[Record Review] Bad Assumption - Angst

A dark cloud rises over me, manifesting as blight on my mind...
So schonungsloser Melodic Hardcore aus Münster findet sich nur bei Bad Assumption. Mit ihrem ersten Full-Length-Album Angst vermittelt die junge Band ganz klar, was der Titel verspricht. 
A New Start eröffnet mit emotionalen Lyrics und ohne Klargesang das Album. Dieses Muster der harten Riffs, der schnellen Drums und dem Abhandensein von ruhigen Passagen und Klargesang zieht sich bis etwas Mitte des Albums durch, wo The Hardest Part durch gefühlvollen und ausdrucksstarken Klargesang einen Bruch einleitet. Lyrisch betrachtet handelt es sich bei Angst um ein Meisterwerk, welches es schafft das Gefühl der Verlustangst, Angst vorm Leben, Ausweglosigkeit und Panik mitreißend in Worte zu fassen und für den Hörer erlebbar zu machen. Auch musikalisch werden diese Gefühle klar und deutlich vermittelt und spürbar. Dies wird nicht nur durch den Bruch in der Mitte des Albums, sondern auch durch die Umsetzung der ruhigeren Passagen mit mehrstimmigem Gesang, gefühlvollen Gitarren und einem nahezu gesprochenen Part deutlich. Wer emotional mitreißende Musik schätzt und ein Album sucht, dass mehr als nur Musik zum Autofahren ist, findet in Angst einen wahren Schatz.

https://www.youtube.com/watch?v=8_jYZLLJIco


[Live Review] Neuborn Open Air Festival 2019

Datum: 23.08.2019 - 24.08.2019
Genres:  Metal, Metalcore
Location: Wörrstadt, DE

Location [1,5 von 2]:

Die Anfahrt ist simpel, da der Parkplatz gut zu finden und markiert ist. Die Entfernung zwischen Park- und Campingplatz ist zwar kurz, aber unbequem zu laufen, was jedoch dadurch ausgeglichen wird, dass das kurze Halten zum Ausladen vor dem Campground erlaubt ist. Ein absoluter Pluspunkt ist das Schwimmbad in der Nähe des Festivals, denn den Besuchern des NOAF ist die Möglichkeit gegeben das Freibad mit all seinen Vorzügen (Duschen (20ct), Toiletten, etc) kostenlos zu nutzen. Zwanzig Minuten Fußweg, die sich wirklich lohnen. Das Festivalgelände ist wirklich leicht zu erreichen, der Fußweg ist bequem und kurz, jedoch ist leider nur wenig Schatten gegeben, was bei den dieses Jahr extrem hohen Temperaturen etwas unpraktisch war.

Sound [2 von 2]:

Der Sound war 1 A abgemischt, es gab keinerlei Probleme oder Störungen und die Lautstärke war angenehm. Die Tontechniker haben wirklich ganze Arbeit geleistet.

Crowd und Mitarbeiter [1,5 von 2]:

Die Crowd hat sich benommen und die Stimmung war wirklich gut. An den Essensständen waren die Mitarbeiter zwar gut organisiert, zwischenzeitlich jedoch etwas unterbesetzt, was des Öfteren zu langen Wartezeiten führte. Die Securities waren sehr freundlich und zuvorkommend, der Herr an der Bändchenausgabe vor dem Gelände jedoch unfähig. Sein Handeln führte dazu, dass einige Besucher das Gelände nichtmehr ohne Ticket betreten durften, da sich die, nicht ordnungsgemäß geschlossenen Plomben der Festivalbändchen, bei der Kontrolle durch die Securities gelöst werden konnten.

Line-Up [2 von 2]:

Die Kombination der Bands war sehr gut und alle gewählten Genres harmonierten gut miteinander.
Für Benediction, welche Probleme bei der Einreise hatten, weswegen sie nicht pünktlich zu ihrem Auftritt erscheinen konnten, wurde schnell ein lokaler Ersatz gefunden. Somit gab es keinen Leerlauf und das Festival konnte wie geplant fortgesetzt werden. Wirklich toll war auch, dass Benediction ihren Auftritt nach dem eigentlichen Headliner (Amorphis) nachholen durften. Somit wurde niemand enttäuscht, der beispielsweise nur für diese Band angereist war.

