[Interview] RANDOM Clothing

Wie ist dein Label entstanden?
Naja bis zum dem Label wie es nun ist, habe viele Ereignisse mitgewirkt. Die Idee war schon ziemlich führ da, vielleicht vor 4 oder 5 Jahren. Es sollten Shirts sein, die mehr haben als nur ein Print auf Vorder- und Rückseite, wie es vor allem bei Band Merchandising oftmals der Fall ist. Bis zum ersten Shirt hat es dann auch gar nicht lange gedauert. Damals habe ich mir töricht, kurzer Hand Stoff gekauft, sowohl mit Muster, als auch einfarbig und habe daraus ein T-Shirt genäht. Die Vorlage war eines meiner damaligen Lieblingsshirts und mein Arbeitsplatz war bei meiner Oma im Nähzimmer unter dem Dach. Für das erste selbst genähte Shirt war ich zufrieden, klar waren die Nähte krumm und der Schnitt hier und da etwas unsauber, aber die Idee war klar und das Design hat mir gefallen.
Nach dieser Vorgehensweise habe ich dann weitere Shirts, zunächst für mich und später auch für Freunde gemacht. Da jedoch meistens ein ganzer Sonntag für ein T-Shirt drauf ging war mir auch schnell bewusst, dass ich so nicht sinnvoll weitermachen kann.
Die Suche nach einer Alternative, irgendwo zwischen langweiligen Rohlingen und selbst genähten Shirts, hat dann sehr lange gedauert. Da ich den Schnitt der Shirts und Hoodies selbst bestimmen wollte, brauchte ich jemanden, der mir die Shirts herstellen kann. Eine Produktion von einer Fremdfirma mit einem eigenen Schnitt war jedoch durch die hohen Abnahmemengen schlicht zu teuer. Irgendwann habe ich eingesehen, dass ich um Rohlinge nicht herumkomme. Nach langer Suche habe ich dann welche gefunden, die in Punkto Nachhaltigkeit, Qualität und Design meinen Ansprüchen genügten.
Nun habe ich mit verschiedenen Techniken versucht ein Design zu finden, mit dem jedes Shirt etwas Einzigartiges bekommt. Meine erste Kollektion wurde geboren. Zunächst wieder nur für mich selbst, doch ich war schnell von dem Design überzeugt und habe dann, Anfang 2019 beschlossen, mit Website und Social Media Accouts zu starten und das Ganze ernst zu nehmen.
Wenn du dein erstes Design mit deinem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?
Naja, also bisher haben sich meine Designs nicht sonderlich verändert, da ich auch erst begonnen habe. Im Grunde versuche ich verschiedene Methoden aus die Textilien zu bearbeiten und zu gestalten. Bei den ersten Designs habe ich hauptsächlich mit Bleichmittel auf schwarzen Textilien gearbeitet. Bei den darauffolgenden Designs habe ich mehr mit Textilfarbe auf hellem Stoff gearbeitet. Es sind bisher einfach verschiedene Verfahren, die ich benutze und Methoden die ich ausarbeite um ein besonderes Design zu bekommen. Bei der aktuellen Kollektion verwende ich nun auch Siebdruck. Aber auch Patches oder Sprühfarben sind schon bei einigen Prototypen zum Einsatz gekommen. Viel Dinge die ich noch austesten muss, auch was die Langlebigkeit angeht. Aber man darf auf jeden Fall gespannt bleiben. Ich habe noch viele Ideen im Kopf.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
An meiner Arbeit ist mir vor allem das Produkt selbst wichtig. Jedes Shirt ist bisher etwas anders und im Prinzip ein Unikat. Das ist mir schon wichtig, um auch zu zeigen, dass es nicht nur ein “perfekte” Lösung gibt, sondern alles und jeder auf eine bestimmte Art und Weise “perfekt” ist. Das was es einzigartig macht, das was es zu deinem Shirt macht und nicht zu irgendeinem Shirt, wie es jeder haben kann. Dennoch ist dabei die Qualität an erster Stelle. Diese wird durch die Qualität der Rohlinge und durch die hochwertigen Produkte gesichert. Edle Farben, Labels und Materialien zeigen, dass es sich um hochwertige Kleidung handelt.
Bei der Arbeit selbst ist es mit einfach wichtig, dass ich frei und konzentriert arbeiten kann. Das ich den Spaß nicht verliere und auch immer das Ziel im Kopf behalte.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Puhh, ich bin nicht sonderlich bewandert mit den Bezeichnungen in der Modewelt. Ich mach das mir selbst gefällt. Vielleicht kann man den Stil als Grunge, Alternativ oder ähnliches betiteln. Ob das stimmt weiß ich leider auch nicht.
Was können wir von der neuen Kollektion erwarten?
Die aktuelle Kollektion ist noch nicht so lange her. Dort habe ich mit Siebdruck und metallischen Farben gearbeitet. Als nächstes sind einige weitere Einzelstücke geplant, bei denen ich verschiedene Sachen mit Patches, verschiedenen Farben, Bleichmittel und den aktuellen Motiven austeste. Ich versuche auch andere Labels und Künstler zu featuren und gemeinsam neue Designs zu erstellen. Außerdem werden auch ganz neue Produkte im Sortiment erscheinen Jeansjacken, Bauchtaschen, Snapbacks, und so weiter. Danach geht’s dann an neue Designs für die nächste Kollektion.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?
Tatsächlich steckt hinter dem ein oder anderen Stück eine mehr oder weniger direkte Aussage oder Botschaft. Allgemein ist mit aber das Design wichtiger und sollte im Vordergrund stehen. Das gesamte Statement hinter Random Clothing ist, dass es ok ist anders zu sein. Man muss nicht dem Mainstream folgen, wenn es einem nicht gefällt. Man darf seinen eigenen Weg gehen und muss sich dafür nicht rechtfertigen, schämen oder sonstiges.
Ein konkretes Beispiel ist das “SadRoses Shirt”. Es trägt ziemlich prominent den Aufschrift „no doubt“ auf der Brust. Dabei geht es darum, dass man oft daran zweifelt, was man tut, was man trägt oder welche Meinung man hat. Aber wenn man von etwas überzeugt ist darf man sich nicht gleich davon abbringen lassen und man muss lernen, dass man keine Zweifel daran haben darf. Jeder hat das gleiche Recht auf seine Meinung. Es gibt kein Falsch und Richtig. Wenn es sich richtige anfühlt und für dich funktioniert, dann darfst du dir von Niemandem etwas anderes einreden lassen.

Lieblingstattoo?
Joa schwierige Entscheidung, ich habe gerade zwei Tattoos die gleich auf sind. Einmal der Klassiker, eine Rose auf dem Oberarm und ein Streifenhörnchen seitlich auf dem Oberkörper. Ich bin mit beidem überglücklich und ich freu mich auch schon auf weitere.

Lieblingsbands?
Zum Glück habt ihr den Plural gewählt, es ist wirklich schwierig bei dieser Auswahl an unglaublich guten und professionellen Bands mit teilweise sehr berührenden oder brutalen Song, die besten herauszusuchen.
Hier vielleicht einfach mal einige die ich zurzeit besonders Feiere.
The Oklahoma Kid, Imminence, Deez Nuts, Exorcised Gods und Qoiet

Lieblingsvideospiel?
Das hab ich tatsächlich schon länger nicht mehr praktiziert. Aber wenn ich dann doch mal Zeit haben sollte, dann kann’s eigentlich nur der klassische Halo Abend mit den Besten sein. <3

Lieblingsfestival?
Ich darf hoffentlich bald mein 10 jähriges Jubiläum auf dem Summer Breeze und dem Taubertal feiern, das sind schon gute Festivals. Allerdings habe ich in den letzten Jahren auch viele kleinere Festival besucht, wie z.B. das Fallen Foretress oder Sun Storm Open Air, was mit wirklich gut gefallen hat.

