[Record Review] Hollywood Undead - A New Empire

„A New Empire“ ist ein Kraftvolles und absolut gelungenes  Album. Mehr muss man fast dazu nicht sagen, wer aber jetzt noch weiter liest, will sich wohl meine ganze Meinung dazu anhören!

Ich war schon sehr begeistert von der Veröffentlichung von „Time Bomb“ und „Already Dead“. Das neue Album begeistert sich durch seine Starke Sozialkritik der heutigen Zeit. Sie beschäftigen sich auch mit Problemen, wie Existenzängste. Klar, fehlt bei „Hollywood Undead“ auch das Partyfeeling nicht, welches sich aber doch sehr in den Hintergrund drängt. Auch die damaligen Frauenfeindlichen Texte sind gar nicht mehr zu finden.
So wie es ihr Album „New Empire“ schon ankündigt, kann man anderes erwarten als aus den vorherigen Alben, was vielleicht abschrecken mag, da es andere Bands schon versucht haben und ihnen nicht so gelungen ist, aber:

Es ist ein sehr kraftvoller Sound gelungen der sehr mit dem Emotionaleren Texten und Themen überzeugt. Nach eigener Aussage der Gruppe, wollten sie sich neu definieren, was ja heutzutage nicht unüblich ist.  Man erkennt alte Stile aus ihren vorherigen 5 Platten, aber man merkt, dass sich das neue Album doch sehr stark abhebt. Keine Frage, „Hollywood Undead“ hat ihren eigenen Stil gefunden in dem was sie machen, und sie sind immer noch steht’s auf dem richtigen weg. 

Das Album ist nur zu empfehlen und an die Skeptiker da draußen, gebt dem Ding eine Chance!

Verpasst Hollywood Undead nicht auf ihrer EU Tour! 

22.02.2020 Offenbach / Stadthalle DE
24.02.2020 München / Zenith DE
09.03.2020 Berlin / Verti Music Hall DE
10.03.2020 Hannover / Swiss Life Hall DE
11.03.2020 Leipzig / Haus Auensee DE
16.03.2020 Düsseldorf / Mitsubishi-Electric-Hall DE
17.03.2020 Hamburg / Barclaycard Arena DE

 

https://www.youtube.com/watch?v=AOG-b2fTxTU


[Live Review] Knockdown Festival 2019

Datum: 15.12.2019

Genres: Metalcore, Hardcore
Ort: Karlsruhe, Schwarzwaldhalle

2015 gab den Startschuss für das Knockdown Festival in Karlsruhe. Als eine Art Schwester-Festival für das Knock Out Festival, welches seit 2005 ebenfalls in der Schwarzwaldhalle stattfindet, bietet das Knockdown für Metalcore-Fans die Möglichkeit, sich gegen Ende des Jahres zusammen zu finden und zu feiern.

Location [2 von 2]: Die Schwarzwaldhalle ist riesig. Mit Gang zur den zahlreichen Bars, zum Merchstand oder einfach mal zur Fressmeile und zurück, kann man sich wunderbar die Zeit bis zur nächsten Band vertreiben. Es gibt viele Toiletten und somit keinerlei Schlangen, genug Bars für jeden zum nachtanken. Mit den Öffentlichen ist die Halle unkompliziert zu erreichen und in der Nähe sind genug Parkplätze vorhanden.

Preise [1,5 von 2]: Wie man es auf Festivals kennt, waren die Preise für das Essen nicht gerade billig, dafür aber vielfältig und meistens auch für Vegetarier/Veganer geeignet. Die Cocktails gab es in riesigen Gläser für 7,50 Euro und sind definitiv jeden Cent wert. Der Preis für das Festivalticket betrug 54,99 Euro.

Line-Up [1,5 von 2]: Ein Highlight für uns war der Auftritt von To The Rats And Wolves, da die Jungs bekannt gegeben haben sich 2020 aufzulösen. Für die Leute, die nicht auf der Headliner Tour von Stray From The Path waren, konnten sie sich auf dem Knockdown samt Gefolge (Gideon, Loathe und The Devil Wears Prada) ansehen. Never Back Down gewannen den Newcomer Slot und Eskimo Callboy spielten als Headliner.

Crowd und Mitarbeiter [2 von 2]: Die Security hatte Spaß und Freude sich mit den Besuchern zu unterhalten, es gab keinen Ärger mit der Crowd.

Sound [2 von 2]: Der Sound war sowohl in den vordersten Reihen, als auch hinten auf den Tribünen super und angenehm laut.

