[Record Review] Dance Gavin, Dance - Afterburner

Morgen ist es nun draußen: die neue Scheibe von Dance Gavin Dance. Wer sie noch nicht kennt, dem kann man es nicht verübeln, denn trotz einer recht treuen Fanbase sind sie noch nicht richtig in Mainstream angekommen. Vielleicht ändert sich das jetzt.

Das nunmehr neunte Studioalbum "Afterburner" setzt die jahrelange Tradition der Band aus Kalifornien fort. Die Musik entzieht sich jeder Kategorisierung: hierbei handelt es sich um einen ganz eigenen,  experimentellen Stil, der Elemente aus allen möglichen Genres vereint. Es hat zum einen viel von Hardcore und Emo aufgrund der emotionalen Shouts und der schweren Gitarre in vielen Songs (wie etwa in "Parallels"); dann aber taucht plötzlich eine funky Gitarre auf, dann auf einmal eine Rap-Einlage und ein Beat wie aus einem R'n'B-Song, gepaart mit elektronischen Elementen (so in "Into The Sunset") - all das verpackt in recht komplexen Rhythmen, die stark an Math Rock erinnern. Die Songs wechseln teilweise innerhalb einer Sekunde zwischen diesen verschiedenen Parts.

So vereinen Dance Gavin Dance die Härte des Post Hardcore, die Leichtigkeit des Funk und die Eingängigkeit des Pop. Damit schaffen sie es, doch eingängig zu sein, und mit der bemerkenswerten Stimme des Sängers ergibt das Ganze ein einzigartiges Ensemble.

Explosiv, emotionsgeladen, hört dieses Album nicht auf, einen zu überraschen.

https://www.youtube.com/watch?v=Df-fm-MSMqI

Fotocredit: Lindsey Byrnes


[News] Neue Termine der ITCHY-Clubtour und neues Musik-Video!

Das ganze Land ist in der Isolation und ja, auch Bands wie ITCHY hat die Situation getroffen. Zum Glück hören Musiker und Bands dennoch nicht auf, uns weiterhin auf kreative Weise zu unterhalten. ITCHY haben sich dazu etwas Besonderes einfallen lassen und passend zur aktuellen Lage ein Musikvideo zu „Herzlich Willkommen (daheim)“ gebastelt – aus zahlreichen Einsendungen von Fans. Damit wollte die Band sie mit einbinden und gemeinschaftlich ein Projekt schaffen, jetzt, wo ein direkter Kontakt mit den Fans durch Konzerte nicht möglich ist. Auf diese Weise macht man gemeinsam das Beste aus dieser Situation.

Frontmann Sibbi dazu: Danke für die unglaublich zahlreichen, vielseitigen und kreativen Einsendungen aus euren Quarantäne-Headquarters! Schön zu  sehen, dass man gar nicht so allein beim Alleinsein ist.“

Das Video ist der Wahnsinn, wer es noch nicht gesehen hat: es lohnt sich.

Währenddessen ist die „Ja Als Ob?“-Tour auf die Zeit von August bis Dezember verschoben worden. Hier die neuen Tourdaten:

03.12.20 DE -
Leipzig - Conne Island
04.12.20 DE - Dortmund - FZW
05.12.20 DE - Freiburg - Jazzhaus
09.12.20 DE - Wiesbaden - Schlachthof
10.12.20 DE - Hannover - Musikzentrum
11.12.20 DE - Bremen - Schlachthof
12.12.20 DE - Schweinfurt - Stattbahnhof
16.12.20 CZ - Prag - Rock Café
17.12.20 AT - Wien - Flex
18.12.20 AT - Salzburg - Rockhouse
28.01.21 CH - Zürich - Dynamo
29.01.21 DE - München - Backstage Werk
05.02.21 DE - Nürnberg - Hirsch (ausverkauft)
06.02.21 DE - Stuttgart - LKA Longhorn
11.02.21 DE - Berlin - Festsaal Kreuzberg
12.02.21 DE - Dresden - Beatpol
18.02.21 DE - Hamburg - Markthalle
19.02.21 DE - Köln - Live Music Hall

https://www.youtube.com/watch?v=QbZu-uYQa6k

Fotocredits: https://itchyofficial.de/presskit/


[Record Review] Homeless Gospel Choir - This Land is Your Landfill

You never know who`s breaking in anymore...


