[Live Blog] Tiny Moving Parts - Luxor, Köln

TINY MOVING PARTS 03.10.2019 IN KÖLN

Das Luxor in Köln – so unauffällig der dunkle Club nahe des Südbahnhofs von außen wirkt, so heftig war die Party darin an diesem Donnerstag Abend. Die amerikanische Emo-Revival-Band lockte genug Besucher in den Laden, dass kaum ein Blatt Papier zwischen die Leute gepasst hätte.
Den musikalischen Anfang machte Lizzy Farrall, eine Alternative-Sängerin, und sorgte auch schon für ein wenig Bewegung im Publikum. Enttäuschend fand ich wiederum den zweiten Support, eine ziemlich an Grunge erinnernde Rockband namens Microwave, bei der man den Eindruck hatte, sie hätten schon vor dem Konzert einen über den Durst getrunken.
Entsprechend war die Spannung, als man den Headliner Tiny Moving Parts erwartete. Die würden an diesem Abend niemanden enttäuschen – im Gegenteil. Sie übertrafen mit ihrer Performance alle Erwartungen. Die Band gab alles; genau wie ich, die im Fotograben etwas ungelenk versuchte, ihrem allerersten Fotoauftrag gerecht zu werden und zumindest ein, zwei ansehnliche Fotos zu schießen. Währenddessen bebte der Raum. Die unfassbar positive Energie, die der Sänger ausstrahlte, schien sich auch auf das Publikum zu übertragen. Auch ein Paar Crowdsurfer gab es. Dennoch hatte die Security relativ wenig zu tun und der Abend ging, wie erwartet, sehr friedlich über die Bühne. Viele zufriedene Gesichter sah man an dem Abend aus dem Luxor spazieren, darunter auch meins.

Wer also mal die Gelegenheit hat, sich Tiny Moving Parts live anzusehen, darf sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!


[Record Review] Tiny Moving Parts - Breathe

SO WHY CAN'T I STAND STILL? WHY DO I ALWAYS MOVE IN CIRCLES?

Seit 2008 gibt es die selbsternannte "Family Band" aus Minnesota schon. Hauptsächlich dem Emo Revival zugeordnet, wird ihre Musik auch häufig als Math Rock oder Indie Rock beschrieben. Nicht ohne Grund, denn musikalisch bewegen sie sich zwischen den Genres: Sie vereinen die Melancholie und Ruhe des Emo Pop mit der Komplexität des Math Rock.

Dies wird in ihrem 7. Album "Breathe" wieder deutlich: ausgefeilte Riffs und eine experimentelle Kombination von Sounds, gespickt mit interessanten Spielereien und einem raschen Wechsel zwischen Clear Voice und Screams. Genauso heftig wechseln sich Phasen der Ruhe mit explosionsartigen Ausbrüchen von Emotionen ab. Die anfängliche Intensität der. Songs "The Midwest Sky" und "Light Bulb" nimmt im Laufe des Albums kurz ab, die Songs werden ruhiger. Das bleibt aber nicht lange so - an Abwechslung mangelt es auf jeden Fall nicht. Bei all der Wut, Trauer und Verzweiflung, die hier Ausdruck findet, dringt aber auch immer wieder etwas Hoffnung durch, wie etwa im Song "Bloody Nose".

Technisch ist all das sehr gut umgesetzt. Diese Verschmelzung verschiedener Einflüsse mag beim ersten Hören speziell wirken. Doch wer sowohl Emo Vibes als auch einen Output für seine Gefühle sucht, für den ist "Breathe" vielleicht was.

https://www.youtube.com/watch?v=T9BQBYwvljA