[Live Review] AstA Campus Festival Saarbrücken 2019

Datum: 15.06.2019

Genres: Punk, Hip-Hop, Techno

Ort: Saarbrücken, Uni Campus Nord

Location [1 von 2]:
Der Campus Nord ist gut erreichbar, auch die Anreise mit dem ÖPV wäre nicht schwer gewesen, jedoch nur für Leute, die sich in Saarbrücken und Umgebung auskennen. Die unklaren Aussagen zum Veranstaltungsort (der Campus ist in Stücken ist über ganz Saarbrücken verteilt) erschwerten die Anreise ebenso. Die Parksituation war gut und übersichtlich, da das große Parkhaus der Uni kostenlos genutzt werden konnte. Man versuchte durch Hüpfburg-Parcoure und Schaumkanonen, die mehr schlecht als recht funktionierten, und einem kleinen Babypool, das Gelände bis zum Rand auszunutzen.

Sound 
[0,5 von 2]:
Durch die vielen Bühnen auf so geringem Platz gibt es leider Einiges zu kritisieren. Die Rock Stage war ok abgemischt, das Schlagzeug war hier etwas zu prägnant. Störend war hier allerdings eindeutig, dass die Musik der UNO Stage und der Club Area im Hintergrund zu hören war. Die Electro Stage war soundtechnisch sehr gut, aber die UNO Stage (Main Stage) war katastrophal abgemischt. So lief beispielsweise während dem Intro eines Künstlers andere Musik über die selben Boxen, die Boxen übersteuerten mehrfach und, wie zuvor auch schon kritisiert, war auch hier die Musik der anderen Bühnen zu hören.

Besucher und Mitarbeiter
 [0,8 von 2]:
Es war äußerst schwer im Voraus Auskunft über Ticketpreise, Pressedetails und Ähnliches zu erhalten und jemanden zu erreichen. Die Crowd war ein bunt gemischter Haufen, der zwar etwas Anlaufzeit brauchte, aber letztlich doch motiviert mitfeierte. Die Mitarbeiter an den Ständen waren sehr freundlich, während die Security blind für Fehlverhalten und Dreistigkeiten war. Eine Bandverspätung von einer Stunde blieb unkommentiert und ist auch ein klarer Minuspunkt.

Line-Up
 [1,5 von 2]:
Es ist für Jeden etwas dabei und die Genres harmonieren untereinander teilweise gut miteinander. So passten zum Beispiel die gewählten Hip-Hop Acts sehr gut zu den Punk Bands. Alle drei Genres auf einem Gelände sind jedoch etwas zu viel. Dafür waren die Individuellen Acts sehr gut gewählt und für viele Fans von Genetikk oder Pascow das Festival ein Schnapper.

Preise
 [1 von 2]:
Der Eintrittspreis von 10€ an der Abendkasse ist vollkommen legitim, die Getränkepreise sind recht durchschnittlich, jedoch nicht unbedingt studentenfreundlich (über 3€ für ein kleines Wasser). Dadurch, dass das Essen von externen Streetfoodtrucks angeboten wurde, variierten die Preise stark. So kostete ein Crepes mit Zucker 3,50€, während ein Pulled Pork Burger nur 6€ kostete.

FAZIT [4,8 von 10]:
Man merkte, dass Mühe reingesteckt wurde, das Ergebnis war jedoch leider nicht überzeugend. Vielleicht hätte man nicht versuchen sollen, alles was geht rein zu packen, sondern sich auf das gelingen einzelner Komponenten fixieren sollen und wirklich den Spaß zu liefern, den das Konzept des Festivals bietet.