Hinter dem Namen Homeless Gospel Choir, der erstmal eine Band vermuten lässt, verbirgt sich Darek Zanetti aus Pittsburgh, Pennsylvania. Der Singer-Songwriter spielt Folk-Punk und veröffentlicht mit This Land Is Your Landfill sein sechstes Album. Auf seinem neuen Album greift er in elf Songs tagesaktuelle Themen auf, was bereits Titel wie Global Warming, Social Real Estate oder A Dream About the Internet deutlich zeigen. Melodisch handelt es sich hier augenscheinlich um ein gute Laune Album, was die Lyrics durch ihre anklagende Manier und starke Ironie jedoch schnell zunichte machen. Musikalisch und stimmlich ist Zanetti eindeutig im moderneren Folk angesiedelt, die vielen mit Akustikgitarre gespielten Passagen geben einem, trotz ihrer Power, das Gefühl in einem Pub zu sitzen, während die Lyrics den Hörer und die Weltbevölkerung für ihr Umweltverständnis, ihre Naivität und ihr Missverständnis gegenüber offensichtliche Problemen, egal ob politischer, psychischer oder gesellschaftlicher Natur, anklagen, kritisieren und zum Umdenken motivieren. Das Album zeichnet sich jedoch nicht nur durch seine Kontraste, sondern auch durch die markante Stimmfarbe Darek Zanettis aus. Er zeigt was er kann, singt manchmal auch im Duet mit einigen Gästen, wobei keine Stimme untergeht. Dem Hörer wird wenig Ruhe gegönnt, denn trotz der Dominanz der Akustikgitarre geht es rücksichtslos nach vorne und reißt einen mit.

This Land Is Your Landfill ist das perfekte Album für den kommenden Sommer, spiegelt Teile unserer Gesellschaft gut wieder und begeistert sicher nicht nur den typischen Punk oder Folk Hörer.

https://www.youtube.com/watch?v=xQi-ZkG1A_M

Fotocredits: Martina Wisniewska


[Interview] Chiefland

Achim von Chiefland spricht für euch im Interview über das Anfang letzten Jahres erschienene Album “Wildflowers”, erklärt die Bedeutung von Poetry für ihre Lieder und beschreibt für euch den Verlauf des Stils der Musik. Dazu erfahrt ihr wie Chiefland den Shutdown nutzen und worauf ihr euch dieses Jahr noch freuen könnt. Findet das und vieles mehr im Interview mit Chiefland!

