[Special] TWENTY ØNE PILØTS Livestream Experience - Theorien, Gedanken und mehr! (Part 2)

Nun zum zweiten Teil des ereignisreichen Wochenendes für die Fans von Twenty Øne Piløts, welcher aus der Livestream Experience, präsentiert von GOOD DAY DEMA besteht.

Durch die aktuelle Lage sind wir alle mit dem System der Livestream-Konzerte vertraut, doch Twenty Øne Piløts geht nochmal eine Stufe weiter und verspricht ihren Fans eine atemberaubende Livestream Experience. Für die europäischen Fans ging es um 23:00 Uhr los mit der Pre-Show die eigentliche Experience begann um 02:00 Uhr und dauerte eine Stunde. Hat sich das Warten gelohnt? Hat die Band zu viel versprochen? All das und mehr werden wir heute besprechen.

 

KONZEPT-/IDEE-UMSETZNG:
Die Idee hinter der Experience zu Scaled and Icy war es, den Zuschauer mit in die Welt von Dema zu führen und die Story hinter dem neuen Album näher bringen. Tyler selbst sagte: "These Songs will make a lot more sense live" Die Pre-Show, auf die ich beim Programm mehr eingehen werde, hat für mich persönlich zu wenig neues gehabt, was es gerade den europäischen Fans schwer machte wach zu bleiben. Während des Streams selbst allerdings hat man oft gemerkt wie Tyler, Josh und die anderen Mitwirkenden alles versuchten, dies als einen Livestream aus DEMA wirken zu lassen. Und das mit Erfolg.
Tyler hat wenig gelacht, man spürte, dass er sich unwohl fühlte, unter Kontrolle von DEMA war und nicht freiwillig handelte. Dazu hat Josh mehr im Hintergrund fungiert, obwohl er in der Promophase hauptsächlich gesprochen hat. Man war komplett im Geschehen drin und viele Ereignisse halten die Spannung am Leben.
Für mich eine definitiv gelungene Umsetzung. Eine schöne Ergänzug war es, dass sowohl Jenna, als auch Debby eingebunden waren. Genauso war es sehr gut durchdacht, dass genau 21 Leute an diesem Event zu sehen waren, eingeschlossen den Jungs, der Backgroundband und den Tänzern. Dies bestärkt, dass dieses Event bis ins kleinste Detail durchdacht und umgesetzt wurde.
[2 von 2]

 

SOUND- UND BILDQUALITÄT:
Im allgemeinen war die Qualität des Streams sehr gut. Während der Show gab es weder Aussetzer, noch Bild- oder Ton- Verzögerungen. Einen kleinen Abzug wird es allerdings geben, denn zu Beginn der Pre-Show hatten einige Zuschauer mit technischen Problemen zu kämpfen, so blieb bei vielen der Bildschirm schwarz oder das gezeigte Video lief versetzt zum Ton. Nach aktualisieren der Website konnte dies behoben werden. Ein anderer Störfaktor waren anfangs zahlreiche Pop-ups die zwar in den Ecken platziert wurden aber dennoch große Teile des Bildes abdeckten und nicht weggeklickt werden konnten.
[1,25 von 2]

 

ZUGÄNGLICHKEIT:
Zur Zugänglichkeit kann ich nur eins sagen, top. Die Website war sehr leicht zu bedienen und nach Eingabe der Log-In Informationen wurde man auf direktem Wege zum Stream beziehungsweise zur Pre-Show geleitet. Es gab dazu in der rechten Ecke Verlinkungen zum Shop oder zu den Lyrics des laufenden Programms. Meines Empfindens nach war die Website sehr gut zugänglich und für jeden gut zu bedienen. Einen kleinen Punktabzug wird es jedoch geben, denn die Zeiten waren für einige Fans einfach unerträglich.
[1,75 von 2]

 

PROGRAMM:
Bei dem Programm würde ich gerne mit der Pre-Show beginnen. Anfangs wusste ich nicht genau was mich erwarten sollte, doch mit dem abspielen der RAB, Blurryface und Trench Doku, sowie den behind the scences von Level of Concern” und “Shy away” hätte ich nie gerechnet. Meines Erachtens nach ein wenig langweilig, auch wenn es mir weh tut, dieses Wort im Zusammenhang mit TØP zu verwenden. Alles was in der Pre-Show gezeigt wurde, konnte man frei auf Youtube finden was es für mich sehr schwer gemacht hat nachts konzentriert dabei zu bleiben.