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Gaming Review] Black Mirror 2017

Gamereihe: Black Mirror
Dauer Bis 100%: ca. 9h
Schwierigkeit:2 von 5
Rating: 4,5/10

 

Black Mirror – der Klassiker aus den 90ern in 2017 neuinterpretiert.
Das weckt natürlich Neugierde, gerade wenn man sich zurück erinnert an das Spiel mit etwas zwischen 50 und 90 Spielstunden voller Dialoge und Optionen einen voll mitgerissen hat. Da es kein Remake ist, sondern eine „Neuinterpretation“, kann man natürlich nicht dasselbe Spiel erwarten… die Story sollte jedoch ähnlich Spielbar sein.

Ob das so der Treffer war? Wenn man das Spiel beginnt erfreut man sich, dass die Story ähnlich ist, jedoch die Charaktere zum Teil andere Namen haben. Alles gut soweit, die grundsätzliche Story ist dieselbe. Grafiken waren in Ordnung, also noch nichts zu bemängeln.

Der erste Abzug viel jedoch auf, als man mit ein- zelnen Gegenständen interagieren musste, aber die Steuerung so verklemmt ist, dass man den Blick, als 3. Person, nur kurz, wenn sogar gar nicht auf die Stelle bekam und somit es nur sehr schwer war, an dieser Stelle weiter zu kommen. Allein dieses Manko frustriert jeden begeisterten Spieler, da man so die Story nicht genießen kann. Nach etwa 5 Stunden Spielzeit fragt man sich, wie man denn in dem Haupt-Story-Strang schon so fortge- schritten sein kann, ohne die ganzen spannenden Dialoge?

Auch zu einer Neuinterpretation gehört, wenn man Black Mirror heißen will, der ganze Input, die Details und wie alles in sich verstrickte. Ganz nett anzusehen waren die Szenen, in denen man die Vergangenheit der Verstorbenen Verwandtschaft „wiedererlebt“ hat, weshalb jeder dachte, auch der Protagonist würde durch drehen. Jedoch war

auch hier wieder ein Fehler, diesmal an Kommu- nikation zwischen Spiel und Spieler. Man wusste durch nichts als Herumprobieren, dass man durch diese Flashbacks sterben kann. Was genau dies dann auslöste, musste man wieder herausfinden (es war ein zu nahe kommen der Personen oder „Geister“), was einem manchmal echt die Nerven raubte, da man so aus diesen nicht weiter kam.

Dies ist auch der einzige Faktor, der trotz der „Rät- sel“, die leider wesentlich einfacher waren, als im Original, wenn aber auch akzeptabel, das Spiel etwas schwieriger machte.

Nach 9 Stunden und vielen verlorenen Nerven kam wie zu erwarten ein dramatisches, aber auch abruptes Ende des Spiels. Es lief leider nach der Auflösung und dem Drama eher ins Leere hinaus, wo die vorherigen Spiele dieser Reihe nochmal einen Ansatz gaben, dass es einen weiteren Teil geben könnte. Alles in allem haben wir für dieses Spiel etwa 9 Stunden gebraucht, trotz einigen Stellen des verdrehten Steuerns und mehrfachen Sterbens, wirklich schade! Da steckte sehr viel Potenzial hinter und man hätte das Gefühl, dass man lieber ein schnelles Remake auf den Markt bringen wollte, als die Leidenschaft reinzustecken, die man in den vorherigen Teilen auch spürte.
0 Punkte gibt es trotzdem nicht, da man das ein oder andere Rätsel wirklich erfreulich fand und man mit den Charakteren, wenn auch nur kurz, tatsächlich mitfühlen konnte und auch hin und wieder der Schauder auf einen hinüber Sprung.

Wenigstens etwas, was den Namen Black Mirror hier verdient!

