Wie Tobias vom Hobby-Kritzeln mit der Maschine über WG-Zimmer Tattooeinlagen zu seinem Beruf kam, wie er seiner Meinung nach das perfekte Arbeitsklima herstellt und von seinem weiterlaufenden Weg der Stilfindung könnt ihr hier im Interview lesen!

Stell dich einmal kurz vor! 
Hi, ich bin Tobias Schneider, 28 Jahre jung und komme ursprünglich aus der schönen schwäbischen Stadt Ulm, wohne aber seit 6 Jahren in Berlin.

Wie kamst du zum Tätowieren?
Vor 7 Jahren habe ich aus Spaß mit einer Maschine angefangen, an mir selbst das Tätowieren zu üben. Allerdings bestand damals keine Intention, das als Beruf auszuüben. Irgendwann habe ich allerdings in meinem WG-Zimmer meine Freunde tätowiert und dann kam relativ kurzfristig doch der Entschluss, eine Ausbildung zum Tätowierer zu beginnen. Ich habe mich in mehreren Studios mit einer Mappe beworben und habe dann schlussendlich in unserer Hauptstadt ein Studio gefunden, welches mich aufgenommen hat. Dort war ich allerdings nur für ein paar Monate, da ich aus persönlichen Gründen das Studio gewechselt habe.
Vor anderthalb Jahren habe ich dann mit einer Freundin zusammen ein eigenes privates Studio in Kreuzberg eröffnet.
Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Wichtig ist mir, dass man als sich „Kunde“ wohl in unserem Studio fühlt und sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Kunden und mir aufbaut. Allerdings versuche ich, die Distanz dennoch zu wahren, sodass ein professionelles Arbeitsklima herrscht.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Angefangen habe ich mit Traditionals. Als ich die Ausbildung angefangen habe, kamen dann natürlich Sachen wie Schriftzüge, Unendlichkeitszeichen etc hinzu. Als ich das Studio gewechselt habe, bin ich dann eine komplett andere Schiene gefahren. Ich habe damals viel Dotwork, Blackwork und Mandalas gemacht. Damals war das der letzte Schrei und irgendwann hat es mich dann doch sehr gelangweilt und war auch zu einem gewissen Zeitpunkt sehr anstrengend, da man damals noch keine Ipads hatte, mit denen man relativ zügig ein Mandala entwerfen konnte. Ich habe bevor es diesen technologischen Fortschritt gab, noch alles per Hand gezeichnet. Mittlerweile tätowiere ich aber fast ausschließlich wieder Traditionals.
Meine Findungsphase war sehr lange, aber ich denke, dass ich immernoch nicht genau weiß, wohin die Reise geht. Man lernt ja schließlich nie aus.
Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?
Ich sehe mich nicht in der Position zu sagen, dass man sich UNBEDINGT ein Tattoo bei mir abholen lassen soll. Wenn man als Kunde meine Arbeiten mag und mir freie Hand lässt, dann reicht mir das schon.
Was ist dein Zukunftsziel mit deiner Karriere?
Ein wirkliches Ziel habe ich nicht wirklich. Ich möchte einfach nur tätowieren, so lange es eben geht.
Lieblingstattoo(an dir)?
Mein Lieblingstattoo ist mein Backpiece von Marcos Ortega (auch aus Berlin). Ich habe mir ein klassisches Design von Bert Grimm tätowieren lassen, welches sich Sundance nennt.
Lieblingsbands?
Lieblingsbands gibts viele. Ich habe mich für Musik erstmals auf einem Hardcorekonzert von Death Before Dishonor interessiert. Auch wenn ich die Band nicht höre, hat mich der Stil damals sehr geprägt. Ich höre mittlerweile weniger Hardcore, aber mein all time favourite ist TURNSTILE. Momentan höre ich aber lieber Hip Hop. Spotify sagt, dass Kanye West mein Lieblingskünstler ist. Auch Kaytranada ist super!
Lieblingsvideospiel?
Ich hab früher viel gezockt, mittlerweile eher weniger. Aber wenn ich die Zeit finde, dann zocke ich Battlefield 5.
Lieblingsfestival?
War nie wirklich der Festivalbesucher. Ich brauch ne Dusche und ein Bett.
Lieblingsklamottenlabel(Fokus liegt hier auf Independent Labels)?
ZIRKUS ZIRKUS
Lieblingssong/Album?
KANYE WEST – LIFE OF PABLO
Die Fotos hat uns Tobias Schneider zur Verfügung gestellt.