Lieblingsklamottenlabel?
Ich war eigentlich großer Fan von Cheap Monday, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Eine andere Marke, die sich bei mir zwischen die ganzen Bandshirts geschlichen hat ist THFKDLF, die einfach cool Designs raushauen. Generell liebe ich aber auch einfach frisches Zeug von lokalen Labels wie Polarschwarz.

Lieblingssong/Album?
Das Album Atlas von PWD ist eines der besten. Weitere gute Alben sind ‚Almost Heaven‘ von ‚The Dead Lay Waiting oder ‚Solarray‘ von The Oklahoma Kid. Lieblingssong, wahrscheinlich blink-182 Adam’s Song.

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest?
Naja was soll man sagen, ich freu mich über jeden der das hier überhaupt bis zum Schluss gelesen hat und meinen Worten Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt hat. Liebe geht raus.

 

Die Fotos hat uns Udo von Random Clothing zur Verfügung gestellt.


[Interview] Chiefland

Achim von Chiefland spricht für euch im Interview über das Anfang letzten Jahres erschienene Album “Wildflowers”, erklärt die Bedeutung von Poetry für ihre Lieder und beschreibt für euch den Verlauf des Stils der Musik. Dazu erfahrt ihr wie Chiefland den Shutdown nutzen und worauf ihr euch dieses Jahr noch freuen könnt. Findet das und vieles mehr im Interview mit Chiefland!

Stell dich/euch doch einmal unseren Lesern vor:
Wir sind die Band CHIEFLAND und spielen einen Mix aus Post-Hardcore und Talk-Rock-Elementen, wie man ihn zum Beispiel von La Dispute, Listener oder den frühen Being As An Ocean kennt. Insgesamt sind wir zu viert und kommen aus vier verschiedenen Städten (Göttingen, Braunschweig, Leipzig, Lüneburg), proben aber in der Nähe von Göttingen. Wir haben 2015 eine EP rausgebracht, letztes Jahr unser Debüt-Album veröffentlicht und zwischendrin natürlich viel gespielt. Derzeit arbeiten wir auf Hochtouren an neuen Songs. Irgendwie muss man die Zeit zu Hause ja sinnvoll nutzen.
Wie ist euer letzter Release entstanden? Writing-Prozess, Inspiration usw. Gerne erwähnen. 
Unser aktuelles Release "Wildflowers" entstand über mehrere Jahre hinweg. Insgesamt haben wir uns seit unserer EP fast vier Jahre Zeit gelassen mit dem Album. Daher haben sich auch die Songs organisch über den Zeitraum hinweg ergeben. Uns war wichtig, so viele wie möglich davon schon einmal vorab live zu testen, um uns sicher zu sein, in welcher Form sie aufs Album kommen sollen. Inspiriert hat uns während des Writings vor allem die Tatsache, dass sich in unserem Leben einiges geändert hat. Wir sind zum Beispiel in verschiedene Städte gezogen zum Arbeiten und Studieren. Von daher ist es am Ende ein Album über das Erwachsenwerden geworden. Das hat sich für uns zu dieser Zeit definitiv sehr real angefühlt.
Wie hat sich euer Stil entwickelt? 
Unsere musikalischen Einflüsse durch Bands wie Touché Amoré, La Dispute, Listener oder Defeater sind sehr eindeutig. Für uns steckt in dieser Art von Post-Hardcore unglaublich viel Kraft. Seit Beginn der Band integrieren wir auch Spoken Words in unsere Songs. Die passen sehr gut in leise Teile. Wenn man einen roten Faden in unserem Stil suchen möchte, dann ist es wohl das Auf-und-Ab zwischen laut und leise. Das verleiht den Songs ihre typische Dynamik. Uns gibt dieser Stil sehr viel, weil wir es lieben, an bestimmten Stellen einfach auszubrechen. So erzeugen die Lieder ihre Emotionen.
Können wir bald neue Musik erwarten, und wenn ja, was können wir davon erwarten?
Derzeit nutzen wir den Shutdown und sind zu Hause produktiv. Wir haben bereits einige neue Ideen geschrieben und werden damit auch in absehbarer Zeit ins Studio gehen. Ein ganzes Album wird es 2020 zwar noch nicht, doch wollen wir vielleicht mit einer Single schon einmal andeuten, in welche musikalische Richtung wir uns entwickeln. Wir wollen das Typische bewahren, aber auch Neues ausprobieren und insgesamt breit gefächerte Songs schreiben.
Was ist das peinlichste, was euch jemals auf der Bühne passiert ist?
Peinlich ist es natürlich immer, wenn man sich verspielt. Meist hören jedoch nur wir das. Haha! Wir hatten bei einer unserer ersten Shows mal das Malheur, dass ein Gitarren-Amp abgeraucht ist. Das war insofern peinlich, als wir auf die Schnelle improvisieren mussten und die Leute vor der Bühne leider warten mussten.
Was ist das peinlichste, was ein Fan jemals getan hat?
Puh, da fällt uns gar nichts wirklich ein. Um ehrlich zu sein achten wir da auch gar nicht so drauf und sind eher dankbar für jede*n, der/die nach der Show oder auch über Social Media mit uns schnackt.
Womit verbindet ihr das Poetry schreiben?
Kleinere Gedichte oder Notizen sind wirklich der Kern unser Songs. Corwin, unserer Sänger, hat immer ein Notizbuch dabei, in dem er konstant über Dinge schreibt, die ihn bewegen. Daraus entstehen dann die Lyrics zu unseren Songs. Meist ergibt sich ann wie beim letzten Album ganz natürlich ein Thema.
Was würdet ihr gerne von Grund auf neu gestalten?
Die Gedanken einiger Menschen, die zum Beispiel andere aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung verurteilen. No borders, no binaries!
Jetzt unsere Standard Fragen: Liebling….
Tattoo(-Artist)?
Robert Mauermann (Bold 'n Solid, Göttingen)
Nick Corbett (Sorry Mom, Braunschweig)
Videospiel?
Fifa
Band/Artist?
Das variiert andauernd. Haha! Wenn es um All-Time-Favourites geht, dann sicherlich Touché Amoré und La Dispute. Derzeit haben wir alle aber noch viele Ohrwürmer im Kopf von der gemeinsamen Tour mit Marathonmann.
Album/Song?
Tame Impala – Currents
Independent Clothing Brand?
Findelkind Clothing. Victor, ein guter Freund von uns, betreibt dieses Label. Checkt es mal aus!
Festival?
Als Band eigentlich jedes, das wir bisher gespielt haben, da die Stimmung und der Charme immer einzigartig waren.
Das beste, was 2019 geschehen ist/ du/ihr erlebt hast?
Wir hatten letztes Jahr einen Besetzungswechsel: An den Drums ist Justus dazugekommen. Das hat auf Anhieb gepasst und der Band sehr gut getan. Außerdem haben wir 2019 unser erstes wirklich größeres Festival in Karlsruhe gespielt. Das war eine tolle Erfahrung für uns und hat den Festivalhunger auf jeden Fall geweckt!
Letzte Worte?
Haltet zusammen in dieser schwierigen Zeit, gebt aufeinander Acht und supportet Euch gegenseitig. Stay safe!

[Interview] Fräulein Kunst und Tinte

Wie Susi gegen die Erwartungen ihrer Eltern und ihres Opas, aus einem Spaß heraus ihren Beruf fand und warum ihr ein Kunde in ihrer Ausbildung vom Stuhl gekippt ist erfahrt ihr im Interview mit Fräulein Kunst und Tinte.

