[News] Saint Vice kündigen neues Album über HICKTOWN REC an!

NEUES VON SAINT VICE!

Fans der Indie-Pop Band Saint Vice dürfen sich nach "Never Got Back" und "Calling For Backup" über die dritte Single des bald zu erwartenden Debutalbums "Nighttime HWY" freuen. Am 09.04.2021 erschien bereits die Single "Set me on Fire".

Der Song erzählt die Geschichte eines Verliebten, dessen Liebe nicht erwidert wird. Die Geschichte, wie Liebe ihn in den Abgrund des Wahnsinnes befördert und zur Destruktion antreibt. Alles im Stil der Rosenheims/Bayern Indie-Formation.
Wer nun auf das Album gespannt ist, sollte sich den 03.09.2021 merken.
Natürlich bekommt ihr von uns auch eine Rezension bei Zeiten und vielleicht auch das ein oder andere Gewinnspiel!

Wir freuen uns schon sehr was wir bis September noch alles von Saint Vice hören und sehen dürfen.

Hier findet ihr das Video zur Acoustic Version ihres Songes "Set me on Fire"!

https://www.youtube.com/watch?v=MWahSJk6vR4

Fotocredit: Lisa Krauss


[Record Review] The Mighty Mighty BossToneS - When God Was Great 

WHEN GOD WAS GREAT

SONGS: 15
DURATION: 58min 40sec
GENRE: SKA-CORE

Die Ska-Punk-Pioniere Mighty Mighty Bosstones aus Boston können schon auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits in 1996 gegründet, gelten sie als einer der Urgesteine des Genres und Begründer des Subgenres “Ska-Core” Und heute ist es soweit: Ihr nunmehr elftes Studioalbum “When God Was Great” ist draußen.
 

Schon relativ zu Beginn der Scheibe wird der Impact der Coronakrise angesprochen, während der die Scheibe entstanden ist. Aber auch eine Reihe anderer Themen und Motive taucht auf, etwa Einsamkeit und Nostalgie. 

Die meisten Songs sind für Ska-Punk recht langsam und ja, ruhig. Es hat also nicht mehr viel von Ska-”Core” Außerdem ist die Musik ein wenig komplexer als bei den meisten Ska-Punk Bands. Kein Wunder: Ganze neun Mitglieder umfasst die Band – darunter Background-Sängerin, zwei Saxophonisten, ein Keyboarder und ein Posaunist. Durch die verschiedenen Instrumente können The Mighty Mighty Bosstones von einer gewissen Varietät in ihrem Sound profitieren. Hin und wieder kommt man sich vor, als würde man einer Bigband zuhören -- etwa in “The Killing of Georgie, Pt.III”.  

Eine solide Scheibe mit vielen aktuellen Bezügen. Die Band schlägt zwar mittlerweile etwas ruhigere Töne an als früher, doch sie haben gezeigt, dass sie ihr Handwerk sehr gut beherrschen und zudem immer noch eine Menge Spaß bei der Arbeit haben.

Das letzte Musikvideo der Band findet ihr hier!

https://www.youtube.com/watch?v=mTZ3MMBCAgE

Fotocredit: Yoyo Yosef


[Record Review] The Disaster Area - Glasshearts

WE ARE THE GLASSHEARTS

SONGS: 11
DURATION: 36min 32sec
GENRE: Metalcore/Alternative-Rock

Nach der bereits 2019 veröffentlichen Single, hat The Disaster Area nun vor zwei Wochen auch ein gleichnamiges Album veröffentlicht.
Für dieses Album haben sich die Jungs Romesh Dodangoda als Producer ins Boot geholt, am bekanntesten ist dieser wohl für seine Zusammenarbeit mit Bring me the Horizon.

Einen starken Start in das Album liefern Glasshearts, Blackout und Bruised & Broken. Mit modernen Melodien, cleanen Vocals und gutem Songwriting sind diese Lieder ein absolutes Muss für eine gute Metalcore Playlist. Catchy, heavy und trotzdem nicht repetitiv und somit genau das Richtige für alle, die einen moderneren Approach des Metalcores genießen.

