[Record Review] Devil May Care - Echoes

Emotionsgeladen. Mitreißend. Für seinen Vater.

So lässt sich das zweite Album der Würzburger Post-Hardcore-Formation Devil May Care treffend beschreiben. Qualitativ wurde, verglichen mit der ersten Platte, noch einmal ordentlich eine Schippe draufgelegt.

Schon im ersten Song wird der Hörer mit voller Wucht von einer Wand aus Gitarren erfasst und umgehauen. Von da an wechseln sich eingängige, klar gesungene Refrains mit schweren Gitarrenriffs ab. Mal klingen etwas hoffnungsvollere Töne an, dann wieder dringt Wut, Schmerz und Verzweiflung in voller Härte durch. Ein eindrucksvolles Beispiel für letzteres ist der Song Odyssey, der einen direkt mitnimmt und das Leiden des Sängers mitfühlen lässt. Energiegeladen und mit mehr Tempo kommt der Track Our Hope daher, der genau wie Odyssey und L.I.A.R. schon vorher als Single erschienen war.

Track Nr. 10, der den Namen des Albums trägt, sticht besonders hervor. In der eher ruhigen Ballade findet der Schmerz über den Verlust einer geliebten Person Ausdruck – das Hauptthema des Albums. Die zentralen Themen, die Zerissenheit zwischen Loslassen und Weitermachen ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch das gesamte Album. Für mich alles in allem sehr überzeugend; man merkt der Scheibe an, das sie der Band einiges bedeutet. Meiner Meinung nach haben die Newcomer viel an Potential.

https://www.youtube.com/watch?v=zsqbYbJfvKM

Wir vom DisLike Magazine legen diese Band euch sehr ans Herz, vor allem wenn ihr gerne Bullet for my Valentine, Rise Against, Breaking Benjamin und alles in diesem Spektrum und etwas härter mögt, denn mit Echoes haben sie eine Platte würdig dieser Liga herausgebracht!

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Header Photo Credit: https://devilmaycare.band/


[Live Review] Pell-Mell Festival 2018

Datum: 31.08.2018 – 01.09.2018
Genres: Hardcore, Rock, Skapunk, Punk
Location: Obererbach, DE

Location [1,8 von 2]
Das Pell-Mell-Festival fand dieses Jahr wieder auf dem Sportgelände der Gemeinde Obererbach statt. Das Festivalgelände selbst war übersichtlich und familiär gehalten. Der Campingplatz war über eine abgesperrte Straße auch schnell und leicht zu erreichen und wie das Gelände sehr ordentlich. Ein kleines Minus stellt lediglich die Beschaffenheit des Bodens auf dem Festivalgelände dar, der schon sehr staubig war und aufgrunddessen man im Pit schnell nichts mehr gesehen hat.

Preise [2 von 2]
Die Preise für Getränke und Speisen reichten von 2-8 Euro und das Angebot war mit Klassikern wie Currywurst bis hin zu veganen Burgern und Crepes sehr vielfältig. Das Merch wurde von 12-45 Euro verkauft und die Qualität der Ware hat mit dem Preis übereingestimmt, daher volle Punktzahl.

Line-Up [2 von 2]
Das Line-Up war dieses Jahr wieder sehr vielfältig und mit Melodic Hardcore über Metalcore und Punk bis hin zu Crossover war für jeden Geschmack etwas dabei. Mit internationalen Größen wie DeezNuts und Madball, die diesjährigen Headliner, war trotz einiger krankheitsbedingten Absagen ein hochwertiges Bühnenprogramm gegeben.

Besucher und Mitarbeiter [1,8 von 2]
Die Stimmung in der Crowd war auch wieder echt geil, weit und breit keine Konzerttouristen und auch das Verhalten der Besucher im Pit war super korrekt. Die Veranstalter haben wir als kompetent und sympathisch erlebt. Die chronische Unter- bzw Nichtbesetzung des Sani-Zeltes hingegen stellt ein kleines Minus dar.

Sound [0,5 von 2]
Was den Sound anbelangt, haben wir allerding einige Kritikpunkte anzubringen. So gab es vermehrt Mikrofon- und Boxenstörungen sowie nervige Störgeräusche. Außerdem waren die Boxen am 2, Festivaltag deutlich lauter als am Ersten, wodurch die Soundqualität stark variiert hat. Liebes Pell-Mell, das könnt ihr besser!

Fazit [8,1 von 10]
Alles in allem trotz kleinerer Störfaktoren ein gelungenes Festival mit einzigartigem Character, auf das wir jetzt schon wieder hinfiebern!

Photo Credits: Michelle / morethandisarray