[Record Review] The Ghost Inside - Self Titled

From The Ashes Brought Back To Live!

Mit diesem Satz beginnt das Intro 1333, sowie das komplette Album der Band The Ghost Inside, die ihren ersten Release, seit dem tragischen Busunfall, am Freitag, dem 5.6.2020 hat.

Sie wollen nach eigenen Angaben weder den Busunfall Revue passieren lassen, noch die Band sein, die einen Unfall hatte. Und das merkt man das ganze Album lang. Es geht vielmehr darum, zu zeigen, dass sie wieder aufstehen, sie nichts kaputt macht, und noch stärker geworden sind. Mit Still Alive wird dieses Gefühl von Anfang an übermittelt. Dazu geht es viel darum, an sich selbst zu glauben, wie in The Outcast klar gezeigt wird, aber auch zu erkennen, dass Zeit endlich ist und man Chancen nicht vergehen lassen sollte.

Dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Album, wie in Overexposure, bei dem wir alle mal herabfallen, aber man das nicht über sich kommen lassen soll, und es darauf ankommt, wie und dass man weiter macht. In Make Or Break soll man erkennen, mit sich selbst zurecht zu kommen und man nicht an der Stelle eines anderes sein sollte. Man soll seinen eigenen Kampf schaffen, alles macht einen Stärker, jeder Stein in deinem Weg. Emotional ergreifend ist auch Unseen, was euch Verständnis zeigt, wenn ihr nicht mehr weiter wisst und alles anzweifelt.

Phoenix Arise ist ebenfalls ein sehr starkes Lied, bei dem es darum geht, die Mauern, die man durch schlimme Ereignisse aufgebaut hat, durchbrechen soll, um wieder weiter zu kommen, man sich nicht darin vergeben soll, da man sonst nicht weiter kommt. Man ist stark genug ohne diese Mauer zu überleben, selbst wenn man einfach drauf los geht und nicht sieht, wohin. Auch mit Begin Again wird wieder das Thema des Albums aufgegriffen, "There is always a way out" und das sollte man sich immer im Hinterkopf behalten.

Zum Abschluss hören wir Aftermath, welches ein sehr emotionales Gefühl von Anfang an aufbaut und direkt ergreift. Es spiegelt Zweifel wieder, die jeder im Leben hat, ob einfach weiter machen richtig ist, wo dein Licht hin ist. Aber es geht weiter, dein Herz schlägt weiter.

Lyrisch merkt man, dass die Band mit viel zu kämpfen hat und hatte, aber das sie sich dadurch nicht definieren lassen wollen. Wir denken, dass dies auch der richtige Schritt ist, um stärker zu werden. Es nicht ignorieren, aber akzeptieren und das beste daraus machen.

Musikalisch ist das Album im bekannten TGI - Hardcore - Stil gehalten, man würde gar nicht merken, dass die Band an ihren Körperteilen stark einbüßen mussten, sowie der Sänger mit seinem Brustkorb Probleme bekommen hat. Es ist die allbekannte Qualität, die Stärke ausstrahlt und Mut jedem gibt, weiter zu machen, egal wie schwer das Leben ist. Mit Clearvocals in verschiedenen Liedern wird das Album zu einem wirklichen Ohrenschmaus und wir können euch wirklich ans Herz legen, dieses Album, in jeder situation zu hören, in der ihr steckt. Geht es euch schlecht, wird es euch hochziehen, geht es euch gut, macht es euch stärker zu erkennen, wie ihr dieses Gefühl aufrecht erhaltet, ohne dabei anderen zu schaden.

Alles in allem ist dieses Album ein wirklich gelungenes Werk, mit allem was man braucht. Emotional ergreifend, Stark, Motivierend. Wir werden es auf jeden Fall auf Dauerschleife hören!

 

Songs: 11
Genre: Hardcore
Duration: 39:04 min

 

https://www.youtube.com/watch?v=4CdFBfKMAU4

 

PhotoCredits: Jonathan Weiner


[Interview] STILL EMO Apparel

Ein Clothing-Label entstanden während der Corona-Pamdemie, selbstgezeichnete Motive und eine Message: STILL EMO. Das schnell entstandene Label stellen wir euch hier vor mit einem Interview mit Gründer Nico.

Wie ist dein Label entstanden?