Stell dich/euch doch einmal unseren Lesern vor:
Wir sind die Band CHIEFLAND und spielen einen Mix aus Post-Hardcore und Talk-Rock-Elementen, wie man ihn zum Beispiel von La Dispute, Listener oder den frühen Being As An Ocean kennt. Insgesamt sind wir zu viert und kommen aus vier verschiedenen Städten (Göttingen, Braunschweig, Leipzig, Lüneburg), proben aber in der Nähe von Göttingen. Wir haben 2015 eine EP rausgebracht, letztes Jahr unser Debüt-Album veröffentlicht und zwischendrin natürlich viel gespielt. Derzeit arbeiten wir auf Hochtouren an neuen Songs. Irgendwie muss man die Zeit zu Hause ja sinnvoll nutzen.
Wie ist euer letzter Release entstanden? Writing-Prozess, Inspiration usw. Gerne erwähnen. 
Unser aktuelles Release "Wildflowers" entstand über mehrere Jahre hinweg. Insgesamt haben wir uns seit unserer EP fast vier Jahre Zeit gelassen mit dem Album. Daher haben sich auch die Songs organisch über den Zeitraum hinweg ergeben. Uns war wichtig, so viele wie möglich davon schon einmal vorab live zu testen, um uns sicher zu sein, in welcher Form sie aufs Album kommen sollen. Inspiriert hat uns während des Writings vor allem die Tatsache, dass sich in unserem Leben einiges geändert hat. Wir sind zum Beispiel in verschiedene Städte gezogen zum Arbeiten und Studieren. Von daher ist es am Ende ein Album über das Erwachsenwerden geworden. Das hat sich für uns zu dieser Zeit definitiv sehr real angefühlt.
Wie hat sich euer Stil entwickelt? 
Unsere musikalischen Einflüsse durch Bands wie Touché Amoré, La Dispute, Listener oder Defeater sind sehr eindeutig. Für uns steckt in dieser Art von Post-Hardcore unglaublich viel Kraft. Seit Beginn der Band integrieren wir auch Spoken Words in unsere Songs. Die passen sehr gut in leise Teile. Wenn man einen roten Faden in unserem Stil suchen möchte, dann ist es wohl das Auf-und-Ab zwischen laut und leise. Das verleiht den Songs ihre typische Dynamik. Uns gibt dieser Stil sehr viel, weil wir es lieben, an bestimmten Stellen einfach auszubrechen. So erzeugen die Lieder ihre Emotionen.
Können wir bald neue Musik erwarten, und wenn ja, was können wir davon erwarten?
Derzeit nutzen wir den Shutdown und sind zu Hause produktiv. Wir haben bereits einige neue Ideen geschrieben und werden damit auch in absehbarer Zeit ins Studio gehen. Ein ganzes Album wird es 2020 zwar noch nicht, doch wollen wir vielleicht mit einer Single schon einmal andeuten, in welche musikalische Richtung wir uns entwickeln. Wir wollen das Typische bewahren, aber auch Neues ausprobieren und insgesamt breit gefächerte Songs schreiben.
Was ist das peinlichste, was euch jemals auf der Bühne passiert ist?
Peinlich ist es natürlich immer, wenn man sich verspielt. Meist hören jedoch nur wir das. Haha! Wir hatten bei einer unserer ersten Shows mal das Malheur, dass ein Gitarren-Amp abgeraucht ist. Das war insofern peinlich, als wir auf die Schnelle improvisieren mussten und die Leute vor der Bühne leider warten mussten.
Was ist das peinlichste, was ein Fan jemals getan hat?
Puh, da fällt uns gar nichts wirklich ein. Um ehrlich zu sein achten wir da auch gar nicht so drauf und sind eher dankbar für jede*n, der/die nach der Show oder auch über Social Media mit uns schnackt.
Womit verbindet ihr das Poetry schreiben?
Kleinere Gedichte oder Notizen sind wirklich der Kern unser Songs. Corwin, unserer Sänger, hat immer ein Notizbuch dabei, in dem er konstant über Dinge schreibt, die ihn bewegen. Daraus entstehen dann die Lyrics zu unseren Songs. Meist ergibt sich ann wie beim letzten Album ganz natürlich ein Thema.
Was würdet ihr gerne von Grund auf neu gestalten?
Die Gedanken einiger Menschen, die zum Beispiel andere aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung verurteilen. No borders, no binaries!
Jetzt unsere Standard Fragen: Liebling….
Tattoo(-Artist)?
Robert Mauermann (Bold 'n Solid, Göttingen)
Nick Corbett (Sorry Mom, Braunschweig)
Videospiel?
Fifa
Band/Artist?
Das variiert andauernd. Haha! Wenn es um All-Time-Favourites geht, dann sicherlich Touché Amoré und La Dispute. Derzeit haben wir alle aber noch viele Ohrwürmer im Kopf von der gemeinsamen Tour mit Marathonmann.
Album/Song?
Tame Impala – Currents
Independent Clothing Brand?
Findelkind Clothing. Victor, ein guter Freund von uns, betreibt dieses Label. Checkt es mal aus!
Festival?
Als Band eigentlich jedes, das wir bisher gespielt haben, da die Stimmung und der Charme immer einzigartig waren.
Das beste, was 2019 geschehen ist/ du/ihr erlebt hast?
Wir hatten letztes Jahr einen Besetzungswechsel: An den Drums ist Justus dazugekommen. Das hat auf Anhieb gepasst und der Band sehr gut getan. Außerdem haben wir 2019 unser erstes wirklich größeres Festival in Karlsruhe gespielt. Das war eine tolle Erfahrung für uns und hat den Festivalhunger auf jeden Fall geweckt!
Letzte Worte?
Haltet zusammen in dieser schwierigen Zeit, gebt aufeinander Acht und supportet Euch gegenseitig. Stay safe!

