[Live Blog] Rogers - Circus Maximus, Koblenz

17.04.2019 – Circus Maximus, Koblenz

Temperaturen gegen 20 Grad und strahlender Sonnenshein – und doch zieht es zahlreiche Menschen an diesem Abend in den Keller des Circus Maximus in Koblenz. Der Grund: Rogers sind gemeinsam mit Engst und Marathonmann in der Stadt. Vor dem Lokal sitzen noch viele Mitglieder der Bands und der Crew und genießen das schöne Wetter, ehe es losgeht.

Kurz vorher ist die Show ausverkauft. Obwohl schon um 18 Uhr Einlass ist, soll es noch ein langer Abend werden, denn es treten drei Bands auf. Während Engst spielt, führen wir im Tourbus Interviews mit Rogers und Marathonmann. Dabei konnte noch nie eine Band unser Interview-Wörtersuchspiel so schnell lösen wie die Rogers.

Unterdessen wird es im Keller immer voller und vor allem sehr laut. Marathonmann ist als nächstes dran mit spielen und bringt die Menge schon mal in Stimmung. Nach ihrem eher kurzen Set spielt dann der Headliner – und das fast 1,5 Stunden lang. Sie schaffen es auch, die Leute in Bewegung zu bringen und so lange zu halten. Leider ist der Gesang etwas zu leise abgemischt; man muss also die Texte kennen, um sie akustisch zu verstehen. Vor allem bei den alten Songs und bei „Kreuzberger Nächte“ hält das aber niemanden vom Mitgrölen ab.

 

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Live Blog + Video Interview] To The Rats And Wolves - Essigfabrik, Köln

05.04.19 – Köln

Wie so oft bei Konzerten, zeigte sich bei der Show von To the Rats and Wolves am 05.04.19 in Köln, dass es sich lohnt, den Vorbands ebenfalls eine Chance zu geben. Wer nämlich erst zum Headliner aufkreuzte, verpasste Flash Forward und Breathe Atlantis als Support. Letztere legten ein gutes Set hin und schafften es, auch jemanden mitzureißen, dem die Band vorher nicht bekannt war. Auch schon während Flash Forward spielte, war die Halle gut gefüllt mit sich zum Rhythmus bewegenden Menschen. Unterdessen mussten wir leider darauf warten, einen Fotopass zu bekommen, und bekamen nur wenig von dieser Band mit.

Mit Breathe Atlantis hingegen konnten wir sogar vorher ein Interview führen. Genau wie TTRAW durften sie als Versuchskaninchen für unsere neue Interview-Methode herhalten: ein Interview, das Schnelligkeit und ein gutes Auge erfordert. Worum genau es sich hier handelt, wie die Bands sich dabei schlagen und was sie uns alles zu erzählen haben, kann man demnächst in diesem Blog lesen – oder sich live und in Farbe auf dem Youtube Channel dieses Magazins angucken. Eines kann ich vorweg sagen: es handelt sich um sehr symphatische und humorvolle Menschen.

Als dann To the Rats and Wolves spielen sollten, ließen sie leider etwas auf sich warten. Das „Epische Intro“, was man mitunter von ihnen kennt (inklusive 90er-Trash Pop Einlage) wurde dadurch viel zu lang und verfehlte somit seinen Effekt. Als sie dann auf der Bühne waren, gab es anfangs noch einige Soundprobleme, welche nach einem Song dann aber auch behoben wurden. Von da an lieferten To the Rats and Wolves doch eine überzeugende Performance ab. Insgesamt eine gelungene Show!

Hier geht es zu unserem Interview:

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Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Record Review] Kind Kaputt - Zerfall

STELL DIR MAL VOR, WIR MÜSSTEN IMMERZU VERSTECKEN, WER WIR SIND...

Schon in dem ersten Song ihres Debütalbums „Zerfall“ machen Kind Kaputt klar, dass dies eine schonungslos ehrliche Scheibe wird. Die Post-Hardcore-Formation gibt den Unsicherheiten Ausdruck, denen sich diese Generation ausgesetzt fühlt: Von der Suche nach einem Halt im Leben und einer Elterngeneration, die diesen nicht bieten kann. Von nicht erfüllten Erwartungen und fehlender Idendifikation mit den alten Werten und Rollenbildern. Von einer Generation, die nichts weiter sucht als einen Zusammenhang und Zugehörigkeit.

So rastlos klingt die Musik auch: melodische Refrains wechseln sich ab mit Ausbrüchen von Emotionalität und unerwarteter Härte. Der Stil erinnert dabei an Heisskalt. Melancholische Parts, unterbrochen von harten Riffs – ein gutes Beispiel dafür ist der Track „Geisel“. Dennoch finden Kind Kaputt auf „Zerfall“ zu einem ganz eigenen Stil.

https://www.youtube.com/watch?v=3ROw_7DRbT0

Eine Anklage an die Elterngeneration, aber auch die Frage: Wie soll man seinen Platz in der Gesellschaft finden? Wie soll man mit diesem Zustand umgehen – Flucht, Akzeptanz, Anpassung? Ich könnte es nicht besser auf den Punkt bringen, als die Band selbst. Daher kann ich nur empfehlen, sich das Album selbst anzuhören und sich eigene Gedanken zu machen. Es lohnt sich.

