Ein besonderes Wochenende für die Skeleton-Clique des Ohio Duos twenty øne piløts. Release des Album „SCALED AND ICY“, die Livestream-Experience, ein Auftritt bei den Billboard Music Awards und der langersehnte TØP Burrito bei Chipotle!

 

Bevor wir auf die Inhalte und Verknüpfungen zu den Vorgängern „TRENCH“, „BLURRYFACE“ und „Christmas Saves The Year“ eingehen, die Musikvideos genauer betrachten und die Theorien weiterführen oder erneuern, begutachten wir erstmal das Album „SCALED AND ICY“ für sich.

SONGS: 11
DURATION: 37 min 42sec
GENRE: Alternative 

Mit „Good Day“ steigen wir in die Welt um Scaled And Icy ein. Schnell wird klar, vom Sound her wird dieses Album eine neue Richtung einschlagen. Das Instrumental lässt uns in eine Werbung von Kinder einfühlen, ein Musical auf dem Broadway oder anderes, was „künstlich“ und „aufgesetzt“ ist. Allerdings widerspricht der Lyrics Inhalt vollkommen diesem Klang. Und dort stehen wir wieder genau bei Twenty One Pilots wie wir sie kennen. In diesem Song spricht Tyler darüber, wie er sich in die Situation hinein versetzt, seine Familie zu verlieren, und was es mit ihm macht.

Weiter geht es mit „Choker“ und „Shy Away“, Songs, die bereits zuvor veröffentlicht wurden und uns einen Vorgeschmack auf das Album gaben. Shy Away gab vielen das Gefühl, genau wie „Good Day“, aufgesetzt zu sein, während Choker an die Zeiten von Regional At Best erinnert.

„The Outside“ führt uns weiter in die Welt hinein, mit dem sofortigen Effekt, dass man denkt, man wäre in einem 80’s Videospiel oder Musikvideo. Oder in einem Musical, wo der Protagonist seine Tagesroutine „Semi-Automatic“ ablaufen lässt- Musikalisch wird hier die Gitarre rockiger, worauf wir alle Geduldig gewartet haben. Ein bisschen erinnert dieser Song an eine Gorillaz-Produktion.

Der nächste Song „Saturday“ wurde ganz spontan diesen Dienstag veröffentlicht. Auch hier befinden wir uns wie oben genannt in einer aufgesetzten Fröhlichkeit, während der Text doch sehr zu denken gibt. Hier sieht man jedoch wie begabt Tyler Joseph ist, musikalische Elemente gezielt zu verwenden und ein Spektrum an Möglichkeiten zu nutzen.

Ab jetzt kommen nur noch neue Songs, wie „Never Take It“, welcher ein absoluter Rocksong ist. Rockige, einfache, aber pregnante Riffs auf der Overdrive-E-Gitarre, eine eingängige Melodie und gesellschaftskritische Texte. Wie aus dem Lehrbuch, als wäre es ein Song der Rollings Stones. Und Stilmäßig ganz anders, als der Rest des Album. Langsam bekommt man das Gefühl, dieses Album versucht alle catchy Musikgenres der letzten Jahre aufzunehmen, und in ihre Welt zu interpretieren. Gewolltes Chaos?

„Mulberry Street“ ist ein Song, auf den viele gespannt waren, da es vom Titel her an ein Kinderbuch erinnert. Und musikalisch erinnert es auch an einen Song, der gut aus einem Kindermusical stammen könnte und neu interpretiert wurde. Diesmal kommen wir soundtechnisch dem ersten Song wieder näher. Inhaltlich fühlen wir wieder eine aufgesetzte Welt, die einer Broadway-Show ähnelt und „Zwischenfälle“ einfach weg lächeln.

Ein weiterer Rocksong wie er von Bon Jovi oder Oasis selbst stammen könnte, „Formidable“, welchen Tyler selbst auf der Ukulele im Q&A auf ihrer Website „geleaked“ hat. Hier spricht Tyler von einer Person, die er seit 13 Jahren begleitet und die er inzwischen fürchtet, obwohl er erst dachte, sie würden Angst vor ihm haben. Josh spielt passend die Drums ruhig, zeigt aber, dass er auch viel mehr Power kann, wie wir es auch eigentlich von ihm gewohnt sind.
Bisher waren die Songs aber noch nicht sehr Vorteilhaft um seine Fähigkeiten zu präsentieren…

In „Bounce Man“ erwartet uns eine kleine Überraschung, denn Jay Joseph, Tylers jüngster Bruder und neulich selbst Musiker, singt den Backing-Track. Musikalisch sind wir hier wieder im Bereich der Musical-Musik, mit einer super glücklichen Wirkung, sowie dem Inhalt, dass Wegrennen nicht dich schlecht macht, egal was du getan hast, aber man sich trotzdem fragt, was wirklich passiert ist. Man wird nicht beurteilt, aber möchte trotzdem wissen, was Sache ist. Auch hier, musikalisch gezielt mit vielen Elementen gespielt, wie einem Chor, aber wieder unvorteilhaft für unser Powerhouse Josh.

