Wie ist dein Label entstanden?
Naja bis zum dem Label wie es nun ist, habe viele Ereignisse mitgewirkt. Die Idee war schon ziemlich führ da, vielleicht vor 4 oder 5 Jahren. Es sollten Shirts sein, die mehr haben als nur ein Print auf Vorder- und Rückseite, wie es vor allem bei Band Merchandising oftmals der Fall ist. Bis zum ersten Shirt hat es dann auch gar nicht lange gedauert. Damals habe ich mir töricht, kurzer Hand Stoff gekauft, sowohl mit Muster, als auch einfarbig und habe daraus ein T-Shirt genäht. Die Vorlage war eines meiner damaligen Lieblingsshirts und mein Arbeitsplatz war bei meiner Oma im Nähzimmer unter dem Dach. Für das erste selbst genähte Shirt war ich zufrieden, klar waren die Nähte krumm und der Schnitt hier und da etwas unsauber, aber die Idee war klar und das Design hat mir gefallen.
Nach dieser Vorgehensweise habe ich dann weitere Shirts, zunächst für mich und später auch für Freunde gemacht. Da jedoch meistens ein ganzer Sonntag für ein T-Shirt drauf ging war mir auch schnell bewusst, dass ich so nicht sinnvoll weitermachen kann.
Die Suche nach einer Alternative, irgendwo zwischen langweiligen Rohlingen und selbst genähten Shirts, hat dann sehr lange gedauert. Da ich den Schnitt der Shirts und Hoodies selbst bestimmen wollte, brauchte ich jemanden, der mir die Shirts herstellen kann. Eine Produktion von einer Fremdfirma mit einem eigenen Schnitt war jedoch durch die hohen Abnahmemengen schlicht zu teuer. Irgendwann habe ich eingesehen, dass ich um Rohlinge nicht herumkomme. Nach langer Suche habe ich dann welche gefunden, die in Punkto Nachhaltigkeit, Qualität und Design meinen Ansprüchen genügten.
Nun habe ich mit verschiedenen Techniken versucht ein Design zu finden, mit dem jedes Shirt etwas Einzigartiges bekommt. Meine erste Kollektion wurde geboren. Zunächst wieder nur für mich selbst, doch ich war schnell von dem Design überzeugt und habe dann, Anfang 2019 beschlossen, mit Website und Social Media Accouts zu starten und das Ganze ernst zu nehmen.
Wenn du dein erstes Design mit deinem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?
Naja, also bisher haben sich meine Designs nicht sonderlich verändert, da ich auch erst begonnen habe. Im Grunde versuche ich verschiedene Methoden aus die Textilien zu bearbeiten und zu gestalten. Bei den ersten Designs habe ich hauptsächlich mit Bleichmittel auf schwarzen Textilien gearbeitet. Bei den darauffolgenden Designs habe ich mehr mit Textilfarbe auf hellem Stoff gearbeitet. Es sind bisher einfach verschiedene Verfahren, die ich benutze und Methoden die ich ausarbeite um ein besonderes Design zu bekommen. Bei der aktuellen Kollektion verwende ich nun auch Siebdruck. Aber auch Patches oder Sprühfarben sind schon bei einigen Prototypen zum Einsatz gekommen. Viel Dinge die ich noch austesten muss, auch was die Langlebigkeit angeht. Aber man darf auf jeden Fall gespannt bleiben. Ich habe noch viele Ideen im Kopf.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
An meiner Arbeit ist mir vor allem das Produkt selbst wichtig. Jedes Shirt ist bisher etwas anders und im Prinzip ein Unikat. Das ist mir schon wichtig, um auch zu zeigen, dass es nicht nur ein “perfekte” Lösung gibt, sondern alles und jeder auf eine bestimmte Art und Weise “perfekt” ist. Das was es einzigartig macht, das was es zu deinem Shirt macht und nicht zu irgendeinem Shirt, wie es jeder haben kann. Dennoch ist dabei die Qualität an erster Stelle. Diese wird durch die Qualität der Rohlinge und durch die hochwertigen Produkte gesichert. Edle Farben, Labels und Materialien zeigen, dass es sich um hochwertige Kleidung handelt.
Bei der Arbeit selbst ist es mit einfach wichtig, dass ich frei und konzentriert arbeiten kann. Das ich den Spaß nicht verliere und auch immer das Ziel im Kopf behalte.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Puhh, ich bin nicht sonderlich bewandert mit den Bezeichnungen in der Modewelt. Ich mach das mir selbst gefällt. Vielleicht kann man den Stil als Grunge, Alternativ oder ähnliches betiteln. Ob das stimmt weiß ich leider auch nicht.
Was können wir von der neuen Kollektion erwarten?
Die aktuelle Kollektion ist noch nicht so lange her. Dort habe ich mit Siebdruck und metallischen Farben gearbeitet. Als nächstes sind einige weitere Einzelstücke geplant, bei denen ich verschiedene Sachen mit Patches, verschiedenen Farben, Bleichmittel und den aktuellen Motiven austeste. Ich versuche auch andere Labels und Künstler zu featuren und gemeinsam neue Designs zu erstellen. Außerdem werden auch ganz neue Produkte im Sortiment erscheinen Jeansjacken, Bauchtaschen, Snapbacks, und so weiter. Danach geht’s dann an neue Designs für die nächste Kollektion.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?
Tatsächlich steckt hinter dem ein oder anderen Stück eine mehr oder weniger direkte Aussage oder Botschaft. Allgemein ist mit aber das Design wichtiger und sollte im Vordergrund stehen. Das gesamte Statement hinter Random Clothing ist, dass es ok ist anders zu sein. Man muss nicht dem Mainstream folgen, wenn es einem nicht gefällt. Man darf seinen eigenen Weg gehen und muss sich dafür nicht rechtfertigen, schämen oder sonstiges.
Ein konkretes Beispiel ist das “SadRoses Shirt”. Es trägt ziemlich prominent den Aufschrift „no doubt“ auf der Brust. Dabei geht es darum, dass man oft daran zweifelt, was man tut, was man trägt oder welche Meinung man hat. Aber wenn man von etwas überzeugt ist darf man sich nicht gleich davon abbringen lassen und man muss lernen, dass man keine Zweifel daran haben darf. Jeder hat das gleiche Recht auf seine Meinung. Es gibt kein Falsch und Richtig. Wenn es sich richtige anfühlt und für dich funktioniert, dann darfst du dir von Niemandem etwas anderes einreden lassen.