Fazit [9 von 10]:  Für mich ist der Besuch auf dem Knockdown Festival jedes Jahr ein Muss! Es ist vorbildlich organisiert, Ess- und Trinkangebote sind reichlich vorhanden und das Line-Up hat eigentlich immer für den Einen oder Anderen was zu bieten, von Newcomern bis Kultbands bekommt man die Chance sich von guter Musik berieseln zu lassen oder einfach nur Party zu machen. Eine Bitte hätten wir jedoch für 2020: Wir wünschen uns unsere bunten Festivalbänder zurück, die Papierbänder ließen so manche ernüchtern. Ansonsten, weiter so! Wir freuen uns aufs nächste Jahr.

Photo Credits: Nadia Amiri / lwnhrz.ttl – Gastbeitrag von Nicole Hoppe


[Gaming Review] Life Is Strange 2 (Alle Episoden)

EPISODE 1-3:

Gamereihe: Life is Strange
Dauer bis 100%: 4-10 Std
Schwierigkeit: 2/5
Rating: 9/10

Mit „Life Is Strange“ (2015) und dem entsprechenden Prequel „Life Is Strange: Before The Storm“ (2017) brachteDontnod-EntertainmentzweiderbestenSto- rytelling-SpielederletztenJahreheraus.DieStoryrund umMax,ChloeundRachelbegeisterteFans,vorallem wegen der unheimlich stimmigen, detaillierten Spiel- welt, einem tiefgründigen Charakterdesign sowie einer spannenden, entscheidungsbasierten Story. Mit „Life Is Strange 2“ kommt nun der dritte Teil der Serie, welcher drei Jahre nach den Ereignissen in Arcadia Bay spielt, diesmal jedoch ohne Max, Chloe und Rachel. Als absoluter Fan der Serie stellt sich mir nun die Frage: Kann „Life Is Strange 2“ genauso mitreißend sein, ohne eine Kopie der ersten beiden Spiele zu sein?

Um diese Frage zu beantworten, sind vor allem zwei Personen im Mittelpunkt: Sean und Daniel Diaz, die beiden Hauptcharaktere. Schon nach den wenigen Minuten des Prologs kristallisiert sich heraus, dass sich die beiden vor allem durch ihr Alter unterschei- den.

Während Sean (16) mit den alltäglichen Proble- men eines Teenagers zu kämpfen hat, ist Daniel (9) damit beschäftigt seine Kindheit voll und ganz zu genießen. Gerade wenn man sich Zeit für kleine Details lässt, ergeben sich zwei tiefgründige Charak- terbilder, die einem schnell ans Herz wachsen. Die beiden Diaz Brüder überzeugen also schon nach den ersten Stunden Spielzeit als Charaktere, auch wenn Daniel in der Rolle als kleiner Bruder ein wenig besser aufgeht als Sean in der des großen Bruders.

Die Spielwelt von „Life Is Strange“ ist neben den beiden Hauptcharakteren natürlich noch voll mit in-

teressanten Personen, die ihren Teil zur spannenden Story beitragen. Von der mürrischen Shop-Besitzerin, über sympathische Weirdos hin zu rebellischen Teen- agern gibt es hier viel zu entdecken. Oft lohnt es sich im Gespräch genauer hinzuhören, aber anders als im Klassischen-RPG erzählt uns nicht jeder Charak- ter auf Anhieb seine halbe Lebensgeschichte. Bei manchen Personen ist es sogar hilfreich, erst gar kein Gespräch anzufangen. Auch wenn man sich bei einigen Charakteren mehr Hintergrund-Infos erhofft, trägt deren kurzweiliger Auftritt zum authentischen Spielerlebnis bei. Als Kritikpunkt wäre hier aber auch zu nennen, dass ich mir an einigen Stellen einen Kommentar oder Monolog seitens Sean und Daniel über die entsprechenden NPC ́s gewünscht hätte.

Weiter zur Atmosphäre: „Life Is Strange 2“ zu spielen fühlt sich vor allem an wie das Gefühl des Heim- kommens. Man verspürt Erleichterung und Freude wieder im gewohnten Umfeld zu sein, aber auch kleine Veränderungen lassen sich beobachten. Das Setting rund um Seattle, was vor allem von Wald- landschaften geprägt ist, macht sich als solches deutlich bemerkbar und ist nicht einfach Arcadia Bay 2. Hier dominieren vor allem Wildnis, einsame Straßen und politisch konservative Menschen. Poli- tisch? Ja, denn anders als im ersten Teil gibt es nun in „Life Is Strange 2“ mehrere politisch geprägte Stellen und Charaktere. Um nur einen kleinen Hinweis zu geben: Es ist keine beiläufige Erkenntnis, dass Sean, Daniel und ihr Vater aus Mexico stammen. Aber keine Sorge, im Vordergrund stehen immer noch sehr passend gewählte Songs, die schöne Grafik der Unreal-Engine sowie jede Menge an kleinen Details und Easter Eggs.