Preise [1,5 von 2]:

Der Ticketpreis ist bei solchen Headlinern absolut gerechtfertigt. Das Bon-System war sehr gut organisiert, da man nur 10€ Wertkarten kaufen konnte was für eine Mahlzeit und ein Getränk inklusive Pfand reichte. Den Restwert der Wertkarte bekam man wieder ausgezahlt, auch die Abgabe der Pfandbecher war noch lange nach Ende der Konzerte möglich. Die Preise für die Getränke waren echt fair (z.B. 0,5l Cola, Limo 2€, 0,4l Bier 2,50€), ebenso das Pfand (2€) für die schicken Plastikbecher. Der Pfand wurde immer ausgezahlt oder entsprechend verrechnet. Das Essen war  teilweise etwas überteuert, aber immer noch fairer bezahlt als auf manch anderen Festivals (z.B. 2x Kartoffelpuffer 4€, Schwenkbraten mit Pommes 5,50€).

FAZIT [8,5 von 10]:

Das NOAF ist ein wirklich gut organisiertes und durchdachtes Festival mit klasse Line-Up und einer tollen Location. Das Preisleistungsverhältnis ist teilweise zwar verbesserungswürdig, ebenso die Menge der Mitarbeiter, doch alles in allem lohnt sich dieses Festival wirklich für jeden Metal- und Metalcorefan. Eine absolute Empfehlung, sowohl für Festival-Anfänger, als auch Profis die familiären Festivalcharme mögen.

Photo Credits: Michelle // morethandisarray


[Live Review] AstA Campus Festival Saarbrücken 2019

Datum: 15.06.2019

Genres: Punk, Hip-Hop, Techno

Ort: Saarbrücken, Uni Campus Nord

Location [1 von 2]:
Der Campus Nord ist gut erreichbar, auch die Anreise mit dem ÖPV wäre nicht schwer gewesen, jedoch nur für Leute, die sich in Saarbrücken und Umgebung auskennen. Die unklaren Aussagen zum Veranstaltungsort (der Campus ist in Stücken ist über ganz Saarbrücken verteilt) erschwerten die Anreise ebenso. Die Parksituation war gut und übersichtlich, da das große Parkhaus der Uni kostenlos genutzt werden konnte. Man versuchte durch Hüpfburg-Parcoure und Schaumkanonen, die mehr schlecht als recht funktionierten, und einem kleinen Babypool, das Gelände bis zum Rand auszunutzen.

Sound 
[0,5 von 2]:
Durch die vielen Bühnen auf so geringem Platz gibt es leider Einiges zu kritisieren. Die Rock Stage war ok abgemischt, das Schlagzeug war hier etwas zu prägnant. Störend war hier allerdings eindeutig, dass die Musik der UNO Stage und der Club Area im Hintergrund zu hören war. Die Electro Stage war soundtechnisch sehr gut, aber die UNO Stage (Main Stage) war katastrophal abgemischt. So lief beispielsweise während dem Intro eines Künstlers andere Musik über die selben Boxen, die Boxen übersteuerten mehrfach und, wie zuvor auch schon kritisiert, war auch hier die Musik der anderen Bühnen zu hören.

Besucher und Mitarbeiter
 [0,8 von 2]:
Es war äußerst schwer im Voraus Auskunft über Ticketpreise, Pressedetails und Ähnliches zu erhalten und jemanden zu erreichen. Die Crowd war ein bunt gemischter Haufen, der zwar etwas Anlaufzeit brauchte, aber letztlich doch motiviert mitfeierte. Die Mitarbeiter an den Ständen waren sehr freundlich, während die Security blind für Fehlverhalten und Dreistigkeiten war. Eine Bandverspätung von einer Stunde blieb unkommentiert und ist auch ein klarer Minuspunkt.