 Ich hatte in der Corona Zeit den ein oder anderen Emo Throwback und hab an die guten alten Tage gedacht, an den man noch so unbeschwert war. Ich hab mich irgendwann mal gefragt ob es auch andere da draußen gibt die solche Emothrowbacks haben und im Herzen immer noch ein bisschen Emo sind. Da kam mir dann auch die Idee mit dem Namen still emo. Um den Namen haben ich dann alles drumherum aufgebaut. Der „Spruch“ still emo war quasi die Ursprungsidee auf der alles basiert.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Wichtig ist mir natürlich das die Leute sich mit den Sachen ein bisschen identifizieren können und sie vielleicht dadurch auch den ein oder anderen schönen Throwback bekommen. Zudem ist mir die Qualität der Shirts sehr sehr wichtig. Jedes einzelene ist Vegan, Bio & Fairtrade und von mir mit viel liebe gedruckt. 

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?

Ich glaube mein Stil ist einfach ein bisschen Emo 😀 Wer positive Sprüche auf Shirts sucht ist hier falsch. Hier kannst du eher zeigen das das Leben auch einfach mal scheiße ist haha

Was können wir von der ersten&neuen Kollektion erwarten?

Komplett unterschiedlichen Design und Ideen. Ein paar Shirts sind mit Bildern ein paar nur mit Text. Für jeden Geschmack ist hoffentlich erwas dabei. Zwei Sachen sind zudem von mir handgezeichnet und von meiner Freundin am IPad überarbeitet. Bei der neuen Kollektion werden neben neuen Motiven auch longsleeves und hoodies kommen. Und dann mal gucken was so passiert 😀

Welches ist dein liebstes Stück der Kollektion? Worauf bist du am meisten stolz?

Ich glaube am meisten stolz bin ich tatsächlich auf das hate und das romance is dead Shirt, einfach weil sie von mir selber gezeichnet worden sind. 

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?

Kurz und knapp. Das Leben ist nicht immer perfekt. Es ist ok mal zu sagen das Leben ist scheiße und sich hin und wieder ein bisschen „Emo“  zu fühlen. 

Was ist dein Ziel mit diesem Label? Wo möchtest du gerne hin?

Ein richtiges Ziel habe ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich lass mich einfach überraschen was die Zukunft so bringt. 

Lieblingstattoo?

Mein Dolch + Schlange auf dem Bauch und meine Blumen auf den Brustbeinen. 

Lieblingsbands?

Zurzeit sind das Alazka, Holding Absence, Obey the brave, Sin Davis, Apache 207 & Capital Bra 

Lieblingsvideospiel?

Fortnite 

Lieblingsfestival?

Rock am Ring 

Lieblingsklamottenlabel?

Anker ohne Grund & The Kids we Lost 

Lieblingssong/Album?

Young, wild & free – Wiz Khalifa feat. Snoop dogg 

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest?

Bleibt alle gesund und passt auf euch auf 🖤


[Interview] RANDOM Clothing

Jedes Stück ein handgemachtes Unikat, mit der Message, dass du sein kannst, wer du sein willst, und dies okay ist. Udo von RANDOM CLOTHING erzählt hier alles, was ihr zu seinem Label wissen müsst.

Wie ist dein Label entstanden?

Naja bis zum dem Label wie es nun ist, habe viele Ereignisse mitgewirkt. Die Idee war schon ziemlich führ da, vielleicht vor 4 oder 5 Jahren. Es sollten Shirts sein, die mehr haben als nur ein Print auf Vorder- und Rückseite, wie es vor allem bei Band Merchandising oftmals der Fall ist. Bis zum ersten Shirt hat es dann auch gar nicht lange gedauert. Damals habe ich mir töricht, kurzer Hand Stoff gekauft, sowohl mit Muster, als auch einfarbig und habe daraus ein T-Shirt genäht. Die Vorlage war eines meiner damaligen Lieblingsshirts und mein Arbeitsplatz war bei meiner Oma im Nähzimmer unter dem Dach. Für das erste selbst genähte Shirt war ich zufrieden, klar waren die Nähte krumm und der Schnitt hier und da etwas unsauber, aber die Idee war klar und das Design hat mir gefallen.
Nach dieser Vorgehensweise habe ich dann weitere Shirts, zunächst für mich und später auch für Freunde gemacht. Da jedoch meistens ein ganzer Sonntag für ein T-Shirt drauf ging war mir auch schnell bewusst, dass ich so nicht sinnvoll weitermachen kann.
Die Suche nach einer Alternative, irgendwo zwischen langweiligen Rohlingen und selbst genähten Shirts, hat dann sehr lange gedauert. Da ich den Schnitt der Shirts und Hoodies selbst bestimmen wollte, brauchte ich jemanden, der mir die Shirts herstellen kann. Eine Produktion von einer Fremdfirma mit einem eigenen Schnitt war jedoch durch die hohen Abnahmemengen schlicht zu teuer. Irgendwann habe ich eingesehen, dass ich um Rohlinge nicht herumkomme. Nach langer Suche habe ich dann welche gefunden, die in Punkto Nachhaltigkeit, Qualität und Design meinen Ansprüchen genügten.
Nun habe ich mit verschiedenen Techniken versucht ein Design zu finden, mit dem jedes Shirt etwas Einzigartiges bekommt. Meine erste Kollektion wurde geboren. Zunächst wieder nur für mich selbst, doch ich war schnell von dem Design überzeugt und habe dann, Anfang 2019 beschlossen, mit Website und Social Media Accouts zu starten und das Ganze ernst zu nehmen.

