Anker Ohne Grund, das Clothinglabel von Nico. Der Nico, der auch in Empty Home Bass spielt. Richtiges Multitalent, oder? In diesem Interview haben wir ihn über die Labelhälfte seines Lebens ausgequetscht, sodass ihr jetzt erfahren könnt, warum das Label eine wortwörtliche Schnapsidee war, wie bunt die Zukunft aussehen wird und wie immer auch noch einiges mehr.

Wie ist dein Label entstanden?
Das war eine sprichwörtliche „Schnapsidee“. Ein guter Freund und ich saßen am Wochenende in einer Bar und uns kam die Idee ein kleines Label zu gründen, weil wir nirgendwo exakt die Klamotten für das Geld gefunden haben, was wir ausgeben konnten/wollten. Diese Idee war mir Wochen später noch im Kopf und ich habe mich informiert wie und wo ich alles produzieren kann, welche Mittel mir zur Verfügung stehen, etc. Ab da habe ich angefangen mir das kleine Label aufzubauen. Ohne jegliche Kenntnisse von Finanzen oder Textilien habe ich damit angefangen und mir Monat für Monat immer mehr Wissen angeeignet und aus meinen Fehlern gelernt, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Wenn du dein erstes Design mit deinem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?
Mein erstes Design war ein simpler Anker, den ich gezeichnet habe, mit einem Tau drum herum – einfach weil ich es stimmig und schön fand. Meine jetzigen Motive/Designs sind wesentlich detailreicher, durchdachter und sollen teils auch eine versteckte Message rüberbringen. Ich denke mehr über die Sachen nach als früher und orientiere mich auch manchmal an aktuellen Themen oder Problemen.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Besonders wichtig, und das schon seit Anfang an, ist mir, dass der Kommerz nicht im Vordergrund steht. Natürlich kosten die Sachen Geld, natürlich habe ich Kosten zu decken und möchte auch eine kleine Entlohnung am Ende des Monats haben. Aber ich lebe nicht davon und bin nicht von dem Erfolg des Labels abhängig. Ich möchte meine Produkte so viel kosten lassen, dass sie so teuer wie nötig, aber so günstig wie möglich sind. Ich möchte kein Geld durch das Ausbeuten anderer Leute verdienen, ich möchte ansprechende und qualitativ hochwertige Klamotten bezahlbar auf den Markt bringen. Das positive Feedback der Kunden ist mir deutlich mehr wert, als eine möglichst hohe Gewinnsumme am Ende des Monats.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Meine aktuellen Design bewegen sich alle im Bereich des traditionellen, bzw. neo-traditionellen Tattoostils. Jedes Produkt, was ich auf den Markt bringe, soll so gestaltet sein, dass ich selber es auch tragen würde und mich mit allem identifizieren kann – sonst könnte ich nicht hinter dem ganzen stehen. Alle meine Tattoos die ich habe sind also genau auch in diesen Stilen und das ist einfach eine Art von Tattoos bzw. Zeichnungen, die ich absolut schön finde und auch selber unter meiner Haut trage.

Was können wir von der neuen Kollektion erwarten sofern bald eine kommt?
„Nach der Kollektion ist vor der Kollektion“ – es ist aktuell Einiges in Planung. Es muss nurnoch organisiert werden, wie und wann das alles realisierbar ist. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, wird es diesmal definitiv bunter und vielfältiger – mehr Designs, mehr Produkte, mehr Farben. Ich möchte mich diesmal nicht nur auf T-Shirts und Hoodies beschränken.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?
Teils ja, teils nein – dies kommt sehr auf das Motiv an. Ein paar Motive stehen für nichts und sollen einfach nur „schön aussehen und schön zu tragen sein“. Das Design vom T-Shirt „Hourglass“ z.B. hat aber eine versteckte Message, die auf die Verschmutzung und den schlechten Umgang mit unseren Meeren und unserer Welt anspielt. Man sieht eine Krake und ein altes Schiff, beides zusammen in einer Sanduhr und auf der Vorderseite des Shirts steht der Spruch „Time is running out“. Hier ist auch wieder im traditionellen Tattostil verpackt, dass die Zeit, etwas zu ändern, langsam abläuft und man schnellst möglich etwas tun sollte, um die Zustände, gerade in unseren Meeren, zu verbessern.

Lieblingstattoo?
Meine Eule auf dem rechten Oberarm. Komplett bunt und neo-traditionell von Olaf Lobe aus Düsseldorf (True Love Tattoo)

Lieblingsbands?
Being as an Ocean, Casey

Lieblingsvideospiel?
Minecraft & The Forest

Lieblingsfestival?
Hurrikane Festival

Lieblingsklamottenlabel?
The Kids We Lost

Lieblingssong/Album?
Song: Bon Jovi – Living on a prayer
Album: Being as an Ocean – Waiting for Morning to come