Header Photo Credits: https://garage-sb.de/wp-content/uploads/2019/01/Kind-Kaputt-Presse-2019-6.jpg


[Record Review] Hi! Spencer - Nicht Raus, Aber Weiter

Geschworen, schöner zu scheitern.

Mit der aus dem Indie liebgewonnenen Leichtigkeit offenbaren uns Hi! Spencer in ihrem neuen Album ihre Emotionen. Die Texte erzählen uns von Zweifeln und Hoffnung, von Liebe und Schmerz, vom Scheitern und von Neuanfängen. Im Gegensatz zum ersten Album lässt die Indie-Punk-Band diesmal weniger Punk durchklingen, aber dafür mangelt es umso weniger an Abwechslung: mal klingt es eher getragen und locker, wie in Nicht raus, aber weiter dann wieder treibend, etwa in Wo immer du bist. Die volle Ladung Melancholie gibt das Album uns beim Song Klippen, um uns mit dem letzten Track wieder abzuholen und voller Hoffnung zu enden. Zwischen eingängigen Melodien und emotionsgeladenen Gitarrenriffs versuchen die Osnabrücker hier ihren ganz eigenen Stil zu finden. Die innere Zerissenheit, die thematisiert wird, kommt in dieser gelungenen Mischung sehr gut rüber. Gerade in jungen Jahren, wenn man selbst noch auf der Suche nach seinem ganz eigenen Weg ist, erkennt man sich möglicherweise darin wieder.

https://www.youtube.com/watch?v=f3ObAqklc4M

Auch, wer einfach nur auf deutschsprachigen Indie á la Jupiter Jones oder AnnenMayKantereit steht, ist bei Nicht raus, aber weiter sehr gut aufgehoben.

Bestellt euch jetzt das neue Album NICHT RAUS, ABER WEITER von HI! SPENCER bei uncle-m Music!

https://shop.uncle-m.com/hi-spencer-nicht-raus-aber-weiter-cd.html

Header Photo Credit: Andreas Hornoff (https://www.fkpscorpio.com/de/presse/hi-spencer)


[Live Review] Never Say Die! Tour Köln 2018

Datum: 23.11.2018
Ort: Essigfabrik, Köln, DE
Genre: Melodic-Hardcore

LOCATION
Egal, ob man mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln anreist – die Essigfabrik ist bestens zu erreichen. Mit Parkplätzen hingegen sah es nicht allzu gut aus, es gab so gut wie keinen Platz, um sein Auto abzustellen. Außerdem war auch in der Halle selbst der Platz knapp. Da zu viele Menschen da waren, standen sie teilweise bis zum Eingang, wo es durchaus kühl wurde. Schade, denn eigentlich gefällt mir persönlich die Location mit ihrem etwas “abgeranzten” Charme sehr. Immerhin gab es dieses Jahr erstmals einen Wellenbrecher. [1 von 2]

SOUND
Auch beim Sound muss einiges kritisiert werden: teilweise schlecht abgemischt und von mittelmäßiger Qualität, wurde der Klang den tollen Bands nicht immer gerecht. Und obwohl es nicht allen wie ein Manko erscheinen mag: es war auch ein bisschen zu laut. Da hätte man einiges besser machen können. [0,8 von 2]

CROWD & MITARBEITER
Zu dem Event kamen eigentlich fast nur nette Manschen, die einfach nur die Musik genießen wollten. Auch die Crew war größtenteils in Ordnung, jedoch lief die Organisation nicht immer ganz rund, was den Durchschnitts-Besucher aber (hoffentlich) nicht tangiert hat. [1,6 von 2]

LINE-UP
Für Metalcore- und Melodic Hardcore-Fans war das Line-Up mit Größen wie Being as an Ocean, Northlane, Casey und ALAZKA ein Träumchen und bot dazu noch die nötige Abwechslung. Das ließ keine Wünsche offen! [2 von 2]

PREISE
Mit durchschnittlich 3,50€ pro (Soft-)Getränk sind die Preise etwa auf dem Niveau einer gewöhnlichen Kneipe. Die Merchpreise rangieren zwischen 25€ (T-Shirt) und 40€ (Jacke), wobei die von Casey verkauften Sachen im Schnitt 5€ günstiger waren. Insgesamt ist hier alles noch im akzeptablen Bereich. [1,4 von 2]

FAZIT
Für sich genommen bot die Tour in Köln ein schönes Erlebnis, allerdings mit einigen Mängeln. Bleibt zu hoffen, dass sich das nächstes Jahr ändert. [6,8 von 10]

Fotos by: Michelle // morethandisarray