Danach bringt TDA etwas, was mich persönlich im ersten Moment etwas staunen hat lassen. Statt Metalcore liefert uns die Band mit Youth nämlich fast schon eine Pop-Rock Hymne. Neben der Upbeat Melodie die diesen Song einleitet, bestehen die Lyrics für knapp 13 Sekunden nur aus aneinander gereihten Oh Oh’s. Typisch ist sowas eher in der Pop Szene, aber ins Ohr geht das Lied trotzdem allemal. Die Lyrics beschreiben diesen Song als Hymne für die Misfit Youth, ein Lied für die, die nicht erwachsen werden, ein Lied das sich zum Mitgrölen anbietet und trotz anderem Sound wahrscheinlich einen Großteil der Hörer anspricht.

Bevorzugt man eher heavier Musik so kann man Youth natürlich jederzeit überspringen und zu meinen persönlichen Favoriten Misery und Exile übergehen. Mit starkem Gitarrenklang und etwas aggressiverem Ton bilden sie einen absoluten Kontrast zu ihrem Vorgänger und lassen das Herz eines jeden Metalheads höherschlagen.

Man kann also sagen, dass die erste Hälfte des Albums zwar gut durchmischt, jedoch extrem stark ist. Jedoch sind viele Lieder davon bereits bekannt, denn wirklich nie zuvor gehörte Lieder werden uns auf dem Album nur 4 präsentiert. Misery, Nothing, Happy Pills und Baptized. Darüber könnte man nun lange diskutieren ob das nun richtig, falsch – gut oder schlecht ist. Persönlich stört es mich nicht, schließlich sind die bereits bekannten Lieder qualitativ extrem gut.

Doch wie sieht es mit den Liedern aus die wir eben nicht kennen?

Nothing hat einen wirklich fantastischen Text und auch melodisch kann man an diesem Track nichts aussetzen. Vocal technisch ist der Song nicht so heavy wie manch anderer auf dem Album, aber dafür enthält der Track eine wunderschöne Bridge, die wirklich unter die Haut geht.

Happy Pills hat mich persönlich melodisch erstmal etwas an The Chainsmokers erinnert. Genrell hat das Lied anfänglich einen etwas ruhigeren und melancholischen Ton. Der Track steht auch etwas im Kontrast zu den anderen auf dem Album, mit ruhigem Gesang, auffällig anderem Beat und einem wirklich gänzlich anderen Klang sticht das Lied im Vergleich zu den anderen schon stark heraus.
Ob es einem gefällt oder nicht, ist dort wirklich von dem eigenen Musikgeschmack abhängig, ein Reinhören ist es jedenfalls wert.

Den Abschluss bildet neben zwei Alternativversionen von Glasshearts das Lied Baptized. Leider in meinen Augen ein etwas schwacher Abgang verglichen zu den starken Liedern auf dem Album. Der Sound ähnelt sehr generic Metalcore Liedern und setzt sich dort auch nur mit dem Intro ab. Während die anderen Lieder auf dem Album sich von dem Klang der Szene absetzen, ist Baptized eben genau das Paradebeispiel eines typischen Metalcore Lieds.
Das macht das Lied auf keinen Fall schlecht, wer Metalcore mag dem wird das Lied bestimmt zusagen, denn sowohl der Text als auch die Vocals sind qualitativ wie jedes andere Lied der Band wirklich gut.

Im Großen und Ganzen kann ich aber nur Lob für TDA aussprechen. Bei Glasshearts ist wirklich für jeden etwas dabei und ich hatte wirklich Spaß während ich das Album gehört habe. The Disaster Area hat mit diesem Album die Metalcore/Alternative-Rock Grenzen überschritten und etwas geschaffen, dass sich frisch und interessant anhört. Wer das Album noch nicht gehört hat oder sich bis Dato nur an einigen bereits bekannten Liedern versucht hat, dem empfehle ich wirklich sich die 36 Minuten zu nehmen um das Album einmal durchzuhören. Ihr werdet mindestens ein neues Lieblingslied für eure Playlist finde, das verspreche ich euch!