Stell dich einmal kurz vor! 
Mein Name ist Susi und unter dem Künstlernamen Fräulein Kunst & Tinte verschönere ich seit mittlerweile 6 Jahren die Astralkörper der Leute. Mit 19 Jahren „irgendwie da rein gerutscht“ habe ich darin meine Passion gefunden und sehe mich seitdem selbst weniger als Dienstleister, sondern mehr als freien Künstler der zusammen mit den Menschen, in allen Ecken ihres Gehirns, nach individuellen Motivideen sucht. Zusammen mit meinem Mann Markus ( Sio Motion // The Desaster Area ) habe ich im August 2015 ein eigenes Atelier in Jena eröffnet, dass uns Beiden genug Raum bietet sich kreativ auszutoben. Ansonsten gibts nicht viel über mich zu sagen: ich essen gerne und viel, bin ne typische Catmom und streame Games auf Twitch.tv – alles Sachen denen ich während der derzeitigen Covid-19 Arbeitssperre für Tätowierer besonders viel Aufmerksamkeit schenken kann.

Wie kamst du zum Tätowieren?
Nachdem ich mit 18 Jahren mein Abitur gemacht habe, wusste ich irgendwie nicht so richtig wohin mit mir. Vor allem mein Opa war mächtig stolz und hat mich schon als erste studierte in der Familie gesehen, aber ich konnte mich nicht so recht seinen Wünschen nach einem Studium beugen. Die Aussicht darauf die nächsten Jahre weiter die Schulbank zu drücken, schienen mir nur wenig attraktiv. In der Zeit habe ich mich auch das erste Mal tätowieren lassen, woraufhin 3 weitere Tattoos in einem Monat folgten. Ich hab immer schon gerne gezeichnet und mich mit meinem damaligen Tätowierer auch gut verstanden, weshalb ich da irgendwie so reingerutscht bin. Der richtige Startschuss fiel allerdings als mein Paps unbedachterweise sowas äußerte wie „Wenn du dich weiter so viel tätowieren lässt, dann nimmt dich kein Arbeitgeber mehr. Da kannste nur noch selber sowas machen.“ Fanden meine Eltern am Anfang gar nicht so prickelnd, dass ich das ernst genommen und mir ein Studio gesucht habe, welches mich ausbildet.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Das Wichtigste für mich ist es individuelle Motive zu designen. Ich kann die Leute nicht verstehen die mit nem gegoogletem Tattoobild zu nem Artist rennen und dieses 1 zu 1 auf ihre Haut übertragen haben wollen.. Alle wollen immer einzigartig und auffallend besonders sein, weshalb ich mich Frage: Wo ist da der Sinn?
Ansonsten will ich einfach nur ne coole Zeit haben, ich betrachte es als Ehre, dass so viele Menschen zu mir kommen und meine Kunst unter ihrer Haut wertschätzen. Ich kann nur hoffen, dass es für immer so bleibt.

Erzähl uns von deiner lustigsten oder komischsten Kundenstory!
Ich habe während meiner Ausbildungszeit mal Jemandem einen Gapfiller zwischen die Schultern verpasst. Der Typ war ungelogen so breit wie er hoch war, ein richtiger Schrank. Schon gut zutätowiert, hat er auf mich gewirkt wie ein riesiger Koloss.
Ich hatte ihn damals auf einen normalen Stuhl gesetzt, weil mir das vollkommen ausreichend erschien. Ich war also guter Dinge, bis er immer wieder langsam begann sich nach vorne zu beugen. Ich fragte ob alles okay wäre und sagte, dass er nicht immer vor mir wegrutschen dürfe. Er entschuldigte sich und betonte wie angenehm das Gefühl sei, nicht zu vergleichen mit anderen Stellen wie zb die Schienbeine.. Tja, es hat jedenfalls nicht lange gedauert bis dieser riesige Typ mir einfach vornüber wegkippte. Einfach weggetreten. Das dumpfe Geräusch beim Aufprall werde ich nie vergessen. Ich wusste, dass ich nicht lachen durfte, aber diese Szene wirkte so surreal auf mich. Seitdem weiß ich, dass ich auch die zugehacktesten Schränke lieber auf ne Liege lege und mich nicht mehr vom „starken Mann“ gehabe täuschen lasse.
Versteht mich nicht falsch- es ist niemals lustig oder schlimm, wenn Jemandem unwohl beim tätowieren wird. Aber die Tatsache, dass dieser Riese vor mir keine Schwäche eingestehen wollte, war irgendwie doof. Btw ist er immer noch ein Stammkunde und wir lachen heute gemeindam über diese Erinnerung.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Ich persönlich finde es schwer meinen Stil zu beschreiben, er ist ne Mischung aus Dotwork, Linework, Neotraditional und manchmal auch ein bisschen ornamentisch. Am liebsten arbeite ich entweder nur mit einer Farbnuance oder ganz in schwarz/ weiß.
Es gibt einfach so viele großartige Tattooartists deren Arbeiten ich gerne verfolge und mich von ihnen inspirieren lasse, da kam ich wohl nicht umhin mir so einen Mischmasch Stil anzueignen.

Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?
Puuuh.. das ist ne harte Nuss an Frage auf die ich selber keine Antwort kenne. Wie schon erwähnt empfinde ich jedes Tattoo, das ich stechen darf, als große Ehre. Da müsstet ihr also eher meine Kunden fragen warum sie immer wieder so gern zu mir kommen.

Was ist dein Zukunftsziel mit deiner Karriere? 
Das Ziel worauf ich hinarbeite, ist es tatsächlich die Möglichkeit zu haben noch bis ins hohe Alter erfolgreich tätowieren zu können. Ich stelle es mir super lustig vor irgendwann mal 70 Jahre alt zu sein und immer noch die jungen Hüpfer mit Farbe unter der Haut zu versorgen, während ich ihnen Yoda-Like irgendwelche Lebensweisheiten mit auf den Weg gebe. Son bisschen Herbert Hoffmann like ( nicht dass ich mich jemals mit sojemandem vergleichen könnte ).

Lieblingstattoo(an dir)?
Mein liebstes Tattoo an mir selbst ist mein Skateboard fahrendes und Eiscreme schleckendes Faultier auf meinem Schienbein. Warum? Weil es tatsächlich eine Art Selbstportrait darstellt und mir immer zeigt wer ich bin.

Lieblingsbands?
Meine Lieblingsmusik kommt derzeit von The Plot in You, Imminence und zum abschalten höre ich gerne alt-J.
Allgemein bin ich aber ziemlich breit gefächert und lass mich immer gerne von den Künstlerradios auf Spotify für Neues begeistern.

Lieblingsvideospiel?
Mein all time favorite ist wohl Rainbow Six Siege, zumindest hält sich das Game seit Jahren auf meiner PS. Aber auch hier ist das Zauberwort Abwechslung- von Klassikern wie Zelda, über Storyline basierte Spiele wie Death Stranding bis hin zu Neuerscheinungen auf der Konsole wie Hunt: Showdown wird alles zelebriert.

Lieblingsfestival?
Ich glaub von allen Festivals auf denen ich früher unterwegs war, hatte ich die beste Zeit auf dem Full Force. Ich erinnere mich da auch direkt an Heaven Shall Burns Auftritt zurück, bei dem während der Song „Endzeit“ gespielt wurde, einfach die Welt um uns herum unter zu gehen schien. Mit 51 Verletzten durch Blitze war das zwar sau gefährlich, aber auch cool genug, dass es sich für immer in mein Hirn eingebrannt hat.

