[News] ITCHY - Erst deutscher Gesang, jetzt die größte Clubtour!

Genau diese Reaktion dürfte ITCHY mit ihrer Ankündigung bei vielen Fans hervorgerufen haben. Das Pop-Punk-Trio traut sich mit seinem kommenden Album „Ja als ob?“ erstmals in ihrer Bandgeschichte an deutschsprachige Musik heran. Nach Touren mit Rock-Größen wie Billy Talent und Bad Religion, einer Buchveröffentlichung und einer Namensänderung 2017 hören ITCHY nicht weiter nicht auf, uns zu überraschen.

Obendrauf geben die Jungs im Frühling ihre bisher größte Club-Tour – in gleich 11 Städten werden sie zu sehen sein. Also sollten sich Fans den März und April vormerken, genau wie den 07. Februar, wenn die neue Scheibe rauskommt. Bei uns im Blog wird auch noch einiges darüber zu lesen sein. Und wer einen Vorgeschmack will, kann sich schon mal die Singleauskopplung „Faust“ zu Gemüte führen.

Die Karten zu den Tourdaten unten stehend hier zu erstehen: https://www.eventim.de/artist/itchy/#calendar-start=2020-03

 

Th, 19. Mar '20
WIESBADEN, DE - SCHLACHTHOF(+ DRENS)
Fr, 20. Mar '20
KÖLN, DE - LIVE MUSIC HALL(+ PABST)
Sa, 21. Mar '20
HAMBURG - HAMBURG, DE(+ PABST)
Fr, 27. Mar '20
DRESDEN, DE - BEATPOL - DRESDEN E.V.(+ Pabst)
Sa, 28. Mar '20
BERLIN, DE - FESTSAAL KREUZBERG(+ PABST)
Fr, 03. Apr '20
NÜRNBERG, DE - HIRSCH(+ PABST)
Sa, 04. Apr '20
PRAG, CZ - ROCK CAFÉ(+ PABST)
Fr, 17. Apr '20
MÜNCHEN, DE - BACKSTAGE WERK(+ Pabst)
Sa, 18. Apr '20
WIEN, AT - FLEX (HALLE)(+ Pabst)
Fr, 24. Apr '20
ZÜRICH, CH - JUGENDKULTURHAUS DYNAMO (SAAL)(+ PABST)
Sa, 25. Apr '20
STUTTGART, DE - LKA LONGHORN (+ PABST)

PHOTOCREDIT: DIANA MüHLBERGER

https://www.youtube.com/watch?v=uEKLlLm1xew&feature=emb_title


[News] November Highlight: NEVER SAY DIE! TOUR 2019

Der gemeine Core-Fan wird sie längst auf dem Schirm haben: Die Impericon Never Say Die! Tour.

Im November jährt sie sich bereits zum dreizehnten Mal und kann dabei auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken: Szenegrößen wie Being as an Ocean, Thy Art is Murder, Emmure oder The Amity Affliction konnte Avocado Booking dafür schon an Land ziehen. In 19 Städten europaweit macht die Tour dieses Jahr Halt, sieben davon in Deutschland.

Der Ticketpreis variiert je nach Location zwischen 25€ und fast 34€, was ich auf jeden Fall angemessen finde. Headliner sind Crystal Lake aus Japan, die dieses Jahr beispielsweise schon August Burns Red in den USA supportet haben. Dazu kommen In Hearts Wake, King 810, Our Hollow, Our Home, POLAR, Alpha Wolf und Great American Ghost. Prinzipiell kein schlechtes Line-Up, auch wenn es im Vergleich mit den letzten Jahren etwas schwach wirkt – vor allem, was die Größe der Bands angeht. Es fehlt ein wirklich großer Headliner, der viele Fans anzieht. Zudem ist das Line-Up recht metalcore - lastig; immerhin werden also Liebhaber dieses Genres auf ihre Kosten kommen.