 

Quelle der Bilder: https://blackmirror-game.com/de/medien/medien-gallerie/


[Live Review] Rocking for Ruanda Benefizfest 2019

Datum: 14.6.2019
Ort: Eichendorff Gymnasium Koblenz, DE
Genre: Pop/Rock

Location:
Mitten in einer Schule, in Koblenz, findet sich die Aula, in der das Benefiz-Festival stattgefunden hat. Groß, dunkel, sowie viel Platz zum Parken. Leider ist das Festival durch den 2. Stock der Schule ohne Aufzug nicht Barrierefrei. Ansonsten gibt es keine Probleme mit einem Festival in einer Schule – es gab sogar eine Tribüne. Welche Schule das kann, kann auch gerne ein Festival in mitten ihrer Wände veranstalten.
[1,8 von 2]

Sound:
Der Sound war recht solide – mit Ohropax gut, ansonsten an vielen Stellen leider zu laut. Hin und wieder gab es mal Unstimmigkeiten, aber weder Störungen, noch starke Ausfälle waren zu notieren. Da nimmt man gerne die Lautstärke, anstatt von ständigen Störungen, in Kauf.
[1,6 von 2]

Besucher und Mitarbeiter:
Das Kern-Orgateam war super lieb, mega kooperativ und auch bei einzelnen Kommunikationsfehlern zwischen ihrem und unserem Team (wir haben Aftermovie und Merchandise übernommen) haben wir immer konstruktiv die Dinge geklärt. Was nicht geht, ist das die Helfer des Festivals die kleine Schwester unserer Fotografin, die freiwillig beim Merch und Druck geholfen hat, anmotzen, dass sie lieber eine schlechte Druckqualität gehabt hätten, als eine Top Qualität und dafür 2h zu spät. Nach mehrfachen Bitten, dass sie bitte aufhören sollen, schlecht über uns zu reden (es wurde wirklich irgendwann persönlich und nicht mehr allein auf das Merchandise, obwohl wir denen nie etwas getan haben, oder sie angegriffen haben), sie sogar mit Rufmord anfingen und die Schwester schon total am Weinen war, wurde immer noch nicht aufgehört. Das Kern-Orgateam hat in diesem Fall sich direkt um diesen Fall gekümmert, jedoch geht das gar nicht, da wir dieses Festival von Sekunde eins an durch mediale, als auch finanzielle Wege unterstützt haben. An Besuchern waren leider nur etwas mehr als 30 da, dafür aber alle lieb und keiner hat Probleme gemacht. Durch diesen Vorfall müssen wir, so leid uns es gegenüber dem Orgateam, stark abziehen und hoffen, dass dies ein Einzelfall bleibt.
[0,5 von 2]

Preise:
Bei den Preisen gibt es keine Probleme, durch Spenden konnten die Verpflegungspreise niedrig Gehalten werden der Eintritt war mit 4€ und Benefizzweck ebenfalls sehr erschwinglich.
[2 von 2]

Line-Up:
Alle Bands waren lokale Bands aus dem Großraum Rheinland, gemischt aus Rap, Rock und Pop. Mit dem Headliner Indianergeflüster haben sie eine frühere Koblenzer Band wieder zurück geholt und ein gut gemischtes Line-Up gestellt. Kleine Abzug dafür, dass eine Band mehr Cover-Band als eigentliche Band war und damit zwischen Sonnyboyslim, Attic., uvm. Weniger rein passte, vor allem bei deren Liederauswahl.
[1,75 von 2]

Fazit: 

Abgesehen von dem Vorfall mit den Helfern ist es ein gelungenes Benefiz-Festival gewesen, mit guter Musik, lieben Leuten und leider viel zu wenig Besuchern. Daher checkt auf jeden Fall nächstes Jahr dieses Festival aus und lasst etwas Geld für einen guten Zweck dort in die Spendenbox fallen.
[7,65 von 10]

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Record Review] Royal Republic - Club Majesty

You can't fight love, but we'll try anyway

Schon beim Opener „Fireman & Dancer“ wird klar, wohin es für die nächsten 30 Minuten geht: Weg vom ernsten Alltag hin zum musikalischen Spaß-haben. Ein schnelles, treibendes Riff, kein allzu tiefgründiger Text, grooviger Rhythmus. Obendrauf brennt einem Sänger Adam mit seiner gewohnt vollen Stimme den ersten von vielen Ohrwürmern auf diesem Album in den Kopf.

