[Record Review] The Wise Man's Fear - Valley Of Kings

Die 2013 gegründete Metalcore Band „The Wise Mans Fear“ aus Indianapolis veröffentlicht mit „Valley of Kings“ ihr drittes Album, das erste aber, unter einem Lable. Das Cover und auch der Titel sind vielversprechend gewählt, jedoch haben die Jungs hier musikalisch nur ein mäßig gutes Album abgeliefert. Die Songstruktur ist, abgesehene von zwei Ausnahmen, sehr eintönig und lässt während des Hörens keinerlei Orientierung im Album zu. Jeder Song wirkt wie der Vorrangegangene und verfolgt die immer selben, den Metalcore auszeichnenden, Muster.
Abwechslung in diese klangliche Ödnis bringen leider nur zwei Songs, die minimal experimenteller wirken. „Tree of Life“ ist mit seiner untypischen Instrumentalisierung, nämlich dem Einsatz einer Flöte, eine willkommene Abwechslung, die dem Album doch noch etwas Pepp verleiht. Dem schließt sich auch der Song „The Cave an“, er gestaltet das Album durch seinen kurzen orientalischen Einschlag vor dem Breakdown ebenso etwas spannender. Auch die Rockballade, die auf keinem Metalcore fehlen darf, wird uns mit „The River and the Rock“ geboten, jedoch verfolgt auch sie die sehr typische Struktur des Albums.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Jungs sich mit diesem Album nicht auf ihrem eigenetlichen Niveau befinden, denn sie alle beherrschen ihre Instrumente und ihre Stimme, weswegen es schade ist, dass sie sich nicht mehr getraut und aus ihrer Komfortzone herausgewagt haben.

Songs: 11
Dauer: 36 min.
Genre: Metalcore

 

https://www.youtube.com/watch?v=RtYaonTnj2g

Credit: Promopicture


[Record Review] Same Side - Selftitled

thought we were on the same side... 

 Same Side, oder besser bekannt als "The story so far" Gitarrist Kevin Geyer, hat endlich den Schritt aus dem Archiv auf die Solo-Bühne gewagt und das mit vollem Erfolg.                                                  

Auf der gleichnamigen EP, die am 29.05.2020 veröffentlicht wurde, zeigt Same Side seine weichen Seiten. Wer jedoch auf Pop Punk wie bei seiner Hauptband gewartet und gehofft hat, wird hier leider nicht fündig. Punkten kann er aber mit ruhigen Melodien, die einem ein Gefühl von Geborgenheit geben, sowie mit ausdrucksstarken Texten die dem Hörer vermitteln verstanden zu werden. 

Deutlich zu erkennen ist, dass sich durch die Lieder "The way it seems","Fall back in again" und "same side", das Motiv vom Überwinden eines Berges zieht. Das Symbol des Berges könnte für die Hürden stehen die Kevin überwinden musste um als Same Side nun seinen Durchbruch zu starten.

Mit seinen erst veröffentlichten Liedern "The way it seems" (16.04.2020) und "Stuck in a hole" (07.05.2020), gab uns Same Side einen hervorragenden Vorgeschmack auf seine EP und steigerte damit auch die Vorfreude. 

Abschließend kann man sagen, dass Same Side der perfekte einstieg in die Welt als Solokünstler für Kevin Geyer ist. Der Song eignet sich außerdem super für die anbrechende Sommerzeit. 

Songs: 5
Genre: Alternative, Rock
Duration: 19:24 min 

 

https://www.youtube.com/watch?v=8PjShhaBH5o

 

Credits: Promopicture


[Record Review] The Ghost Inside - Self Titled

From The Ashes Brought Back To Live!

Mit diesem Satz beginnt das Intro 1333, sowie das komplette Album der Band The Ghost Inside, die ihren ersten Release, seit dem tragischen Busunfall, am Freitag, dem 5.6.2020 hat.

Sie wollen nach eigenen Angaben weder den Busunfall Revue passieren lassen, noch die Band sein, die einen Unfall hatte. Und das merkt man das ganze Album lang. Es geht vielmehr darum, zu zeigen, dass sie wieder aufstehen, sie nichts kaputt macht, und noch stärker geworden sind. Mit Still Alive wird dieses Gefühl von Anfang an übermittelt. Dazu geht es viel darum, an sich selbst zu glauben, wie in The Outcast klar gezeigt wird, aber auch zu erkennen, dass Zeit endlich ist und man Chancen nicht vergehen lassen sollte.

Dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Album, wie in Overexposure, bei dem wir alle mal herabfallen, aber man das nicht über sich kommen lassen soll, und es darauf ankommt, wie und dass man weiter macht. In Make Or Break soll man erkennen, mit sich selbst zurecht zu kommen und man nicht an der Stelle eines anderes sein sollte. Man soll seinen eigenen Kampf schaffen, alles macht einen Stärker, jeder Stein in deinem Weg. Emotional ergreifend ist auch Unseen, was euch Verständnis zeigt, wenn ihr nicht mehr weiter wisst und alles anzweifelt.

Phoenix Arise ist ebenfalls ein sehr starkes Lied, bei dem es darum geht, die Mauern, die man durch schlimme Ereignisse aufgebaut hat, durchbrechen soll, um wieder weiter zu kommen, man sich nicht darin vergeben soll, da man sonst nicht weiter kommt. Man ist stark genug ohne diese Mauer zu überleben, selbst wenn man einfach drauf los geht und nicht sieht, wohin. Auch mit Begin Again wird wieder das Thema des Albums aufgegriffen, "There is always a way out" und das sollte man sich immer im Hinterkopf behalten.

Zum Abschluss hören wir Aftermath, welches ein sehr emotionales Gefühl von Anfang an aufbaut und direkt ergreift. Es spiegelt Zweifel wieder, die jeder im Leben hat, ob einfach weiter machen richtig ist, wo dein Licht hin ist. Aber es geht weiter, dein Herz schlägt weiter.

Lyrisch merkt man, dass die Band mit viel zu kämpfen hat und hatte, aber das sie sich dadurch nicht definieren lassen wollen. Wir denken, dass dies auch der richtige Schritt ist, um stärker zu werden. Es nicht ignorieren, aber akzeptieren und das beste daraus machen.

Musikalisch ist das Album im bekannten TGI - Hardcore - Stil gehalten, man würde gar nicht merken, dass die Band an ihren Körperteilen stark einbüßen mussten, sowie der Sänger mit seinem Brustkorb Probleme bekommen hat. Es ist die allbekannte Qualität, die Stärke ausstrahlt und Mut jedem gibt, weiter zu machen, egal wie schwer das Leben ist. Mit Clearvocals in verschiedenen Liedern wird das Album zu einem wirklichen Ohrenschmaus und wir können euch wirklich ans Herz legen, dieses Album, in jeder situation zu hören, in der ihr steckt. Geht es euch schlecht, wird es euch hochziehen, geht es euch gut, macht es euch stärker zu erkennen, wie ihr dieses Gefühl aufrecht erhaltet, ohne dabei anderen zu schaden.

Alles in allem ist dieses Album ein wirklich gelungenes Werk, mit allem was man braucht. Emotional ergreifend, Stark, Motivierend. Wir werden es auf jeden Fall auf Dauerschleife hören!

 

Songs: 11
Genre: Hardcore
Duration: 39:04 min

 

https://www.youtube.com/watch?v=4CdFBfKMAU4

 

PhotoCredits: Jonathan Weiner


[Record Review] Dance Gavin, Dance - Afterburner

Morgen ist es nun draußen: die neue Scheibe von Dance Gavin Dance. Wer sie noch nicht kennt, dem kann man es nicht verübeln, denn trotz einer recht treuen Fanbase sind sie noch nicht richtig in Mainstream angekommen. Vielleicht ändert sich das jetzt.

Das nunmehr neunte Studioalbum "Afterburner" setzt die jahrelange Tradition der Band aus Kalifornien fort. Die Musik entzieht sich jeder Kategorisierung: hierbei handelt es sich um einen ganz eigenen,  experimentellen Stil, der Elemente aus allen möglichen Genres vereint. Es hat zum einen viel von Hardcore und Emo aufgrund der emotionalen Shouts und der schweren Gitarre in vielen Songs (wie etwa in "Parallels"); dann aber taucht plötzlich eine funky Gitarre auf, dann auf einmal eine Rap-Einlage und ein Beat wie aus einem R'n'B-Song, gepaart mit elektronischen Elementen (so in "Into The Sunset") - all das verpackt in recht komplexen Rhythmen, die stark an Math Rock erinnern. Die Songs wechseln teilweise innerhalb einer Sekunde zwischen diesen verschiedenen Parts.