In Köln findet die Sause, wie seit jeher, in der Essigfabrik statt. Wer wissen möchte, was wir letztes Jahr zu dem Event zu sagen hatten, kann es in unserer Review von 2018 dazu nachlesen. Dieses mal sind wir auf jeden Fall wieder dabei – man darf gespannt sein.

TOURDATEN:

07.11.2019 Wiesbaden, Schlachthof DE
08.11.2019 Köln, Essigfabrik DE
09.11.2019 Eindhoven, Dynamo NL
10.11.2019 Southampton, Engine Rooms UK
11.11.2019 Birmingham, The Mill UK
12.11.2019 Manchester, Club Academy UK
13.11.2019 London, ULU UK
14.11.2019 Hasselt, Muziekodroom BE
15.11.2019 Hamburg, Gruenspan DE
16.11.2019 Wroclaw, Pralnia PL
17.11.2019 Leipzig, Felsenkeller DE
18.11.2019 Berlin, SO36 DE
19.11.2019 Prague, Futurum CZ
21.11.2019 Wien, Arena AU
22.11.2019 Milan, Legend Club IT
23.11.2019 München, Backstage DE
24.11.2019 Pratteln , Z7 CH
25.11.2019 Saarbrücken, Garage DE
26.11.2019 Paris, Le Trabendo FR

 

https://www.youtube.com/watch?v=mZCzMCpt0i4


[Live Review] Crowdsalat Festival 2019

DATUM: 19.10.2019 | ORT: Essen, Weststadthalle | GENRE: Metalcore/Hardcore

LOCATION
Die Weststadthalle in Essen ist eine verhältnismäßig kleine Location am Rande der Innenstadt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist sie genauso gut zu erreichen wie mit dem Auto. Die Zufahrt zum Parkplatz ist leider etwas umständlich, wenn man sich nicht in der Gegend auskennt — dafür ist der direkt nebenan. Das Gebäude bot für dieses Festival genau die richtige Größe. Von innen ist die Halle gemütlich und familiär, die offene Bühne ragt etwas in den Raum hinein und erlaubt den Bands mehr Nähe zum Publikum. Insgesamt bietet die Weststadthalle eine grundsolide Location! [1.5 von 2]

PREISE
Den Ticketpreis von 25€ (VVK) bzw. 30€ (AK) fand ich durchaus noch fair, genau wie die Preise für Getränke und Merchandise, die sich alle sehr im Durchschnitt bewegten. Zudem boten noch einige kleine Clothing-Labels auf dem Festival ihre Waren an. Lediglich die Getränkeauswahl wäre etwas ausbaufähig gewesen. [1.5 von 2]

LINE-UP
Beim Line-Up kommen Fans des Metal-/Hardcore durchaus auf ihre Kosten. Das Festival bot neben Größen wie Imminence (die für ordentlich Stimmung sorgten!) oder Silent Screams auch die Möglichkeit, kleinere Bands und Newcomer kennenzulernen. Auch die wurden von vielen als sehr gut wahrgenommen. [2 von 2]

BESUCHER UND MITARBEITER
Das Sicherheitspersonal war sehr humorvoll und locker, die Verkäufer freundlich. Auch die Festivalbesucher waren sehr nette Menschen, die einfach die Show genießen wollten – so, wie es sich in der Szene gehört. [2 von 2]

SOUND
Selbst die besten Bands bringen einer Veranstaltung nichts ohne gescheiten Sound. Vereinzelt klang es etwas übersteuert, meistens aber gab es keine größeren Probleme. Im Vergleich zu anderen – auch weitaus größeren – Festivals, auf denen ich in letzter Zeit war, schien der Klang doch ganz gut abgemischt. [1.5 von 2]

FAZIT
Ohne größere Erwartungen sind wir hingefahren und wurden dann sehr positiv überrascht. Bis auf ein paar Kleinigkeiten gibt es nicht viel an der Veranstaltung zu kritisieren. Dafür, dass es sich um das erste Festival des noch jungen Magazins handelte, war es sehr gelungen! [8.5 von 10]

