[Record Review] All Time Low - Wake Up, Sunshine

"Wake Up, Sunshine" ist nun schon die neunte Scheibe der Pop-Punk-Formation, die seit bereits 17 Jahren gemeinsam Musik macht.

Nachdem Sie sich einige Jahre unter den anderen Bands des Pop-Punk eingereiht hatten, tauchten sie 2017 mit "Last Young Renegade" einmal tief in den Pop ein. Umso interessanter war es zu sehen, in welche Richtung sie mit "Wake Up, Sunshine" gehen würden. Eins kann man sagen: An Abwechslung mangelt es auf dem neuen Album von All Time Low schon mal nicht.

Ein Großteil der Tracks weisen wieder typische Pop Punk Elemente auf: etwa das hohe Tempo, oder dieses wummernde Schlagzeug und die repetetiven Gitarrenriffs. "Wake Up, Sunshine" ist so ein Beispiel. Leider ist vieles davon doch ziemlich aalglatt und weichgespült. Viel gleich klingendes Füllmaterial ohne großen Wiedererkennungswert - höchstens gut zum nebenbei hören.

Manch ein Song sticht da heraus: "Some Kind of Disaster" etwa.  Die E-Gitarren sowie der Bass lassen noch etwas Rock erahnen, ansonsten handelt es sich um einen waschechten Pop-Song. "Monsters" auch so ein Exemplar; ein Chart-taugliches Feature mit dem Rapper blackbear, mit langsamerem Tempo und einer sehr eingängigen Melodie. Bei  "Pretty Venom" kommen bei seinem langsamem, getragenen Upbeat schon Chillhop-Vibes auf. Alles in allem sind die zumindest catchy - ein paar halbwegs starke Pop-Songs bringt das Album schon hervor.

Allem Anschein nach ereilt All Time Low das selbe Schicksal wie manch andere Band in diesem Genre. Zwar hat "Wake Up, Sunshine" immer noch mehr mit Pop-Punk gemein als das letzte Album,  aber auch nach "Last Young Renegade" kommen sie nicht wirklich von der Pop-Schiene runter. Es wird nicht ersichtlich, wo die Band musikalisch hinwollte, doch ich vermute, dass einfach eine andere Zielgruppe angesprochen werden soll - nicht mehr unbedingt die Pop-Punk-Hörer.

https://www.youtube.com/watch?v=Cno6uF2ro5g

Fotocredits: https://www.warnermusic.de/news/2020-02-18/wake-up-sunshine-am-3-april-kommt-das-neue-album


[Record Review] SUM41 - Order In Decline

Endlich ist es wieder soweit: neues Material von Sum 41 ist da. Auch nach 24 Jahren denken die Pop-Punk-Größen noch lange nicht ans Aufhören. Ein Album mit 10 Tracks ist es diesmal geworden.

„Order in Decline“ schlägt erneut härtere Töne an. Neben einigen Lückenfüllern hat das Album ein paar starke Songs mit der für Sum 41 typischen Power. „13 Voices“ war musikalisch teilweise Richtung Pop abgedriftet – jetzt ist davon definitiv nichts mehr zu spüren. Die schon vorher als Singles erschienenen Tracks „Out for Blood“ und „A Death in the Family“ zeigten, wohin die Reise geht: Das hier wird Sum 41-Sound, wie man ihn kennt und liebt. Das setzt sich im Rest des Albums weitestgehend fort. Der Synthesizer wurde diesmal weniger angefasst, dafür gibt es mehr auschweifende Gitarren-Solos. Die Einflüsse aus dem Metal treten zwar nicht so stark zutage wie bei „Screaming Bloody Murder“, machen sich aber durchaus bemerkbar. Was mich gefreut hat: Derycks Stimme hat nach der langen Zeit wieder an Kraft dazugewonnen.

Die Texte sind diesmal, wie von der Band angekündigt, häufig politisch. Ein herausragendes Beispiel dafür ist „45 (A Matter of Time)“, eine Kritik an Donald Trump. Andere Tracks handeln wiederum von ganz persönlichen Dingen, etwa „Never There“, die einzige Ballade auf dem Album.

„Order in Decline“ bietet wenige Überraschungen, weder im positiven, noch im negativen Sinne. Jedoch klingt es, als hätten Sum 41 sich mit diesem Album ein stückweit selbst wiedergefunden, nach zwei musikalisch sehr durchwachsenen Alben. Es ist schön zu sehen, dass Sum 41 nach wie vor nicht stillstehen und bereit sind, sich weiterzuentwickeln.

 

https://www.youtube.com/watch?v=3A27bHME73I