Lieblingsklamottenlabel?
Die Frage kann ich leider nicht beantworten, da ich nicht so sehr fokussiert auf einzelne Labels oder Marken bin. Ich unterstütze und kaufe was mir gefällt und versuche meinen Kleiderschrank abwechslungsreich zu halten.

Lieblingssong/Album?
Zu meiner heavy rotation während langen Autofahrten gehört der Song „Doomsday“ von Architects und das Album Phoenix von Alazka ( obwohl ich hier besonders gespannt auf ihren neuen Stuff bin )

Was möchtest du zum Schluss unseren Lesern sagen?
Seid nicht so doof und lasst euch von Dienstleistern (die sich unverdienter Weise Tätowierer schimpfen) Copycats unter die Haut stechen. Geht zu Leuten die genug Passion und Können mitbringen, um euch individuellen Shit zu designen. Geht zu richtigen Künstlern die sich nicht auf den Lorbeeren Anderer ausruhen und selbst kreatives Leisten können. Thats it.


[Interview] Blood Youth

Wodurch Kaya von Blood Youth weiß dass er für die Band viel aufgibt und an Herzblut hinein steckt, wo er sich und seine Band in 5 Jahren sieht, alles zur Single Playing The Victim und noch einiges mehr erfahrt ihr hier in diesem Interview!

DISLIKE: Who are we talking to and what is your role in Blood Youth?
KAYA:
Hey, this is Kaya Tarsus and I’m the vocalist of Blood Youth! 

DISLIKE: How has the current tour with Bury Tomorrow gone so far?
KAYA: The tour with Bury Tomorrow was so great. We’re super close with those guys and talked about touring together for such a long time, we’re really stoked it finally happened. Its always great to play huge shows in the EU/UK, it's even better when you get to do it with your friends. 

DISLIKE: Tell us something about your new track "Playing The Victim" - Any personal experiences you had to cope with or someone you had to help?
KAYA: PTV is about personal battles. You can either let the bad times keep you down, or you just face it and build. It's about not letting the bad times grind you down, something I have been guilty of many times in the past.

DISLIKE: Can we expect a new full-length soon? Or is the new song coming off the back of "Starve"?
KAYA: PTV was a stand-alone single. We had it locked away for a while, so we were stoked when it was finally released. I'm not allowed to say too much about what we have planned next, but it's all moving forward and I’m really looking forward to the next chapter of BY. 

DISLIKE: How did Blood Youth initially form?
KAYA: We all grew up in the same small town and played in different bands around our heavy music scene. We just gravitated towards each other and eventually formed BY. Our hometown isn’t really known for its heavy music so it was only a matter of time before we all met and made music.

DISLIKE: What is the funniest story you've recently experienced as a band? Doesn’t matter if on stage or on the ride to the next venue or just in the practice room.
KAYA: There have been so many crazy moments, It's really difficult to choose one story. One of my favourite memories is when we were on tour over Christmas with Caliban. We had our Christmas dinner in a petrol station in Munich. We all sat around and ate instant noodles in the cold. That memory really makes me proud, it always reminds me how much we all sacrifice and how hard we work in this band. 

DISLIKE: What is your best and worst fan story?
KAYA: We just really appreciate the fans that really understand what BY is all about. We love hearing your stories and what our music means to you. All the passion and energy. We will always meet and talk with fans after a show, we honestly appreciate everything and all the support.   

8. DISLIKE:
KAYA: Touring with our heroes to playing the biggest festivals in the world, it's really hard to pick one! One of my all-time highlights was when we played an arena with Prophets of Rage. That was a really big step for us as a band. It was incredible to play a show and talk with the musicians that were on our walls on posters when we were growing up. 

DISLIKE: Where do you see yourself and the band in 5 years?
KAYA: As long as we’re still touring all over the place and creating the music we want to create, we’re happy. We want to see our fanbase get bigger and bigger, and just continue to do what we love. 

Now, please share your favorite...

DISLIKE: Tattoo on yourself? Who did it?
KAYA: I have a portrait of my grandparents on their wedding day tattooed on my leg. That definitely means the most! 

DISLIKE: Videogame?
KAYA: Overwatch or Fifa 

DISLIKE: Band?
KAYA: Every Time I Die 

DISLIKE: Festival?
KAYA: Download Festival 

DISLIKE: Independent clothing label?
KAYA: Rain 

DISLIKE: Album?
KAYA: At the moment its Lany - Malibu Nights 

DISLIKE: Song?
KAYA: Map Change - ETID

DISLIKE: anything else you want to tell our readers? Thank you for the interview!
KAYA: Thank you for supporting BY! See you at a show soon!

 

https://www.youtube.com/watch?v=qQmhosdCNbI


[Interview] Anker Ohne Grund

Anker Ohne Grund, das Clothinglabel von Nico. Der Nico, der auch in Empty Home Bass spielt. Richtiges Multitalent, oder? In diesem Interview haben wir ihn über die Labelhälfte seines Lebens ausgequetscht, sodass ihr jetzt erfahren könnt, warum das Label eine wortwörtliche Schnapsidee war, wie bunt die Zukunft aussehen wird und wie immer auch noch einiges mehr.

Wie ist dein Label entstanden?
Das war eine sprichwörtliche „Schnapsidee“. Ein guter Freund und ich saßen am Wochenende in einer Bar und uns kam die Idee ein kleines Label zu gründen, weil wir nirgendwo exakt die Klamotten für das Geld gefunden haben, was wir ausgeben konnten/wollten. Diese Idee war mir Wochen später noch im Kopf und ich habe mich informiert wie und wo ich alles produzieren kann, welche Mittel mir zur Verfügung stehen, etc. Ab da habe ich angefangen mir das kleine Label aufzubauen. Ohne jegliche Kenntnisse von Finanzen oder Textilien habe ich damit angefangen und mir Monat für Monat immer mehr Wissen angeeignet und aus meinen Fehlern gelernt, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Wenn du dein erstes Design mit deinem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?
Mein erstes Design war ein simpler Anker, den ich gezeichnet habe, mit einem Tau drum herum – einfach weil ich es stimmig und schön fand. Meine jetzigen Motive/Designs sind wesentlich detailreicher, durchdachter und sollen teils auch eine versteckte Message rüberbringen. Ich denke mehr über die Sachen nach als früher und orientiere mich auch manchmal an aktuellen Themen oder Problemen.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?
Besonders wichtig, und das schon seit Anfang an, ist mir, dass der Kommerz nicht im Vordergrund steht. Natürlich kosten die Sachen Geld, natürlich habe ich Kosten zu decken und möchte auch eine kleine Entlohnung am Ende des Monats haben. Aber ich lebe nicht davon und bin nicht von dem Erfolg des Labels abhängig. Ich möchte meine Produkte so viel kosten lassen, dass sie so teuer wie nötig, aber so günstig wie möglich sind. Ich möchte kein Geld durch das Ausbeuten anderer Leute verdienen, ich möchte ansprechende und qualitativ hochwertige Klamotten bezahlbar auf den Markt bringen. Das positive Feedback der Kunden ist mir deutlich mehr wert, als eine möglichst hohe Gewinnsumme am Ende des Monats.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?
Meine aktuellen Design bewegen sich alle im Bereich des traditionellen, bzw. neo-traditionellen Tattoostils. Jedes Produkt, was ich auf den Markt bringe, soll so gestaltet sein, dass ich selber es auch tragen würde und mich mit allem identifizieren kann – sonst könnte ich nicht hinter dem ganzen stehen. Alle meine Tattoos die ich habe sind also genau auch in diesen Stilen und das ist einfach eine Art von Tattoos bzw. Zeichnungen, die ich absolut schön finde und auch selber unter meiner Haut trage.