Photo Credits: Michelle // morethandisarray


[Live Blog] Tiny Moving Parts - Luxor, Köln

TINY MOVING PARTS 03.10.2019 IN KÖLN

Das Luxor in Köln – so unauffällig der dunkle Club nahe des Südbahnhofs von außen wirkt, so heftig war die Party darin an diesem Donnerstag Abend. Die amerikanische Emo-Revival-Band lockte genug Besucher in den Laden, dass kaum ein Blatt Papier zwischen die Leute gepasst hätte.
Den musikalischen Anfang machte Lizzy Farrall, eine Alternative-Sängerin, und sorgte auch schon für ein wenig Bewegung im Publikum. Enttäuschend fand ich wiederum den zweiten Support, eine ziemlich an Grunge erinnernde Rockband namens Microwave, bei der man den Eindruck hatte, sie hätten schon vor dem Konzert einen über den Durst getrunken.
Entsprechend war die Spannung, als man den Headliner Tiny Moving Parts erwartete. Die würden an diesem Abend niemanden enttäuschen – im Gegenteil. Sie übertrafen mit ihrer Performance alle Erwartungen. Die Band gab alles; genau wie ich, die im Fotograben etwas ungelenk versuchte, ihrem allerersten Fotoauftrag gerecht zu werden und zumindest ein, zwei ansehnliche Fotos zu schießen. Währenddessen bebte der Raum. Die unfassbar positive Energie, die der Sänger ausstrahlte, schien sich auch auf das Publikum zu übertragen. Auch ein Paar Crowdsurfer gab es. Dennoch hatte die Security relativ wenig zu tun und der Abend ging, wie erwartet, sehr friedlich über die Bühne. Viele zufriedene Gesichter sah man an dem Abend aus dem Luxor spazieren, darunter auch meins.

Wer also mal die Gelegenheit hat, sich Tiny Moving Parts live anzusehen, darf sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!


[Record Review] Tiny Moving Parts - Breathe

SO WHY CAN'T I STAND STILL? WHY DO I ALWAYS MOVE IN CIRCLES?

Seit 2008 gibt es die selbsternannte "Family Band" aus Minnesota schon. Hauptsächlich dem Emo Revival zugeordnet, wird ihre Musik auch häufig als Math Rock oder Indie Rock beschrieben. Nicht ohne Grund, denn musikalisch bewegen sie sich zwischen den Genres: Sie vereinen die Melancholie und Ruhe des Emo Pop mit der Komplexität des Math Rock.

Dies wird in ihrem 7. Album "Breathe" wieder deutlich: ausgefeilte Riffs und eine experimentelle Kombination von Sounds, gespickt mit interessanten Spielereien und einem raschen Wechsel zwischen Clear Voice und Screams. Genauso heftig wechseln sich Phasen der Ruhe mit explosionsartigen Ausbrüchen von Emotionen ab. Die anfängliche Intensität der. Songs "The Midwest Sky" und "Light Bulb" nimmt im Laufe des Albums kurz ab, die Songs werden ruhiger. Das bleibt aber nicht lange so - an Abwechslung mangelt es auf jeden Fall nicht. Bei all der Wut, Trauer und Verzweiflung, die hier Ausdruck findet, dringt aber auch immer wieder etwas Hoffnung durch, wie etwa im Song "Bloody Nose".

Technisch ist all das sehr gut umgesetzt. Diese Verschmelzung verschiedener Einflüsse mag beim ersten Hören speziell wirken. Doch wer sowohl Emo Vibes als auch einen Output für seine Gefühle sucht, für den ist "Breathe" vielleicht was.

