[Record Review] KAONASHI - Dear Lemon House, You Ruined Me...sorry, US!

Fans der Band Kaonashi dürfen sich freuen: am 21.05.2021, also morgen, erscheint ihr neues Album „Dear Lemon House, You Ruined Me: Senior Year“.

SONGS: 11
DURATION: 47min 33 sec
GENRE: Emo-Mathcore

Das Album ist Story technisch der Nachfolger ihrer 2018 erschienen EP „Why Did You Do It“. Auch dieses Album beschäftigt sich mit dem Charakter Jamie. Dieser ist nämlich jetzt in seinem Senior Year auf der High-School.

Vocalist Peter Rono erklärt, dass sie den Zuhörer bangen lassen wollen. Die Band wolle ein gewisses Gefühl der Dringlichkeit verbreiten und somit die Hörer zum nachdenken anregen. Denn sobald der Hörer dazu angeregt ist, zu denken er könne etwas in der Geschichte ändern, vielleicht würde es ihn animieren einen Unterschied in dieser Welt zu erzielen.

Natürlich ist die Story basierende Element des Albums interessant und einzigartig, doch überzeugt die Emo-Mathcore-Band auch mit den Songs selbst? Wir durften uns das Album vorab schon einmal anhören.
Leider starten wir mit einem Song, der mich persönlich nicht überzeugen konnte. Die Vocals in „T.A.Y.L.O.R“ erinnern mich persönlich an eins dieser schreienden Gummihühner. Der Rhythmus ist repetitiv und passt für mich nicht wirklich zum generellen Gefühl des Songs. Loben kann ich hier lediglich den Wendepunkt ab der dritten Minute. Die Melodie wird interessanter, der Sprechgesang vermittelt mehr Emotionen und ist auch definitiv angenehmer für die Ohren.

„Fuck Temple University“ könnte auch ohne kreischende Vocals auskommen. Der Gesangspart in dem Song ist wirklich, wirklich gut – emotional und wirklich angenehm. Leider wird es für mich wieder ein wenig von dem Gummihühnchen überschattet.
Und weiter geht es mit „An Evening of Moving Pictures With Scooter Corkle“ auch hier leider dasselbe Phänomen wie zuvor. Lassen wir die kreischenden Vocals weg kommen wir hier auf einen wirklich klasse Song – auch die etwas tieferen Screams die etwa in der Mitte des Songs einsetzen kann ich nur loben.

Über „Market Street (Chardonnay, Diamonds, & Me)“, „Broad Street (Take Me Home)“ und „The Counsler’s Office: A Present Example Of Past“ kann ich mich leider nicht äußern ohne meine Meinung über „T.A.Y.L.O.R“ zu wiederholen – Vocals die mir persönlich einfach nicht zusagen und ein pures Chaos an Instrumenten. Kommen Gesangsparts auf sind diese gut, aber leider meist viel zu kurz.
Ich muss Kaonashi eins lassen: Das Gefühl der Dringlichkeit haben sie wirklich bei mir gut getroffen: Ich will nämlich dringend mit diesem Album durch sein.

In „Run Away Jay“ finde ich den ersten Song, bei dem mich die Gummihuhn Vocals nicht stören, das hält aber auch nur ungefähr eine Minute an bis sich Orang-Utan ähnliche Geräusche einmischen und Text und Vocals mich an kleines trotziges Kind erinnern (um genau zu sein an das „When Will You Learn, that your action have Consequences“ Kind).
Überrascht hat mich dafür der nächste Song. „A Recipe for a Meaningful Life“ hat nicht nur eine schöne Melodie, der Gesang, der Sprechgesang und sogar die Screams sind wirklich stimmig.

„The Underdog I: Blue Pop“ gehört dafür jedoch wieder zu den Songs, die ich sofort überspringen würde, wenn ich sie hören würde.
Dafür bekommen wir mit „The Underdog II: Fight On The 40 Yard Line“ nicht nur eine Akustikgitarre, sondern auch wunderschöne Vocals und einen emotionalen Text. Dieser Song hat sich zu meinem absoluten Favoriten rauskristallisiert.

„The Underdog III: Exit Pt. IV“ kommt auch wieder mit derselben Kritik zurecht, die ich bereits bei den anderen Songs geäußert habe. Der Gesangspart ist wirklich hervorragend, auch der Sprechgesang ist gut, weitere Vocals sind dafür aber leider etwas lackluster.

Ob es daran liegt, dass es einfach nicht mein Fall ist, oder daran, dass diese Musik eine gewisse Zielgruppe ansprechen soll – Dear Lemon House, You Ruined Me: Senior Year gehört leider nicht zu den Alben die ich irgendjemanden weiterempfehlen werde. Story technisch finde ich das Konzept äußerst interessant, doch die eigentliche Musik weißt leider einige Mängel auf. Solltet ihr trotzdem reinhören? Ja, vielleicht findet ihr genau in diesem Genre etwas, was euch noch im Leben gefehlt hat...

https://www.youtube.com/watch?v=ywqXXtKB9tg

Fotocredit: Das Foto hat uns KINDA zur Verfügung gestellt.