Was können wir von der neuen Kollektion erwarten sofern bald eine kommt?
„Nach der Kollektion ist vor der Kollektion“ – es ist aktuell Einiges in Planung. Es muss nurnoch organisiert werden, wie und wann das alles realisierbar ist. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, wird es diesmal definitiv bunter und vielfältiger – mehr Designs, mehr Produkte, mehr Farben. Ich möchte mich diesmal nicht nur auf T-Shirts und Hoodies beschränken.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?
Teils ja, teils nein – dies kommt sehr auf das Motiv an. Ein paar Motive stehen für nichts und sollen einfach nur „schön aussehen und schön zu tragen sein“. Das Design vom T-Shirt „Hourglass“ z.B. hat aber eine versteckte Message, die auf die Verschmutzung und den schlechten Umgang mit unseren Meeren und unserer Welt anspielt. Man sieht eine Krake und ein altes Schiff, beides zusammen in einer Sanduhr und auf der Vorderseite des Shirts steht der Spruch „Time is running out“. Hier ist auch wieder im traditionellen Tattostil verpackt, dass die Zeit, etwas zu ändern, langsam abläuft und man schnellst möglich etwas tun sollte, um die Zustände, gerade in unseren Meeren, zu verbessern.

Lieblingstattoo?
Meine Eule auf dem rechten Oberarm. Komplett bunt und neo-traditionell von Olaf Lobe aus Düsseldorf (True Love Tattoo)

Lieblingsbands?
Being as an Ocean, Casey

Lieblingsvideospiel?
Minecraft & The Forest

Lieblingsfestival?
Hurrikane Festival

Lieblingsklamottenlabel?
The Kids We Lost

Lieblingssong/Album?
Song: Bon Jovi – Living on a prayer
Album: Being as an Ocean – Waiting for Morning to come


[Interview] Marianas Trench

Von einem Fan durch eine Stadt gejagt werden, Homer Simpson bei einem Video-Dreh imitieren und das zu Hause zu einem Ton-Studio umbauen. Das, und vieles andere kann die Band Marianas Trench über ihren Werdegang als Band berichten. Matt, der Gitarrist, verrät euch alle Details zu diesen, aber auch anderen Momenten der Band Marianas Trench. 

DISLIKE: Who are you and what is your part in the band?
MATTMy name is Matt Webb and I play guitar in Marianas Trench.
 
DISLIKE: What is your story behind your latest record Phantoms?
MATT: Phantoms, thematically, was inspired by a trip to New Orleans.  We were on tour in the southern US and had a day off in this lovely town. Josh was moved by the Voodoo culture of New Orleans, their unique take on death - where funerals are a celebration instead of a dark, morose event.  We got back to the tour bus and the crew was watching the movie “The Adams Family” haha.  And that day is what led to the ghostly theme we chose for this record!
 
DISLIKE: What was your experience writing and producing the last record? Especially compared to earlier releases.
MATT: We always have a wonderful time in the studio together.  On Phantoms, we tried our hand at a few unusual instruments like the theremin and harpsichord, instruments that helped to create an authentic spooky vibe.  Our previous recording, Astoria, was mostly completed in Josh’s apartment that we had rigged into a makeshift studio.  It was just like recording at home, because we were at home!  Phantoms was recorded in a more traditional studio setting.  Both have their positives and negatives but as long as there is nearby food and video games to settle inter-band quarrels, we’re content.
 
DISLIKE: Why should someone listen to Phantoms in our opinion? For example die hard fans of older stuff who usually aren’t open for new ways a band chooses to express themselves.
MATT: Phantoms, as with all of our records, is designed to be listened to from front to back.  It takes you on a music journey that we hope you’ll enjoy.  If you hate Marianas Trench, you’re probably not going to like this journey.  But if you are open to weird organic pop-rock with crazy vocals, give it a chance. 
 
DISLIKE: What is your story as a band?
MATT: Josh and I went to high school together, Ian and Mike worked at a restaurant together, we joined forces to make super music. 
 
DISLIKE: What is the funniest story you experienced as a band? Doesn’t matter if on stage or on the ride to the next venue or just in the practice room.
MATT: There are many, but one specific one that is currently making me chuckle is; when we shot the music video for By Now in Las Vegas, we were standing on top of a mountain in brand new suits.  Those suits needed to appear “distressed” for the next shot.  So, we all laid down on the ground and rolled down the mountain, through the rocks and dirt and shrubs, and then did that thing that Homer Simpson does when he walks around in a circle while laying down. 
 
DISLIKE: Is there any fanatic fan story?
MATT: Yeah one time we got chased by a fan that we’re pretty sure was the Terminator.  She ran about 10kms on foot through downtown traffic, chasing our van… we would lose her at every green light only to watch her gain on us in the rear-view mirror.  It was terrifying.  Her CPU was definitely a Neuronet processor.
 
DISLIKE: What are your most proud of achieving as a band?
MATT: Any time we perform in a new city or country where we have never been, and people sing the words.  That’s all it takes.  It’s very moving. 

DISLIKE: What interview question are you the most tired of being asked?
MATT: Where did you band name come from?

DISLIKE: Where do you see yourself and the band in 5 years?
MATTBathing nude in a Japanese onsen after we have sold out the Tokyo dome?

Now the standard question everyone gets who does an interview with us.
Favorite...
DISLIKE:Tattoo on yourself? Who did it?
MATT: Yup, the coordinates for the Marianas Trench on my chest.  No idea what the tattoo artists’ name was…
 
DISLIKE: Videogame?
MATT: Halo
 
DISLIKE: Band?
MATT: The Police
 
DISLIKE: Festival?
MATT: D’ete de Quebec
 
DISLIKE: Independent clothing label?
MATT: Marianas Trench brand merchandise

DISLIKE: Album?
MATT: Gotye, Making Mirrors

DISLIKE: Song?
MATT: Walking on the Moon, The Police

DISLIKE: What do you want to tell the readers beside the above?
MATT: Stay in school. 
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FotoCredits: Alexander C. Mühlhausen

[Interview] Lonesome Division Company

Zwei Skater, eine Menge Tattoos und der Wunsch sich selbst hundert-prozentig verwirklichen zu können. So könnte man das Clothing Label Lonesome Division von Jannik und Julian schnell beschreiben. Aber wenn das alles wäre, dann würden wir sie euch auch nicht in einem Interview vorstellen. Seht also, was Julian und Jannik sonst noch auf Lager und zu erzählen haben über sich und das Label LONESOME DIVISION.

Wie ist euer Label entstanden?

Unser Label ist relativ spontan entstanden. Ich war auf der Arbeit und habe gedacht, dass es ja ganz schön ist Geld zu verdienen, am Wochenende auf Konzerte zu gehen, zu skaten und was auch immer sonst so Spaß macht, aber irgendwie hat mir das dann doch nicht gereicht. Ich studiere zwar auch und habe somit noch ein anderes Ziel vor Augen, aber meine hundertprozentige Leidenschaft ist es auch nicht. Also habe ich darüber nachgedacht, wo ich in fünf oder zehn Jahren stehen werde und ob mich all das, was ich gerade mache, wirklich glücklich macht. Ich hatte schon immer eine Affinität für Mode und ähnlich wie bei der Musik, dem Skateboarding oder Tattoos ist es eine Art, sich selbst auszudrücken. Also ging ich am selben Tag noch zu Jannik und habe ihn gefragt, ob er auch Lust darauf hätte, ein eigenes Label zu gründen und ich wusste schon vorher, dass er sofort dabei ist! Wir haben von Anfang an gesagt, dass es nicht unser Ziel ist, damit großartig Geld zu verdienen und wir unserer momentanen Tätigkeit genau wie vorher weiter nachgehen. Dadurch war das Risiko relativ gering und wir machen nur das, wo wir wirklich Bock draufhaben. Klar ist es oft stressig und schwierig, – vor allem weil wir so gut wie kein Budget hatten – aber durch die Unterstützung unserer Freundinnen, Freunde und Familie bekommen wir es ganz gut hin.

