Wertung: 7/10
Dauer: 20-90 Std. (je nach Schwierigkeitsgrad und Spielweise)
Schwierigkeit:  3 von 5

 

„The Outer Worlds“ wurde bereits vor Release als „die bessere Fallout-Fortsetzung“ gehandelt. Schließlich wurden einige Trademarks der Bethesda-Games für das Spiel von Obsidian Entertainment schlichtweg übernommen: eine schräge, postapokalyptische Spielwelt, haufenweise Easter-Eggs und interessante, lustige Charaktere. Im Folgenden will ich das Spiel aber nicht einfach an seinem Vorbild messen, sondern mir die Frage stellen: Was kann es wirklich, als eigenständiges Spiel?

Allgemein spielt ihr die Rolle eines Weltraum-Kolonisten, der von einem leicht-verrückten Wissenschaftler aus der Schlafkapsel eines verschollenen Raumschiffs erweckt wird, um die Galaxie „Halcyon“ zu retten. Nach wenigen Minuten Spielzeit wird vor allem eins klar: Entweder man liebt diese Art von Spiele, oder man hasst sie. Die comicartige Grafik der Unreal Engine (Dishonored, Borderlands), simple Mechaniken und ein Fokus auf Dialoge sind nun mal Geschmackssache. Im weiteren Verlauf zeigt sich die größte Stärke des Spiels ebenso wie auch die größte Schwäche: die Story. Während viele der Quests zu kurz oder gestreckt wirken und auf dem simplen „Problem-Beschaffe X-Belohnung“-Prinzip beruhen, sind es gerade die kleineren Nebenquests, die genial geschrieben und umgesetzt sind. So könnt ihr einem eurer Begleiter zum perfekten Date verhelfen, euch als Film-Schauspieler auszeichnen oder einem Priester bei der Selbstfindung beistehen. Die Spielwelt zeigt sich ähnlich ambivalent: Während in der Wildnis teilweise gähnende Leere herrscht, lässt sich in den Städten massig Beschäftigung finden. Man wird als Spieler mit Munition und Items fast schon zugemüllt, während sich erkunden der Welt und um die Ecke denken nur selten (wirklich) lohnt. „The Outer Worlds“ punktet aber mit einem simplen, dennoch soliden Kampfsystem und einem gut durchdachten Level-System. Weiterhin sind die meisten Dialoge gelungen und bieten (wie auch die Quests generell) mehrere Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Abschließend sei noch erwähnt, dass die erzählten Endsequenzen, im Gegensatz zum letzten Drittel der Story, sehr gut gelungen sind.

Fazit: „The Outer Worlds“ ist ein Spiel, was sich nur schwierig auf den Punkt bringen lässt. Obwohl es oft richtig Spaß macht, ernüchtern schwankende Story, Schwierigkeit und Spannung. Selbst wenn jede Quest abgeschlossen ist, bleibt der Wunsch auf einen neuen Durchgang, in dem man alles anders macht. Auf jedes Easter-Egg und jedes Schmunzeln kommt ein Moment des „Wieso muss ich jetzt schon wieder nach X reisen, um Y für Z zu besorgen?“. Alles in allem ein Spiel, für Menschen, die schräge, alternative Welten á la „Fallout“ lieben und sich nicht an einigen klassischen Open-World-Schwächen stören.

 

 

Bilderquelle: https://www.igdb.com/games/the-outer-worlds/presskit