Der nächste Track ist mein persönlicher Favorit, der einen komplett neuen Vibe bringt. Hier haben wir einen direkten spürbaren Bezug zur TRENCH Storyline. Am Anfang ist ein dunkel-klingender Chor, der einen direkt an die Bischöfe denken lässt, die DEMA und unsere Jungs kontrollierten. „No Chances“ bringt Tylers Rap-Skills wieder mehr zum Vorschein, mit einer Omage an „Ode To Sleep“, wo, wie hier, zwischen dunklen Stellen, in denen Tyler rappt, als auch den Lichtblicken, in denen er singt, gewechselt wird. In den dunklen Stellen spürt man eine Drohung („WE COME FOR YOU; NO CHANCES“), mit starkem Bass, sowie tiefen Blasinstrumenten, während in den „Lichtstellen“ eine Akustikgitarre, Handperkussion und eine nette Bitte genutzt wird. Dort wird man wie von einer Mutter, die sich um einen Sorgt, nach Hause gebeten, („WE WANT YOU HOME IN ONE PIECE“), also der Anregung freiwillig „heim“ zu kommen.

Abschließend hören wir „Redecorate“, was sofort Instrumental an Minecraft erinnert. Es ist sehr entspannt, ein bisschen wie SEEED vom Klang her. Ein neues Genre, was sie hier aufgreifen und für sich interpretieren. Zum Teil löst es Erinnerungen an die Anfangszeit von Casper aus, sowohl vom Rapstil, als auch inhaltlich, wo zwei Menschen begleitet werden und zum Gehen, möglicherweise Tod, gezwungen werden, was in Bezug auf die DEMA Story, auch Sinn ergibt. Tyler spricht davon, was, wenn jemand stirbt, mit seinen Sachen passiert und dass er selbst, sein Zimmer vorher nochmal neu „gestalten“, bzw. aufräumen will und wie er ihn „hinterlassen“ möchte. Er möchte Leuten helfen Entscheidungen zu machen. Im Kontext der Band ist es die Message „Stay Alive“, also sich gegen Suizid zu entscheiden.
Und damit ist dieser Song auch der nähste zur Bandgeschichte, und gleichzeitig ein riesen Cliffhänger wie „Leave The City“ in TRENCH. Wir wissen nicht, ob der Protagonist dieser Story nun sterben muss, gehen muss, oder fliehen kann.

 

Zusammenfassend muss man sagen, dass wenn hinter diesem Album keine Story stecken würde, jeder Song an und für sich genial ist, allerdings weder „Twenty One Pilots“ wie wir es kennen ist, noch als Album musikalisch flüssig und bündig ist. Dazu ist es wensentlich kürzer als alle Projekte zu vor und mehr nach dem Lehrbuch gemacht, als einfach Musik zu spielen, ohne zu wissen was man tut, wie Twenty One Pilots begonnen hat. Ich fühle mich zwischen Broadway und Rocky Horror Show hin und her gerissen. Wenn ich es nicht besser wissen würde…

Es ist tatsächlich super Bündig mit dem Hintergrund, dass dieses Album nur Propaganda (SAI IS PROPAGANDA) ist, um unser Vertrauen zu greifen und die Clique nach DEMA zu führen. Jeden musikalisch anzusprechen und irgendwie das Interesse an GOOD DAY DEMA zu wecken und sie so in ihre Religion „Vialism“ zu führen. Somit auch dieses Album, vor dem Story-Hintergrund, von den Bischöfen kontrolliert wurde. Da die Bischhöfe allerdings alles kreative und frohe Ablehnen, jedoch so die Ziele abschrecken, ist es logisch, dass wir uns in einer aufgesetzten Welt nach Lehrbuch befinden, um dies zu überspielen. Genauso leben die „Insassen“ von DEMA in einer Scheinwelt innerhalb der Mauern. Darauf, so wie andere Theorien und Ideen gehen wir später tiefer und detaillierter nach der Livestream-Experience ein.

Ich bin sehr begeistert von diesem Album und der Welt, die Tyler und Josh weiter ausgebaut haben. Schade finde ich trotzdem, dass Josh’s Talent hier wenig Zeit zum Glänzen bekommt.
Hört es euch an und schließt die Augen. Nur wenige schaffen es, euch in gerade mal 37 Minuten, in eine Welt eintauchen zu lassen, die ihr komplett visualisieren und fühlen könnt.

Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Album, dem Livestream und sehen euch nachher um auf alle Theorien und Eindrücke einzugehen!

Fotocredit: Mason Castillo