FAZIT: „Life Is Strange 2“ ist wieder einmal ein geniales Spiel geworden. Die Entwickler haben es geschafft, eine neue, interessante Geschichte im gewohnten „Life Is Strange“-Universum zu erzählen, ohne in den Bereichen Charakterdesign und Storytelling zu stark von den ersten beiden Teilen zu kopieren. Die (wenigen) technischen Neuerungen (Rucksack-Inventar, vergängliche Interaktionsmöglichkeiten der Brüder, Geld als Ressource) fügen sich gut in die Spielwelt ein und führen teilweise die Story, ohne dabei abzulenken. „Life Is Strange 2“ ist also wieder ein Spiel, was von seiner Story und seiner Liebe zum Detail lebt.

Menschen, welche die ersten beiden Teile bereits langweilig fanden, werden auch mit „Life Is Strange 2“ höchstwahrscheinlich nicht umgestimmt. Aber als Liebhaber der Serie kann ich die Geschichte rund um Sean und Daniel jedem Fan ans Herz legen.

Die Serie ist sich mit diesem Teil treu geblieben und bietet wieder viel Potential zum Einfühlen und Mitfiebern. Und nicht vergessen: wie bei allen „life Is strange“-spielen lohnt es sich, alles mitzunehmen und sich voll und ganz auf die story einzulassen.

EPISODE 4-5:

Gamereihe: Life is Strange
Dauer bis 100%: 2-3 Std ( pro Episode )
Schwierigkeit: 2/5
Rating: 7,5/10

Die Geschichte um Sean und Daniel Diaz findet nun in der Veröffentlichung von „Life Is Strange 2 – Episode 5“ ihr vorzeitiges Ende. Anknüpfend an die Review aus der letzten Ausgabe stellen sich jetzt aber einige Fragen: Kann der gute Start des Spiels fortgeführt werden? Überzeugt das Ende? Gibt es eine Anspielung auf eine weitere Fortsetzung?

Grundsätzlich sei gesagt, dass das Finale eines „Life Is Strange“-Teils wirklich viel falsch machen müsste, um nicht zumindest als annehmbar zu gelten. So auch im dritten Spiel: Es gibt insgesamt 4 bzw. 7 verschiedene Enden, die alle unterschiedlich ausfallen und ins sich überzeugen. Positiv fällt hier auf, dass die Entschei- dungen am Ende nun auch den gesamten Spielverlauf mit einbeziehen und nicht bloß vom Rest des Spiels abgetrennte Auswahlmöglichkeiten sind (wie z.B. im Original). Insgesamt bietet jede Variante des Endes einen eigenen Plot-Twist und gelungene Abschlussszenen.

Auch wenn die Thematik „Flucht“ in „Life Is Strange 2“ eine große Rolle spielt, gibt es einen großen Nach- teil: Insgesamt betrachtet wirken die letzten drei Episoden teilweise sehr überhastet. Während sich in der Umgebung von Seattle noch reichlich Zeit gelassen wird, verlieren die späteren drei Schauplätze extrem an erzählerischer Tiefe. Was für die Umgebung gilt, spiegelt sich auch in den Charakteren wider: Vor allem Nebencharaktere verflachen häufig zu „Ein-Dialog-NPCs“. Tröstend wirkt hier die (kurze) Rückkehr eines Cha- rakters aus dem ersten „Life Is Strange“, sowie einige emotionale Easter-Eggs und ein unerwarteter Plot-Twist.

FAZIT: Eine eher hastig erzählte zweite Hälfte und verflachte Charaktertiefe machen aus „Life Is Strange 2“ noch lange kein schlechtes Spiel. Der gute Start und überzeugende End-Sze- nen verleihen dem Spiel immer noch eine allgemein positive Spielerfahrung. Die Geschichte um Sean und Daniel bleibt spannend und bietet durchaus Anreiz für einen weiteren Playthrough. Es besteht lediglich ungenutztes Potential und die Hoffnung auf eine gut durchdachte, weniger hastige Fortsetzung. Eine Anspielung darauf, wie es weitergeht, bleibt übrigens aus, auch wenn ein letztes Prequel zu Familie Diaz wünschenswert wäre.