Der absolute Höhepunkt dieser „Catchiness“ ist der Song „Anna Leigh“, welcher schon beim ersten Durchlauf einfach nur Spaß macht und vielleicht den ein oder anderen Rocker dazu bringen könnte, allein im eigenen Zimmer oder unter der Dusche, eine kleine Gesangseinlage hinzulegen. Neben dem Gesang sticht auch der vor Synthi triefende Rhythmus hervor, der durch das nicht-elektrische Schlagzeug und den gewohnten Royal Republic-Sound nicht zum kitschigen Klischee verkommt.

Durch das Album hinweg dominiert ein sehr euphorisches Gefühl. Royal Republic schafft es, durch abwechslungsreiche Songs und durchgehende, spaßige Stimmung, die Tanzlaune und das Disco-Flair aufrecht zu erhalten, ohne nach ein paar Liedern monoton und unstimmig zu klingen.

Neben dem allgemeinen Disco-Flair gibt es über das Album verteilt auch immer wieder kleine musikalische Überraschungen, die entweder das (spaßige) Highlight des Songs darstellen („Flower Power Madness“) oder einfach für eine gelungene Abwechslung, meist durch den Einsatz ungewöhnlicher Sounds oder Instrumente, im Song sorgen. („Under Cover“, „Bulldog“) Allerdings hätten die musikalischen Überraschungen in den einzelnen Songs teilweise ein wenig länger ausfallen können, da diese oft nach einigen Sekunden schon wieder vorbei sind.

Alles in allem liefert Royal Republic mit „Club Majesty“ vor allem den gewohnten Royal Republic Sound (Hardcore-Fans der Band können also aufatmen), aber auch ein sehr frisches, neues Flair, dass sich rundum gut anfühlt. Das Album ist eine solide Basis für jede Gute-Laune Playlist und bietet Songs, die eine erfrischende Abwechslung zu musikalischer Gesellschaftskritik, traurigen Balladen oder härterer Musik sind. Allerdings ohne dabei zu komplett inhaltsleeren Party-Songs zu verkommen oder zu kitschig zu wirken.

https://www.youtube.com/watch?v=D_YCl7pp7XU

Header Photo Credits: Leo Akesson


[Record Review] Siamese - Super Human

I feel to little and think to much, caught in the middle, feeling out of touch...

Die Dänen von SIAMESE nehmen uns auf ihrem neuen Album "Super Human" mit auf eine emotionale Reise durch ihre musikalische Vielschichtigkeit und zeigt dabei keine Scheu untypische musikalische Elemente zu verwenden.
Neben den, im Metalcore klassischen, harten Riffs kommt in manchen Songs (z.B Ocean Bed) eine orchestral anmutende Stimmung auf, während kurze R&B und Techno Elemente, wie zum Beispiel in You`re Not Alone, unerwarten Schwung mit sich bringen. Ehrliche, emotionale, teilst anklagende Lyrics über seelische Probleme, das Betrogen und Verlassen werden oder Selbstfindung bilden eine perfekte Symbiose mit dem Abwechslungsreichtum der Melodien und könnten so fast den Soundtrack einer Biographie bilden.