https://www.youtube.com/watch?v=T9BQBYwvljA


[Live Review] Jera On Air 2019

DATUM: 27.-29.06. 2019
ORT: YSSELSTEYN, NL
GENRE: PUNK, HARDCORE, METALCORE

LOCATION 
[1,3 von 2]:
Mitten im sonst eher ruhigen niederländischen Flachland wird es einmal im Jahr so richtig laut: Bei Ysselsteyn hinter Venlo steigt das Jera on Air Festival. Doch obwohl es mitten im Nirgendwo ist, scheint der Platz eher begrenzt zu sein. Das Gelände wirkte zu klein für die 10.000 Besucher, die sich zwischen den Ständen und von gigantischen Zelten Überdachten Stages drängten. Die Konzerte fanden auf dem Festival also beinahe Indoor statt. Geschmackssache - bei Regen bietet das gewiss Vorteile, bei der dort vorherrschenden Hitze aber staute sich die Luft in diesen Zelten. Über das Gelände im Allgemeinen und seine Ausstattung kann man sich aber nicht beklagen â sehr ebene Fläche auf dem Campground, kostenlose Spültoiletten und Duschen sowie Waschbecken und Trinkwasserspender. Das einzige, was sie nicht einrichten konnten, war ein nachhaltigeres Müll- oder Pfandsystem. Bei jedem zweiten Schritt trat man auf einen kaputten Plastikbecher. Das Gelände war durch den sandigen Boden auch sehr staubig und neben der braunen Suppe die in der Dusche herunter lief, hat man auch die hand vor Augen irgendwann nicht mehr gesehen.

LINE UP [1,5 von 2]:
Ursprünglich ein Hardcore Festival, lockt das Jera on Air dieses Jahr mit einem Mix aus Metalcore, Deathcore, (Ska-/Pop-) Punk und natürlich viel klassischem Hardcore. Wer kein Fan von letzterem ist, kam wohl häufig vor allem für die größeren Bands. Generell spielten auf den drei Hauptstages bemerkenswert viele Bands - oft leider zulasten der Playtime. Vor allem die kleineren auf der Buzzard Stage bekamen nur 30-50 Minuten. Überschneidungen gab es wenig, aber leider fehlte auch die Zeit, um zwischen den Stages zu wechseln, sodass man öfter mal den ersten Song der nächsten Band verpasste. Trösten konnte man sich später dafür bei der sogenannten Punk Rock Bar oder der Rave Stage.

PREISE [1,5 von 2]:
Allgemein waren sowohl der Ticketpreis als auch die Preise für Verpflegung und Merch durchaus angemessen. Wenn etwas mal ein wenig teurer war, ließ sich das ganz gut mit dem Bonsystem kaschieren. Dass man die Bons am Ende nicht wieder umtauschen konnte, ist ein kleiner Minuspunkt.

SOUND 
[0,5 von 2]:
In der Soundqualität gab es starke Schwankungen. Bei manchen Bands hörte man auch mitten in der Menge kaum was, dann wiederum war der Klang klar - und sehr laut. Zudem standen die Stages relativ nah beieinander, sodass einem auf dem Infield hin und wieder die Bässe aus allen Seiten entgegen wummerten.

BESUCHER UND MITARBEITER [1,5 von 2]:
Die Mitarbeiter waren durchgehend freundlich und hilfsbereit. Das Publikum, sehr international, machte auch wenig Probleme. Leider schafften die Festivalbetreiber es nicht, die Besucher beispielsweise durch Einführen eines Müllpfands dazu zu erziehen, am Ende der Veranstaltung keine Müllberge auf dem Camp oder dem Konzertgelände zu hinterlassen.

FAZIT 
[6,2 von 10]:
Selten waren wir über ein Festival so zwiegespalten. Manche Dinge wurden super gelöst, andere ließen noch zu wünschen übrig. Gerade die überdachten Konzerte nahmen ein wenig das Open-Air-Feeling - in der Hinsicht ist das Jera wohl alles andere als “on Air”, von dem staubigen Gelände gar nicht erst anzufangen. Für viele Besucher ist es aber anscheinend genau das Richtige, Asthmatiker sollte sich jedoch ein Festival mit festerem Boden suchen.