Wenn du dein erstes Design mit deinem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?

Naja, also bisher haben sich meine Designs nicht sonderlich verändert, da ich auch erst begonnen habe. Im Grunde versuche ich verschiedene Methoden aus die Textilien zu bearbeiten und zu gestalten. Bei den ersten Designs habe ich hauptsächlich mit Bleichmittel auf schwarzen Textilien gearbeitet. Bei den darauffolgenden Designs habe ich mehr mit Textilfarbe auf hellem Stoff gearbeitet. Es sind bisher einfach verschiedene Verfahren, die ich benutze und Methoden die ich ausarbeite um ein besonderes Design zu bekommen. Bei der aktuellen Kollektion verwende ich nun auch Siebdruck. Aber auch Patches oder Sprühfarben sind schon bei einigen Prototypen zum Einsatz gekommen. Viel Dinge die ich noch austesten muss, auch was die Langlebigkeit angeht. Aber man darf auf jeden Fall gespannt bleiben. Ich habe noch viele Ideen im Kopf.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?

An meiner Arbeit ist mir vor allem das Produkt selbst wichtig. Jedes Shirt ist bisher etwas anders und im Prinzip ein Unikat. Das ist mir schon wichtig, um auch zu zeigen, dass es nicht nur ein “perfekte” Lösung gibt, sondern alles und jeder auf eine bestimmte Art und Weise “perfekt” ist. Das was es einzigartig macht, das was es zu deinem Shirt macht und nicht zu irgendeinem Shirt, wie es jeder haben kann. Dennoch ist dabei die Qualität an erster Stelle. Diese wird durch die Qualität der Rohlinge und durch die hochwertigen Produkte gesichert. Edle Farben, Labels und Materialien zeigen, dass es sich um hochwertige Kleidung handelt.
Bei der Arbeit selbst ist es mit einfach wichtig, dass ich frei und konzentriert arbeiten kann. Das ich den Spaß nicht verliere und auch immer das Ziel im Kopf behalte.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?

Puhh, ich bin nicht sonderlich bewandert mit den Bezeichnungen in der Modewelt. Ich mach das mir selbst gefällt. Vielleicht kann man den Stil als Grunge, Alternativ oder ähnliches betiteln. Ob das stimmt weiß ich leider auch nicht.

Was können wir von der neuen Kollektion erwarten?

Die aktuelle Kollektion ist noch nicht so lange her. Dort habe ich mit Siebdruck und metallischen Farben gearbeitet. Als nächstes sind einige weitere Einzelstücke geplant, bei denen ich verschiedene Sachen mit Patches, verschiedenen Farben, Bleichmittel und den aktuellen Motiven austeste. Ich versuche auch andere Labels und Künstler zu featuren und gemeinsam neue Designs zu erstellen. Außerdem werden auch ganz neue Produkte im Sortiment erscheinen Jeansjacken, Bauchtaschen, Snapbacks, und so weiter. Danach geht’s dann an neue Designs für die nächste Kollektion.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?

Tatsächlich steckt hinter dem ein oder anderen Stück eine mehr oder weniger direkte Aussage oder Botschaft. Allgemein ist mit aber das Design wichtiger und sollte im Vordergrund stehen. Das gesamte Statement hinter Random Clothing ist, dass es ok ist anders zu sein. Man muss nicht dem Mainstream folgen, wenn es einem nicht gefällt. Man darf seinen eigenen Weg gehen und muss sich dafür nicht rechtfertigen, schämen oder sonstiges.
Ein konkretes Beispiel ist das “SadRoses Shirt”. Es trägt ziemlich prominent den Aufschrift „no doubt“ auf der Brust. Dabei geht es darum, dass man oft daran zweifelt, was man tut, was man trägt oder welche Meinung man hat. Aber wenn man von etwas überzeugt ist darf man sich nicht gleich davon abbringen lassen und man muss lernen, dass man keine Zweifel daran haben darf. Jeder hat das gleiche Recht auf seine Meinung. Es gibt kein Falsch und Richtig. Wenn es sich richtige anfühlt und für dich funktioniert, dann darfst du dir von Niemandem etwas anderes einreden lassen.