Es wird kein Blatt vor dem Mund genommen und genau das macht das Album, gemeinsam mit seiner musikalischen Varietät, zu einem absoluten Meisterwerk, was ich allen, nicht nur den Fans des Metalcore, ans Herz lege.

https://www.youtube.com/watch?v=lYWJAcDFTDc

Header Photo Credits: Starkult Promotions Anfragen


[Live Review] Spring Breakdown Festival 2019

Datum: 11.05.2019
Genre: Hardcore/Metalcore
Ort: Dillenburg, Sporthalle der Grundschule

Location:
Auch dieses Jahr fand das Spring Breakdown Festival in der Turnhalle der Goldbachschule in Dillenburg, Deutschland statt. Die Location ist leicht über die B253 aus Dillenburg kommend mit dem Auto zu erreichen. Buden mit Essen sowie den Ausschank waren draußen vor der Halle, was bei dem doch eher bescheidenen Wetter eher ungemütlich werden konnte. Stände mit Merch der Bands sowie den Unterstützern des Festivals fanden sich hingegen drinnen zahlreich am Ende der großen Halle, sodass vor der Bühne genug Platz zum moshen blieb. Allerdings gab es gegen Abend technische Licht-Probleme abseits der Bühne, dazu war es am Tag leider, dazu nur Semi-gut abgedunkelt, wodurch man eher ein drückendes Gefühl hatte, bis es draußen Dunkel wurde. [1 von 2 Punkten]

Sound:
Der Sound war oftmals von Störern im Mikrofon begleitet, was leider sehr schade war und auch wirkliche Ohrenschmerzen verursacht hat. Darüber hinaus waren wie eigentlich überall kleine Mankos, über die man wegsehen kann. Mit Ohropax lässt sich das Ganze jedoch Sorgenfrei überstehen. [1 von 2 Punkten]

Mitarbeiter und Besucher:
Die Mitarbeiter an den Ständen, die Security und auch die Sanitäter waren da, wenn man sie brauchte und haben hinter den Kulissen wahnsinnig gute Arbeit geleistet. Danke euch dafür. Einzig die Hygiene auf den Toiletten war mangelhaft, eine Reinigungsfachkraft vor Ort wäre super gewesen. Die Besucher waren alle relativ entspannt und haben, wie es Hardcore-Fans eben, die Shows genossen und gefeiert. Ging es einem mal schlecht, haben sich sogar fremde Besucher mitgekümmert. So soll es sein! [1,5 von 2 Punkten]

Preise:
Sowohl der Merch, als auch Essen und Trinken waren preislich normal und angemessen. Außerdem gab es schöne Festivalbändchen gegen 2€ Spende. Die Tickets waren auch wieder mal zu unschlagbaren Preisen draußen. Preis-Leistung ist mehr als Gelungen! [2 von 2 Punkten]

Lineup:
Begonnen hat es um 17.15 mit Fighting Chance aus Dortmund, geendet um 23.40 mit DeezNuts und dazwischen ein wahres Feuerwerk an den geilsten Hardcore-Bands der Szene! Auch Locals wie DyingBreed aus Dillenburg haben zeigen können, was in ihnen steckt und der Crowd mächtig eingeheizt. Schnelle Vocals, heavy Breakdowns und 6 Stunden Adrenalin pur vor und auf der Bühne – das Lineup hat uns dieses Jahr außerordentlich begeistern können. [2 von 2 Punkten]

Fazit:
Wenn ihr Bock auf ein geiles Indoor-Festival mit gutem Bier, hammer Lineup aber auch wenig Geld in der Tache habt, solltet ihr euch das Spring Breakdown Festival auf jeden Fall für nächstes Jahr im Kalender eintragen. Sofern euch ein kurzzeitiges beklemmendes Licht nicht stört und ihr ein paar Ohropax griffbereit habt, ist das Festival ein Muss für jeden, der aus dem Kreis Hessen/RLP kommt. [7,5 von 10 Punkten]

 

Header Photo: Michelle Klein / morethandisarray


[Live Review] Impericon Festival München 2019

Datum: 27.04.2019
Ort: München; Backstage
Genre: Melodic-/Hardcore/Pop-Punk

Location [1,5 von 2]

Für jemanden, der das Impericon Festival in München zuletzt 2016 besucht hat – damals noch in der Zenithhalle – hat es ein wenig gebraucht, bis man eine Übersicht von dem Gelände hatte. Das ist aber wohl der einzige Kritikpunkt! Konzertliebhaber aus München kennen das Backstage und waren mindestens schon einmal in einem der Locations, ob Werk, Halle oder Club. Das Impericon Festival schließt die Halle und das Werk wunderbar zusammen und im Außengelände gab es jede Menge Platz für Leute, die sich die Zeit bis zur nächsten Band vertreiben konnten.