So vereinen Dance Gavin Dance die Härte des Post Hardcore, die Leichtigkeit des Funk und die Eingängigkeit des Pop. Damit schaffen sie es, doch eingängig zu sein, und mit der bemerkenswerten Stimme des Sängers ergibt das Ganze ein einzigartiges Ensemble.

Explosiv, emotionsgeladen, hört dieses Album nicht auf, einen zu überraschen.

https://www.youtube.com/watch?v=Df-fm-MSMqI

Fotocredit: Lindsey Byrnes


[Record Review] Homeless Gospel Choir - This Land is Your Landfill

You never know who`s breaking in anymore...


Hinter dem Namen Homeless Gospel Choir, der erstmal eine Band vermuten lässt, verbirgt sich Darek Zanetti aus Pittsburgh, Pennsylvania. Der Singer-Songwriter spielt Folk-Punk und veröffentlicht mit This Land Is Your Landfill sein sechstes Album. Auf seinem neuen Album greift er in elf Songs tagesaktuelle Themen auf, was bereits Titel wie Global Warming, Social Real Estate oder A Dream About the Internet deutlich zeigen. Melodisch handelt es sich hier augenscheinlich um ein gute Laune Album, was die Lyrics durch ihre anklagende Manier und starke Ironie jedoch schnell zunichte machen. Musikalisch und stimmlich ist Zanetti eindeutig im moderneren Folk angesiedelt, die vielen mit Akustikgitarre gespielten Passagen geben einem, trotz ihrer Power, das Gefühl in einem Pub zu sitzen, während die Lyrics den Hörer und die Weltbevölkerung für ihr Umweltverständnis, ihre Naivität und ihr Missverständnis gegenüber offensichtliche Problemen, egal ob politischer, psychischer oder gesellschaftlicher Natur, anklagen, kritisieren und zum Umdenken motivieren. Das Album zeichnet sich jedoch nicht nur durch seine Kontraste, sondern auch durch die markante Stimmfarbe Darek Zanettis aus. Er zeigt was er kann, singt manchmal auch im Duet mit einigen Gästen, wobei keine Stimme untergeht. Dem Hörer wird wenig Ruhe gegönnt, denn trotz der Dominanz der Akustikgitarre geht es rücksichtslos nach vorne und reißt einen mit.

This Land Is Your Landfill ist das perfekte Album für den kommenden Sommer, spiegelt Teile unserer Gesellschaft gut wieder und begeistert sicher nicht nur den typischen Punk oder Folk Hörer.

https://www.youtube.com/watch?v=xQi-ZkG1A_M

Fotocredits: Martina Wisniewska


[News/Review] Der neue Sommersong über die Zeit in der Quarantäne!

Lang ersehnt, doch jetzt freuen sich alle Clikkies und andere TOP Fans: Ein neues musikalisches Lebenszeichen der zweiköpfigen Band aus Tyler Joseph und Joshua Dun.

Mit Level Of Concern schrieb Tyler Joseph nicht nur sein erstes E-Gitarren Lied, was an 80er, oder The1975s erinnert, sondern auch ein Lied, das wieder die Sorgen des Alltags als frischer Vater, Ehemann oder auch einfache Person innerhalb der COVID-19 Krise anspricht.

Über Twitter verkündete Tyler Joseph zwischen den Zeilen, wie das neue Musikvideo dazu aussehen wird (Josh, i'm sending you some files), in dem sie per Brief einen USB Stick, mit den Aufnahmen zum Song hin und her schickten.

Dazu sagte er, dass ein Teil der Erlöse an die Organisation CREW NATION geht, die Helfern hinter der Bühne, die aktuell keinen Job haben, durch diese Krise helfen soll.

Nun, was sagen wir zu diesem Lied?