The Disaster Area haben einige Musikvideos für dieses Album veröffentlicht, das aktuellste findet ihr hier!

https://www.youtube.com/watch?v=FhmY9Lt5oGI

 

Fotocredits: SioMotion/Susi&Markus Zabel


[Record Review] Hollywood Undead - A New Empire

„A New Empire“ ist ein Kraftvolles und absolut gelungenes  Album. Mehr muss man fast dazu nicht sagen, wer aber jetzt noch weiter liest, will sich wohl meine ganze Meinung dazu anhören!

Ich war schon sehr begeistert von der Veröffentlichung von „Time Bomb“ und „Already Dead“. Das neue Album begeistert sich durch seine Starke Sozialkritik der heutigen Zeit. Sie beschäftigen sich auch mit Problemen, wie Existenzängste. Klar, fehlt bei „Hollywood Undead“ auch das Partyfeeling nicht, welches sich aber doch sehr in den Hintergrund drängt. Auch die damaligen Frauenfeindlichen Texte sind gar nicht mehr zu finden.
So wie es ihr Album „New Empire“ schon ankündigt, kann man anderes erwarten als aus den vorherigen Alben, was vielleicht abschrecken mag, da es andere Bands schon versucht haben und ihnen nicht so gelungen ist, aber:

Es ist ein sehr kraftvoller Sound gelungen der sehr mit dem Emotionaleren Texten und Themen überzeugt. Nach eigener Aussage der Gruppe, wollten sie sich neu definieren, was ja heutzutage nicht unüblich ist.  Man erkennt alte Stile aus ihren vorherigen 5 Platten, aber man merkt, dass sich das neue Album doch sehr stark abhebt. Keine Frage, „Hollywood Undead“ hat ihren eigenen Stil gefunden in dem was sie machen, und sie sind immer noch steht’s auf dem richtigen weg. 

Das Album ist nur zu empfehlen und an die Skeptiker da draußen, gebt dem Ding eine Chance!

Verpasst Hollywood Undead nicht auf ihrer EU Tour! 

22.02.2020 Offenbach / Stadthalle DE
24.02.2020 München / Zenith DE
09.03.2020 Berlin / Verti Music Hall DE
10.03.2020 Hannover / Swiss Life Hall DE
11.03.2020 Leipzig / Haus Auensee DE
16.03.2020 Düsseldorf / Mitsubishi-Electric-Hall DE
17.03.2020 Hamburg / Barclaycard Arena DE

 

https://www.youtube.com/watch?v=AOG-b2fTxTU


[Record Review] The Faim – State Of Mind

Zuvor noch unterwegs auf Tour mit ihrer EP Summer Is A Curse, sammelten The Faim schon Bühnen Erfahrung mit Sleeping With Sirens, spielten schon auf dem Download Festival und waren zuletzt beim Lollapalooza in Berlin zu sehen. Am 13.09.2019 wurde das Debütalbum State Of Mind von dem Quartett aus Australien veröffentlicht, die sich auf die Fahne geschrieben haben, die Menge mit catchy Sing-a-longs und Chart-taugliche Refrains auf ihre Seite zu ziehen. Die Songs sind poppig, groovig und laden zum Tanzen und mitsingen ein.

Einflüsse aus der Indie Schublade ziehen sich durch das ganze Album, welches nur so vor Diversität strotzt. Kein Wunder, denn ihre damalige EP ist dadurch entstanden, indem sich verschiedenste hochkarätige Autoren (beispielsweise Pete Wentz von Fall Out Boy) mit der Band zusammen gesetzt haben und aus unvollständigen Kompositionen Top Hits erschaffen haben. Aus State Of Mind wollten The Faim aber ein ganz persönliches Album machen, sowohl lyrisch als auch musikalisch, ebenso haben sie einen vielschichtigen Sound erschaffen. Tongue Tied ist ein klassischer Indie Rock Song, der instrumentell mit dem Piano begleitet wird. Humans ist deutlich ruhiger, dafür aber poppiger im Refrain und reinlaufenden Sing-a-longs. Summer Is A Curse kennen wir aus der gleichnamigen EP, der mit 12 Millionen Streams für den Durchbruch der Band gesorgt hat. Einen kleinen Abstecher in die Punkrock Richtung machen The Faim mit Buying Time, der Song erinnert an alte Songs von Green Day und machen Lust auf mehr. Amelie rockt ordentlich ab und ist elektrisierend, Where The River Runs dafür ruhig, ausdrucksstark, mit Piano Elementen. Der letzte Song State Of Mind schließt das Album im sentimentalen Ton ab, mit einem Solo zum Schluss.