Wenn ihr euer erstes Design mit eurem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?

Da wir, bevor wir überhaupt in der Lage waren Shirts oder Ähnliches zu produzieren, eine große Menge an Designs fertig hatten, ist subjektiv betrachtet kein großer Unterschied zu erkennen, da fast alle momentanen Ideen schon vor der Gründung des Labels fertig waren. Wir mussten uns zunächst also nur entscheiden, mit welchem Motiv wir starten wollen. Wir haben uns dann für ein klassischen Design mit einem Schriftzug entschieden, um anfangs möglichst viele Leute ansprechen zu können. Unsere neueren Designs sind mehr traditionelle Tattoomotive, wobei Schriftzüge jedoch auch weiterhin eine große Rolle in der Gestaltung unserer Designs spielen.

Was ist euch wichtig an und bei eurer Arbeit?

Am wichtigsten an unserer Arbeit ist uns, dass wir authentisch bleiben und nur das machen, worauf wir wirklich Lust haben. Wir haben das Label nicht gegründet, um viel Geld zu verdienen und der großen Masse zu gefallen, sondern um ein Medium zu schaffen, in dem wir unserer Leidenschaft Ausdruck verleihen können. Dabei hoffen wir aber natürlich, Leute mit ähnlichen Sichtweisen anzusprechen und diese ein Teil unserer „Familie“ werden zu lassen. Somit wollen wir auch viele neue Leute kennenlernen und einfach Spaß bei der Sache haben.
Des Weiteren wollen wir so viel wie möglich selbst machen und der Großteil unserer Produkte besteht aus fairer Produktion und biologischen Anbau. Nachhaltigkeit unserer Textilien ist uns also auch sehr wichtig. Besonders stolz sind wir dabei auf eine unserer neuen Beanies, welche zu 60 Prozent aus recyceltem Polyester in Form von PET- Flaschen besteht.
Wie würdest du deinen (ihr euren) Stil beschreiben und wie kam dieser?
Unser Stil ist ganz klar von der traditionellen Tattookunst sowie von klassischer Workwear beeinflusst. Wir beide lieben Tattoos und Musik und da liegt es nahe, dass sich dieser Stil in unseren Designs wiederfindet. Dabei wollen wir unsere Motive so simpel wie möglich halten und dennoch zu etwas Besonderem machen. Uns ist klar, dass wir das Rad nicht neu erfinden, dennoch hoffen wir, so authentisch wie möglich zu bleiben. Wir haben uns schon immer den „Underground Kulturen“ verbunden gefühlt und hoffen mit unserem Label ein Teil dieser Kultur zu werden.
Was können wir von der neuen Kollektion erwarten?
Die neue Kollektion beinhaltet neben neuen Beanies und Caps ein neues T-Shirt Design und einen Hoodie, bei denen wir zum ersten Mal selbst via Siebdruckverfahren gedruckt haben. Besonders stolz sind wir jedoch auf unsere zwei Jacken. Zum einen haben wir eine klassische Worker-Jacke mit gestickten Logo und zum anderen eine Dickies Flanell-Jacke, ebenfalls mit gesticktem Logo.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die eure Stücke transferieren sollen?

Ja, auf jeden Fall! Unser Slogan lautet: „STAY DIFFERENT – STAY FREE“ und nach diesem Motto versuchen wir auch, unser Leben und unseren Alltag zu gestalten. Je älter man wird, desto mehr entfernt man sich von der Person, die man früher war und die mein sein wollte, wenn man erwachsen wird. Mit unserem Label wollen wir uns und auch anderen vor Augen halten, dass man, nur weil man älter wird, nicht seine Leidenschaften und Überzeugungen zur Seite legen muss. Klar müssen wir alle mehr Verantwortung übernehmen und denken vielleicht zweimal über gewisse Dinge nach, aber man sollte nie sein eigentliches Ich verlieren! Ich wollte damals nie so sein wie alle anderen da draußen und will es heute immer noch nicht. Anders sein und anders bleiben bedeutet ein Stück Freiheit, weil man sich nicht gesellschaftlichen oder anderen Konventionen beugt. Folge immer deinem Herzen und du wirst frei bleiben. Davon sind wir überzeugt!

Lieblingstattoo?

Julian: Mein Backpiece in Form eines Tigerkopfes, welcher ein Herz im Maul hält mit dem Schriftzug darunter „Keep your heart safe“.
Jannik: Meine traditionelle Sailor Woman auf dem Unterarm.

Lieblingsbands?

Julian: Schwierig, wie viel Platz habt ihr? 😀 Ich versuche mich mal auf fünf zu beschränken:
Rancid
Social Distortion
Yelawolf
Suicidal Tendencies
Die „alten“ Blink-182
Jannik: Puh, es ist fast unmöglich eine richtige Auswahl zu treffen. Wenn ich mich auf fünf beschränke, dann sind es wahrscheinlich folgende:
Bruce Springsteen
The Gaslight Anthem
The Bouncing Souls
Rancid
The Menzingers

Lieblingsvideospiel?

Julian: Tony Hawks Pro Skater 1-3
Jannik: Die älteren Fifa Teile

Lieblingsfestival?

Julian: TellsBells
Jannik: Hier muss ich mich Julian anschließen und favorisiere das TellsBells Festival.

Lieblingsklamottenlabel?

Julian: Dickies
Jannik: Vans

Lieblingssong/Album?

Julian: zu schwierig, jeweils eins zu nennen!
Song: „American You“ von Yelawolf oder „After the Party“ von The Menzingers
Album: „And out come the wolves…“ von Rancid oder „Love Story“ von Yelawolf
Jannik: Sehr schwierige Frage. Wenn ich mich für jeweils einen Song und ein Album entscheiden müsste, dann wahrscheinlich:
Song: ,,Romeo and Juliet‘‘ von The Killers (Orginal von Dire Straits)
Album: ,,American Slang‘‘ von The Gaslight Anthem

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest?

Verliert niemals eure Integrität! Stay Different and you will Stay Free!

 

Die Fotos wurden vom Label zur Verfügung gestellt.


[Interview] Polarschwarz Clothing

Alternative Streetwear mit alternativer Message, das bringt euch Polarschwarz Clothing. Was hinter dem Klamottenlabel steckt könnt ihr hier lesen.

Wie ist dein Label entstanden?

Eine super spannende Entstehungsgeschichte gibt es hierzu tatsächlich nicht. Ich habe immer schon sehr viele bedruckte Shirts getragen, war im Rahmen meiner Möglichkeiten kreativ und habe viele verschiedene kreative Outlets ausgetestet. Und so kam eins zum anderen und ich wollte selbst Shirts kreieren. Die Idee bestand dann einige Zeit und irgendwann während des Studiums dachte ich mir – wenn nicht jetzt, wann dann. Also habe ich, zugegeben sehr laienhaft, einfach losgelegt. Das ganze war dann eine kleine On/Off-Beziehung, weil es im Studium entweder an Zeit oder Geld gefehlt hat. Seit ca. 2 Jahren bin ich aber wieder voll drin und stecke verdammt viel Zeit, Geld und Liebe in das Projekt und hoffe, dass ich das noch eine lange Zeit tun kann.

Wenn du dein erstes Design mit deinem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?

In nahezu allen Belangen. Ich denke das einzig gemeinsame wäre, dass schon damals jedes Design eine Message vermitteln sollte. Abgesehen davon würde ich heutzutage aber kein Produkt mit dem damaligen Design verschandeln.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?