 

Quelle der Bilder: https://www.igdb.com/games/life-is-strange-2/presskit


[Gaming Review] The Outer Worlds

Wertung: 7/10
Dauer: 20-90 Std. (je nach Schwierigkeitsgrad und Spielweise)
Schwierigkeit:  3 von 5

 

„The Outer Worlds“ wurde bereits vor Release als „die bessere Fallout-Fortsetzung“ gehandelt. Schließlich wurden einige Trademarks der Bethesda-Games für das Spiel von Obsidian Entertainment schlichtweg übernommen: eine schräge, postapokalyptische Spielwelt, haufenweise Easter-Eggs und interessante, lustige Charaktere. Im Folgenden will ich das Spiel aber nicht einfach an seinem Vorbild messen, sondern mir die Frage stellen: Was kann es wirklich, als eigenständiges Spiel?

Allgemein spielt ihr die Rolle eines Weltraum-Kolonisten, der von einem leicht-verrückten Wissenschaftler aus der Schlafkapsel eines verschollenen Raumschiffs erweckt wird, um die Galaxie „Halcyon“ zu retten. Nach wenigen Minuten Spielzeit wird vor allem eins klar: Entweder man liebt diese Art von Spiele, oder man hasst sie. Die comicartige Grafik der Unreal Engine (Dishonored, Borderlands), simple Mechaniken und ein Fokus auf Dialoge sind nun mal Geschmackssache. Im weiteren Verlauf zeigt sich die größte Stärke des Spiels ebenso wie auch die größte Schwäche: die Story. Während viele der Quests zu kurz oder gestreckt wirken und auf dem simplen „Problem-Beschaffe X-Belohnung“-Prinzip beruhen, sind es gerade die kleineren Nebenquests, die genial geschrieben und umgesetzt sind. So könnt ihr einem eurer Begleiter zum perfekten Date verhelfen, euch als Film-Schauspieler auszeichnen oder einem Priester bei der Selbstfindung beistehen. Die Spielwelt zeigt sich ähnlich ambivalent: Während in der Wildnis teilweise gähnende Leere herrscht, lässt sich in den Städten massig Beschäftigung finden. Man wird als Spieler mit Munition und Items fast schon zugemüllt, während sich erkunden der Welt und um die Ecke denken nur selten (wirklich) lohnt. „The Outer Worlds“ punktet aber mit einem simplen, dennoch soliden Kampfsystem und einem gut durchdachten Level-System. Weiterhin sind die meisten Dialoge gelungen und bieten (wie auch die Quests generell) mehrere Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Abschließend sei noch erwähnt, dass die erzählten Endsequenzen, im Gegensatz zum letzten Drittel der Story, sehr gut gelungen sind.

Fazit: „The Outer Worlds“ ist ein Spiel, was sich nur schwierig auf den Punkt bringen lässt. Obwohl es oft richtig Spaß macht, ernüchtern schwankende Story, Schwierigkeit und Spannung. Selbst wenn jede Quest abgeschlossen ist, bleibt der Wunsch auf einen neuen Durchgang, in dem man alles anders macht. Auf jedes Easter-Egg und jedes Schmunzeln kommt ein Moment des „Wieso muss ich jetzt schon wieder nach X reisen, um Y für Z zu besorgen?“. Alles in allem ein Spiel, für Menschen, die schräge, alternative Welten á la „Fallout“ lieben und sich nicht an einigen klassischen Open-World-Schwächen stören.

 

 

Bilderquelle: https://www.igdb.com/games/the-outer-worlds/presskit


[Live Review] Crowdsalat Festival 2019

DATUM: 19.10.2019 | ORT: Essen, Weststadthalle | GENRE: Metalcore/Hardcore

LOCATION
Die Weststadthalle in Essen ist eine verhältnismäßig kleine Location am Rande der Innenstadt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist sie genauso gut zu erreichen wie mit dem Auto. Die Zufahrt zum Parkplatz ist leider etwas umständlich, wenn man sich nicht in der Gegend auskennt — dafür ist der direkt nebenan. Das Gebäude bot für dieses Festival genau die richtige Größe. Von innen ist die Halle gemütlich und familiär, die offene Bühne ragt etwas in den Raum hinein und erlaubt den Bands mehr Nähe zum Publikum. Insgesamt bietet die Weststadthalle eine grundsolide Location! [1.5 von 2]