Preise [2 von 2]

Neben regulären Merchpreisen konnte man am Merchstand tatsächlich noch ein paar Schnäppchen ergattern, da München der letzte Stop für die Festivaltour war. Viel Auswahl gab es besonders bei Cocktails, Bier und Shots, dafür aber etwas weniger an Essen, als in Leipzig. Es gab zwei Essensstände, die zu Stoßzeiten sehr voll waren, doch waren sie ziemlich preiswert und boten neben Pommes und Burger auch Vegane Alternativen.

Line-Up [1,5 von 2]

Natürlich hat es München schwer mit seiner großen Schwester in Leipzig mitzuhalten, aber dafür waren nicht weniger erstklassige Bands vertreten. Der Headliner in diesem Jahr war Stick To Your Guns, die die Halle abgerissen haben. Callejon sagten kurzfristig für München zu und Imminence stattete München auch einen Besuch ab! Von Melodic-Hardcore bis Metalcore gab es für jeden etwas.

Crowd und Mitarbeiter [2 von 2]

Die Crowd war den Tag über hinweg Feuer und Flamme und man sah abends noch dieselben Leute im Pit, die mittags schon mittendrin waren. Es gab vergleichsweise wenig Stress innerhalb der Zuschauer, genauso wie von Seiten der Mitarbeitern und den Securities.

Sound [1,5 von 2]

Es gab keine besonderen Vorkommnisse, die Soundchecks gingen schnell über die Bühne und das einzige, was man bemängeln könnte, ist dass die Boxen im Werk schlecht stehen, vielleicht sogar schon viel zu laut sind. Im Werk gibt es nämlich keine Absperrungen und ein paar Leute sind mehr oder weniger dazu gezwungen, sich vor den Boxen zu stellen, um gut sehen zu können. Mit ein paar Ohropax müsste das aber kein Problem mehr sein.

Fazit [8,5 von 10]

Für Leute, denen die Strecke bis nach Leipzig zu weit ist, ist das Impericon Festival in München nicht nur eine Alternative, sondern ein Muss! Das Backstage hat seinen ganz eigenen Charme und steht Leipzig für mich von dem Feeling – bis auf die Größe vielleicht – in nichts nach!

Photo Credits: Nadia Amiri / lwnhrz.ttl


[Record Review] Imminence - Turn The Light On

Imminence – Turn The Light On

2009 schlossen sich die Schweden Eddie Berg, Harald Barret, Alex Arnoldsson und Peter Hanström zusammen, um mit Imminence gemeinsam Musik zu machen. Nach einigen EP’s, einem Label-Wechsel und zwei Alben stehen die Jungs nun kurz vor der Veröffentlichung ihrer dritten Platte „Turn On The Lights“ - passend zu ihrem 10-Jährigem Jubiläum als Band.