[Interview] Fräulein Kunst und Tinte

Wie Susi gegen die Erwartungen ihrer Eltern und ihres Opas, aus einem Spaß heraus ihren Beruf fand und warum ihr ein Kunde in ihrer Ausbildung vom Stuhl gekippt ist erfahrt ihr im Interview mit Fräulein Kunst und Tinte.

Stell dich einmal kurz vor! 
Mein Name ist Susi und unter dem Künstlernamen Fräulein Kunst & Tinte verschönere ich seit mittlerweile 6 Jahren die Astralkörper der Leute. Mit 19 Jahren „irgendwie da rein gerutscht“ habe ich darin meine Passion gefunden und sehe mich seitdem selbst weniger als Dienstleister, sondern mehr als freien Künstler der zusammen mit den Menschen, in allen Ecken ihres Gehirns, nach individuellen Motivideen sucht. Zusammen mit meinem Mann Markus ( Sio Motion // The Desaster Area ) habe ich im August 2015 ein eigenes Atelier in Jena eröffnet, dass uns Beiden genug Raum bietet sich kreativ auszutoben. Ansonsten gibts nicht viel über mich zu sagen: ich essen gerne und viel, bin ne typische Catmom und streame Games auf Twitch.tv – alles Sachen denen ich während der derzeitigen Covid-19 Arbeitssperre für Tätowierer besonders viel Aufmerksamkeit schenken kann.

Wie kamst du zum Tätowieren?
Nachdem ich mit 18 Jahren mein Abitur gemacht habe, wusste ich irgendwie nicht so richtig wohin mit mir. Vor allem mein Opa war mächtig stolz und hat mich schon als erste studierte in der Familie gesehen, aber ich konnte mich nicht so recht seinen Wünschen nach einem Studium beugen. Die Aussicht darauf die nächsten Jahre weiter die Schulbank zu drücken, schienen mir nur wenig attraktiv. In der Zeit habe ich mich auch das erste Mal tätowieren lassen, woraufhin 3 weitere Tattoos in einem Monat folgten. Ich hab immer schon gerne gezeichnet und mich mit meinem damaligen Tätowierer auch gut verstanden, weshalb ich da irgendwie so reingerutscht bin. Der richtige Startschuss fiel allerdings als mein Paps unbedachterweise sowas äußerte wie „Wenn du dich weiter so viel tätowieren lässt, dann nimmt dich kein Arbeitgeber mehr. Da kannste nur noch selber sowas machen.“ Fanden meine Eltern am Anfang gar nicht so prickelnd, dass ich das ernst genommen und mir ein Studio gesucht habe, welches mich ausbildet.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Das Wichtigste für mich ist es individuelle Motive zu designen. Ich kann die Leute nicht verstehen die mit nem gegoogletem Tattoobild zu nem Artist rennen und dieses 1 zu 1 auf ihre Haut übertragen haben wollen.. Alle wollen immer einzigartig und auffallend besonders sein, weshalb ich mich Frage: Wo ist da der Sinn?
Ansonsten will ich einfach nur ne coole Zeit haben, ich betrachte es als Ehre, dass so viele Menschen zu mir kommen und meine Kunst unter ihrer Haut wertschätzen. Ich kann nur hoffen, dass es für immer so bleibt.