[Live Review] Impericon Festival Leipzig 2019

Datum: 20.4.2019
Ort: Leipzig; Halle EINS
Genre: Melodic-/Hardcore/Pop-Punk

Location:
Wieder fand das Impericon in Leipzig in der Messehalle 1 statt – gut erreichbar mit Bus und Bahn sowie mit dem Auto. Der nahegelegene Parkplatz bot genug Platz, genau wie die Halle selbst. Mit Indoor- und Outdoorbereich, Platz für mehrere Stages und einer Tribüne mit Sitzplätzen ließ die Location keine Wünsche offen. Was wir nicht erwartet hätten: Beim Sitzen auf der Bierbank im Außenbereich oder beim Entspannen auf dem Parkplatz kam sogar ein Hauch Open-Air-Festivalstimmung auf.

 [2 von 2]


Preise:
Obwohl der Ticketpreis für Leipzig fast der höchste von allen war, war er angesichts des umfangreichen Angebots auf dem Festival durchaus gerechtfertigt. Die Getränkepreise rangierten zwischen 2-4€ für Bier und Softgetränke und 5-6€ für Longdrinks und auch die Merchpreise waren nicht zu hoch. Unschlagbar war die Auswahl an Essen und Snacks: Vom klassischen Imbiss über Pizza und vegane Burger bis hin zu Kaffee und Brötchen war alles dabei – und das zu fairen Preisen.

 [2 von 2]


Line-Up:
Das Line-Up war vollgepackt mit hochkarätigen Acts aus Metalcore, Hardcore und Melodic Hardcore; mit den Donots war auch eine Punkband dabei. Getoppt wurde das mit der einzigen Show von Hollywood Undead in Deutschland dieses Jahr. Wer also die volle Dröhnung genau dieser Genres suchte, bekam sie auch geboten. Zudem musste man keine Band verpassen, da es keine Überschneidungen gab. [2 von 2]




Crowd und Mitarbeiter:
Die meisten Leute waren sehr nett, auch wenn es teilweise etwas asoziales Verhalten im Pit beziehungsweise vor der Bühne gab. Unter den Securitys waren einige ebenfalls unhöflich, zumindest zu Fotografen. Sonst waren aber auch die Mitarbeiter sehr freundlich. [1,5 von 2]



Sound:
Ausfallende Mikrofone und Boxentürme, übersteuerte Sounds und Störgeräusche gehörten auch hier leider dazu. Angesichts der Größe des Festivals und der Bands hätte man hier einiges besser machen müssen. Der Stimmung schienen die Soundprobleme glücklicherweise keinen Abbruch zu tun.

 [0,5 von 2]

Fazit:
Zweifelsohne handelt es sich hierbei um die Königin der Impericon Festivals. Bis auf den Sound gab es nicht allzu viel zu meckern. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung!
 [8 von 10]

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Live Blog] Rogers - Circus Maximus, Koblenz

17.04.2019 – Circus Maximus, Koblenz

Temperaturen gegen 20 Grad und strahlender Sonnenshein – und doch zieht es zahlreiche Menschen an diesem Abend in den Keller des Circus Maximus in Koblenz. Der Grund: Rogers sind gemeinsam mit Engst und Marathonmann in der Stadt. Vor dem Lokal sitzen noch viele Mitglieder der Bands und der Crew und genießen das schöne Wetter, ehe es losgeht.

Kurz vorher ist die Show ausverkauft. Obwohl schon um 18 Uhr Einlass ist, soll es noch ein langer Abend werden, denn es treten drei Bands auf. Während Engst spielt, führen wir im Tourbus Interviews mit Rogers und Marathonmann. Dabei konnte noch nie eine Band unser Interview-Wörtersuchspiel so schnell lösen wie die Rogers.

Unterdessen wird es im Keller immer voller und vor allem sehr laut. Marathonmann ist als nächstes dran mit spielen und bringt die Menge schon mal in Stimmung. Nach ihrem eher kurzen Set spielt dann der Headliner – und das fast 1,5 Stunden lang. Sie schaffen es auch, die Leute in Bewegung zu bringen und so lange zu halten. Leider ist der Gesang etwas zu leise abgemischt; man muss also die Texte kennen, um sie akustisch zu verstehen. Vor allem bei den alten Songs und bei „Kreuzberger Nächte“ hält das aber niemanden vom Mitgrölen ab.