Nun aber zur Songauswahl im Stream selbst. Die Gestaltung war meines Erachtens nach perfekt gewählt, so begann der Stream mit dem Intro zu “Good Day” während man eine Luftaufnahme von DEMA zu sehen bekam bis man sich vor Tyler wiederfand, der mit den Moderatoren zu Good Day Dema auf einer Couch saß. Diese Moderatoren waren die Bischöfe "Sacarver" und "Lisden"!

Die Zusammenstellung der einzelnen Songblöcke, welche durch Werbepausen mit den "Moderatoren" getrennt wurden, hat mir persönlich ausgesprochen gut gefallen. Auch der dazugehörige Kulissenwechsel hat mich begeistert und einen stärker visualisierten Einblick in die künstliche Propagandawelt der Bischöfe gegeben. Einen Spannungshöhepunkt gab es dann als die beiden "Moderatoren" im dritten Werbeblock blutverschmiert und mit roten Augen da standen.
Der letzte Songblock wurde während “Car Radio” durch einen Alarm unterbrochen.
Abgeschlossen wurde der Stream dann mit “Never Take It” und einer Drohnenaufnahme aller Beteiligten.
Für meinen Geschmack ein sehr stimmiges Song-Line-Up mit guten Spannungspunkten, was definitiv die volle Punktzahl verdient hat.
Es gab sehr viele Song-Mashups, bei denen viele Key-Momente der Songs heraus geholt wurden. Vermutlich gezielt in der Welt von DEMA, die Hoffnung, sowie die Banditos nicht tolerieren, aber diese Momente Kraft und eine Zufriedenheit ausstrahlen. Jeder ist unruhig, wenn der Song an der besten Stelle abgeschnitten wird, oder?
[2 von 2]


PREIS:

Viel lässt sich zu dem Preis nicht sagen außer dass er meines Erachtens nach mehr als gerechtfertigt ist.
Nicht nur bekam man mit Erwerb des Tickets den Zugang zum Stream, sondern auch zum "Control-Room" und konnte so auch auf der Website für Sechs Wochen jeden Tag etwas neues entdecken.
Doch auch ohne dieses Feature, der Stream selbst hätte diesen Preis vollkommen gerechtfertigt.
[2 von 2]


FAZIT:

Alles in allem ein sehr gelungenes Event.
Nicht nur zum Promoten des neuen Albums Scaled and Icy, sondern auch um den Fans, gerade in dieser Zeit, einen Hauch von einer Live-Performance ins Wohnzimmer zu bringen. Abgesehen davon, dass es die Story rund um Clancy, Banditos und Bishops, auf die wir in Teil 1 und Teil 3 eingehen, unglaublich visualisiert und spannender macht.
Sieht man von den Pop-Ups und dem kleinen Zeitproblem für europäische Fans ab, dann würde ich den Stream als sehr gut bezeichnen.
[9 von 10]


WE LIKE THIS EVENT!

Übrigens: Schaut euch doch gerne auch die anderen Teile unseres Twenty Øne Piløts Specials an!

https://www.youtube.com/watch?v=uSnpObUx71Q

Foto: Mason Castillo


[Special] TWENTY ØNE PILØTS - SCALED AND ICY: Theorien, Gedanken und mehr! (Part 1)

Ein besonderes Wochenende für die Skeleton-Clique des Ohio Duos twenty øne piløts. Release des Album "SCALED AND ICY", die Livestream-Experience, ein Auftritt bei den Billboard Music Awards und der langersehnte TØP Burrito bei Chipotle!

 

Bevor wir auf die Inhalte und Verknüpfungen zu den Vorgängern "TRENCH", "BLURRYFACE" und "Christmas Saves The Year" eingehen, die Musikvideos genauer betrachten und die Theorien weiterführen oder erneuern, begutachten wir erstmal das Album "SCALED AND ICY" für sich.