Mir persönlich ist es wichtig, dass ich Produkte erstelle, mit denen sich die Kunden identifizieren können. Wer Polarschwarz kennt, weiß worauf jedes Produkt basiert – hinter nahezu jedem Design steckt ein Song der die entscheidende Idee geliefert hat. Und womit kann man sich besser identifizieren, als mit Musik?

Aber abgesehen davon ist es mir persönlich einfach wichtig, eine Art Ventil zu haben und einige meiner Ideen in Form von Kleidung zu verwirklichen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?

Ich beschreibe Polarschwarz gerne als dark, alternative Streetwear. Wie der Label Name schon suggeriert, ist das Hauptmotiv der Kontrast. Schwarz-Weiß. Zukünftig wird es auch Designs mit farbigen Highlights geben, allerdings wird der allgemeine Grundton fast immer Schwarz bleiben. Dieser Stil kam ganz einfach zustande – ich selbst trage nahezu nur schwarze oder weiße Kleidung. Und mal ganz ehrlich, zu den Designs und Messages der Produkte würden einfach keine knalligen Farben passen.

Was können wir von der neuen Kollektion erwarten?

Ich möchte immer ein Level weiter gehen. Jede Kollektion soll den Standard der vorherigen beibehalten aber eben noch eine Schippe drauf legen. Neben farbigen Highlights wird es noch einige Produkte geben, die wir so bisher noch nie angeboten haben. Man darf also gespannt sein.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?

Das gibt es, viele sogar. Ganz grundsätzlich wird man aber feststellen, dass die meisten Designs auf düsteren und depressiven Gedanken basieren. Da Depression seit vielen Jahren ein präsentes Thema bei mir selbst und in meinem Umfeld ist, ist das einfach die logische Konsequenz. Mit den Designs möchte ich diese Gedanken einfangen, dazu ermutigen diese offen nach außen zu tragen und sie sogar mit einem Hauch Humor verbinden. Niemand sollte sich verstecken müssen, egal mit welchen Problemen derjenigen zu kämpfen hat.

Lieblingstattoo?

An mir selbst? Das, das noch nicht gestochen wurde.

Lieblingsbands?

Das ändert sich bei mir super oft. Aktuell würde ich sagen As I Lay Dying, Knocked Loose und Deafheaven.

Lieblingsvideospiel?

Habe das Zocken vor vielen Jahren aufgegeben. Aber kleiner Geheimtipp wenn man nostalgisch und entspannt ein fast 20 Jahre altes Game zocken möchte: Herrscher des Olymp – Zeus.

Lieblingsfestival?

Seit 2010 unangefochten das Summer Breeze Open Air in Dinkelsbühl.

Lieblingsklamottenlabel?

Na, Polarschwarz natürlich! Aber abgesehen vom eigenen Label habe ich Fuchsteufelswild sehr gefeiert. Schade, dass Christina (vorerst) damit aufgehört hat.

Lieblingssong/Album?

Auch das ändert sich so verdammt schnell. Aber aktuell würde ich den Song „Get You the Moon“ von Kina und Snøw nennen. Das Lieblingsalbum wäre aktuell wohl „Shaped by Fire“ von As I Lay Dying.

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest?

Stay alive.

Die Fotos wurden von Jannik Perse aufgenommen und hat uns die Brand zur verfügung gestellt.


[Interview] Isabell Mira Tattoo

“Ich bin 23 Jahre alt und tätowiere im Dezember seit 3 Jahren. Seit diesem Oktober arbeite ich im Bold as Love in Stuttgart. “ – und wie genau sie arbeitet, und was genau diese Ausmacht, das findet ihr hier.

Wie kamst du zum Tätowiern?

Später einmal Tätowiererin zu werden, spukte mir schon immer im Kopf rum. Ich wollte aber tatsächlich erst studieren bzw. eine Ausbildung machen und bewarb mich nach meiner Ausbildung zur Biotechnologischen Assistentin für das Informationsdesign Studium. Während ich auf die Rückmeldung wartete, habe ich in einem Tattoostudio als Aushilfe im Shopmanagement angefangen und als ich die Absage des Studiums bekam, wurde mir vorgeschlagen, im Studio als Azubi anzufangen. So bin ich dann in den Beruf reingeschlittert.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?

Mir ist es sehr wichtig, dass das Klima im Shop stimmt. Man verbringt immerhin einen großen Anteil seiner Zeit auf der Arbeit und da sollte die Umgebung und auch das Verhältnis zu den Kollegen auf jeden Fall stimmen, um sich wohl fühlen und sein besten geben zu können. An meiner Arbeit ist mir Individualität und Sauberkeit sehr wichtig. Das Tattoo sollte zu der Person, die es trägt passen und nicht einfach eine Kopie eines anderen Tattoos sein. Sowas ist weder dem anderen Artist noch dem anderen Tätowierten gegenüber fair.

Erzähl uns von deiner lustigsten oder komischsten Kunden-Story!

Die witzigsten Kunden sind immer die, die einen Tag oder Woche zu früh im Studio stehen!

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?

Ich arbeite gerne im traditionellen/neo-traditionellen Stil, mit Tendenz eher Richtung traditionell. Beschreiben würde ich meinen Stil aber generell als sehr vielfältig, da ich während meiner Tattoo-Ausbildung viele verschiedene Bereiche umsetzen durfte. Zu kitschige Motive spiegeln mich jedoch nicht wieder.

Warum sollte man von dir ein Tattoo bekommen?

Weil ich immer mein bestes gebe, die Kunden wunschlos glücklich zu machen und die Zeit mir gezeigt hat, dass ich mich sehr gut in die Vorstellungen des Kunden hineinversetzen kann. Außerdem kann man mit mir auch super gut quasseln! 😉

Was ist dein Zukunftsziel mit deiner Karriere?

Das allgemeine Ziel ist natürlich bei jedem einzelnen Tattoo, die Menschen mit ihren Tattoos glücklich zu machen. Ich würde mir wünschen, in Zukunft mit dem Tätowieren auch noch etwas rum zu kommen und in Studios im Ausland oder auf renommierten Conventions zu arbeiten.

Lieblingstattoo(an dir)?

Ein Lieblingstattoo an mir habe ich nicht. Jedes einzelne hat etwas für sich.

Lieblingsbands?

Bei einer Lieblingsband sieht es auch eher schwierig aus. Früher habe ich super gerne System Of A Down gehört und momentan höre ich eher ältere Sachen wie z.B. The Smiths.

Lieblingsvideospiel?

Da ich nie wirklich intensiv gezockt habe, bleiben meine Kindheitshelden Crash Bandicoot und Spyro meine All Time Favourites. Die PS1 spiele habe ich immer noch. 🙂

Lieblingsfestival?

Seit einigen Jahren nehme ich mir vor mal aufs Download Festival in England zu gehen. Hat nur leider bis jetzt noch nicht geklappt.

Lieblingsklamottenlabel(Fokus liegt hier auf Independent Labels)?

Ich weiß leider nicht in wie weit das Label independent ist aber Lurking Glass von Sketchy Tank hat super coole Shirts. Darauf bin ich gestoßen, als er eine Kollaboration mit einer Instagram Seite, die entweder sehr witzige Tattoos oder auch sehr sehr schlecht gestochene Tattoos postet, hatte.

Lieblingssong/Album

Das fällt mir schwer zu sagen, da ich Abwechslung mag.

Was möchtest du zum Schluss unseren Lesern sagen?

Klingt ein bisschen spießig aber “Think before ink!”.

Die Fotos sind vom Artist zur Verfügung gestellt worden.


