Achim von Chiefland spricht für euch im Interview über das Anfang letzten Jahres erschienene Album “Wildflowers”, erklärt die Bedeutung von Poetry für ihre Lieder und beschreibt für euch den Verlauf des Stils der Musik. Dazu erfahrt ihr wie Chiefland den Shutdown nutzen und worauf ihr euch dieses Jahr noch freuen könnt. Findet das und vieles mehr im Interview mit Chiefland!

Stell dich/euch doch einmal unseren Lesern vor:
Wir sind die Band CHIEFLAND und spielen einen Mix aus Post-Hardcore und Talk-Rock-Elementen, wie man ihn zum Beispiel von La Dispute, Listener oder den frühen Being As An Ocean kennt. Insgesamt sind wir zu viert und kommen aus vier verschiedenen Städten (Göttingen, Braunschweig, Leipzig, Lüneburg), proben aber in der Nähe von Göttingen. Wir haben 2015 eine EP rausgebracht, letztes Jahr unser Debüt-Album veröffentlicht und zwischendrin natürlich viel gespielt. Derzeit arbeiten wir auf Hochtouren an neuen Songs. Irgendwie muss man die Zeit zu Hause ja sinnvoll nutzen.
Wie ist euer letzter Release entstanden? Writing-Prozess, Inspiration usw. Gerne erwähnen. 
Unser aktuelles Release „Wildflowers“ entstand über mehrere Jahre hinweg. Insgesamt haben wir uns seit unserer EP fast vier Jahre Zeit gelassen mit dem Album. Daher haben sich auch die Songs organisch über den Zeitraum hinweg ergeben. Uns war wichtig, so viele wie möglich davon schon einmal vorab live zu testen, um uns sicher zu sein, in welcher Form sie aufs Album kommen sollen. Inspiriert hat uns während des Writings vor allem die Tatsache, dass sich in unserem Leben einiges geändert hat. Wir sind zum Beispiel in verschiedene Städte gezogen zum Arbeiten und Studieren. Von daher ist es am Ende ein Album über das Erwachsenwerden geworden. Das hat sich für uns zu dieser Zeit definitiv sehr real angefühlt.
Wie hat sich euer Stil entwickelt? 
Unsere musikalischen Einflüsse durch Bands wie Touché Amoré, La Dispute, Listener oder Defeater sind sehr eindeutig. Für uns steckt in dieser Art von Post-Hardcore unglaublich viel Kraft. Seit Beginn der Band integrieren wir auch Spoken Words in unsere Songs. Die passen sehr gut in leise Teile. Wenn man einen roten Faden in unserem Stil suchen möchte, dann ist es wohl das Auf-und-Ab zwischen laut und leise. Das verleiht den Songs ihre typische Dynamik. Uns gibt dieser Stil sehr viel, weil wir es lieben, an bestimmten Stellen einfach auszubrechen. So erzeugen die Lieder ihre Emotionen.
Können wir bald neue Musik erwarten, und wenn ja, was können wir davon erwarten?
Derzeit nutzen wir den Shutdown und sind zu Hause produktiv. Wir haben bereits einige neue Ideen geschrieben und werden damit auch in absehbarer Zeit ins Studio gehen. Ein ganzes Album wird es 2020 zwar noch nicht, doch wollen wir vielleicht mit einer Single schon einmal andeuten, in welche musikalische Richtung wir uns entwickeln. Wir wollen das Typische bewahren, aber auch Neues ausprobieren und insgesamt breit gefächerte Songs schreiben.
Was ist das peinlichste, was euch jemals auf der Bühne passiert ist?
Peinlich ist es natürlich immer, wenn man sich verspielt. Meist hören jedoch nur wir das. Haha! Wir hatten bei einer unserer ersten Shows mal das Malheur, dass ein Gitarren-Amp abgeraucht ist. Das war insofern peinlich, als wir auf die Schnelle improvisieren mussten und die Leute vor der Bühne leider warten mussten.
Was ist das peinlichste, was ein Fan jemals getan hat?
Puh, da fällt uns gar nichts wirklich ein. Um ehrlich zu sein achten wir da auch gar nicht so drauf und sind eher dankbar für jede*n, der/die nach der Show oder auch über Social Media mit uns schnackt.
Womit verbindet ihr das Poetry schreiben?
Kleinere Gedichte oder Notizen sind wirklich der Kern unser Songs. Corwin, unserer Sänger, hat immer ein Notizbuch dabei, in dem er konstant über Dinge schreibt, die ihn bewegen. Daraus entstehen dann die Lyrics zu unseren Songs. Meist ergibt sich ann wie beim letzten Album ganz natürlich ein Thema.
Was würdet ihr gerne von Grund auf neu gestalten?
Die Gedanken einiger Menschen, die zum Beispiel andere aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung verurteilen. No borders, no binaries!
Jetzt unsere Standard Fragen: Liebling….
Tattoo(-Artist)?
Robert Mauermann (Bold ’n Solid, Göttingen)
Nick Corbett (Sorry Mom, Braunschweig)
Videospiel?
Fifa
Band/Artist?
Das variiert andauernd. Haha! Wenn es um All-Time-Favourites geht, dann sicherlich Touché Amoré und La Dispute. Derzeit haben wir alle aber noch viele Ohrwürmer im Kopf von der gemeinsamen Tour mit Marathonmann.
Album/Song?
Tame Impala – Currents
Independent Clothing Brand?
Findelkind Clothing. Victor, ein guter Freund von uns, betreibt dieses Label. Checkt es mal aus!
Festival?
Als Band eigentlich jedes, das wir bisher gespielt haben, da die Stimmung und der Charme immer einzigartig waren.
Das beste, was 2019 geschehen ist/ du/ihr erlebt hast?
Wir hatten letztes Jahr einen Besetzungswechsel: An den Drums ist Justus dazugekommen. Das hat auf Anhieb gepasst und der Band sehr gut getan. Außerdem haben wir 2019 unser erstes wirklich größeres Festival in Karlsruhe gespielt. Das war eine tolle Erfahrung für uns und hat den Festivalhunger auf jeden Fall geweckt!
Letzte Worte?
Haltet zusammen in dieser schwierigen Zeit, gebt aufeinander Acht und supportet Euch gegenseitig. Stay safe!