Von The Faim werden wir in Zukunft sicherlich noch eine ganze Menge hören, da das Album für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Wir freuen uns, die Zukunft dieser vielschichtigen Band mitzuverfolgen. Das ganze ist nämlich erst der Anfang für die Australier aus Perth.

https://www.youtube.com/watch?v=oM0xa0wVCNY

Das Header Foto wurde von Cyndi Lynott (BMG Group) aufgenommen.

[Record Review] Tiny Moving Parts - Breathe

SO WHY CAN'T I STAND STILL? WHY DO I ALWAYS MOVE IN CIRCLES?

Seit 2008 gibt es die selbsternannte "Family Band" aus Minnesota schon. Hauptsächlich dem Emo Revival zugeordnet, wird ihre Musik auch häufig als Math Rock oder Indie Rock beschrieben. Nicht ohne Grund, denn musikalisch bewegen sie sich zwischen den Genres: Sie vereinen die Melancholie und Ruhe des Emo Pop mit der Komplexität des Math Rock.

Dies wird in ihrem 7. Album "Breathe" wieder deutlich: ausgefeilte Riffs und eine experimentelle Kombination von Sounds, gespickt mit interessanten Spielereien und einem raschen Wechsel zwischen Clear Voice und Screams. Genauso heftig wechseln sich Phasen der Ruhe mit explosionsartigen Ausbrüchen von Emotionen ab. Die anfängliche Intensität der. Songs "The Midwest Sky" und "Light Bulb" nimmt im Laufe des Albums kurz ab, die Songs werden ruhiger. Das bleibt aber nicht lange so - an Abwechslung mangelt es auf jeden Fall nicht. Bei all der Wut, Trauer und Verzweiflung, die hier Ausdruck findet, dringt aber auch immer wieder etwas Hoffnung durch, wie etwa im Song "Bloody Nose".

Technisch ist all das sehr gut umgesetzt. Diese Verschmelzung verschiedener Einflüsse mag beim ersten Hören speziell wirken. Doch wer sowohl Emo Vibes als auch einen Output für seine Gefühle sucht, für den ist "Breathe" vielleicht was.

https://www.youtube.com/watch?v=T9BQBYwvljA


[Record Review] Being As An Ocean - Proxy: An A.N.I.M.O. Story

“This ain’t heavy metal” – Wer bei diesem Satz an Oli Sykes und Co. denken muss, hat sicherlich bereits mitbekommen, dass moderner Metalcore seit Neustem nicht mehr nur über Growls, Breakdowns und Cleangesang definiert wird. Synthesizer, E-Drums und Ähnliches lassen bei so manchem aktuellen Album wirklich daran zweifeln, ob es sich hierbei noch um Metalcore oder sonstige Subgenre handelt. Das dies keine schlechte Eigenschaft sein muss, haben BMTH ja bereits mit „amo“ gezeigt. Auch BAAO wagen den Schritt ins Unbekannte und nun stellt sich die Frage, ob „Proxy: An A.N.I.M.O Story“ wirklich überzeugen kann.

Bereits nach den ersten paar Songs wird klar, dass Being As An Ocean keine klassische Post-Hardcore Band mehr sein wollen, sondern nun vor allem elektronische Elemente den Ton angeben. Der erste Song „Play Pretend“ zeigt aber eindrucksvoll, dass das gut funktionieren kann: Im Kern ein mitreißender, kraftvoller BAAO-Song, der an den richtigen Stellen mit Effekten und Beats aufgewertet wird. Nach dem soliden „Find Your Way“ kommt mit „Brave“ ein Track, der die Schwächen des Albums sehr gut zusammenfasst. Der Song beginnt ruhig und melancholisch, Joels und Micheals Stimme stehen im Vordergrund. Im Chorus geht dann aber Michaels Stimme schlagartig in einem Beat unter, welcher mich am ehesten an das Instrumental eines kitschigen Charts-Sommerhits erinnert. Aber Spaß beiseite, generell wirken bei einigen Songs auf dem Album die elektronischen (Backing-)Beats deplatziert oder sind schlichtweg einfach zu viel. Weitere Beispiele hierfür sind „See Your Face“ und „Tragedy“ sowie die überflüssigen „Intro“, „Interlude“ und „Outro“.