[Interview] Burning Rome Apparel

Manchmal sollte man keine großen Reden schwingen, sondern einfach mal machen. Wie eine spontane Idee von heute auf morgen zu einem Klamottenlabel wurde und wie Oliver Langwald, der Designer hinter Burning Rome, verschiedenste Inspirationen in seine Motiven einfließen lässt, könnt ihr hier lesen!

//hier// geht es zum Shop!

Wie ist dein Label entstanden?
Das Label entstand durch eine fixe Idee im Jahre 2015. Über Illustrator habe ich damals schon Skizzen designt und ein Kumpel sah das Ganze und hat mich dazu animiert, das ganze tatsächlich auf Shirts drucken zu lassen. Ich bin jemand, der Ideen gern direkt umsetzt und ich dachte, dass das sicher Spaß machen würde und dann habe ich eben einfach losgelegt. Instagram Account angelegt, mein Kumpel hat meine erste Kollektion promotet und die erste Resonanz hat mich schon ziemlich umgehauen. Zuletzt gab es einen Wechsel des Label Namens, die meisten kennen mich noch unter Hollowcrown Apparel – zu dem Titel kam ich durch einen Song meiner Lieblingsband Architects. Wie ich auf Burning Rome kam, ist kurz und einfach. Kennt ihr den großen und bekannten Stadtbrand Roms der antiken Zeit unter Kaiser Nero? Ich bin ein kleiner Geschichtsfan und dieser Name hat sich wortwörtlich reingebrannt (lacht).

Wenn du dein erstes Design mit deinem neusten vergleichst, wie unterscheiden sie sich?
Zwischen dem allerersten und dem jetzigen Design gibt es definitiv drastische Unterschiede, vorallem was mein eigenes Mindset betrifft. Meine Gefühle beeinflussen die Designs, als ich begann, steckte ich in einer ziemlich düsteren Zeit. Aber vieles hat sich verändert und meine Motive sind auch positiver geworden. Früher habe ich mich Traditional wohl gefühlt, heute traue ich mich mehr. Ich arbeite mittlerweile auch viel detailreicher, einerseits kommt das durch meine eigenen Erwartungen sich gesteigert haben und durch die Möglichkeiten mit Procreate, was Illustrator für mich ersetzt hat.

Was ist dir wichtig an und bei deiner Arbeit?

Mir war von Anfang an wichtig, dass ich Kleidung designe, die ich selbst tragen würde. Meine Motive spiegeln das wieder, was mir gefällt und was ich aktuell ästhetisch finde. Ich will das machen, was mir Spaß bereitet und wenn die Leute das feiern, freut mich das umso mehr!

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie kam dieser?

Zu Beginn waren meine Designs klassisch traditionell, mittlerweile kombiniere ich Neo-Traditional und Realismus miteinander. Zudem kommen noch moderne Techniken dazu wie Line- und Dotwork, was ich liebe und unfassbar ästhetisch finde. Thematisch machen wir gerade eine Menge mit astrologischen und alchemistischen Symbolen, so wie Wicca. Das alles, zusammen mit meiner eigenen Note – Das ist Hollowcrown! Ich sitze regelmäßig an meinen Designs und investiere sehr viel Zeit damit herum zu tüfteln – was sieht gut aus, wie kann ich meine Idee am besten umsetzen, was finde ich persönlich schön und was möchte ich ausprobieren? Für mich gibt es keine Grenzen.

Was können wir von der neuen Kollektion erwarten?

Zunächst einmal kommt keine Kollektion in dem üblichen Sinne, da ich mich gerne auf eine Idee festnagle, mir Zeit lassen und sie perfektionieren möchte. Das neue Wolf-Design ist nach langer Zeit so gut wie fertig und zum Release des Magazins als Shirt im Shop erhältlich. Weiter in Planung sind Hoodies mit demselben Druck und künftig wird es mehr Stickmotive geben. Natürlich haben wir mit dem Label den Fokus auf Kleidung, trotz – dem wird es wahrscheinlich bald regelmäßig Prints und Sticker geben, dekoratives mit getrockneten Blumen und wir haben Lust auch in die Schmuckverarbeitung zu gehen. Mal sehen, wohin es uns noch überall hinführt.

Gibt es ein Statement oder eine Message, die deine Stücke transferieren sollen?

Als das Ganze mit Hollowcrown begann, ging es mir nur darum, dass ich Motive zeichne, die mir zu dem Zeitpunkt einfach gefallen haben oder mein inneres Wiedergespiegelt haben. Mit unserem Tarot Design begannen wir, die Stücke um eine tieferliegende Message zu packen. „I AM THE SUN“ strahlt Positivität aus und Vertrauen in uns selbst. Meine Arbeit mit meinem Wolf liegt mir besonders am Herzen. Das Motiv symbolisiert, wie ich meine Kraft aus meinen Fehlschlägen ziehe, im Leben unbeirrt weiter mache und mir selbst vertrauen kann. Das Symbol auf der Stirn ist das Zeichen für den Planeten Saturn, was wiederum der Herrscherplanet meines Sternzeichen Wassermann ist. Es ist auf jeden Fall sehr persönlich gehalten.

Lieblingstattoo?

Wahrscheinlich sagen die meisten, dass sie alle ganz klasse finden – mir geht es genauso, ich mag alle (lacht). Auf dem linken Oberarm habe ich meinen Wolf mit dem Notenschlüssel auf der Stirn, auf der Schulter einen Schlüssel mit einem Mond und Kristall-Ornamenten und auf den Schienbeinen einmal eine große Rose, und eine Dame im Neo-Traditional Stil, die sich selber durch mit einem Dolch durch die Hand sticht.

Lieblingsbands?

Wie vorher schon angeschnitten, liebe ich Architects. Die Texte hauen mich jedes Mal um und ihr Engagement für die Umwelt inspiriert mich extrem. Ansonsten kann ich nicht behaupten, weitere Lieblingsbands zu haben, ich will mich da auch gar nicht fixieren. Generell bin ich was Genres betrifft sehr offen. Indie, Electro und Rap, da würde man sonst den Überblick verlieren.

Lieblingsvideospiel?

Ich liebe Assassins Creed Origins! Skyrim habe ich früher auch total gesuchtet und jede Menge Spielstunden gesammelt. Ich steh auf Thematiken wie Mittelalter, Fantasy, geschichtliche Themen wie Ägypten und so weiter.

Lieblingsfestival?

Naja, seit 2014 bin ich jedes Jahr auf dem Summer Breeze in Dinkelsbühl, großartige Musik, klasse Leute und gerade Mal eine Stunde von mir entfernt – also ein Muss! Zum Impericon geht es auch jedes Jahr, manchmal mehr als nur einmal, wenn es hobbymäßig zum Fotografieren hingeht!

Lieblingsklamottenlabel?

Besitze ich eigentlich gar nicht. Naja, Vans müssen immer sein, aber ansonsten trag ich was mir gefällt, ohne auf ein Label zu achten. Was meinen Stil betrifft, schwankte ich je nach Lust und Laune zwischen Indie, Vintage und Core.

Lieblingssong/Album?

Stray From The Path (ft. Sam Carter) – First World Problem Child und Enter Shikari – Undercover Agents. Meine Lieblingsalben sind Twenty One Pilot – Trench und Architects –  Lost Forever // Lost Together.

Noch etwas was du den Lesern mitteilen möchtest?

Manchmal kann aus einer Idee etwas Wunderbares entstehen, also tut das was euch glücklich macht. Schaut unbedingt bei mir auf Instagram vorbei und lasst ein bisschen Liebe da. Außerdem wollte ich allen danken, die mich supporten und mich auf meinen Weg begleiten.

Die Fotos wurden uns von dem Künstler zur Verfügung gestellt.