Lieblingstattoo?

Joa schwierige Entscheidung, ich habe gerade zwei Tattoos die gleich auf sind. Einmal der Klassiker, eine Rose auf dem Oberarm und ein Streifenhörnchen seitlich auf dem Oberkörper. Ich bin mit beidem überglücklich und ich freu mich auch schon auf weitere.

Lieblingsbands?

Zum Glück habt ihr den Plural gewählt, es ist wirklich schwierig bei dieser Auswahl an unglaublich guten und professionellen Bands mit teilweise sehr berührenden oder brutalen Song, die besten herauszusuchen.
Hier vielleicht einfach mal einige die ich zurzeit besonders Feiere.
The Oklahoma Kid, Imminence, Deez Nuts, Exorcised Gods und Qoiet

Lieblingsvideospiel?

Das hab ich tatsächlich schon länger nicht mehr praktiziert. Aber wenn ich dann doch mal Zeit haben sollte, dann kann’s eigentlich nur der klassische Halo Abend mit den Besten sein. <3

Lieblingsfestival?

Ich darf hoffentlich bald mein 10 jähriges Jubiläum auf dem Summer Breeze und dem Taubertal feiern, das sind schon gute Festivals. Allerdings habe ich in den letzten Jahren auch viele kleinere Festival besucht, wie z.B. das Fallen Foretress oder Sun Storm Open Air, was mit wirklich gut gefallen hat.

Lieblingsklamottenlabel?

Ich war eigentlich großer Fan von Cheap Monday, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Eine andere Marke, die sich bei mir zwischen die ganzen Bandshirts geschlichen hat ist THFKDLF, die einfach cool Designs raushauen. Generell liebe ich aber auch einfach frisches Zeug von lokalen Labels wie Polarschwarz.

Lieblingssong/Album?

Das Album Atlas von PWD ist eines der besten. Weitere gute Alben sind ‚Almost Heaven‘ von ‚The Dead Lay Waiting oder ‚Solarray‘ von The Oklahoma Kid. Lieblingssong, wahrscheinlich blink-182 Adam’s Song.

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest?

Naja was soll man sagen, ich freu mich über jeden der das hier überhaupt bis zum Schluss gelesen hat und meinen Worten Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt hat. Liebe geht raus.

 

Die Fotos hat uns Udo von Random Clothing zur Verfügung gestellt.


[Interview] Chiefland

Achim von Chiefland spricht für euch im Interview über das Anfang letzten Jahres erschienene Album “Wildflowers”, erklärt die Bedeutung von Poetry für ihre Lieder und beschreibt für euch den Verlauf des Stils der Musik. Dazu erfahrt ihr wie Chiefland den Shutdown nutzen und worauf ihr euch dieses Jahr noch freuen könnt. Findet das und vieles mehr im Interview mit Chiefland!