Allgemein hätten viele Songs auf „Proxy: An A.N.I.M.O Story“ davon profitiert, wenn man sich weniger auf Effekte und Beats und mehr aufs Schlagzeug, Bass und Songwriting konzentriert hätte. Hierbei denke ich vor allem an die kitschigen Shotgun-Ladegeräusche, unpassende Samples, sowie schlichtweg eintönige Drum-Beats („See Your Face“, „Demon“, „Skin“ und „B.O.Y.“). Obwohl der Titel des Albums eine „Story“ verspricht, bietet BAAO hier vor allem die gewohnt melancholischen Texte und geht lediglich kurz in „B.O.Y.“ sowie dem Titeltrack auf eine futuristische Thematik ein. Dennoch möchte ich erwähnen, dass es auch einige positive Momente gibt. An einigen Stellen sind die neuen Elemente durchaus clever und gut eingesetzt und auch die unverkennbaren Stimmen von Joel und Michael kommen oft gut zur Geltung. Positiv überrascht haben mich dabei vor allem „Demon“ und „A.N.I.M.O.“, die beide bis auf Teile des Chorus stimmig, kraftvoll und gut gelungen wirken.

Fazit: Obwohl „Proxy: An A.N.I.M.O. Story“ mich beim ersten Hören ein wenig enttäuscht hat, ist durch genaueres Hinhören vor allem eins klar geworden: Es ist bei weitem kein schlechtes Album. Es hat seine starken Momente und genialen Ideen, ist aber an vielen Stellen einfach unstimmig und nicht wirklich ausgereift. Das Album wirkt für mich wie ein großes Experiment, bei dem sich die Band komplett neu versuchen möchte und auch wenn dies an einigen Stellen schiefgeht, zeigt sich in manchen Songs viel Potential.  Sollten BAAO also diese musikalische Richtung weiterverfolgen, darf man auf das nächste Album gespannt sein.


TOUR

10.11.2019 Köln, Kantine DE
12.11.2019 München, Backstage DE
13.11.2019 Nürnberg, Z-Bau DE
17.11.2019 Berlin, Lido DE
18.11.2019 Leipzig, Conne Island DE
19.11.2019 Hamburg, Knust DE
24.11.2019 Münster, Sputnikhalle DE
26.11.2019 Karlsruhe, Substage DE

 

https://www.youtube.com/watch?v=NWD5MMIjyMg


[Record Review] Acres - Lonely World

Album: Lonely World
Songs: 10
Länge: 39 Minuten
Genre: Post-Hardcore / Melodic-Hardcore

Acres, ein aus dem Vereinigten Königreich stammendes Post-Hardcore-Quartett, hatte in den letzten Jahren bereits 3 EPs („Self-Titled“, 2012; „Solace“, 2014 und „In Sickness and Health“, 2017) und mehrere Solotracks veröffentlicht. Außerdem waren sie bei zahlreichen Live-Auftritten vertreten, zuletzt als Supporting Act bei der Abschiedstournee von Casey. Nun haben sie am 9. August ihr langersehntes Debütalbum „Lonely World“ bei ihrem Label „A Wolf At The Door Recordings“ veröffentlicht.

Die Idee für den Namen des Albums hatte Sänger Ben Lumber, als er einen seiner Freunde, der alles verloren hatte und deshalb im Auto leben musste, bei sich aufnahm. In einem Gespräch sagte dieser Freund „o man, it's a lonely world“ und dies diente dem Sänger dann als Inspiration. Laut der Band dreht sich in diesem Album inhaltlich alles um „honesty“ (Ehrlichkeit bzw. Aufrichtigkeit). Auch die Einsamkeit, die schon im Titel angedeutet wird, nimmt eine zentrale Rolle in den Texten ein. Zusätzlich erklärt die Band, dass das Album eine Hommage an das Leben sei, wie sie es um sich herum sehen und wahrnehmen. So werden auch die Schwierigkeiten des alltäglichen Lebens und Themen wie Depressionen, Angststörungen oder Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen angesprochen. Diese Aufrichtigkeit wird in den emotionalen Texten, die beim Hören unter die Haut gehen, ansprechend umgesetzt.