Erzähl uns von deiner lustigsten oder komischsten Kundenstory!
Ich habe während meiner Ausbildungszeit mal Jemandem einen Gapfiller zwischen die Schultern verpasst. Der Typ war ungelogen so breit wie er hoch war, ein richtiger Schrank. Schon gut zutätowiert, hat er auf mich gewirkt wie ein riesiger Koloss.
Ich hatte ihn damals auf einen normalen Stuhl gesetzt, weil mir das vollkommen ausreichend erschien. Ich war also guter Dinge, bis er immer wieder langsam begann sich nach vorne zu beugen. Ich fragte ob alles okay wäre und sagte, dass er nicht immer vor mir wegrutschen dürfe. Er entschuldigte sich und betonte wie angenehm das Gefühl sei, nicht zu vergleichen mit anderen Stellen wie zb die Schienbeine.. Tja, es hat jedenfalls nicht lange gedauert bis dieser riesige Typ mir einfach vornüber wegkippte. Einfach weggetreten. Das dumpfe Geräusch beim Aufprall werde ich nie vergessen. Ich wusste, dass ich nicht lachen durfte, aber diese Szene wirkte so surreal auf mich. Seitdem weiß ich, dass ich auch die zugehacktesten Schränke lieber auf ne Liege lege und mich nicht mehr vom „starken Mann“ gehabe täuschen lasse.
Versteht mich nicht falsch- es ist niemals lustig oder schlimm, wenn Jemandem unwohl beim tätowieren wird. Aber die Tatsache, dass dieser Riese vor mir keine Schwäche eingestehen wollte, war irgendwie doof. Btw ist er immer noch ein Stammkunde und wir lachen heute gemeindam über diese Erinnerung.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Ich persönlich finde es schwer meinen Stil zu beschreiben, er ist ne Mischung aus Dotwork, Linework, Neotraditional und manchmal auch ein bisschen ornamentisch. Am liebsten arbeite ich entweder nur mit einer Farbnuance oder ganz in schwarz/ weiß.
Es gibt einfach so viele großartige Tattooartists deren Arbeiten ich gerne verfolge und mich von ihnen inspirieren lasse, da kam ich wohl nicht umhin mir so einen Mischmasch Stil anzueignen.

Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?
Puuuh.. das ist ne harte Nuss an Frage auf die ich selber keine Antwort kenne. Wie schon erwähnt empfinde ich jedes Tattoo, das ich stechen darf, als große Ehre. Da müsstet ihr also eher meine Kunden fragen warum sie immer wieder so gern zu mir kommen.

Was ist dein Zukunftsziel mit deiner Karriere? 
Das Ziel worauf ich hinarbeite, ist es tatsächlich die Möglichkeit zu haben noch bis ins hohe Alter erfolgreich tätowieren zu können. Ich stelle es mir super lustig vor irgendwann mal 70 Jahre alt zu sein und immer noch die jungen Hüpfer mit Farbe unter der Haut zu versorgen, während ich ihnen Yoda-Like irgendwelche Lebensweisheiten mit auf den Weg gebe. Son bisschen Herbert Hoffmann like ( nicht dass ich mich jemals mit sojemandem vergleichen könnte ).

Lieblingstattoo(an dir)?
Mein liebstes Tattoo an mir selbst ist mein Skateboard fahrendes und Eiscreme schleckendes Faultier auf meinem Schienbein. Warum? Weil es tatsächlich eine Art Selbstportrait darstellt und mir immer zeigt wer ich bin.

Lieblingsbands?
Meine Lieblingsmusik kommt derzeit von The Plot in You, Imminence und zum abschalten höre ich gerne alt-J.
Allgemein bin ich aber ziemlich breit gefächert und lass mich immer gerne von den Künstlerradios auf Spotify für Neues begeistern.

Lieblingsvideospiel?
Mein all time favorite ist wohl Rainbow Six Siege, zumindest hält sich das Game seit Jahren auf meiner PS. Aber auch hier ist das Zauberwort Abwechslung- von Klassikern wie Zelda, über Storyline basierte Spiele wie Death Stranding bis hin zu Neuerscheinungen auf der Konsole wie Hunt: Showdown wird alles zelebriert.

Lieblingsfestival?
Ich glaub von allen Festivals auf denen ich früher unterwegs war, hatte ich die beste Zeit auf dem Full Force. Ich erinnere mich da auch direkt an Heaven Shall Burns Auftritt zurück, bei dem während der Song „Endzeit“ gespielt wurde, einfach die Welt um uns herum unter zu gehen schien. Mit 51 Verletzten durch Blitze war das zwar sau gefährlich, aber auch cool genug, dass es sich für immer in mein Hirn eingebrannt hat.