PREISE
Den Ticketpreis von 25€ (VVK) bzw. 30€ (AK) fand ich durchaus noch fair, genau wie die Preise für Getränke und Merchandise, die sich alle sehr im Durchschnitt bewegten. Zudem boten noch einige kleine Clothing-Labels auf dem Festival ihre Waren an. Lediglich die Getränkeauswahl wäre etwas ausbaufähig gewesen. [1.5 von 2]

LINE-UP
Beim Line-Up kommen Fans des Metal-/Hardcore durchaus auf ihre Kosten. Das Festival bot neben Größen wie Imminence (die für ordentlich Stimmung sorgten!) oder Silent Screams auch die Möglichkeit, kleinere Bands und Newcomer kennenzulernen. Auch die wurden von vielen als sehr gut wahrgenommen. [2 von 2]

BESUCHER UND MITARBEITER
Das Sicherheitspersonal war sehr humorvoll und locker, die Verkäufer freundlich. Auch die Festivalbesucher waren sehr nette Menschen, die einfach die Show genießen wollten – so, wie es sich in der Szene gehört. [2 von 2]

SOUND
Selbst die besten Bands bringen einer Veranstaltung nichts ohne gescheiten Sound. Vereinzelt klang es etwas übersteuert, meistens aber gab es keine größeren Probleme. Im Vergleich zu anderen – auch weitaus größeren – Festivals, auf denen ich in letzter Zeit war, schien der Klang doch ganz gut abgemischt. [1.5 von 2]

FAZIT
Ohne größere Erwartungen sind wir hingefahren und wurden dann sehr positiv überrascht. Bis auf ein paar Kleinigkeiten gibt es nicht viel an der Veranstaltung zu kritisieren. Dafür, dass es sich um das erste Festival des noch jungen Magazins handelte, war es sehr gelungen! [8.5 von 10]

Photo Credits: Michelle // morethandisarray


[Record Review] The Faim – State Of Mind

Zuvor noch unterwegs auf Tour mit ihrer EP Summer Is A Curse, sammelten The Faim schon Bühnen Erfahrung mit Sleeping With Sirens, spielten schon auf dem Download Festival und waren zuletzt beim Lollapalooza in Berlin zu sehen. Am 13.09.2019 wurde das Debütalbum State Of Mind von dem Quartett aus Australien veröffentlicht, die sich auf die Fahne geschrieben haben, die Menge mit catchy Sing-a-longs und Chart-taugliche Refrains auf ihre Seite zu ziehen. Die Songs sind poppig, groovig und laden zum Tanzen und mitsingen ein.

Einflüsse aus der Indie Schublade ziehen sich durch das ganze Album, welches nur so vor Diversität strotzt. Kein Wunder, denn ihre damalige EP ist dadurch entstanden, indem sich verschiedenste hochkarätige Autoren (beispielsweise Pete Wentz von Fall Out Boy) mit der Band zusammen gesetzt haben und aus unvollständigen Kompositionen Top Hits erschaffen haben. Aus State Of Mind wollten The Faim aber ein ganz persönliches Album machen, sowohl lyrisch als auch musikalisch, ebenso haben sie einen vielschichtigen Sound erschaffen. Tongue Tied ist ein klassischer Indie Rock Song, der instrumentell mit dem Piano begleitet wird. Humans ist deutlich ruhiger, dafür aber poppiger im Refrain und reinlaufenden Sing-a-longs. Summer Is A Curse kennen wir aus der gleichnamigen EP, der mit 12 Millionen Streams für den Durchbruch der Band gesorgt hat. Einen kleinen Abstecher in die Punkrock Richtung machen The Faim mit Buying Time, der Song erinnert an alte Songs von Green Day und machen Lust auf mehr. Amelie rockt ordentlich ab und ist elektrisierend, Where The River Runs dafür ruhig, ausdrucksstark, mit Piano Elementen. Der letzte Song State Of Mind schließt das Album im sentimentalen Ton ab, mit einem Solo zum Schluss.

Von The Faim werden wir in Zukunft sicherlich noch eine ganze Menge hören, da das Album für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Wir freuen uns, die Zukunft dieser vielschichtigen Band mitzuverfolgen. Das ganze ist nämlich erst der Anfang für die Australier aus Perth.

https://www.youtube.com/watch?v=oM0xa0wVCNY

Das Header Foto wurde von Cyndi Lynott (BMG Group) aufgenommen.

[Record Review] Tiny Moving Parts - Breathe

SO WHY CAN'T I STAND STILL? WHY DO I ALWAYS MOVE IN CIRCLES?

