoos begeistert war und es bis heute bin. Als Mediengestalter habe ich viel mit Schriften und Logos zu tun. So versuche ich immer beides zu kombinieren. Handgezeichnete Motive mit Schriftzügen und Logos. Mittlerweile mag ich es gerne Kleine Kollektionen zu releasen die immer unter einem bestimmten Motto stehen und die Motive zu diesem Motto passen. Die aktuelle Frühjahrskollektion steht unter dem Motto “Broken” und passend dazu gibt’s zB das Motiv mit dem Spruch “Wild Hearts can’t be broken” mit einem klassischen Native American Tattoo Motiv.

Warum sollte man von dir ein Kleidungsstück oder Accessoire bekommen?

Man merkt dass die Leute wieder darauf achten woher ihre Kleidung kommt. Eher zurück zum handgemachten und eben keine Massenware und das ist es was du bekommst wenn du dir ein Teil bei mir bestellst. Eben kein Massenprodukt. Ein Teil aus ehrlicher Handarbeit mit viel Herzblut hergestellt. Zudem achte ich darauf dass möglichst alle meiner Produkte aus fairer Herstellung kommen. Die Shirts sind zB neben der Fair Wear Foundation auch mit dem GOTS für Bio Baumwolle zertifiziert. Die Farben die ich verwende sind auf Wasserbasis ohne Chemie. Und auch beim Verpacken versuche ich Plastikmüll weitestgehend zu vermeiden.

Was können wir von der neuen Kollektion erwarten? 

Die neue Kollektion läuft wie schon erwähnt unter dem Motto “Broken” es gibt diverse neue Motive im Traditionellen Tattoo Stil und das auf diversen Textilien. Vorallem wird es einige Baseballshirts in diversen Farben geben und auch wieder einen neuen Zip Hoodie. Die Flanellhemden der letzten Kollektion kamen sehr gut an so gibt es in der neuen Kollektion auch wieder ein Flanellhemd in neuer Farbe. Zudem einige Accessoires wie Tassen, Beanies, Caps und Patches. Neben der Broken Range wird es aber auch noch eine kleine Geburtstagskollektion geben inspiriert durch das ein jährige bestehen des Ladens und 6 jährige der Marke.

Wie ist die neue Kollektion entstanden? 

Meine Kollektionen entstehen immer relativ kurzfristig und oft zB durch tattoo Ideen die ich mir aktuell auch selber stechen lassen würde. So ist das erste Design mit dem Native American Motiv entstanden. Und das war quasi der Aufhänger der Broken Kollektion. Darauf hin versuche ich weitere zum Thema passende Motive zu kreieren. Auch gibt es in diesem Jahr wieder eine Neuinterpretation eines alten Motivs. Das ist mittlerweile schon Tradition bei mir. Alte Designs wieder neu raus zu bringen. Passend zum Jahrestag. In dem Fall ist es eine Umgestaltung des Umbrella Designs aus 2014.

Gibt es ein Statement oder eine Message die deine Stücke transferieren sollen? 

Wie schon erwähnt steht der Name Storm Before The Calm dafür sein Leben auszukosten bevor es vorbei ist. Viele Designs greifen somit das Thema Leben und Tod auf. Die 1/6 Geburtstagskollektion steht zB unter dem Motto “This isn’t the End yet” hier habe ich mal versucht aus meiner Komfortzone raus zu kommen und einen anderen Stil umzusetzen.

Der Stil geht in Richtung Retro Zeichentrick allerdings ein bisschen makaber mit Grab und Grabstein auf dem steht ‚Not Dead Yet‘. Was zum einen für das weiter bestehen SBTCs steht, was aber auch jeder individuell auf sich anwenden kann. “Wir sind noch nicht im Grab, lasst uns noch so einiges erleben!”

Lieblingstattoo?

Kein konkretes aber wenn dann mein Prinzessin Leia/Meerjungfrau Mash up. Bin großer Star Wars Fan (wer nicht?) und so gibt’s einige Traditionelle Tattoos kombiniert mit Star Wars Themen. Eventuell auch mein Stormtrooper Taucherhelm. Eigentlich beides 😀

Lieblingsbands?

Ich hab keine feste Lieblingsband. Musik technisch hänge ich noch oft in der 90er/00er Skatepunk/Punkrock und Ska(Punk) Richtung fest. Zur Zeit höre ich aber zB viel The Interrupters, Teenage Bottlerocket, The Flatliners, The Menzingers…

Lieblingsvideospiele?

Da ich nicht wirklich viel Zeit habe zum Zocken gibt’s da auch wenige. Nach gefühlt 2 Jahren zock Abstinenz habe ich jetzt nochmal Red Dead Redemption 2 gespielt. Das ist schon sehr gut! Ansonsten steh ich total auf den Retro Kram. Im Laden steht zB auch noch mein Original SNES.

Lieblingsfestival?

Ursprünglich das Groezrock. Da spielt ja grundsätzlich alles was grade In der Punk/Ska und Hardcore/Metalcore Szene aktuell ist. Vor zwei Jahren habe ich dann das Punkrock Holiday in Slowenien für mich entdeckt. Das ist quasi Urlaub kombiniert mit Festival. Sehr zu empfehlen.

Lieblingsklamottenlabel?

Ich trage persönlich eher so basic Sachen von Carhartt und Dickies. Dazu dann Bandshirts. Ansonsten liegt bei mir recht viel von Abandon Ship Apparel aus Großbritannien im Schrank. Das Label verfolge ich schon einige Jahre und das war zB auch ein Label was mich damals dazu inspiriert hat mein eigenes Ding zu machen.

Lieblingssong/Album?

Song aktuell: The Interrupters – Take back the power

Album: Sublime self titled

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest? 

Bleibt geschmeidig.

Die Fotos wurden durch Jan Barthel aufgenommen.