Klar ist: es ist eine neue musikalische Richtung in die sich twenty one pilots hier entwickelt. Mit Elementen, wie Klavier oder einer catchigen Bass-Line sind sie sich aber weiterhin treu geblieben. Doch diesmal kam ein neues Instrument ins Spiel: Eine E-Gitarre. Es ist ein sehr einfach gestaltetes Riff, was jedoch fröhliche Sommervibes ausstrahlt, daher auch wieder ein Kontrast zum lyrischen, was man von twenty one pilots kennt. Wie sie es jedoch gestaltet haben, ist ein neuer Schritt, der an die 80er oder The1975s erinnert: Einfach, Catchy, Tanzbar und schnell auf der Zunge.

Auch wenn der Song sehr einfach ist, passt er sehr gut zur Situation. Einige Fans werden vermutlich etwas gegen den soften Stil haben, aber wir finden Message und Hintergrundgedanken super und freuen uns schon darauf im Sommer dieses Lied hören zu können!

Und jetzt an euch: Das Logo der Band ist nun in einem Karmin-Rot und vollständig: Leitet dies die neue Ära ein?

https://www.youtube.com/watch?v=loOWKm8GW6A

Foto und Video von Reel Bear Media


[Record Review] All Time Low - Wake Up, Sunshine

"Wake Up, Sunshine" ist nun schon die neunte Scheibe der Pop-Punk-Formation, die seit bereits 17 Jahren gemeinsam Musik macht.

Nachdem Sie sich einige Jahre unter den anderen Bands des Pop-Punk eingereiht hatten, tauchten sie 2017 mit "Last Young Renegade" einmal tief in den Pop ein. Umso interessanter war es zu sehen, in welche Richtung sie mit "Wake Up, Sunshine" gehen würden. Eins kann man sagen: An Abwechslung mangelt es auf dem neuen Album von All Time Low schon mal nicht.

Ein Großteil der Tracks weisen wieder typische Pop Punk Elemente auf: etwa das hohe Tempo, oder dieses wummernde Schlagzeug und die repetetiven Gitarrenriffs. "Wake Up, Sunshine" ist so ein Beispiel. Leider ist vieles davon doch ziemlich aalglatt und weichgespült. Viel gleich klingendes Füllmaterial ohne großen Wiedererkennungswert - höchstens gut zum nebenbei hören.

Manch ein Song sticht da heraus: "Some Kind of Disaster" etwa.  Die E-Gitarren sowie der Bass lassen noch etwas Rock erahnen, ansonsten handelt es sich um einen waschechten Pop-Song. "Monsters" auch so ein Exemplar; ein Chart-taugliches Feature mit dem Rapper blackbear, mit langsamerem Tempo und einer sehr eingängigen Melodie. Bei  "Pretty Venom" kommen bei seinem langsamem, getragenen Upbeat schon Chillhop-Vibes auf. Alles in allem sind die zumindest catchy - ein paar halbwegs starke Pop-Songs bringt das Album schon hervor.

Allem Anschein nach ereilt All Time Low das selbe Schicksal wie manch andere Band in diesem Genre. Zwar hat "Wake Up, Sunshine" immer noch mehr mit Pop-Punk gemein als das letzte Album,  aber auch nach "Last Young Renegade" kommen sie nicht wirklich von der Pop-Schiene runter. Es wird nicht ersichtlich, wo die Band musikalisch hinwollte, doch ich vermute, dass einfach eine andere Zielgruppe angesprochen werden soll - nicht mehr unbedingt die Pop-Punk-Hörer.

https://www.youtube.com/watch?v=Cno6uF2ro5g

Fotocredits: https://www.warnermusic.de/news/2020-02-18/wake-up-sunshine-am-3-april-kommt-das-neue-album


[Gaming Review] Draugen

GENRE: Adventure / Walking Simulator
PREIS/PLATTFORM: 20€ (PS4, PC, Xbox One)
DAUER BIS 100%: 3 Std.
SCHWIERIGKEIT: 1/5
RATING: 5/10

Genug von Cyberpunk-Ästhetik, amerikanischen Vorstädten oder post-apokalyptischem Wasteland? Das Indie-Game „Draugen“ des norwegischen Entwicklers „Red Thread Games“ verschlägt einen in ein nahezu einzigartiges Setting: Ein beschauliches, norwegisches Fjord-Dorf namens „Graavik“ in den 1920ern. Hier begebt ihr euch als Edward Charles Harden, einen amerikanischen Intellektuellen, auf die Suche nach euerer verschwundenen Schwester Elizabeth. Gemeinsam mit eurer Begleitung Alice stoßt ihr dabei aber auf eine mysteriöse, einheimische Tragödie rund um die Geheimnisse von Graavik. Kann „Draugen“ dieses vielversprechende Setting auch mit einer packenden Story und spannenden Charakteren füllen?