Stell dich/euch doch einmal unseren Lesern vor:
Wir sind die Band CHIEFLAND und spielen einen Mix aus Post-Hardcore und Talk-Rock-Elementen, wie man ihn zum Beispiel von La Dispute, Listener oder den frühen Being As An Ocean kennt. Insgesamt sind wir zu viert und kommen aus vier verschiedenen Städten (Göttingen, Braunschweig, Leipzig, Lüneburg), proben aber in der Nähe von Göttingen. Wir haben 2015 eine EP rausgebracht, letztes Jahr unser Debüt-Album veröffentlicht und zwischendrin natürlich viel gespielt. Derzeit arbeiten wir auf Hochtouren an neuen Songs. Irgendwie muss man die Zeit zu Hause ja sinnvoll nutzen.
Wie ist euer letzter Release entstanden? Writing-Prozess, Inspiration usw. Gerne erwähnen. 
Unser aktuelles Release "Wildflowers" entstand über mehrere Jahre hinweg. Insgesamt haben wir uns seit unserer EP fast vier Jahre Zeit gelassen mit dem Album. Daher haben sich auch die Songs organisch über den Zeitraum hinweg ergeben. Uns war wichtig, so viele wie möglich davon schon einmal vorab live zu testen, um uns sicher zu sein, in welcher Form sie aufs Album kommen sollen. Inspiriert hat uns während des Writings vor allem die Tatsache, dass sich in unserem Leben einiges geändert hat. Wir sind zum Beispiel in verschiedene Städte gezogen zum Arbeiten und Studieren. Von daher ist es am Ende ein Album über das Erwachsenwerden geworden. Das hat sich für uns zu dieser Zeit definitiv sehr real angefühlt.
Wie hat sich euer Stil entwickelt? 
Unsere musikalischen Einflüsse durch Bands wie Touché Amoré, La Dispute, Listener oder Defeater sind sehr eindeutig. Für uns steckt in dieser Art von Post-Hardcore unglaublich viel Kraft. Seit Beginn der Band integrieren wir auch Spoken Words in unsere Songs. Die passen sehr gut in leise Teile. Wenn man einen roten Faden in unserem Stil suchen möchte, dann ist es wohl das Auf-und-Ab zwischen laut und leise. Das verleiht den Songs ihre typische Dynamik. Uns gibt dieser Stil sehr viel, weil wir es lieben, an bestimmten Stellen einfach auszubrechen. So erzeugen die Lieder ihre Emotionen.
Können wir bald neue Musik erwarten, und wenn ja, was können wir davon erwarten?
Derzeit nutzen wir den Shutdown und sind zu Hause produktiv. Wir haben bereits einige neue Ideen geschrieben und werden damit auch in absehbarer Zeit ins Studio gehen. Ein ganzes Album wird es 2020 zwar noch nicht, doch wollen wir vielleicht mit einer Single schon einmal andeuten, in welche musikalische Richtung wir uns entwickeln. Wir wollen das Typische bewahren, aber auch Neues ausprobieren und insgesamt breit gefächerte Songs schreiben.
Was ist das peinlichste, was euch jemals auf der Bühne passiert ist?
Peinlich ist es natürlich immer, wenn man sich verspielt. Meist hören jedoch nur wir das. Haha! Wir hatten bei einer unserer ersten Shows mal das Malheur, dass ein Gitarren-Amp abgeraucht ist. Das war insofern peinlich, als wir auf die Schnelle improvisieren mussten und die Leute vor der Bühne leider warten mussten.
Was ist das peinlichste, was ein Fan jemals getan hat?
Puh, da fällt uns gar nichts wirklich ein. Um ehrlich zu sein achten wir da auch gar nicht so drauf und sind eher dankbar für jede*n, der/die nach der Show oder auch über Social Media mit uns schnackt.
Womit verbindet ihr das Poetry schreiben?
Kleinere Gedichte oder Notizen sind wirklich der Kern unser Songs. Corwin, unserer Sänger, hat immer ein Notizbuch dabei, in dem er konstant über Dinge schreibt, die ihn bewegen. Daraus entstehen dann die Lyrics zu unseren Songs. Meist ergibt sich ann wie beim letzten Album ganz natürlich ein Thema.
Was würdet ihr gerne von Grund auf neu gestalten?
Die Gedanken einiger Menschen, die zum Beispiel andere aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung verurteilen. No borders, no binaries!
Jetzt unsere Standard Fragen: Liebling….
Tattoo(-Artist)?
Robert Mauermann (Bold 'n Solid, Göttingen)
Nick Corbett (Sorry Mom, Braunschweig)
Videospiel?
Fifa
Band/Artist?
Das variiert andauernd. Haha! Wenn es um All-Time-Favourites geht, dann sicherlich Touché Amoré und La Dispute. Derzeit haben wir alle aber noch viele Ohrwürmer im Kopf von der gemeinsamen Tour mit Marathonmann.
Album/Song?
Tame Impala – Currents
Independent Clothing Brand?
Findelkind Clothing. Victor, ein guter Freund von uns, betreibt dieses Label. Checkt es mal aus!
Festival?
Als Band eigentlich jedes, das wir bisher gespielt haben, da die Stimmung und der Charme immer einzigartig waren.
Das beste, was 2019 geschehen ist/ du/ihr erlebt hast?
Wir hatten letztes Jahr einen Besetzungswechsel: An den Drums ist Justus dazugekommen. Das hat auf Anhieb gepasst und der Band sehr gut getan. Außerdem haben wir 2019 unser erstes wirklich größeres Festival in Karlsruhe gespielt. Das war eine tolle Erfahrung für uns und hat den Festivalhunger auf jeden Fall geweckt!
Letzte Worte?
Haltet zusammen in dieser schwierigen Zeit, gebt aufeinander Acht und supportet Euch gegenseitig. Stay safe!