Seit 2008 gibt es die selbsternannte "Family Band" aus Minnesota schon. Hauptsächlich dem Emo Revival zugeordnet, wird ihre Musik auch häufig als Math Rock oder Indie Rock beschrieben. Nicht ohne Grund, denn musikalisch bewegen sie sich zwischen den Genres: Sie vereinen die Melancholie und Ruhe des Emo Pop mit der Komplexität des Math Rock.

Dies wird in ihrem 7. Album "Breathe" wieder deutlich: ausgefeilte Riffs und eine experimentelle Kombination von Sounds, gespickt mit interessanten Spielereien und einem raschen Wechsel zwischen Clear Voice und Screams. Genauso heftig wechseln sich Phasen der Ruhe mit explosionsartigen Ausbrüchen von Emotionen ab. Die anfängliche Intensität der. Songs "The Midwest Sky" und "Light Bulb" nimmt im Laufe des Albums kurz ab, die Songs werden ruhiger. Das bleibt aber nicht lange so - an Abwechslung mangelt es auf jeden Fall nicht. Bei all der Wut, Trauer und Verzweiflung, die hier Ausdruck findet, dringt aber auch immer wieder etwas Hoffnung durch, wie etwa im Song "Bloody Nose".

Technisch ist all das sehr gut umgesetzt. Diese Verschmelzung verschiedener Einflüsse mag beim ersten Hören speziell wirken. Doch wer sowohl Emo Vibes als auch einen Output für seine Gefühle sucht, für den ist "Breathe" vielleicht was.

https://www.youtube.com/watch?v=T9BQBYwvljA


[Record Review] Being As An Ocean - Proxy: An A.N.I.M.O. Story

“This ain’t heavy metal” – Wer bei diesem Satz an Oli Sykes und Co. denken muss, hat sicherlich bereits mitbekommen, dass moderner Metalcore seit Neustem nicht mehr nur über Growls, Breakdowns und Cleangesang definiert wird. Synthesizer, E-Drums und Ähnliches lassen bei so manchem aktuellen Album wirklich daran zweifeln, ob es sich hierbei noch um Metalcore oder sonstige Subgenre handelt. Das dies keine schlechte Eigenschaft sein muss, haben BMTH ja bereits mit „amo“ gezeigt. Auch BAAO wagen den Schritt ins Unbekannte und nun stellt sich die Frage, ob „Proxy: An A.N.I.M.O Story“ wirklich überzeugen kann.

Bereits nach den ersten paar Songs wird klar, dass Being As An Ocean keine klassische Post-Hardcore Band mehr sein wollen, sondern nun vor allem elektronische Elemente den Ton angeben. Der erste Song „Play Pretend“ zeigt aber eindrucksvoll, dass das gut funktionieren kann: Im Kern ein mitreißender, kraftvoller BAAO-Song, der an den richtigen Stellen mit Effekten und Beats aufgewertet wird. Nach dem soliden „Find Your Way“ kommt mit „Brave“ ein Track, der die Schwächen des Albums sehr gut zusammenfasst. Der Song beginnt ruhig und melancholisch, Joels und Micheals Stimme stehen im Vordergrund. Im Chorus geht dann aber Michaels Stimme schlagartig in einem Beat unter, welcher mich am ehesten an das Instrumental eines kitschigen Charts-Sommerhits erinnert. Aber Spaß beiseite, generell wirken bei einigen Songs auf dem Album die elektronischen (Backing-)Beats deplatziert oder sind schlichtweg einfach zu viel. Weitere Beispiele hierfür sind „See Your Face“ und „Tragedy“ sowie die überflüssigen „Intro“, „Interlude“ und „Outro“.

Allgemein hätten viele Songs auf „Proxy: An A.N.I.M.O Story“ davon profitiert, wenn man sich weniger auf Effekte und Beats und mehr aufs Schlagzeug, Bass und Songwriting konzentriert hätte. Hierbei denke ich vor allem an die kitschigen Shotgun-Ladegeräusche, unpassende Samples, sowie schlichtweg eintönige Drum-Beats („See Your Face“, „Demon“, „Skin“ und „B.O.Y.“). Obwohl der Titel des Albums eine „Story“ verspricht, bietet BAAO hier vor allem die gewohnt melancholischen Texte und geht lediglich kurz in „B.O.Y.“ sowie dem Titeltrack auf eine futuristische Thematik ein. Dennoch möchte ich erwähnen, dass es auch einige positive Momente gibt. An einigen Stellen sind die neuen Elemente durchaus clever und gut eingesetzt und auch die unverkennbaren Stimmen von Joel und Michael kommen oft gut zur Geltung. Positiv überrascht haben mich dabei vor allem „Demon“ und „A.N.I.M.O.“, die beide bis auf Teile des Chorus stimmig, kraftvoll und gut gelungen wirken.