 

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Live Blog + Video Interview] To The Rats And Wolves - Essigfabrik, Köln

05.04.19 – Köln

Wie so oft bei Konzerten, zeigte sich bei der Show von To the Rats and Wolves am 05.04.19 in Köln, dass es sich lohnt, den Vorbands ebenfalls eine Chance zu geben. Wer nämlich erst zum Headliner aufkreuzte, verpasste Flash Forward und Breathe Atlantis als Support. Letztere legten ein gutes Set hin und schafften es, auch jemanden mitzureißen, dem die Band vorher nicht bekannt war. Auch schon während Flash Forward spielte, war die Halle gut gefüllt mit sich zum Rhythmus bewegenden Menschen. Unterdessen mussten wir leider darauf warten, einen Fotopass zu bekommen, und bekamen nur wenig von dieser Band mit.

Mit Breathe Atlantis hingegen konnten wir sogar vorher ein Interview führen. Genau wie TTRAW durften sie als Versuchskaninchen für unsere neue Interview-Methode herhalten: ein Interview, das Schnelligkeit und ein gutes Auge erfordert. Worum genau es sich hier handelt, wie die Bands sich dabei schlagen und was sie uns alles zu erzählen haben, kann man demnächst in diesem Blog lesen – oder sich live und in Farbe auf dem Youtube Channel dieses Magazins angucken. Eines kann ich vorweg sagen: es handelt sich um sehr symphatische und humorvolle Menschen.

Als dann To the Rats and Wolves spielen sollten, ließen sie leider etwas auf sich warten. Das „Epische Intro“, was man mitunter von ihnen kennt (inklusive 90er-Trash Pop Einlage) wurde dadurch viel zu lang und verfehlte somit seinen Effekt. Als sie dann auf der Bühne waren, gab es anfangs noch einige Soundprobleme, welche nach einem Song dann aber auch behoben wurden. Von da an lieferten To the Rats and Wolves doch eine überzeugende Performance ab. Insgesamt eine gelungene Show!

Hier geht es zu unserem Interview:

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Record Review] Kind Kaputt - Zerfall

STELL DIR MAL VOR, WIR MÜSSTEN IMMERZU VERSTECKEN, WER WIR SIND...

Schon in dem ersten Song ihres Debütalbums „Zerfall“ machen Kind Kaputt klar, dass dies eine schonungslos ehrliche Scheibe wird. Die Post-Hardcore-Formation gibt den Unsicherheiten Ausdruck, denen sich diese Generation ausgesetzt fühlt: Von der Suche nach einem Halt im Leben und einer Elterngeneration, die diesen nicht bieten kann. Von nicht erfüllten Erwartungen und fehlender Idendifikation mit den alten Werten und Rollenbildern. Von einer Generation, die nichts weiter sucht als einen Zusammenhang und Zugehörigkeit.

So rastlos klingt die Musik auch: melodische Refrains wechseln sich ab mit Ausbrüchen von Emotionalität und unerwarteter Härte. Der Stil erinnert dabei an Heisskalt. Melancholische Parts, unterbrochen von harten Riffs – ein gutes Beispiel dafür ist der Track „Geisel“. Dennoch finden Kind Kaputt auf „Zerfall“ zu einem ganz eigenen Stil.

https://www.youtube.com/watch?v=3ROw_7DRbT0

Eine Anklage an die Elterngeneration, aber auch die Frage: Wie soll man seinen Platz in der Gesellschaft finden? Wie soll man mit diesem Zustand umgehen – Flucht, Akzeptanz, Anpassung? Ich könnte es nicht besser auf den Punkt bringen, als die Band selbst. Daher kann ich nur empfehlen, sich das Album selbst anzuhören und sich eigene Gedanken zu machen. Es lohnt sich.

Header Photo Credits: https://garage-sb.de/wp-content/uploads/2019/01/Kind-Kaputt-Presse-2019-6.jpg