[Interview] Fräulein Kunst und Tinte

Wie Susi gegen die Erwartungen ihrer Eltern und ihres Opas, aus einem Spaß heraus ihren Beruf fand und warum ihr ein Kunde in ihrer Ausbildung vom Stuhl gekippt ist erfahrt ihr im Interview mit Fräulein Kunst und Tinte.

Stell dich einmal kurz vor! 
Mein Name ist Susi und unter dem Künstlernamen Fräulein Kunst & Tinte verschönere ich seit mittlerweile 6 Jahren die Astralkörper der Leute. Mit 19 Jahren „irgendwie da rein gerutscht“ habe ich darin meine Passion gefunden und sehe mich seitdem selbst weniger als Dienstleister, sondern mehr als freien Künstler der zusammen mit den Menschen, in allen Ecken ihres Gehirns, nach individuellen Motivideen sucht. Zusammen mit meinem Mann Markus ( Sio Motion // The Desaster Area ) habe ich im August 2015 ein eigenes Atelier in Jena eröffnet, dass uns Beiden genug Raum bietet sich kreativ auszutoben. Ansonsten gibts nicht viel über mich zu sagen: ich essen gerne und viel, bin ne typische Catmom und streame Games auf Twitch.tv – alles Sachen denen ich während der derzeitigen Covid-19 Arbeitssperre für Tätowierer besonders viel Aufmerksamkeit schenken kann.

Wie kamst du zum Tätowieren?
Nachdem ich mit 18 Jahren mein Abitur gemacht habe, wusste ich irgendwie nicht so richtig wohin mit mir. Vor allem mein Opa war mächtig stolz und hat mich schon als erste studierte in der Familie gesehen, aber ich konnte mich nicht so recht seinen Wünschen nach einem Studium beugen. Die Aussicht darauf die nächsten Jahre weiter die Schulbank zu drücken, schienen mir nur wenig attraktiv. In der Zeit habe ich mich auch das erste Mal tätowieren lassen, woraufhin 3 weitere Tattoos in einem Monat folgten. Ich hab immer schon gerne gezeichnet und mich mit meinem damaligen Tätowierer auch gut verstanden, weshalb ich da irgendwie so reingerutscht bin. Der richtige Startschuss fiel allerdings als mein Paps unbedachterweise sowas äußerte wie „Wenn du dich weiter so viel tätowieren lässt, dann nimmt dich kein Arbeitgeber mehr. Da kannste nur noch selber sowas machen.“ Fanden meine Eltern am Anfang gar nicht so prickelnd, dass ich das ernst genommen und mir ein Studio gesucht habe, welches mich ausbildet.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Das Wichtigste für mich ist es individuelle Motive zu designen. Ich kann die Leute nicht verstehen die mit nem gegoogletem Tattoobild zu nem Artist rennen und dieses 1 zu 1 auf ihre Haut übertragen haben wollen.. Alle wollen immer einzigartig und auffallend besonders sein, weshalb ich mich Frage: Wo ist da der Sinn?
Ansonsten will ich einfach nur ne coole Zeit haben, ich betrachte es als Ehre, dass so viele Menschen zu mir kommen und meine Kunst unter ihrer Haut wertschätzen. Ich kann nur hoffen, dass es für immer so bleibt.

Erzähl uns von deiner lustigsten oder komischsten Kundenstory!
Ich habe während meiner Ausbildungszeit mal Jemandem einen Gapfiller zwischen die Schultern verpasst. Der Typ war ungelogen so breit wie er hoch war, ein richtiger Schrank. Schon gut zutätowiert, hat er auf mich gewirkt wie ein riesiger Koloss.
Ich hatte ihn damals auf einen normalen Stuhl gesetzt, weil mir das vollkommen ausreichend erschien. Ich war also guter Dinge, bis er immer wieder langsam begann sich nach vorne zu beugen. Ich fragte ob alles okay wäre und sagte, dass er nicht immer vor mir wegrutschen dürfe. Er entschuldigte sich und betonte wie angenehm das Gefühl sei, nicht zu vergleichen mit anderen Stellen wie zb die Schienbeine.. Tja, es hat jedenfalls nicht lange gedauert bis dieser riesige Typ mir einfach vornüber wegkippte. Einfach weggetreten. Das dumpfe Geräusch beim Aufprall werde ich nie vergessen. Ich wusste, dass ich nicht lachen durfte, aber diese Szene wirkte so surreal auf mich. Seitdem weiß ich, dass ich auch die zugehacktesten Schränke lieber auf ne Liege lege und mich nicht mehr vom „starken Mann“ gehabe täuschen lasse.
Versteht mich nicht falsch- es ist niemals lustig oder schlimm, wenn Jemandem unwohl beim tätowieren wird. Aber die Tatsache, dass dieser Riese vor mir keine Schwäche eingestehen wollte, war irgendwie doof. Btw ist er immer noch ein Stammkunde und wir lachen heute gemeindam über diese Erinnerung.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Ich persönlich finde es schwer meinen Stil zu beschreiben, er ist ne Mischung aus Dotwork, Linework, Neotraditional und manchmal auch ein bisschen ornamentisch. Am liebsten arbeite ich entweder nur mit einer Farbnuance oder ganz in schwarz/ weiß.
Es gibt einfach so viele großartige Tattooartists deren Arbeiten ich gerne verfolge und mich von ihnen inspirieren lasse, da kam ich wohl nicht umhin mir so einen Mischmasch Stil anzueignen.

Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?
Puuuh.. das ist ne harte Nuss an Frage auf die ich selber keine Antwort kenne. Wie schon erwähnt empfinde ich jedes Tattoo, das ich stechen darf, als große Ehre. Da müsstet ihr also eher meine Kunden fragen warum sie immer wieder so gern zu mir kommen.

Was ist dein Zukunftsziel mit deiner Karriere? 
Das Ziel worauf ich hinarbeite, ist es tatsächlich die Möglichkeit zu haben noch bis ins hohe Alter erfolgreich tätowieren zu können. Ich stelle es mir super lustig vor irgendwann mal 70 Jahre alt zu sein und immer noch die jungen Hüpfer mit Farbe unter der Haut zu versorgen, während ich ihnen Yoda-Like irgendwelche Lebensweisheiten mit auf den Weg gebe. Son bisschen Herbert Hoffmann like ( nicht dass ich mich jemals mit sojemandem vergleichen könnte ).

Lieblingstattoo(an dir)?
Mein liebstes Tattoo an mir selbst ist mein Skateboard fahrendes und Eiscreme schleckendes Faultier auf meinem Schienbein. Warum? Weil es tatsächlich eine Art Selbstportrait darstellt und mir immer zeigt wer ich bin.

Lieblingsbands?
Meine Lieblingsmusik kommt derzeit von The Plot in You, Imminence und zum abschalten höre ich gerne alt-J.
Allgemein bin ich aber ziemlich breit gefächert und lass mich immer gerne von den Künstlerradios auf Spotify für Neues begeistern.

Lieblingsvideospiel?
Mein all time favorite ist wohl Rainbow Six Siege, zumindest hält sich das Game seit Jahren auf meiner PS. Aber auch hier ist das Zauberwort Abwechslung- von Klassikern wie Zelda, über Storyline basierte Spiele wie Death Stranding bis hin zu Neuerscheinungen auf der Konsole wie Hunt: Showdown wird alles zelebriert.

Lieblingsfestival?
Ich glaub von allen Festivals auf denen ich früher unterwegs war, hatte ich die beste Zeit auf dem Full Force. Ich erinnere mich da auch direkt an Heaven Shall Burns Auftritt zurück, bei dem während der Song „Endzeit“ gespielt wurde, einfach die Welt um uns herum unter zu gehen schien. Mit 51 Verletzten durch Blitze war das zwar sau gefährlich, aber auch cool genug, dass es sich für immer in mein Hirn eingebrannt hat.

Lieblingsklamottenlabel?
Die Frage kann ich leider nicht beantworten, da ich nicht so sehr fokussiert auf einzelne Labels oder Marken bin. Ich unterstütze und kaufe was mir gefällt und versuche meinen Kleiderschrank abwechslungsreich zu halten.

Lieblingssong/Album?
Zu meiner heavy rotation während langen Autofahrten gehört der Song „Doomsday“ von Architects und das Album Phoenix von Alazka ( obwohl ich hier besonders gespannt auf ihren neuen Stuff bin )

Was möchtest du zum Schluss unseren Lesern sagen?
Seid nicht so doof und lasst euch von Dienstleistern (die sich unverdienter Weise Tätowierer schimpfen) Copycats unter die Haut stechen. Geht zu Leuten die genug Passion und Können mitbringen, um euch individuellen Shit zu designen. Geht zu richtigen Künstlern die sich nicht auf den Lorbeeren Anderer ausruhen und selbst kreatives Leisten können. Thats it.