Die größte Stärke von „Draugen“ liegt wie bereits erwähnt beim Setting, welches anfangs durchaus neugierig macht. Dieses hat grafisch einen gewissen Charme, was vor allem an der verwendeten Unreal Engine liegt. Das „Graavik“ der 1920er bietet fünf Hauptschauplätzen und trotz einer ansonsten leeren Spielwelt herrscht die passende Grundatmosphäre eines norwegischen Dorfs aus dem letzten Jahrhundert. Aber schon hier zeigt sich, was „Draugen“ im gesamten Spielverlauf zu schaffen macht: verschenktes Potential. Es fehlen dramatische Veränderungen im Setting, die entlang der Story abwechslungsreiche Stimmungen erzeugen. Da hilft auch keine kurze, halbherzig entworfene „Gewitter bei Nacht“-Sequenz.

Das Ganze setzt sich im Charakterdesign fort: Edward und Alice machen zu Beginn neugierig, auch wenn darüber hinaus kein wirklich tiefgründiges Profil entsteht. Entlang der kurzen Story gibt es dann zwar charakterliche Entwicklungen, welche jedoch viele Fragen aufwerfen, ohne wirklich zum Nachdenken zu bringen. Selbes Prinzip bei der Story: Die beiden Erzählstränge sind nicht langweilig, aber ohne wirkliche Tiefe, trotz guter Ansätze. Nebenbei erwähnt sei, dass alles in Form einer komplett linearen Story erzählt wird, die trotz einiger Optionen im Dialog jedes Mal zum gleichen, offenen Ende kommt. Dieses wirkt nicht zufriedenstellend und ist nach knapp drei Stunden auch viel zu schnell erreicht. Abschließend stellt sich die Frage: Was ist eigentlich die Pointe des Spiels?

„Draugen“ leidet vor allem durch ungenutztes Potential: In allen Bereichen des Spiels bieten sich sehr gute Ansätze, die einfach halbherzig zu Ende geführt wurden. Es ist an einigen Stellen deutlich erkennbar, dass zentrale Teile der Story im finalen Spiel schlichtweg fehlen. Der Höhepunkt, auf den das ganze Spiel lang hingearbeitet wird, ist praktisch kaum existent. Warum das so ist, wissen leider nur die Entwickler. Die Zeile „Edward and Alice will return“ im Abspann macht allerdings durchaus Hoffnungen auf eine verbesserte, spannende und vor allem vollständige Fortsetzung.

Fotocredits: https://www.igdb.com/games/draugen/presskit


[Gaming Review] Bloodroots

GAMEREIHE: Action-Adventure
PREIS/PLATTFORM: 20€ (PS4, PC, Switch, Xbox One)
DAUER BIS 100%: 4-6 Std.
SCHWIERIGKEIT: 3/5
RATING: 4/10

Während man als Gamer im neuen Jahr noch auf die großen Releases wartet, gibt es jetzt schon einige vielversprechende Games zu entdecken. Wem der Sinn hierbei nach einem chaotischen Action-Adventure steht, findet mit „Bloodroots“, dem neusten Spiel vom Indie-Entwickler „Paper Cult“, ein witziges Singleplayer-Spiel. Man begibt sich hierbei in bunter Comic-Optik als „Mister Wolf“ auf einen klassischen Rachefeldzug gegen den Erzfeind „Schwarzer Wolf“ und metzelt sich auf dem Weg durch Unmengen von Gegnern. Aber verbirgt sich hinter hübscher Grafik und furiosem Gameplay mehr als nur ein kleiner Zeitvertreib?

