[Record Review] Imminence - Turn The Light On

Imminence – Turn The Light On

2009 schlossen sich die Schweden Eddie Berg, Harald Barret, Alex Arnoldsson und Peter Hanström zusammen, um mit Imminence gemeinsam Musik zu machen. Nach einigen EP’s, einem Label-Wechsel und zwei Alben stehen die Jungs nun kurz vor der Veröffentlichung ihrer dritten Platte „Turn On The Lights“ - passend zu ihrem 10-Jährigem Jubiläum als Band.

Der Name und das Artwork des dritten Studioalbums, erweckt eine vermeintlich heitere Stimmung, was aber keineswegs der Fall ist. Die Düsterheit und Härte ziehen sich durch das Album, in dem es um Depressionen und Selbst-Konflikt geht. Die Zeilen gehen unter die Haut und offenbaren uns einen Blick in Eddie’s Kopf. Harte Riffs, gepaart mit Violine und Piano, Gegensätze wie etwa schwere oder sanfte Melodien, Extreme wie Growls und gehauchte Zeilen, womit es einem schwer fällt, Imminence in einer Schublade zu stecken. Turn On The Lights beginnt ruhig mit Erase, woraufhin der Pre-Chorus stetig an Kraft sammelt und bis zum Schluss kein bisschen an Energie verliert. Erase kündigt die facettenreichen Stilmittel an, an die sich die Band für das komplette Album bereichert haben. Einprägsame Sing-a-Longs und charakteristische Violinen Passagen mit Klavierbegleitung. Es fühlt sich an, als wäre Imminence wieder einen Schritt zurück, um mit mehr Power nach vorne zu preschen. Mit Paralyzed, Lighthouse und Room To Breathe erhascht man einige Elektro- und Synth-Elemente, die für eine perfekte Abrundung sorgen und dennoch wird man mit einer wuchtigen Härte überrascht. Saturated Soul garantierte schon vor dem Albumrelease einen Ohrwurm, da er als Debütsingle schon veröffentlicht worden ist, um Kritiker und Fans einen kleinen Vorgeschmack zu geben. Doch im Gegensatz zu den restlichen Songs auf der Platte, kratzt der Song doch nur an der Oberfläche im Hinblick darauf, was Turn On The Lights noch zu bieten hat und bietet dem Hörer beim ersten Durchlauf einige ruhige Momente, bis es mit Infectious weiter geht. Violinen, welche die Riffs beinahe durchgehend begleiten, anschließend gänzlich abgelöst werden von Eddie’s wütender und aggressiver Stimme. Mit derselben Härte geht es voran mit The Sickness, welches 2015 schon einmal veröffentlicht worden ist. Neu abgemischt, passt er mit einer etwas düsteren Note zum düsteren Album. Mit Death Of You und Love & Grace haben wir die einzigen Balladen, in denen Eddie’s Gesang einzig und allein von Violinen, Klavier und Elektro-Einflüsse begleitet wird. Scars hebt sich daher von den anderen Songs ab, weil der Song von Beginn an eine positive Atmosphäre ausstrahlt, im Gegensatz zu den Lyrics der anderen Songs, in dem die Lyrics meist hoffnungslos und schmerzerfüllt klingen. Disconnected und Wake Me Up sind Songs, die sich vor allem durch treibende Riffs, einprägsame Texte und Sing-a-Longs in Köpfe festsetzen und von der Härte an Don’t Tell A Soul anknüpfen. Mit Love & Grace schließt sich der Kreis und beendet das Album mit langsamen Pianoklängen und bedächtigem bis kräftigen Gesang.

Imminence haben sich weiter entwickelt und vieles ausprobiert. Die schwedische Band schaffte es wieder einmal, sich wie zwischen „I“ und „This Is Goodbye“ vom vorherigen Album abzugrenzen, doch trotzdem zurück zu ihren Wurzeln zu finden. Die Jungs haben einiges auf dem Herzen, was sie auch auf der neuen Platte preisgeben.


TOUR

16.01.2020 Hamburg, Logo DE
17.01.2020 Münster, Sputnik Café DE
24.01.2020 Trier, Mergener Hof DE
25.01.2020 Köln, Gebäude 9 DE
26.01.2020 Stuttgart, Wizemann Club DE
04.02.2020 Hannover, Béi Chéz Heinz DE
05.02.2020 Dresden, Club Puschkin DE
06.02.2020 München, Backstage DE
07.02.2020 Frankfurt, Das Bett DE
08.02.2020 Berlin, Bi Nuu DE

 

https://www.youtube.com/watch?v=mh4GQq3cL7Y

Header Photo Credits: Nadia Amiri / lwnhrz.ttl