SONGS: 11
DURATION: 37 min 42sec
GENRE: Alternative 

Mit "Good Day" steigen wir in die Welt um Scaled And Icy ein. Schnell wird klar, vom Sound her wird dieses Album eine neue Richtung einschlagen. Das Instrumental lässt uns in eine Werbung von Kinder einfühlen, ein Musical auf dem Broadway oder anderes, was "künstlich" und "aufgesetzt" ist. Allerdings widerspricht der Lyrics Inhalt vollkommen diesem Klang. Und dort stehen wir wieder genau bei Twenty One Pilots wie wir sie kennen. In diesem Song spricht Tyler darüber, wie er sich in die Situation hinein versetzt, seine Familie zu verlieren, und was es mit ihm macht.

Weiter geht es mit "Choker" und "Shy Away", Songs, die bereits zuvor veröffentlicht wurden und uns einen Vorgeschmack auf das Album gaben. Shy Away gab vielen das Gefühl, genau wie "Good Day", aufgesetzt zu sein, während Choker an die Zeiten von Regional At Best erinnert.

"The Outside" führt uns weiter in die Welt hinein, mit dem sofortigen Effekt, dass man denkt, man wäre in einem 80's Videospiel oder Musikvideo. Oder in einem Musical, wo der Protagonist seine Tagesroutine "Semi-Automatic" ablaufen lässt- Musikalisch wird hier die Gitarre rockiger, worauf wir alle Geduldig gewartet haben. Ein bisschen erinnert dieser Song an eine Gorillaz-Produktion.

Der nächste Song "Saturday" wurde ganz spontan diesen Dienstag veröffentlicht. Auch hier befinden wir uns wie oben genannt in einer aufgesetzten Fröhlichkeit, während der Text doch sehr zu denken gibt. Hier sieht man jedoch wie begabt Tyler Joseph ist, musikalische Elemente gezielt zu verwenden und ein Spektrum an Möglichkeiten zu nutzen.

Ab jetzt kommen nur noch neue Songs, wie "Never Take It", welcher ein absoluter Rocksong ist. Rockige, einfache, aber pregnante Riffs auf der Overdrive-E-Gitarre, eine eingängige Melodie und gesellschaftskritische Texte. Wie aus dem Lehrbuch, als wäre es ein Song der Rollings Stones. Und Stilmäßig ganz anders, als der Rest des Album. Langsam bekommt man das Gefühl, dieses Album versucht alle catchy Musikgenres der letzten Jahre aufzunehmen, und in ihre Welt zu interpretieren. Gewolltes Chaos?

"Mulberry Street" ist ein Song, auf den viele gespannt waren, da es vom Titel her an ein Kinderbuch erinnert. Und musikalisch erinnert es auch an einen Song, der gut aus einem Kindermusical stammen könnte und neu interpretiert wurde. Diesmal kommen wir soundtechnisch dem ersten Song wieder näher. Inhaltlich fühlen wir wieder eine aufgesetzte Welt, die einer Broadway-Show ähnelt und "Zwischenfälle" einfach weg lächeln.

Ein weiterer Rocksong wie er von Bon Jovi oder Oasis selbst stammen könnte, "Formidable", welchen Tyler selbst auf der Ukulele im Q&A auf ihrer Website "geleaked" hat. Hier spricht Tyler von einer Person, die er seit 13 Jahren begleitet und die er inzwischen fürchtet, obwohl er erst dachte, sie würden Angst vor ihm haben. Josh spielt passend die Drums ruhig, zeigt aber, dass er auch viel mehr Power kann, wie wir es auch eigentlich von ihm gewohnt sind.
Bisher waren die Songs aber noch nicht sehr Vorteilhaft um seine Fähigkeiten zu präsentieren...

In "Bounce Man" erwartet uns eine kleine Überraschung, denn Jay Joseph, Tylers jüngster Bruder und neulich selbst Musiker, singt den Backing-Track. Musikalisch sind wir hier wieder im Bereich der Musical-Musik, mit einer super glücklichen Wirkung, sowie dem Inhalt, dass Wegrennen nicht dich schlecht macht, egal was du getan hast, aber man sich trotzdem fragt, was wirklich passiert ist. Man wird nicht beurteilt, aber möchte trotzdem wissen, was Sache ist. Auch hier, musikalisch gezielt mit vielen Elementen gespielt, wie einem Chor, aber wieder unvorteilhaft für unser Powerhouse Josh.