Der Name und das Artwork des dritten Studioalbums, erweckt eine vermeintlich heitere Stimmung, was aber keineswegs der Fall ist. Die Düsterheit und Härte ziehen sich durch das Album, in dem es um Depressionen und Selbst-Konflikt geht. Die Zeilen gehen unter die Haut und offenbaren uns einen Blick in Eddie’s Kopf. Harte Riffs, gepaart mit Violine und Piano, Gegensätze wie etwa schwere oder sanfte Melodien, Extreme wie Growls und gehauchte Zeilen, womit es einem schwer fällt, Imminence in einer Schublade zu stecken. Turn On The Lights beginnt ruhig mit Erase, woraufhin der Pre-Chorus stetig an Kraft sammelt und bis zum Schluss kein bisschen an Energie verliert. Erase kündigt die facettenreichen Stilmittel an, an die sich die Band für das komplette Album bereichert haben. Einprägsame Sing-a-Longs und charakteristische Violinen Passagen mit Klavierbegleitung. Es fühlt sich an, als wäre Imminence wieder einen Schritt zurück, um mit mehr Power nach vorne zu preschen. Mit Paralyzed, Lighthouse und Room To Breathe erhascht man einige Elektro- und Synth-Elemente, die für eine perfekte Abrundung sorgen und dennoch wird man mit einer wuchtigen Härte überrascht. Saturated Soul garantierte schon vor dem Albumrelease einen Ohrwurm, da er als Debütsingle schon veröffentlicht worden ist, um Kritiker und Fans einen kleinen Vorgeschmack zu geben. Doch im Gegensatz zu den restlichen Songs auf der Platte, kratzt der Song doch nur an der Oberfläche im Hinblick darauf, was Turn On The Lights noch zu bieten hat und bietet dem Hörer beim ersten Durchlauf einige ruhige Momente, bis es mit Infectious weiter geht. Violinen, welche die Riffs beinahe durchgehend begleiten, anschließend gänzlich abgelöst werden von Eddie’s wütender und aggressiver Stimme. Mit derselben Härte geht es voran mit The Sickness, welches 2015 schon einmal veröffentlicht worden ist. Neu abgemischt, passt er mit einer etwas düsteren Note zum düsteren Album. Mit Death Of You und Love & Grace haben wir die einzigen Balladen, in denen Eddie’s Gesang einzig und allein von Violinen, Klavier und Elektro-Einflüsse begleitet wird. Scars hebt sich daher von den anderen Songs ab, weil der Song von Beginn an eine positive Atmosphäre ausstrahlt, im Gegensatz zu den Lyrics der anderen Songs, in dem die Lyrics meist hoffnungslos und schmerzerfüllt klingen. Disconnected und Wake Me Up sind Songs, die sich vor allem durch treibende Riffs, einprägsame Texte und Sing-a-Longs in Köpfe festsetzen und von der Härte an Don’t Tell A Soul anknüpfen. Mit Love & Grace schließt sich der Kreis und beendet das Album mit langsamen Pianoklängen und bedächtigem bis kräftigen Gesang.

Imminence haben sich weiter entwickelt und vieles ausprobiert. Die schwedische Band schaffte es wieder einmal, sich wie zwischen „I“ und „This Is Goodbye“ vom vorherigen Album abzugrenzen, doch trotzdem zurück zu ihren Wurzeln zu finden. Die Jungs haben einiges auf dem Herzen, was sie auch auf der neuen Platte preisgeben.


TOUR

16.01.2020 Hamburg, Logo DE
17.01.2020 Münster, Sputnik Café DE
24.01.2020 Trier, Mergener Hof DE
25.01.2020 Köln, Gebäude 9 DE
26.01.2020 Stuttgart, Wizemann Club DE
04.02.2020 Hannover, Béi Chéz Heinz DE
05.02.2020 Dresden, Club Puschkin DE
06.02.2020 München, Backstage DE
07.02.2020 Frankfurt, Das Bett DE
08.02.2020 Berlin, Bi Nuu DE

 

https://www.youtube.com/watch?v=mh4GQq3cL7Y

Header Photo Credits: Nadia Amiri / lwnhrz.ttl


[Live Review] Impericon Festival Leipzig 2019

Datum: 20.4.2019
Ort: Leipzig; Halle EINS
Genre: Melodic-/Hardcore/Pop-Punk

Location:
Wieder fand das Impericon in Leipzig in der Messehalle 1 statt – gut erreichbar mit Bus und Bahn sowie mit dem Auto. Der nahegelegene Parkplatz bot genug Platz, genau wie die Halle selbst. Mit Indoor- und Outdoorbereich, Platz für mehrere Stages und einer Tribüne mit Sitzplätzen ließ die Location keine Wünsche offen. Was wir nicht erwartet hätten: Beim Sitzen auf der Bierbank im Außenbereich oder beim Entspannen auf dem Parkplatz kam sogar ein Hauch Open-Air-Festivalstimmung auf.