[Interview] Tobias Schneider

Wie Tobias vom Hobby-Kritzeln mit der Maschine über WG-Zimmer Tattooeinlagen zu seinem Beruf kam, wie er seiner Meinung nach das perfekte Arbeitsklima herstellt und von seinem weiterlaufenden Weg der Stilfindung könnt ihr hier im Interview lesen!

Stell dich einmal kurz vor! 
Hi, ich bin Tobias Schneider, 28 Jahre jung und komme ursprünglich aus der schönen schwäbischen Stadt Ulm, wohne aber seit 6 Jahren in Berlin.

Wie kamst du zum Tätowieren?
Vor 7 Jahren habe ich aus Spaß mit einer Maschine angefangen, an mir selbst das Tätowieren zu üben. Allerdings bestand damals keine Intention, das als Beruf auszuüben. Irgendwann habe ich allerdings in meinem WG-Zimmer meine Freunde tätowiert und dann kam relativ kurzfristig doch der Entschluss, eine Ausbildung zum Tätowierer zu beginnen. Ich habe mich in mehreren Studios mit einer Mappe beworben und habe dann schlussendlich in unserer Hauptstadt ein Studio gefunden, welches mich aufgenommen hat. Dort war ich allerdings nur für ein paar Monate, da ich aus persönlichen Gründen das Studio gewechselt habe.
Vor anderthalb Jahren habe ich dann mit einer Freundin zusammen ein eigenes privates Studio in Kreuzberg eröffnet.
Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Wichtig ist mir, dass man als sich „Kunde“ wohl in unserem Studio fühlt und sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Kunden und mir aufbaut. Allerdings versuche ich, die Distanz dennoch zu wahren, sodass ein professionelles Arbeitsklima herrscht.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Angefangen habe ich mit Traditionals. Als ich die Ausbildung angefangen habe, kamen dann natürlich Sachen wie Schriftzüge, Unendlichkeitszeichen etc hinzu. Als ich das Studio gewechselt habe, bin ich dann eine komplett andere Schiene gefahren. Ich habe damals viel Dotwork, Blackwork und Mandalas gemacht. Damals war das der letzte Schrei und irgendwann hat es mich dann doch sehr gelangweilt und war auch zu einem gewissen Zeitpunkt sehr anstrengend, da man damals noch keine Ipads hatte, mit denen man relativ zügig ein Mandala entwerfen konnte. Ich habe bevor es diesen technologischen Fortschritt gab, noch alles per Hand gezeichnet. Mittlerweile tätowiere ich aber fast ausschließlich wieder Traditionals.
Meine Findungsphase war sehr lange, aber ich denke, dass ich immernoch nicht genau weiß, wohin die Reise geht. Man lernt ja schließlich nie aus.
Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?
Ich sehe mich nicht in der Position zu sagen, dass man sich UNBEDINGT ein Tattoo bei mir abholen lassen soll. Wenn man als Kunde meine Arbeiten mag und mir freie Hand lässt, dann reicht mir das schon.
Was ist dein Zukunftsziel mit deiner Karriere?
Ein wirkliches Ziel habe ich nicht wirklich. Ich möchte einfach nur tätowieren, so lange es eben geht.
Lieblingstattoo(an dir)?
Mein Lieblingstattoo ist mein Backpiece von Marcos Ortega (auch aus Berlin). Ich habe mir ein klassisches Design von Bert Grimm tätowieren lassen, welches sich Sundance nennt.
Lieblingsbands?
Lieblingsbands gibts viele. Ich habe mich für Musik erstmals auf einem Hardcorekonzert von Death Before Dishonor interessiert. Auch wenn ich die Band nicht höre, hat mich der Stil damals sehr geprägt. Ich höre mittlerweile weniger Hardcore, aber mein all time favourite ist TURNSTILE. Momentan höre ich aber lieber Hip Hop. Spotify sagt, dass Kanye West mein Lieblingskünstler ist. Auch Kaytranada ist super!
Lieblingsvideospiel?
Ich hab früher viel gezockt, mittlerweile eher weniger. Aber wenn ich die Zeit finde, dann zocke ich Battlefield 5.
Lieblingsfestival?
War nie wirklich der Festivalbesucher. Ich brauch ne Dusche und ein Bett.
Lieblingsklamottenlabel(Fokus liegt hier auf Independent Labels)?
ZIRKUS ZIRKUS
Lieblingssong/Album?
KANYE WEST – LIFE OF PABLO
Die Fotos hat uns Tobias Schneider zur Verfügung gestellt.