Fazit: Obwohl „Proxy: An A.N.I.M.O. Story“ mich beim ersten Hören ein wenig enttäuscht hat, ist durch genaueres Hinhören vor allem eins klar geworden: Es ist bei weitem kein schlechtes Album. Es hat seine starken Momente und genialen Ideen, ist aber an vielen Stellen einfach unstimmig und nicht wirklich ausgereift. Das Album wirkt für mich wie ein großes Experiment, bei dem sich die Band komplett neu versuchen möchte und auch wenn dies an einigen Stellen schiefgeht, zeigt sich in manchen Songs viel Potential.  Sollten BAAO also diese musikalische Richtung weiterverfolgen, darf man auf das nächste Album gespannt sein.


TOUR

10.11.2019 Köln, Kantine DE
12.11.2019 München, Backstage DE
13.11.2019 Nürnberg, Z-Bau DE
17.11.2019 Berlin, Lido DE
18.11.2019 Leipzig, Conne Island DE
19.11.2019 Hamburg, Knust DE
24.11.2019 Münster, Sputnikhalle DE
26.11.2019 Karlsruhe, Substage DE

 

https://www.youtube.com/watch?v=NWD5MMIjyMg


[Record Review] Acres - Lonely World

Album: Lonely World
Songs: 10
Länge: 39 Minuten
Genre: Post-Hardcore / Melodic-Hardcore

Acres, ein aus dem Vereinigten Königreich stammendes Post-Hardcore-Quartett, hatte in den letzten Jahren bereits 3 EPs („Self-Titled“, 2012; „Solace“, 2014 und „In Sickness and Health“, 2017) und mehrere Solotracks veröffentlicht. Außerdem waren sie bei zahlreichen Live-Auftritten vertreten, zuletzt als Supporting Act bei der Abschiedstournee von Casey. Nun haben sie am 9. August ihr langersehntes Debütalbum „Lonely World“ bei ihrem Label „A Wolf At The Door Recordings“ veröffentlicht.

Die Idee für den Namen des Albums hatte Sänger Ben Lumber, als er einen seiner Freunde, der alles verloren hatte und deshalb im Auto leben musste, bei sich aufnahm. In einem Gespräch sagte dieser Freund „o man, it's a lonely world“ und dies diente dem Sänger dann als Inspiration. Laut der Band dreht sich in diesem Album inhaltlich alles um „honesty“ (Ehrlichkeit bzw. Aufrichtigkeit). Auch die Einsamkeit, die schon im Titel angedeutet wird, nimmt eine zentrale Rolle in den Texten ein. Zusätzlich erklärt die Band, dass das Album eine Hommage an das Leben sei, wie sie es um sich herum sehen und wahrnehmen. So werden auch die Schwierigkeiten des alltäglichen Lebens und Themen wie Depressionen, Angststörungen oder Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen angesprochen. Diese Aufrichtigkeit wird in den emotionalen Texten, die beim Hören unter die Haut gehen, ansprechend umgesetzt.

Musikalisch lässt sich die Band dem Post-Hardcore zuordnen, dabei fallen besonders die häufigen sehr melodischen und eher leisen Passagen auf, die die Lyrics musikalisch passend untermalen und somit die Aufmerksamheit der Hörer auf gelungene Weise auf die Texte lenken. Dabei verzichtet die Band – bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. beim Titelsong „Lonely World“ oder bei „Hurt“ – auf Unclean-Vocals. Wenn diese allerdings verwendet werden, passen sie perfekt zur Atmosphäre des jeweiligen Songs. Trotz der vielen ruhigen Passagen gibt es andere, in denen auch Breakdowns verwendet werden, wie z.B. beim Track „Sharpen your Teeth“. Erwähnenswert ist auch, dass der erste Song, „Deathbed“, ein instrumentales Intro ist, welcher es direkt schafft, die Hörer auf das Album einzustimmen. Der letzte Song „Skin Over Mine“ beinhaltet ein ca. 1 ½-minütiges Outro und rundet das Album entsprechend ab. Insgesamt eine gelungene Sache!