 [2 von 2]


Preise:
Obwohl der Ticketpreis für Leipzig fast der höchste von allen war, war er angesichts des umfangreichen Angebots auf dem Festival durchaus gerechtfertigt. Die Getränkepreise rangierten zwischen 2-4€ für Bier und Softgetränke und 5-6€ für Longdrinks und auch die Merchpreise waren nicht zu hoch. Unschlagbar war die Auswahl an Essen und Snacks: Vom klassischen Imbiss über Pizza und vegane Burger bis hin zu Kaffee und Brötchen war alles dabei – und das zu fairen Preisen.

 [2 von 2]


Line-Up:
Das Line-Up war vollgepackt mit hochkarätigen Acts aus Metalcore, Hardcore und Melodic Hardcore; mit den Donots war auch eine Punkband dabei. Getoppt wurde das mit der einzigen Show von Hollywood Undead in Deutschland dieses Jahr. Wer also die volle Dröhnung genau dieser Genres suchte, bekam sie auch geboten. Zudem musste man keine Band verpassen, da es keine Überschneidungen gab. [2 von 2]




Crowd und Mitarbeiter:
Die meisten Leute waren sehr nett, auch wenn es teilweise etwas asoziales Verhalten im Pit beziehungsweise vor der Bühne gab. Unter den Securitys waren einige ebenfalls unhöflich, zumindest zu Fotografen. Sonst waren aber auch die Mitarbeiter sehr freundlich. [1,5 von 2]



Sound:
Ausfallende Mikrofone und Boxentürme, übersteuerte Sounds und Störgeräusche gehörten auch hier leider dazu. Angesichts der Größe des Festivals und der Bands hätte man hier einiges besser machen müssen. Der Stimmung schienen die Soundprobleme glücklicherweise keinen Abbruch zu tun.

 [0,5 von 2]

Fazit:
Zweifelsohne handelt es sich hierbei um die Königin der Impericon Festivals. Bis auf den Sound gab es nicht allzu viel zu meckern. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung!
 [8 von 10]

Photo Credits: Michelle Klein / morethandisarray


[Record Review] Clowns - Nature/Nurture

But if you said you were cold, I'd set myself on fire...

Die Dame und die Herren von Clowns aus Melbourne (AUS) hauen mal wieder richtig rein und tragen mit ihrem neuen Album Nature/Nurture wieder ein grandioses Stück zur Punkgeschichte bei.

Euch erwarten rohe, gnadenlose Gitarrenriffs und ehrlich emotionale Vocals  verpackt in unendliche Power. Kleine Soundspielereien, wie zum Beispiel in den Songs Prick oder May I Be Exhumed_ , werten das Album  noch weiter auf, nehmen ihm aber nicht den rotzigen Charme. Eine ruhigere Ausnahme bildet I wanna feel again, wobei  der anfängliche Schein hier eindeutig trügt. Der Umschwung von sanften Passagen zu harten Riffs gelingt auf dem gesamten Album extrem gut und fließend.

Female Vocals verleihen einigen  Passagen eine besondere, teilweise ruhigere Wirkung, doch auch Hanny J (Bass, Vocals) stellt abschließend noch einmal ihre stimmliche Power unter Beweis, was in Kombination mit den exotischen Klängen Nurture zum perfekten Abschluss des Albums macht.

Eine absolute Empfehlung für jeden Punkfan!

https://www.youtube.com/watch?v=J8MkivW5eu8

Header Photo Credit: Photo By Ian Laidlaw