Line-Up
 [1,5 von 2]:
Es ist für Jeden etwas dabei und die Genres harmonieren untereinander teilweise gut miteinander. So passten zum Beispiel die gewählten Hip-Hop Acts sehr gut zu den Punk Bands. Alle drei Genres auf einem Gelände sind jedoch etwas zu viel. Dafür waren die Individuellen Acts sehr gut gewählt und für viele Fans von Genetikk oder Pascow das Festival ein Schnapper.

Preise
 [1 von 2]:
Der Eintrittspreis von 10€ an der Abendkasse ist vollkommen legitim, die Getränkepreise sind recht durchschnittlich, jedoch nicht unbedingt studentenfreundlich (über 3€ für ein kleines Wasser). Dadurch, dass das Essen von externen Streetfoodtrucks angeboten wurde, variierten die Preise stark. So kostete ein Crepes mit Zucker 3,50€, während ein Pulled Pork Burger nur 6€ kostete.

FAZIT [4,8 von 10]:
Man merkte, dass Mühe reingesteckt wurde, das Ergebnis war jedoch leider nicht überzeugend. Vielleicht hätte man nicht versuchen sollen, alles was geht rein zu packen, sondern sich auf das gelingen einzelner Komponenten fixieren sollen und wirklich den Spaß zu liefern, den das Konzept des Festivals bietet.

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Record Review] Siamese - Super Human

I feel to little and think to much, caught in the middle, feeling out of touch...

Die Dänen von SIAMESE nehmen uns auf ihrem neuen Album "Super Human" mit auf eine emotionale Reise durch ihre musikalische Vielschichtigkeit und zeigt dabei keine Scheu untypische musikalische Elemente zu verwenden.
Neben den, im Metalcore klassischen, harten Riffs kommt in manchen Songs (z.B Ocean Bed) eine orchestral anmutende Stimmung auf, während kurze R&B und Techno Elemente, wie zum Beispiel in You`re Not Alone, unerwarten Schwung mit sich bringen. Ehrliche, emotionale, teilst anklagende Lyrics über seelische Probleme, das Betrogen und Verlassen werden oder Selbstfindung bilden eine perfekte Symbiose mit dem Abwechslungsreichtum der Melodien und könnten so fast den Soundtrack einer Biographie bilden.

Es wird kein Blatt vor dem Mund genommen und genau das macht das Album, gemeinsam mit seiner musikalischen Varietät, zu einem absoluten Meisterwerk, was ich allen, nicht nur den Fans des Metalcore, ans Herz lege.

https://www.youtube.com/watch?v=lYWJAcDFTDc

Header Photo Credits: Starkult Promotions Anfragen


[Record Review] Clowns - Nature/Nurture

But if you said you were cold, I'd set myself on fire...

Die Dame und die Herren von Clowns aus Melbourne (AUS) hauen mal wieder richtig rein und tragen mit ihrem neuen Album Nature/Nurture wieder ein grandioses Stück zur Punkgeschichte bei.

Euch erwarten rohe, gnadenlose Gitarrenriffs und ehrlich emotionale Vocals  verpackt in unendliche Power. Kleine Soundspielereien, wie zum Beispiel in den Songs Prick oder May I Be Exhumed_ , werten das Album  noch weiter auf, nehmen ihm aber nicht den rotzigen Charme. Eine ruhigere Ausnahme bildet I wanna feel again, wobei  der anfängliche Schein hier eindeutig trügt. Der Umschwung von sanften Passagen zu harten Riffs gelingt auf dem gesamten Album extrem gut und fließend.

Female Vocals verleihen einigen  Passagen eine besondere, teilweise ruhigere Wirkung, doch auch Hanny J (Bass, Vocals) stellt abschließend noch einmal ihre stimmliche Power unter Beweis, was in Kombination mit den exotischen Klängen Nurture zum perfekten Abschluss des Albums macht.

Eine absolute Empfehlung für jeden Punkfan!

https://www.youtube.com/watch?v=J8MkivW5eu8

Header Photo Credit: Photo By Ian Laidlaw