Der nächste Track ist mein persönlicher Favorit, der einen komplett neuen Vibe bringt. Hier haben wir einen direkten spürbaren Bezug zur TRENCH Storyline. Am Anfang ist ein dunkel-klingender Chor, der einen direkt an die Bischöfe denken lässt, die DEMA und unsere Jungs kontrollierten. "No Chances" bringt Tylers Rap-Skills wieder mehr zum Vorschein, mit einer Omage an "Ode To Sleep", wo, wie hier, zwischen dunklen Stellen, in denen Tyler rappt, als auch den Lichtblicken, in denen er singt, gewechselt wird. In den dunklen Stellen spürt man eine Drohung ("WE COME FOR YOU; NO CHANCES"), mit starkem Bass, sowie tiefen Blasinstrumenten, während in den "Lichtstellen" eine Akustikgitarre, Handperkussion und eine nette Bitte genutzt wird. Dort wird man wie von einer Mutter, die sich um einen Sorgt, nach Hause gebeten, ("WE WANT YOU HOME IN ONE PIECE"), also der Anregung freiwillig "heim" zu kommen.

Abschließend hören wir "Redecorate", was sofort Instrumental an Minecraft erinnert. Es ist sehr entspannt, ein bisschen wie SEEED vom Klang her. Ein neues Genre, was sie hier aufgreifen und für sich interpretieren. Zum Teil löst es Erinnerungen an die Anfangszeit von Casper aus, sowohl vom Rapstil, als auch inhaltlich, wo zwei Menschen begleitet werden und zum Gehen, möglicherweise Tod, gezwungen werden, was in Bezug auf die DEMA Story, auch Sinn ergibt. Tyler spricht davon, was, wenn jemand stirbt, mit seinen Sachen passiert und dass er selbst, sein Zimmer vorher nochmal neu "gestalten", bzw. aufräumen will und wie er ihn "hinterlassen" möchte. Er möchte Leuten helfen Entscheidungen zu machen. Im Kontext der Band ist es die Message "Stay Alive", also sich gegen Suizid zu entscheiden.
Und damit ist dieser Song auch der nähste zur Bandgeschichte, und gleichzeitig ein riesen Cliffhänger wie "Leave The City" in TRENCH. Wir wissen nicht, ob der Protagonist dieser Story nun sterben muss, gehen muss, oder fliehen kann.

 

Zusammenfassend muss man sagen, dass wenn hinter diesem Album keine Story stecken würde, jeder Song an und für sich genial ist, allerdings weder "Twenty One Pilots" wie wir es kennen ist, noch als Album musikalisch flüssig und bündig ist. Dazu ist es wensentlich kürzer als alle Projekte zu vor und mehr nach dem Lehrbuch gemacht, als einfach Musik zu spielen, ohne zu wissen was man tut, wie Twenty One Pilots begonnen hat. Ich fühle mich zwischen Broadway und Rocky Horror Show hin und her gerissen. Wenn ich es nicht besser wissen würde...

Es ist tatsächlich super Bündig mit dem Hintergrund, dass dieses Album nur Propaganda (SAI IS PROPAGANDA) ist, um unser Vertrauen zu greifen und die Clique nach DEMA zu führen. Jeden musikalisch anzusprechen und irgendwie das Interesse an GOOD DAY DEMA zu wecken und sie so in ihre Religion "Vialism" zu führen. Somit auch dieses Album, vor dem Story-Hintergrund, von den Bischöfen kontrolliert wurde. Da die Bischhöfe allerdings alles kreative und frohe Ablehnen, jedoch so die Ziele abschrecken, ist es logisch, dass wir uns in einer aufgesetzten Welt nach Lehrbuch befinden, um dies zu überspielen. Genauso leben die "Insassen" von DEMA in einer Scheinwelt innerhalb der Mauern. Darauf, so wie andere Theorien und Ideen gehen wir später tiefer und detaillierter nach der Livestream-Experience ein.

Ich bin sehr begeistert von diesem Album und der Welt, die Tyler und Josh weiter ausgebaut haben. Schade finde ich trotzdem, dass Josh's Talent hier wenig Zeit zum Glänzen bekommt.
Hört es euch an und schließt die Augen. Nur wenige schaffen es, euch in gerade mal 37 Minuten, in eine Welt eintauchen zu lassen, die ihr komplett visualisieren und fühlen könnt.

Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Album, dem Livestream und sehen euch nachher um auf alle Theorien und Eindrücke einzugehen!

https://www.youtube.com/watch?v=3sO-Y1Zbft4

Fotocredit: Mason Castillo