Lieblingsklamottenlabel?
Die Frage kann ich leider nicht beantworten, da ich nicht so sehr fokussiert auf einzelne Labels oder Marken bin. Ich unterstütze und kaufe was mir gefällt und versuche meinen Kleiderschrank abwechslungsreich zu halten.

Lieblingssong/Album?
Zu meiner heavy rotation während langen Autofahrten gehört der Song „Doomsday“ von Architects und das Album Phoenix von Alazka ( obwohl ich hier besonders gespannt auf ihren neuen Stuff bin )

Was möchtest du zum Schluss unseren Lesern sagen?
Seid nicht so doof und lasst euch von Dienstleistern (die sich unverdienter Weise Tätowierer schimpfen) Copycats unter die Haut stechen. Geht zu Leuten die genug Passion und Können mitbringen, um euch individuellen Shit zu designen. Geht zu richtigen Künstlern die sich nicht auf den Lorbeeren Anderer ausruhen und selbst kreatives Leisten können. Thats it.


[News/Review] Der neue Sommersong über die Zeit in der Quarantäne!

Lang ersehnt, doch jetzt freuen sich alle Clikkies und andere TOP Fans: Ein neues musikalisches Lebenszeichen der zweiköpfigen Band aus Tyler Joseph und Joshua Dun.

Mit Level Of Concern schrieb Tyler Joseph nicht nur sein erstes E-Gitarren Lied, was an 80er, oder The1975s erinnert, sondern auch ein Lied, das wieder die Sorgen des Alltags als frischer Vater, Ehemann oder auch einfache Person innerhalb der COVID-19 Krise anspricht.

Über Twitter verkündete Tyler Joseph zwischen den Zeilen, wie das neue Musikvideo dazu aussehen wird (Josh, i'm sending you some files), in dem sie per Brief einen USB Stick, mit den Aufnahmen zum Song hin und her schickten.

Dazu sagte er, dass ein Teil der Erlöse an die Organisation CREW NATION geht, die Helfern hinter der Bühne, die aktuell keinen Job haben, durch diese Krise helfen soll.

Nun, was sagen wir zu diesem Lied?

Klar ist: es ist eine neue musikalische Richtung in die sich twenty one pilots hier entwickelt. Mit Elementen, wie Klavier oder einer catchigen Bass-Line sind sie sich aber weiterhin treu geblieben. Doch diesmal kam ein neues Instrument ins Spiel: Eine E-Gitarre. Es ist ein sehr einfach gestaltetes Riff, was jedoch fröhliche Sommervibes ausstrahlt, daher auch wieder ein Kontrast zum lyrischen, was man von twenty one pilots kennt. Wie sie es jedoch gestaltet haben, ist ein neuer Schritt, der an die 80er oder The1975s erinnert: Einfach, Catchy, Tanzbar und schnell auf der Zunge.

Auch wenn der Song sehr einfach ist, passt er sehr gut zur Situation. Einige Fans werden vermutlich etwas gegen den soften Stil haben, aber wir finden Message und Hintergrundgedanken super und freuen uns schon darauf im Sommer dieses Lied hören zu können!

Und jetzt an euch: Das Logo der Band ist nun in einem Karmin-Rot und vollständig: Leitet dies die neue Ära ein?

https://www.youtube.com/watch?v=loOWKm8GW6A

Foto und Video von Reel Bear Media


[News] Das PELL-MELL Line-Up des 15. Jubiläums ist vollständig!

Ein kleiner Lichtblick für Festival-Junkies dieses Jahr sind die Festivals, die für Ende des Sommers geplant sind – so auch das Pell-Mell-Festival Anfang September im beschaulichen Westerwald.

Das Lineup steht und die Planung ist in vollem Gange. Und auch dieses Jahr lassen sie sich in der Bandauswahl nicht lumpen: Unter anderen wurden Die Kassierer, Emil Bulls, ZSK, Imminence und Deez Nuts bestätigt. Außerdem wird das Dislike Magazine wieder mit einem Stand präsent sein.