Musikalisch lässt sich die Band dem Post-Hardcore zuordnen, dabei fallen besonders die häufigen sehr melodischen und eher leisen Passagen auf, die die Lyrics musikalisch passend untermalen und somit die Aufmerksamheit der Hörer auf gelungene Weise auf die Texte lenken. Dabei verzichtet die Band – bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. beim Titelsong „Lonely World“ oder bei „Hurt“ – auf Unclean-Vocals. Wenn diese allerdings verwendet werden, passen sie perfekt zur Atmosphäre des jeweiligen Songs. Trotz der vielen ruhigen Passagen gibt es andere, in denen auch Breakdowns verwendet werden, wie z.B. beim Track „Sharpen your Teeth“. Erwähnenswert ist auch, dass der erste Song, „Deathbed“, ein instrumentales Intro ist, welcher es direkt schafft, die Hörer auf das Album einzustimmen. Der letzte Song „Skin Over Mine“ beinhaltet ein ca. 1 ½-minütiges Outro und rundet das Album entsprechend ab. Insgesamt eine gelungene Sache!

Abschließend lässt sich feststellen, dass Acres ein beachtenswertes Debütalbum geschaffen haben; neben den bewegenden, emotionalen Texten haben manche Songs auch richtiges Ohrwurmpotential, wie z.B. der Titelsong „Lonely World“ wegen seines eingängigen Refrains. Daher an dieser Stelle eine klare Empfehlung, in das Album hineinzuhören. Außerdem sind Acres im Herbst mit ihrem Album auf Headline-Tour durch Europa, auch das solltet ihr auf keinen Fall verpassen!

https://www.youtube.com/watch?v=S-bTO8qcrl4


[Record Review] Northlane - Alien

„I was raised in hell, I made it out by myself“ – Das fünfte Studioalbum erschafft eine düstere und gewaltige Atmosphäre, die einen in eine ganz andere Welt versetzt. Die vorherigen Platten griffen weltliche und gesellschaftskritische Themen auf, „Alien“ jedoch ist ein sehr persönliches Album geworden. Northlane greift die problematische Kindheit von dem Vocalist Marcus Bridge auf, die von Gewalt und seinen drogenabhängigen Eltern geprägt war. Der Titel des Albums spiegelt auch wieder, wie die Band in der Szene wahrgenommen wird. „Northlane waren immer eine Ausreißer-Band“, so Bridge. Die Australier verknüpfen musikalisch Hardcore mit Elektro-Elementen, zusammen mit einer Mischung aus Growls, Shouts und Clean Vocal. Auf dem neuen Album kommt eine viel düstere Seite von ihnen zum Vorschein, für Leute die Crossover lieben und den Northlane Sound feiern können gespannt auf das Album sein, welches am 02.08.2019 erscheint.

Den Anfang macht Details Matter, der mit Aggressivität und Härte einschlägt. Die Riffs und Drums werden begleitet von charakteristischen und düsteren Synth- und Elektro-Sounds, die wir auch bei Bloodline hören. Der Song wurden als Pre-Single veröffentlicht und gab den Hörern einen Vorgeschmack für Alien. Clean Vocals und der ein Breakdown, der sicherlich so manche Pits zum Beben bringen wird. Bei 4D spielen Northlane mit Drums n Bass, das werden wir auf dem Album noch öfter hören. Mit verzerrter Stimme und Clean Vocals erschafft Marcus Bridge diesen leichten und gängigen Song einem obligatorischem Breakdown. Zum Schluss erhascht man noch Chorgesang, bis der Song fließend in Talking Heads übergeht, welches ebenso vorab veröffentlicht wurde. Ein Kontrast zwischen Hardcore und Bridge’s Clean Gesang, zusammen mit einem bösen und dreckigen Breakdown, womit definitiv jeder Geschmack bedient wird. Freefall, Paradigm und Jinn variieren alle drei im elektronischen Sound, doch merkt man spätestens beim Breakdown, dass diese Song sich leider kaum in dem Album hervorheben, denn sie klingen ähnlich und vorhersehbar. Anders als Eclipse, unser persönlicher Favorit, bei dem sich Northlane aus der Industrial Schiene bedient und einen nahtlosen Übergang zum Metalcore erschafft und Rift, der als ruhiger Kontrast mit durchgängigem Drums and Bass und Clean Vocals abkühlend wirkt. Vultures liefert den typische Northlane Sound, zusammen mit variierenden Riffen und kräftigen Drums. Der letzte Song des Albums ist Sleepless, zum Abschluss liefert die Band uns noch einen vermeintlich ruhigen Song, dieses Mal begleitet von Pianoklängen. Die Atmosphäre entlädt sich in einem kraftvollen Peak, der zum letzten Mal musikalisch in die Metalcore/Hardcore Schiene übergeht.