Abschließend lässt sich feststellen, dass Acres ein beachtenswertes Debütalbum geschaffen haben; neben den bewegenden, emotionalen Texten haben manche Songs auch richtiges Ohrwurmpotential, wie z.B. der Titelsong „Lonely World“ wegen seines eingängigen Refrains. Daher an dieser Stelle eine klare Empfehlung, in das Album hineinzuhören. Außerdem sind Acres im Herbst mit ihrem Album auf Headline-Tour durch Europa, auch das solltet ihr auf keinen Fall verpassen!

https://www.youtube.com/watch?v=S-bTO8qcrl4


[Live Review] Neuborn Open Air Festival 2019

Datum: 23.08.2019 - 24.08.2019
Genres:  Metal, Metalcore
Location: Wörrstadt, DE

Location [1,5 von 2]:

Die Anfahrt ist simpel, da der Parkplatz gut zu finden und markiert ist. Die Entfernung zwischen Park- und Campingplatz ist zwar kurz, aber unbequem zu laufen, was jedoch dadurch ausgeglichen wird, dass das kurze Halten zum Ausladen vor dem Campground erlaubt ist. Ein absoluter Pluspunkt ist das Schwimmbad in der Nähe des Festivals, denn den Besuchern des NOAF ist die Möglichkeit gegeben das Freibad mit all seinen Vorzügen (Duschen (20ct), Toiletten, etc) kostenlos zu nutzen. Zwanzig Minuten Fußweg, die sich wirklich lohnen. Das Festivalgelände ist wirklich leicht zu erreichen, der Fußweg ist bequem und kurz, jedoch ist leider nur wenig Schatten gegeben, was bei den dieses Jahr extrem hohen Temperaturen etwas unpraktisch war.

Sound [2 von 2]:

Der Sound war 1 A abgemischt, es gab keinerlei Probleme oder Störungen und die Lautstärke war angenehm. Die Tontechniker haben wirklich ganze Arbeit geleistet.

Crowd und Mitarbeiter [1,5 von 2]:

Die Crowd hat sich benommen und die Stimmung war wirklich gut. An den Essensständen waren die Mitarbeiter zwar gut organisiert, zwischenzeitlich jedoch etwas unterbesetzt, was des Öfteren zu langen Wartezeiten führte. Die Securities waren sehr freundlich und zuvorkommend, der Herr an der Bändchenausgabe vor dem Gelände jedoch unfähig. Sein Handeln führte dazu, dass einige Besucher das Gelände nichtmehr ohne Ticket betreten durften, da sich die, nicht ordnungsgemäß geschlossenen Plomben der Festivalbändchen, bei der Kontrolle durch die Securities gelöst werden konnten.

Line-Up [2 von 2]:

Die Kombination der Bands war sehr gut und alle gewählten Genres harmonierten gut miteinander.
Für Benediction, welche Probleme bei der Einreise hatten, weswegen sie nicht pünktlich zu ihrem Auftritt erscheinen konnten, wurde schnell ein lokaler Ersatz gefunden. Somit gab es keinen Leerlauf und das Festival konnte wie geplant fortgesetzt werden. Wirklich toll war auch, dass Benediction ihren Auftritt nach dem eigentlichen Headliner (Amorphis) nachholen durften. Somit wurde niemand enttäuscht, der beispielsweise nur für diese Band angereist war.

Preise [1,5 von 2]:

Der Ticketpreis ist bei solchen Headlinern absolut gerechtfertigt. Das Bon-System war sehr gut organisiert, da man nur 10€ Wertkarten kaufen konnte was für eine Mahlzeit und ein Getränk inklusive Pfand reichte. Den Restwert der Wertkarte bekam man wieder ausgezahlt, auch die Abgabe der Pfandbecher war noch lange nach Ende der Konzerte möglich. Die Preise für die Getränke waren echt fair (z.B. 0,5l Cola, Limo 2€, 0,4l Bier 2,50€), ebenso das Pfand (2€) für die schicken Plastikbecher. Der Pfand wurde immer ausgezahlt oder entsprechend verrechnet. Das Essen war  teilweise etwas überteuert, aber immer noch fairer bezahlt als auf manch anderen Festivals (z.B. 2x Kartoffelpuffer 4€, Schwenkbraten mit Pommes 5,50€).

FAZIT [8,5 von 10]:

Das NOAF ist ein wirklich gut organisiertes und durchdachtes Festival mit klasse Line-Up und einer tollen Location. Das Preisleistungsverhältnis ist teilweise zwar verbesserungswürdig, ebenso die Menge der Mitarbeiter, doch alles in allem lohnt sich dieses Festival wirklich für jeden Metal- und Metalcorefan. Eine absolute Empfehlung, sowohl für Festival-Anfänger, als auch Profis die familiären Festivalcharme mögen.

Photo Credits: Michelle // morethandisarray