Das Pell-Mell ist seit Jahren unser Stammfestival und für jeden etwas, der kleine und familiäre Musikveranstaltungen mag. Und natürlich werden wir auch dieses Jahr wieder mit unserem Stand, Magazinen, Merchandise und Verlosungen am Start sein!

Gerne appellieren wir auch hier wieder, eure lokale Szene und kleine Veranstalter weiterhin zu unterstützen. Am 04.-05 September soll die Sause stattfinden und Tickets sind schon für 22€-33€ zu haben.

Bands für 2020 auf einen Blick:
Die Kassierer
Emil Bulls 
Deez Nuts
ZSK
Imminence
Heart Of A Coward
For I Am King
Watch Out Stampede
Banjoory
The Feelgood McLouds
GIVER
Slope
OF COLOURS
NEVER BACK DOWN 
Dying Breed
Stay Focused
Call It Tragedy
Alexis In Texas
FAIR BAND
Black Lining
Mobilization
Aftershow-Acts:
Pimp Blitzkid 
FOUR MONKEYS

Ab zu den Tickets: https://www.pell-mell.de

Und hier der Aftermovie zu 2019 für alle die noch nicht überzeugt sind.

https://www.youtube.com/watch?v=1OGuxpDWYjM


[Interview] Tobias Schneider

Wie Tobias vom Hobby-Kritzeln mit der Maschine über WG-Zimmer Tattooeinlagen zu seinem Beruf kam, wie er seiner Meinung nach das perfekte Arbeitsklima herstellt und von seinem weiterlaufenden Weg der Stilfindung könnt ihr hier im Interview lesen!

Stell dich einmal kurz vor! 
Hi, ich bin Tobias Schneider, 28 Jahre jung und komme ursprünglich aus der schönen schwäbischen Stadt Ulm, wohne aber seit 6 Jahren in Berlin.

Wie kamst du zum Tätowieren?
Vor 7 Jahren habe ich aus Spaß mit einer Maschine angefangen, an mir selbst das Tätowieren zu üben. Allerdings bestand damals keine Intention, das als Beruf auszuüben. Irgendwann habe ich allerdings in meinem WG-Zimmer meine Freunde tätowiert und dann kam relativ kurzfristig doch der Entschluss, eine Ausbildung zum Tätowierer zu beginnen. Ich habe mich in mehreren Studios mit einer Mappe beworben und habe dann schlussendlich in unserer Hauptstadt ein Studio gefunden, welches mich aufgenommen hat. Dort war ich allerdings nur für ein paar Monate, da ich aus persönlichen Gründen das Studio gewechselt habe.
Vor anderthalb Jahren habe ich dann mit einer Freundin zusammen ein eigenes privates Studio in Kreuzberg eröffnet.
Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Wichtig ist mir, dass man als sich „Kunde“ wohl in unserem Studio fühlt und sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Kunden und mir aufbaut. Allerdings versuche ich, die Distanz dennoch zu wahren, sodass ein professionelles Arbeitsklima herrscht.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Angefangen habe ich mit Traditionals. Als ich die Ausbildung angefangen habe, kamen dann natürlich Sachen wie Schriftzüge, Unendlichkeitszeichen etc hinzu. Als ich das Studio gewechselt habe, bin ich dann eine komplett andere Schiene gefahren. Ich habe damals viel Dotwork, Blackwork und Mandalas gemacht. Damals war das der letzte Schrei und irgendwann hat es mich dann doch sehr gelangweilt und war auch zu einem gewissen Zeitpunkt sehr anstrengend, da man damals noch keine Ipads hatte, mit denen man relativ zügig ein Mandala entwerfen konnte. Ich habe bevor es diesen technologischen Fortschritt gab, noch alles per Hand gezeichnet. Mittlerweile tätowiere ich aber fast ausschließlich wieder Traditionals.
Meine Findungsphase war sehr lange, aber ich denke, dass ich immernoch nicht genau weiß, wohin die Reise geht. Man lernt ja schließlich nie aus.
Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?
Ich sehe mich nicht in der Position zu sagen, dass man sich UNBEDINGT ein Tattoo bei mir abholen lassen soll. Wenn man als Kunde meine Arbeiten mag und mir freie Hand lässt, dann reicht mir das schon.
Was ist dein Zukunftsziel mit deiner Karriere?
Ein wirkliches Ziel habe ich nicht wirklich. Ich möchte einfach nur tätowieren, so lange es eben geht.
Lieblingstattoo(an dir)?
Mein Lieblingstattoo ist mein Backpiece von Marcos Ortega (auch aus Berlin). Ich habe mir ein klassisches Design von Bert Grimm tätowieren lassen, welches sich Sundance nennt.
Lieblingsbands?
Lieblingsbands gibts viele. Ich habe mich für Musik erstmals auf einem Hardcorekonzert von Death Before Dishonor interessiert. Auch wenn ich die Band nicht höre, hat mich der Stil damals sehr geprägt. Ich höre mittlerweile weniger Hardcore, aber mein all time favourite ist TURNSTILE. Momentan höre ich aber lieber Hip Hop. Spotify sagt, dass Kanye West mein Lieblingskünstler ist. Auch Kaytranada ist super!
Lieblingsvideospiel?
Ich hab früher viel gezockt, mittlerweile eher weniger. Aber wenn ich die Zeit finde, dann zocke ich Battlefield 5.
Lieblingsfestival?
War nie wirklich der Festivalbesucher. Ich brauch ne Dusche und ein Bett.
Lieblingsklamottenlabel(Fokus liegt hier auf Independent Labels)?
ZIRKUS ZIRKUS
Lieblingssong/Album?
KANYE WEST – LIFE OF PABLO
Die Fotos hat uns Tobias Schneider zur Verfügung gestellt.