Angefangen bei der Spielwelt zeigt sich die größte Stärke von „Bloodroots“. Jedes Level bringt ein eigenes Design mit sich: Wald, Wüste oder Schneelandschaft, zudem interessante Abwechslung durch Neon- und Wasteland-Abschnitte. Die bunte Grafik, geprägt von schön ausgearbeiteten Farbkontrasten, macht die Spielwelt trotz linearem Aufbau zum Hingucker. Weiterhin gilt das Motto „die Welt ist deine Waffe“: Statt die Gegner mit fester Waffe in Grund und Boden zu schießen, lässt sich nahezu die ganze Spielwelt, egal ob Karotte oder Laserschwert, als Prügelinstrument nutzen. Da jede Waffe sich nach Benutzung abnutzt oder kaputt geht, ist oft Improvisationstalent gefordert. Das abwechslungsreiche Gemetzel von Gegnern wird außerdem noch von spannender Musik unterlegt und mit witzigen Finisher-Szenen abgerundet.

Im Spielverlauf zeigen sich aber auch einige Schwächen des Indie-Adventures. Die Rache-Story um „Mister Wolf“ ist sehr oberflächlich erzählt, in jedem der drei Akte kämpft man sich durch Gegner-Horden, bevor man einen generischen Boss-Gegner vor sich hat. Die Geschichte wird auch durch die, teils sehr schlechte, deutsche Übersetzung nach kurzer Zeit zu überspringbarem Beiwerk. Dazu kommen einige nervige Fehler in der Spielmechanik, welche den Spielspaß oft mindern: fehlerhafte 3D-Darstellung von Plattformen, teils ungenaue Steuerung, wechselnde Kameraeinstellungen oder spärlich platzierte Kontrollpunkte. Einen Wiederspielwert hat das Spiel leider nur für Gamer, die darauf aus sind, den eigene Highscore in jedem Level zu brechen.

„Bloodroots“ ist trotz einladender Grafik und spaßigem Gegnergemetzel vor allem ein Spiel für Hardcore-Gamer und Indie-Adventure-Liebhaber. Die wirkliche Herausforderung des Spiels liegt hier meist im Navigieren der hakeligen Spielmechanik. Das lineare Design und der kurze Singleplayer bieten auf Dauer nur wenig Spielspaß für den Casual-Gamer. Nichtsdestotrotz hätte „Bloodroots“ Potential, mit einer besseren Spielmechanik und einem Koop-Modus zu einem spannend-witzigen Indie-Game für Zwischendurch zu werden.

Fotocredits: http://www.papercultgames.com/presskit/sheet.php?p=bloodroots


[Record Review] Silverstein - A Beautiful Place To Drown

Mit ihrem Mix aus Hardcore Punk und Emo haben es Silverstein über die Jahre zu einiger Bekannteit gebracht. Wie gut sie darin sind, die Genregrenzen zu sprengen, stellen sie auf ihrem neunten Album „A Beautiful Place to Drown“ wieder mal unter Beweis.

Für dieses Album haben sich Silverstein ordentlich Unterstützung geholt, unter anderem von Beartooth-Sänger Caleb Shomo und Simple Plan, mit denen sie 2006 mal auf Tour gewesen waren.

Einflüsse des Pop-Punk, des Emo, des Metalcore und sogar des Hardcore Punks verschmelzen hier zu einer sehr eingängigen Mischung. Auch Elemente aus der elektronischen Musik sind zu hören, was definitiv nicht jedem gefallen wird. Jedoch werden sie eher in Maßen eingesetzt und fügen sich meiner Meinung nach gut in das Gesamtbild ein.

Erst rasche Wechsel zwischen eingängigen Refrains und explosiven Shouts und Riffs, die mitunter an Bands wie I Prevail erinnern. Dann plötzlich findet man sich mitten in einem klassischen Pop-Punk Song wieder.

So klingt jeder Track anders. Auch dieses Album hat seine „Lückenfüller“, doch wirklich eintönig wird es nicht.

Catchy, abwechslungsreich, ein Fest. Mich jedenfalls, die ich bisher kein Fan von Silverstein gewesen war, hat „A Beautiful Place to Drown“ voll abgeholt.

 

https://www.youtube.com/watch?v=7-k9_IkoJbk

 

Fotocredits: Uncle M Music Presskit of Silverstein