Lieblingstattoo?
Joa schwierige Entscheidung, ich habe gerade zwei Tattoos die gleich auf sind. Einmal der Klassiker, eine Rose auf dem Oberarm und ein Streifenhörnchen seitlich auf dem Oberkörper. Ich bin mit beidem überglücklich und ich freu mich auch schon auf weitere.

Lieblingsbands?
Zum Glück habt ihr den Plural gewählt, es ist wirklich schwierig bei dieser Auswahl an unglaublich guten und professionellen Bands mit teilweise sehr berührenden oder brutalen Song, die besten herauszusuchen.
Hier vielleicht einfach mal einige die ich zurzeit besonders Feiere.
The Oklahoma Kid, Imminence, Deez Nuts, Exorcised Gods und Qoiet

Lieblingsvideospiel?
Das hab ich tatsächlich schon länger nicht mehr praktiziert. Aber wenn ich dann doch mal Zeit haben sollte, dann kann’s eigentlich nur der klassische Halo Abend mit den Besten sein. <3

Lieblingsfestival?
Ich darf hoffentlich bald mein 10 jähriges Jubiläum auf dem Summer Breeze und dem Taubertal feiern, das sind schon gute Festivals. Allerdings habe ich in den letzten Jahren auch viele kleinere Festival besucht, wie z.B. das Fallen Foretress oder Sun Storm Open Air, was mit wirklich gut gefallen hat.

Lieblingsklamottenlabel?
Ich war eigentlich großer Fan von Cheap Monday, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Eine andere Marke, die sich bei mir zwischen die ganzen Bandshirts geschlichen hat ist THFKDLF, die einfach cool Designs raushauen. Generell liebe ich aber auch einfach frisches Zeug von lokalen Labels wie Polarschwarz.

Lieblingssong/Album?
Das Album Atlas von PWD ist eines der besten. Weitere gute Alben sind ‚Almost Heaven‘ von ‚The Dead Lay Waiting oder ‚Solarray‘ von The Oklahoma Kid. Lieblingssong, wahrscheinlich blink-182 Adam’s Song.

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest?
Naja was soll man sagen, ich freu mich über jeden der das hier überhaupt bis zum Schluss gelesen hat und meinen Worten Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt hat. Liebe geht raus.

 

Die Fotos hat uns Udo von Random Clothing zur Verfügung gestellt.