[Record Review] All Time Low - Wake Up, Sunshine

"Wake Up, Sunshine" ist nun schon die neunte Scheibe der Pop-Punk-Formation, die seit bereits 17 Jahren gemeinsam Musik macht.

Nachdem Sie sich einige Jahre unter den anderen Bands des Pop-Punk eingereiht hatten, tauchten sie 2017 mit "Last Young Renegade" einmal tief in den Pop ein. Umso interessanter war es zu sehen, in welche Richtung sie mit "Wake Up, Sunshine" gehen würden. Eins kann man sagen: An Abwechslung mangelt es auf dem neuen Album von All Time Low schon mal nicht.

Ein Großteil der Tracks weisen wieder typische Pop Punk Elemente auf: etwa das hohe Tempo, oder dieses wummernde Schlagzeug und die repetetiven Gitarrenriffs. "Wake Up, Sunshine" ist so ein Beispiel. Leider ist vieles davon doch ziemlich aalglatt und weichgespült. Viel gleich klingendes Füllmaterial ohne großen Wiedererkennungswert - höchstens gut zum nebenbei hören.

Manch ein Song sticht da heraus: "Some Kind of Disaster" etwa.  Die E-Gitarren sowie der Bass lassen noch etwas Rock erahnen, ansonsten handelt es sich um einen waschechten Pop-Song. "Monsters" auch so ein Exemplar; ein Chart-taugliches Feature mit dem Rapper blackbear, mit langsamerem Tempo und einer sehr eingängigen Melodie. Bei  "Pretty Venom" kommen bei seinem langsamem, getragenen Upbeat schon Chillhop-Vibes auf. Alles in allem sind die zumindest catchy - ein paar halbwegs starke Pop-Songs bringt das Album schon hervor.

Allem Anschein nach ereilt All Time Low das selbe Schicksal wie manch andere Band in diesem Genre. Zwar hat "Wake Up, Sunshine" immer noch mehr mit Pop-Punk gemein als das letzte Album,  aber auch nach "Last Young Renegade" kommen sie nicht wirklich von der Pop-Schiene runter. Es wird nicht ersichtlich, wo die Band musikalisch hinwollte, doch ich vermute, dass einfach eine andere Zielgruppe angesprochen werden soll - nicht mehr unbedingt die Pop-Punk-Hörer.

https://www.youtube.com/watch?v=Cno6uF2ro5g

Fotocredits: https://www.warnermusic.de/news/2020-02-18/wake-up-sunshine-am-3-april-kommt-das-neue-album