Im Winter 2019 kommen Northlane zusammen mit Polaris, Void Of Vision und Silent Planet auf Tour bei uns in Deutschland. Lasst euch die Show nicht entgehen!


TOUR

22.11.2019 Karlsruhe, Weiße Rose DE
10.12.2019 Hamburg, Markthalle DE
11.12.2019 Berlin, SO36 DE
13.12.2019 Leipzig, Conne Island DE
17.12.2019 München, Backstage DE
20.12.2019 Köln, Essigfabrik DE
21.12.2019 Wiesbaden, Schlachthof DE

 

https://www.youtube.com/watch?v=ni8qtNKujmo


[Record Review] Royal Republic - Club Majesty

You can't fight love, but we'll try anyway

Schon beim Opener „Fireman & Dancer“ wird klar, wohin es für die nächsten 30 Minuten geht: Weg vom ernsten Alltag hin zum musikalischen Spaß-haben. Ein schnelles, treibendes Riff, kein allzu tiefgründiger Text, grooviger Rhythmus. Obendrauf brennt einem Sänger Adam mit seiner gewohnt vollen Stimme den ersten von vielen Ohrwürmern auf diesem Album in den Kopf.

Der absolute Höhepunkt dieser „Catchiness“ ist der Song „Anna Leigh“, welcher schon beim ersten Durchlauf einfach nur Spaß macht und vielleicht den ein oder anderen Rocker dazu bringen könnte, allein im eigenen Zimmer oder unter der Dusche, eine kleine Gesangseinlage hinzulegen. Neben dem Gesang sticht auch der vor Synthi triefende Rhythmus hervor, der durch das nicht-elektrische Schlagzeug und den gewohnten Royal Republic-Sound nicht zum kitschigen Klischee verkommt.

Durch das Album hinweg dominiert ein sehr euphorisches Gefühl. Royal Republic schafft es, durch abwechslungsreiche Songs und durchgehende, spaßige Stimmung, die Tanzlaune und das Disco-Flair aufrecht zu erhalten, ohne nach ein paar Liedern monoton und unstimmig zu klingen.

Neben dem allgemeinen Disco-Flair gibt es über das Album verteilt auch immer wieder kleine musikalische Überraschungen, die entweder das (spaßige) Highlight des Songs darstellen („Flower Power Madness“) oder einfach für eine gelungene Abwechslung, meist durch den Einsatz ungewöhnlicher Sounds oder Instrumente, im Song sorgen. („Under Cover“, „Bulldog“) Allerdings hätten die musikalischen Überraschungen in den einzelnen Songs teilweise ein wenig länger ausfallen können, da diese oft nach einigen Sekunden schon wieder vorbei sind.

Alles in allem liefert Royal Republic mit „Club Majesty“ vor allem den gewohnten Royal Republic Sound (Hardcore-Fans der Band können also aufatmen), aber auch ein sehr frisches, neues Flair, dass sich rundum gut anfühlt. Das Album ist eine solide Basis für jede Gute-Laune Playlist und bietet Songs, die eine erfrischende Abwechslung zu musikalischer Gesellschaftskritik, traurigen Balladen oder härterer Musik sind. Allerdings ohne dabei zu komplett inhaltsleeren Party-Songs zu verkommen oder zu kitschig zu wirken.

https://www.youtube.com/watch?v=D_YCl7pp7XU

Header Photo Credits: Leo Akesson