[Record Review] Bad Assumption - Angst

A dark cloud rises over me, manifesting as blight on my mind...
So schonungsloser Melodic Hardcore aus Münster findet sich nur bei Bad Assumption. Mit ihrem ersten Full-Length-Album Angst vermittelt die junge Band ganz klar, was der Titel verspricht. 
A New Start eröffnet mit emotionalen Lyrics und ohne Klargesang das Album. Dieses Muster der harten Riffs, der schnellen Drums und dem Abhandensein von ruhigen Passagen und Klargesang zieht sich bis etwas Mitte des Albums durch, wo The Hardest Part durch gefühlvollen und ausdrucksstarken Klargesang einen Bruch einleitet. Lyrisch betrachtet handelt es sich bei Angst um ein Meisterwerk, welches es schafft das Gefühl der Verlustangst, Angst vorm Leben, Ausweglosigkeit und Panik mitreißend in Worte zu fassen und für den Hörer erlebbar zu machen. Auch musikalisch werden diese Gefühle klar und deutlich vermittelt und spürbar. Dies wird nicht nur durch den Bruch in der Mitte des Albums, sondern auch durch die Umsetzung der ruhigeren Passagen mit mehrstimmigem Gesang, gefühlvollen Gitarren und einem nahezu gesprochenen Part deutlich. Wer emotional mitreißende Musik schätzt und ein Album sucht, dass mehr als nur Musik zum Autofahren ist, findet in Angst einen wahren Schatz.

https://www.youtube.com/watch?v=8_jYZLLJIco


[Record Review] SUM41 - Order In Decline

Endlich ist es wieder soweit: neues Material von Sum 41 ist da. Auch nach 24 Jahren denken die Pop-Punk-Größen noch lange nicht ans Aufhören. Ein Album mit 10 Tracks ist es diesmal geworden.

„Order in Decline“ schlägt erneut härtere Töne an. Neben einigen Lückenfüllern hat das Album ein paar starke Songs mit der für Sum 41 typischen Power. „13 Voices“ war musikalisch teilweise Richtung Pop abgedriftet – jetzt ist davon definitiv nichts mehr zu spüren. Die schon vorher als Singles erschienenen Tracks „Out for Blood“ und „A Death in the Family“ zeigten, wohin die Reise geht: Das hier wird Sum 41-Sound, wie man ihn kennt und liebt. Das setzt sich im Rest des Albums weitestgehend fort. Der Synthesizer wurde diesmal weniger angefasst, dafür gibt es mehr auschweifende Gitarren-Solos. Die Einflüsse aus dem Metal treten zwar nicht so stark zutage wie bei „Screaming Bloody Murder“, machen sich aber durchaus bemerkbar. Was mich gefreut hat: Derycks Stimme hat nach der langen Zeit wieder an Kraft dazugewonnen.

Die Texte sind diesmal, wie von der Band angekündigt, häufig politisch. Ein herausragendes Beispiel dafür ist „45 (A Matter of Time)“, eine Kritik an Donald Trump. Andere Tracks handeln wiederum von ganz persönlichen Dingen, etwa „Never There“, die einzige Ballade auf dem Album.

„Order in Decline“ bietet wenige Überraschungen, weder im positiven, noch im negativen Sinne. Jedoch klingt es, als hätten Sum 41 sich mit diesem Album ein stückweit selbst wiedergefunden, nach zwei musikalisch sehr durchwachsenen Alben. Es ist schön zu sehen, dass Sum 41 nach wie vor nicht stillstehen und bereit sind, sich weiterzuentwickeln.

 

https://www.youtube.com/watch?v=3A27bHME73I